Schatten Licht

Freie Kultur

Haben Kulturschaffende das Recht zu bestimmen, was mit ihren Kreationen passieren darf?

→ Eine Antwort auf die Frage von fon77 in gulli: Hat der Erschaffer eines kulturellen Guts (sei es Musik, Film, Spiel etc.) das Recht darüber zu bestimmen, was mit seiner Kreation passieren darf?

Genau das ist eine Frage. Ja.

Und jetzt denke sie bitte zuende.

Nehmen wir an, die Künstlerin hat das Recht, darüber zu bestimmen, was wir damit machen dürfen.

Fragen wir also: Hat sie das Recht zu bestimmen, ob ich zu ihrem Lied meine Frau küssen darf?

Hm, offensichtlich nicht, egal wie puritanisch sie ist. Suchen wir also weiter.

„Geistiges Eigentum“ - Sinn des Urheberrechtes und staatlich garantierter Monopolrechte

"Geistiges Eigentum" und die Frage nach dem Sinn des Urheberrechtes ist ein verdammt schwieriges Thema - ich will trotzdem versuchen, es hier in einfachen Begriffen und Beispielen konstruktiv zu beleuchten, und dabei (fälschlicherweise) einfach scheinende Schwarz-Weiß-Lösungen zu vermeiden.

Die Schwierigkeiten, denen wir uns stellen müssen, fangen schon damit an, dass der Begriff "Geistiges Eigentum" irreführend ist.

cc ist nicht moderner als GFDL, hat nur mehr schöne Bilder und ist unsicherer

zu Streit um Wikipedia-Bilder in Heise.de (Diskussion):

Ich habe mir Unterschiede zwischen den freien Lizenzen immer wieder angesehen, und v.a. zwei Dinge unterscheiden CC Lizenzen von anderen:

1: Sie haben schöne Bilder und Kurztexte (was klasse ist).

2: Sie sorgen nicht dafür, dass die Quelldateien weitergegeben werden (was wirklich Mist ist).

CreativeCommons Lizenzen sind riskant für echt freie Werke

Viele reden jetzt über Creative Commons, aber für die Belange freier Kultur sind sie gefährlich unsicher, wenn du kommerzielle Nutzung erlauben willst (bei den nichtkommerziellen fällt die Gefahr weg, sie bringen für freie Werke aber ganz eigene Probleme).

Die Ausnahme der Regel ist die cc-GPL. Sie ist sicher, da sie direkt die normale GPL v2 or later mit ein paar Bildern ist.

Mein Grund dafür, dass CC-Lizenzen bei mir nicht in Frage kommen ist, dass nach meinem Verständnis die einzige "Sicherung" des Quelltextes das folgende ist:

Testament: Freiheit für meine Werke

→ http://draketo.de/deutsch/freie-kultur/licht/testament-fuer-freie-werke

Im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte verfüge ich hiermit, dass nach meinem Tod all meine Werke, für die ich ausreichende Rechte habe, unter freien copyleft Lizenzen im Sinne der vier Freiheiten verfügbar sein sollen.

Offener Brief zu Pay Per Use

Auf den Artikel zu pay per use (zahlen für jede einzelne Nutzung) von Julia Hilden, der DRM bewirbt, gibt es eine Antwort, die ihre Punkte aufgreift und Schwachstellen ihrer Argumentation zeigt.

Für Deutsche Leser habe ich hier ihre Argumentation kurz zusammengefasst und die genannten Gegenargumente beschrieben.

Ursprungsartikel: http://writ.lp.findlaw.com/hilden/20070108.html

Offener Brief dazu: http://arnebab.livejournal.com/9028.html

Gegen DRM - Computer werden geblockt

Das eigentlich Schlimme an DRM (Digitaler Rechte Minimierung) ist nicht (nur), dass es vielleicht Inhalte geben könnte, bei denen der Künstler entscheidet, sie sie genutzt werden dürfen, sondern dass zur Umsetzung von DRM der Computer mit dem die Inhalte genutzt werden können, vollständig kontrolliert werden muss.

Und damit müssen alle Computer vollständig kontrolliert werden, damit bei ein paar Inhalten die Künstler komplett kontrollieren können, was mit ihnen passiert.

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