CreativeCommons Lizenzen sind riskant für echt freie Werke

Viele reden jetzt über Creative Commons, aber für die Belange freier Kultur sind sie gefährlich unsicher, wenn du kommerzielle Nutzung erlauben willst (bei den nichtkommerziellen fällt die Gefahr weg, sie bringen für freie Werke aber ganz eigene Probleme).

Die Ausnahme der Regel ist die cc-GPL. Sie ist sicher, da sie direkt die normale GPL v2 or later mit ein paar Bildern ist.

Mein Grund dafür, dass CC-Lizenzen bei mir nicht in Frage kommen ist, dass nach meinem Verständnis die einzige "Sicherung" des Quelltextes das folgende ist:

"(IV) when You Distribute or Publicly Perform the Adaptation, You may not impose any effective technological measures on the Adaptation that restrict the ability of a recipient of the Adaptation from You to exercise the rights granted to that recipient under the terms of the Applicable License."
- Das ist aus der neusten Version:
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

Das heißt: Ich darf nicht extra beschränken, aber wenn es Teil meiner Leistung ist, dass es als 32kB/s Radiostream kommt, muss ich auch keine bessere Version vorhalten, und Liedtexte oder ähnliches sind auch nicht enthalten, selbst wenn ich sie geändert habe.

Das heißt auch, ich kann einen cc-by-sa Text nehmen und in eine Flash Animation packen, die automatisch scrollt und ihn für jegliche Nachnutzer fast unbrauchbar macht, und ich muss den Originaltext nicht rausgeben.

Aus dem Wissenschaftsbereich: Ich kann ein LaTeX-Dokument nehmen, ändern, und es nur als PDF rausgeben (mit shapes statt Buchstaben), und damit muss ich meine Änderungen effektiv nicht mehr freigeben.

Und das ist für eine freie Lizenz inakzeptabel und zeigt für mich, dass bisher der Denkansatz dahinter wohl nicht "Freiheit" ist, sondern "möglichst leichte Anwendbarkeit, auch wenn es langfristig unsicher ist".

Daher: Finger weg von CreativeCommons Lizenzen für freie Werke.

Für freie Werke sollten nur echt freie Lizenzen genutzt werden.

Für unfreie, nur nichtkommerziell nutzbare oder vogelfreie Werke sind CC-Lizenzen sinnvoll, aber die ShareAlike Bedingung ist zu zahnlos um eine echt freie Lizensierung mit CreativeCommons Lizenzen zu ermöglichen.

Anmerkung: Wenn nur nichtkommerzielle Nutzung erlaubt wird (Creative Commons License), ist dieses Problem weniger präsent, weil damit der Anreiz, die Zielsetzung "wer mein Werk nutzt muss auch mir die Nutzung erlauben" zu umgehen deutlich schwächer wird. Dadurch ist das die einzige CC Lizenz, die ich nutze, abgesehen natürlich von CC GPL und CC LGPL.
Allerdings ist ein Werk, das nur nichtkommerzielle Nutzung erlaubt per Definition inkompatibel mit freier Software und macht auch auch sonst ein ganz eigenes Fass von Problemen auf. – Arne

Weitere Info: Warum wir für unser Rollenspiel-Regelwerk (RPG) die GPL statt den cc-Lizenzen oder der GFDL verwenden.

Viele reden jetzt über Creative Commons, aber für die Belange freier Kultur sind sie gefährlich unsicher, wenn du kommerzielle Nutzung erlauben willst (bei den nichtkommerziellen fällt die Gefahr weg, sie bringen für freie Werke aber ganz eigene Probleme). Die Ausnahme der Regel ist die cc-GPL. Sie ist sicher, da sie direkt die normale GPL v2 or later mit ein paar Bildern ist.Mein Grund dafür, dass CC-Lizenzen bei mir nicht in Frage kommen ist, dass nach meinem Verständnis die einzige "Sicherung" des Quelltextes das folgende ist: