Hier sammle ich politische Texte, Ideen und sonstige Materialien. Der Grund?
→ EU-Petition gegen Softwarepatente.Unpolitisch sein
heißt politisch sein
ohne es zu merken.
- Arne Babenhauserheide ( ;) )
In den Bereichen Lieder und Gedichte gibt es einige weitere politische Werke von mir.
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Verschiedene Gedanken und Anregungen zum Nachdenken.
Artikel 20, Grundgesetz Deutschlands:
(3) Die Gesetzgebung ist an die
verfassungsmäßige Ordnung,
die vollziehende Gewalt und die
Rechtsprechung sind an
Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt,
diese Ordnung zu beseitigen,
haben alle Deutschen das Recht
zum Widerstand, wenn andere
Abhilfe nicht möglich ist.
Artikel 1, Grundgesetz Deutschlands:
Die nachfolgenden Grundrechte binden
Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und
Rechtsprechung als unmittelbar
geltendes Recht.
Disclaimer: Ich bin kein Verfassungsexperte. Aber ich bin einer der Bürger Deutschlands, für die das Grundgesetz geschrieben wurde. Wenn die Interpretation des Grundgesetzes durch Ex-Perten radikal von dem Verständnis normaler Leute abweicht, dann lesen es höchstwahrscheinlich die Ex-Perten falsch. Denn es wurde nicht für sie geschrieben, sondern für uns. Sobald es heißt "ja das steht da zwar, aber eigentlich gilt das gar nicht", wird die Rechtsverdrehung illegitim.
Nach dem Spruch des Bundesverfassungsgerichtes vom 9. Februar 2010 verstoßen die Regelsätze für Hartz IV gegen das Grundgesetz, aber die Regierung lässt sie fast gleich, und das auch noch mit Verspätung (direkter Verstoß gegen Artikel 1, GG, und dann noch das Bundesverfassungsgericht ignoriert!). „Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Vorschriften des SGB II, die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG erfüllen.“
Und Hartz IV zwingt Menschen unter Androhung der Sperrung ihrer Bezüge zur Annahme von beliebigen 1€-Jobs. Das ist entweder ein Verstoß gegen Artikel 2 (das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit) oder ein Verstoß gegen Artikel 12 (keine Zwangsarbeit, außer für eine allgemeine öffentliche Dienstleistungspflicht oder aufgrund eines Gerichtsurteils).
Auch durch Hartz IV werden massive Auskunftspflichten von Bedürftigen erzeugt, wobei fraglich ist, ob sie mit Artikel 1, GG vereinbar sind (die Menschenwürde ist unantastbar). Außerdem verletzen sie vermutlich die Informationelle Selbstbestimmung, die das Volkszählungs-Urteil des Verfassungsgerichtes garantiert. FDP-Politiker sprechen gleichzeitig offen davon, die Bezüge nochmal um 30% zu kürzen.
Außerdem schränkt Hartz IV die Freizügigkeit ein, obwohl der Allgemeinheit ohne die Einschränkung keine besonderen Lasten entstehen würden (Verstoß gegen Artikel 11, GG), da jeder Hartz IV Empfänger selbst an Wochenenden immer erreichbar sein muss, egal ob es Jobs für ihn gibt oder nicht (Quelle: Berichte von Freunden, die Hartz IV beziehen). Wieder unter Androhung des Entzuges der Bezüge, also des Verlustes des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Artikel 2, GG).
Zugleich machen die Studiengebühren die vorher kostenlose Hochschulbildung kostenpflichtig, was ein Verstoß gegen Artikel 13 des IPwskR (pdf) des Völkerrechtes ist, an das sich Deutschland mit Artikel 25, GG gebunden hat. Danach muss Hochschulbildung Stück für Stück kostenlos werden.
Mit der Vorratsdatenspeicherung werden sensible Daten aller Bürger verdachtsunabhängig gespeichert. Das ist ein zweiter Verstoß gegen das Volkszählungs-Urteil des Verfassungsgerichtes (Informationelle Selbstbestimmung).
Mit der Internetzensur wird eine effektive Zensur eingeführt. Das ist ein Verstoß gegen Artikel 5 (Eine Zensur findet nicht statt). Gleichzeitig wird ein effektives System zur staatlich kontrollierten Verleumdung geschaffen.
Und wenn wir etwas zurück gehen, finden wir noch weitere
(Danke für diesen und den über-nächsten Punkt, Michael!).
Da wäre Artikel 16a.... Der lautete einmal einfach "Politisch verfolgte
genießen Asyl". Diesem Artikel wurde ein weiterer Absatz angehängt, durch
den dieses Recht nur noch für Menschen gilt, die nicht aus sicheren
Drittstaaten kommen. Solche sicheren Drittstaaten sind beispielsweise
alle unsere Nachbarländer, obwohl über diese Nachbarländer sogenannte
Kettenabschiebungen möglich sind, etwa Deutschland - Polen - Russland -
Teilrepublik Tschetschenien.... Politisch verfolgte können also nur noch
per Flugzeug einreisen... °sich so etwas schwierig vorstellt, wenn man
politisch verfolgt ist und nicht über einen sicheren Drittstaat fliegen
darf° Faktisch gibt es kein Asylrecht mehr, so dass Artikel 16 effektiv aufgehoben ist. Verfolgung durch
nichtstaatliche Organisationen wird dazu häufig nicht als Asylgrund
anerkannt, obwohl im Grundgesetz nicht von staatlicher Verfolgung die
Rede ist.
Alle diese Punkte zusammen verstoßen vielfach gegen Artikel 19: "In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden". Die Grundrechte sind in den ersten 19 Artikel des Grundgesetzes festgelegt.
Dann ist da noch die Sache mit Artikel 26, Absatz 1 Grundgesetz: "Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen". Dass sich Deutschland gegen Afganistan in einer Verteidigungssituation befand, scheint doch sehr konstruiert.
Und der sächsische SPD-Landesvorsitzende "Thomas Edmund Jurk" sagt, dass er, wenn es gegen Pädophile geht, einen Bruch des Grundgesetzes in Kauf nimmt.
Daher stellt sich schon nicht mehr die Frage, ob Artikel 20, GG uns in der aktuellen Situation erlaubt, Widerstand gegen unsere Politiker zu leisten, sondern nur noch, was die gebotenen Mittel sind.
Eine kleine Auflistung von möglichen Mitteln. Was davon geboten ist, sollte jeder selbst entscheiden. Ich sehe aktuell nur einen kleinen Teil davon als geboten an, habe aber die Sorge, dass binnen einigen Jahren die Zahl der gebotenen Mittel zunehmen wird, zumindest wenn wir jetzt nicht handeln. Abschließend muss darüber wohl irgendwann das Bundesverfassungsgericht urteilen.
Die Politiker nicht mehr zu wählen, die an der Zerstörung unserer verfassungsgegebenen Ordnung beteiligt waren und sich nicht expliziert davon distanzieren (jeder hat das Recht zu lernen), wäre ein nullter wichtiger Schritt. Nullter Schritt, weil er noch vor allen anderen Schritten kommen sollte. Das ist die Grundlage unserer Demokratie: Wer Mist baut wird nicht mehr gewählt. Abgeordnetenwatch.de sollte dabei hilfreich sein.
Eine öffentliche Nennung der betreffenden Politiker als Verfassungsfeinde könnte manchen die Augen öffnen oder zumindest dafür sorgen, dass die entsprechenden Politiker Stimmen verlieren. Würde der Verfassungsschutz seine Arbeit machen, würde er längst vor CDU und SPD warnen. Ein erster Schritt wäre die Identifizierung und Nennung derjenigen, die in CDU und SPD die Brüche des Grundgesetzes gefördert haben.
Ein paar Wochen Arbeit in einem durchschnittlichen 1€-Job (mit entsprechender Verpflegung und typischen Freizeitangeboten wie vor-der-Glotze-hocken-weil-alles-andere-zu-teuer-ist) könnten vielen unserer Politiker ganz gut tun.
Gleichermaßen könnten Informationen in Höhe der Auskunftspflichten von Hartz IV Empfängern über die für Hartz IV verantwortlichen Politiker im Internet landen. Wenn der Staat Informationen über die Hartz IV Empfänger haben darf, sollten auch die Bürger die gleichen Informationen über die von ihnen gewählten Politiker haben dürfen.
Daten, die durch die Vorratsdatenspeicherung über bestimmte Politiker erhoben werden, könnten rigoros ausgewertet, mit jeglichen anderen Datenquellen abgeglichen und im Netz veröffentlicht werden. Dazu gehören z.B. auch Bewegungsprofile, Daten zum Kaufverhalten mit Payback und EC-Karten, Auswertung der Kontakte zur Bestimmung von intimen Kontakten, Freunden, Gesprächspartnern, Nebeneinkünften und vielem mehr. Eine interessante Information wäre sicher auch die Kontaktanalyse, um festzustellen, von wem welche Grundgesetzfeindlichen Aktivitäten wirklich initiiert wurden. Allerdings müsste man dafür wohl auf nur noch privat gespeicherte Datenquellen zugreifen, da Privatleute im Gegensatz zum BKA nicht zeitnah eingreifen können.
Die Webseiten der Politker, die für die Internetzensur gestimmt haben, könnten für ein paar Tage auf der Sperrliste landen und mit einem Stoppschild verziert werden. CDU und SPD wären dann halt für 3 Tage offline.
Die fraglichen Politiker könnten bei das Grundgesetz bedrohenden Abstimmungen zeitweise unerreichbar sein.
Wenn dir hier nicht genannte legitime Mittel einfallen, die schon heute geboten sind oder möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft geboten sein könnten, oder wenn dir noch weitere Punkte einfallen, an denen in den letzten Jahren unser Grundgesetz durch Gesetze gebrochen wurde, dann schreib' bitte in einen Kommentar auf dieser Seite!
Das hier ist allerdings nicht als Aufruf gedacht, jetzt gegen Gesetze zu verstoßen, sondern als ein Denkanstoß, auch an unsere Politiker.
Politiker brechen unser Grundgesetz (die Gesetzgebung ist an das GG gebunden!), also den Vertrag, nach dem das Gewaltmonopol dem Staat gehört. Gleichzeitig erwarten sie von uns, dass wir uns an Gesetze halten, die nur auf Grundlage des Grundgesetzes überhaupt gültig sind. Wenn wir den sozialen Frieden in unserem Land und das Gewaltmonopol des Staates erhalten wollen, sollten wir mit den gebotenen Mittel dafür sorgen, dass die versuchte Abschaffung unserer verfassungsgegebenen Ordnung ein Ende findet und die in diesem Versuch bereits eingeführten Maßnahmen rückgängig gemacht werden.
Wenn normale Leute versuchen wollen, die Abschaffung unserer verfassungsgegebenen Ordnung zu betreiben, dann müssen sie aktiv gegen den Staat kämpfen. Wenn Politiker das gleiche tun wollen, müssen sie das Grundgesetz nur einfach ignorieren und Gesetze schaffen, die andere zwingen, das Grundgesetz zu brechen. Entsprechend dürfen wir uns Gesetzen widersetzen, die das Grundgesetz ignorieren, in der Hoffnung, dass uns das Bundesverfassungsgericht in ein paar Jahren Recht gibt.
Ich bin verdammt froh, dass wir unser Grundgesetz und damit das Gewaltmonopol des Staates haben, denn beide garantieren mir einerseits, dass unser Staat selbst dann wenn ich echt Pech habe dafür sorgt, dass ich nicht elendig verhungern oder erfrieren muss und andererseits, dass jemand, dem es nicht passt, was ich tue, mir nicht einfach das Hirn wegblasen darf, sondern mich verklagen muss (und dass ich theoretisch auf unseren Staat bauen kann, falls doch jemand versuchen sollte, mich mit ungesetzlichen Mitteln davon abzuhalten, zu tun, was ich für richtig halte).
Und das deutsche Grundgesetz ist aktuell das einzige Gesetzeswerk, das ich kenne, unter das ich bedenkenlos meine Unterschrift setzen würde.
Daher ist es mir wichtig, diese Grundlage unseres Staates zu schützen, zur Not auch gegen unsere gewählten Vertreter. Sie sind gewählt, um Gesetze zu schaffen, die die Prinzipien des Grundgesetzes realisieren, und die ersten 20 Artikel des Grundgesetzes sind unumstößliche Rechte. Wenn die gewählten Vertreter die Prinzipien des Grundgesetzes aushöhlen und damit versuchen, unsere verfassungsmäßige Ordnung auszuhebeln, haben wir dank Artikel 20, GG das Recht gegen diesen Versuch Widerstand zu leisten (wenn andere Mittel nicht verfügbar sind, z.B. weil die großen Parteien dabei zusammenarbeiten und die Medien so kontrolliert sind, dass Wahlen effektiv ihre Wirkung verlieren).
Wenn wir es nicht tun, könnte es sein, dass eines Tages der Rechtsstaat, in dem wir aufgewachsen sind, zu etwas anderem geworden ist.
Das Grundgesetz muss Substanz haben, ansonsten ist unser gesamter Rechtsstaat eine Farce.
Illegitim bedeutet hier, dass falsch ist, was sie tun. Legitim dagegen bedeutet, dass etwas möglicherweise gegen Gesetze verstößt, in der aktuellen Situation aber die richtige Art zu handeln ist. Beides wird durch die Zerstörung des Grundgesetzes wichtiger als die reine Frage nach der erlaubten Handlungsweise, denn wenn Politiker die Grundlage unserer Gesetze ad absurdum führen, verlieren Begriffe wie "legal" und "illegal" ihre Bedeutung. Es gibt dann kein geltendes Recht mehr.
Mir wurde gesagt, dass unverständliche Theorietexte Probleme eher verschleiern, als zu ihrer Lösung beizutragen. Das hier ist der Grund, warum ich anderer Meinung bin.
Lange und nur für Spezialisten verständliche Texte sind wichtig, um ein stabiles Theoriegebäude zu haben. Der nächste und ebenso wichtige Schritt ist es dann, diese komplizierten Theorien zu vereinfachen und so wieder allgemeinverständlich zu machen. Und mit den beiden ersten Schritten im Rücken können dann Aktionen auf stabiler Grundlage durchgeführt werden.
Ein Beispiel dazu aus der Physik:
Schritt 1 ermöglicht es uns nämlich zu sehen, wo das vereinfachte Modell in Schritt 2 noch trägt, also in welchen Situationen die Aktion sinnvoll ist.
z.B. erklärt 1. direkt auch die krumme Bahn eines Bumerangs, was 2. schon nicht mehr tut.
Das Beispiel hier ist natürlich zu einfach, weil jeder weiß, dass Kugeln auf ebenem Boden in gerader Bahn rollen. Für komplexere Probleme gilt das aber nicht mehr, denn da brauchen wir dann erstmal die tiefergehende Theorie, um überhaupt zu verstehen, was sinnvoll ist.
Und gerade Wirtschaft (aber auch viele andere politische Probleme) ist verdammt komplex, weil verdammt viele Faktoren mit hineinspielen.
(Natürlich ist eigentlich schon die Theorie im ersten Beispiel eine Vereinfachung. Exakter wäre es, statt von Arbeit von Wirkung zu sprechen. Die verlinkte Wikipedia-Seite sagt mehr dazu.)
→ geschrieben als Kommentar in der Taz.
@Arne: Kretschmann hat die Bevölkerung gefragt: „Wollt ihr nicht weitermachen oder nicht aufhören?“
Die Antwort war, dass die Leute, die es interessiert, mehrheitlich nicht aufhören wollen.
Ich finde das Ergebnis schade, aber das ist halt unsere Demokratie: Im Zweifel entscheidet die Mehrheit der Interessierten1 (auch wenn leider der Werbe-Etat der jeweiligen Position das Ergebnis verzerrt).
Kretschmann mag genau wie ich ein anderes Ergebnis erhofft haben, aber immerhin hat er gefragt, statt einfach zu machen, was er will (das wäre Mappus-Stil gewesen).
Er ist dafür einen Schritt von seinem Mandat zurückgetreten. Ansonsten hätte nämlich eine Mitgliederbefragung von SPD und Grünen gereicht - gewichtet nach Stimmanteil bei der Wahl.
Stattdessen nochmal das ganze Volk zu fragen - inklusive der CDU- und Nicht-Wähler - ist wirklich ein anderer Politikstil: Unsere Meinung ist nicht nur einmal alle 4 Jahre wichtig, sondern bei allen Entscheidungen zu denen das Wahlergebnis kein klares Mandat gegeben hat.
Leute, die weiterhin dagegen arbeiten wollen, haben jetzt zum Beispiel die Möglichkeit, den Prozess zu prüfen und es sichtbar zu machen, wenn gegen Auflagen verstoßen wird. Und sich zu überlegen, ob sie nochmal eine destruktive Schlichtung durch einen ihrer Gegner mitmachen wollen.
PS: Ergebnis: 19,9 Prozent stimmten für den Ausstieg, 28,4 Prozent stimmten dagegen, 51,7 Prozent war es egal. Quelle: taz.de. Dafür waren damit 1,5 Millionen, 300.000 Bürger mehr als bei der Wahl die Grünen gewählt haben.
PPS: Und ja: Die Wahlzettel waren grausig. Ich musste auch zweimal nachdenken, was ich nun eigentlich will - und jedes Plakat doppelt lesen, um mir klar zu machen, ob das jetzt für kein Stuttgart 21 oder gegen kein Stuttgart 21 war.
PPPS: Uh, oh: Laut GDL entspricht der Entwurf nicht den Sicherheitsvorschriften… (Gleislängsneigung von 15 Promille). Und die Korrektur würde teurer werden. Hier ist ein Ansatzpunkt für weitere Proteste, denn der Kostendeckel von 4,5 Milliarden gilt soweit ich weiß weiter…
In diesem Fall hätten übrigens mindestens 33,3% der Wahlberechtigten für den Ausstieg stimmen müssen. Im Bild der Ergebnisse ist das nicht mehr relevant. Aber selbst wenn alle Nein-Sager ja angekreuzt und alle Ja-Sager nein angekreuzt hätten, wäre das Ergebnis ein Nein gewesen. Die Nein-Sager hatten nämlich auch keine 33,3% der Wahlberechtigten. ↩
Ich habe gerade mal wieder auf den GNU-Seiten gelesen, und dabei einen Artikel gefunden, der meine Erfahrungen im Studium nicht nur bestätigt, sondern sie auch noch verallgemeinert:
Eine Belohnung zu bekommen, wenn man etwas "richtig" gemacht hat, tötet die Motivation.
http://www.gnu.org/philosophy/motivation.html
Es kann sogar dazu führen, dass etwas, das man vorher gerne gemacht hat, zu einer störenden Bürde wird, weil man es plötzlich nur noch macht, um die Erwartungen eines Anderen zu erfüllen.
Und das ist fast schon die Geschichte meines Studiums.
Ich speichere das hier unter "Politik", weil es sehr viel weitreichendere Folgen hat als nur zu zeigen, dass Bachlor Studiengänge kreative Studenten schädigen.
Es zeigt, dass ein Großteil unseres Gesellschaftssystems auf der falschen Ideologie aufgebaut ist, in der gepredigt wird, dass Belohnung Leute motiviert.
Und meine Kinder werden keinen Cent für ihre Noten bekommen. Dafür will ich umso mehr mit ihnen einfach Spaß mit dem Schulstoff haben. Was man da lernt ist nämlich verdammt interessant, wenn man es nicht lernen muss sondern lernen will.
Allerdings denke ich, dass Belohnungen sehr wohl nützlich sein können, damit jemand anfängt, sich mit etwas zu beschäftigen.
Damit er darin gut wird, muss die Belohnung aber irgendwann unwichtig werden.
Nun frage ich mich nur noch, was diese Studie über das Bedingungslose Grundeinkommen sagt...
Was würde geschehen, wenn die meisten von uns nur noch arbeiten würden, weil es ihnen Spaß macht, und nicht mehr, weil sie das Geld zum Leben brauchen?
Wie viel schneller würde sich unsere Gesellschaft entwickeln?
Oder im Wirtschaftslingo für alle, die eine Belohnung brauchen, um das richtige zu tun: Welchen Wettbewerbsvorteil würde es unserem Land bringen, wenn wir die Motivation unserer Bevölkerung nicht mehr durch ein schädliches Belohnnungssystem reduzieren würden, sondern die gesamte Kreativität und Leistungsfähigkeit jedes Menschen sich frei entfalten könnte?
Heute habe ich wieder an die Kinder gedacht, die meine Verlobte und ich uns wünschen und auch an die Familie, die wir eines Tages sein wollen und ich habe wieder erkannt, dass wir Menschen verdammte Gensklaven sind, und dabei habe ich glücklich gelächelt, der beste Beleg für die Theorie.
Vor vielen hundert Millionen Jahren ist das genetische Programm entstanden, das sagt, dass Wesen sich vermehren wollen, um ihre Gene weiterzugeben, weil Gencode der das nicht bewirkt auch nicht weitergegeben wird, also jeder weitergegebene heutige Code diese Muster enthält. und die Muster hatten hunderte von Millionen von Jahren um sich zu perfektionieren.
Unsere Gene schaffen Egoismus und Altruismus, und sie legen mit der Genetisch verwandten Familiengruppe den Grundstock unserer Gesellschaft.
Der Egoismus ist es, der das Gen direkt weiterbringt.
Ich überlebe und Ich kriege die Frau bzw. den Mann, und Meine Gene kommen weiter.
Altruismus bringt weniger direkte Vorteile, doch die Effizienz der Gene muss sich gegen eine komplexe Welt beweisen, nicht gegen irgendwelche simplen Modelle. Und in dieser Komplexen Welt bringt der Schutz der Nächsten im Familienverband die eigenen Gene bei genügend großen Familien stärker voran als der Selbstschutz.
in einem drastischen beispiel: Habe ich die Chance selbst zu sterben oder drei Geschwister sterben zu lassen, ist es für meien Gene besser, wenn ich sterbe.
Jedes meienr Geschwister hat nämlich durchschnittlich zur Hälfte die gleichen Gene wie ich. Also haben 3 Geschwister durchschnittlich eineinhalb mal meine Gene. Bei meinem Tod geht also weniger von menem eigenen Genmaterial verloren, als beim Tod von drei Geschwistern. (Natürlich sollten die dabei genauso effizientes Wissen haben, wie ich, was im Familienverband recht wahrscheinlich ist. Das lässt aber auch den Antrieb verstehen, der dem in Literatur recht bekannten Ausspruch führt: "Du wirst dieser Familie Ehre machen. Lass mich zumindest durch meinen Tod etwas bewegen!")
Gene, die dieses Verhalten födern, werden also stärker verbreitet als Andere, also verdrängen sie wohl irgendwann die Anderen, bzw. haben es bereits zu einem Gutteil getan. Das bringt den genen natürlich nur im Familienverband wirkliche etwas, genau wie auch einige andere Vorteile (und Menschen habe nicht immer im Familienverband gelebt, also ist es nur verständlich, dass Altruismus den Egoismus noch nicht verdrängt hat).
Der Schutz von Kindern nutzt nur, wenn er auch den eigenen Kindern hilft (zum Beispiel wenn alle Kinder der Familie gemeinsam leben), und zwar mindestens zweien, ansonsten nimmt das Genmaterial das von Mir stammt im Verhältnis zur Bevölkerung ab (bei starkem bevölkerungswachstum reichen schon zwei nicht aus). Aber neues Genmaterial im Familienverband mit eigenem nutzt dem eigenen (in der nächsten Generation), daher ist wohl das Kindchenschema bei allen Menschen verbreitet.
Selbst die Freude daran, wenn Andere mit meiner Hilfe vorankommen, kann teilweise darauf zurückgeführt werden, weil im Familienverband fast nur Verwandte leben.
Doch das ist wohl das Beispiel an dem am deutlichsten sichtbar wird, dass wir heute die Wahl haben, wie wir uns entscheiden können, denn es gibt viele Menschen, die Anderen nicht helfen, und die die Freude, die das Helfen bringt, völlig ignorieren.
Und dummerweise kommen solche Leute heute in der Gesellschaft oft nach oben.
Aber auch die haben sich lange nicht von ihrem genetischen Programm verabschiedet, sondern leben nur einen kleinen Teil davon, und zwar oft ohne darüber nachzudenken, also als wahre Gensklaven. Dabei lassen sie allerdings all das beiseite, was die Bildung unserer auf Gemeinschaftlichkeit gegründeten Gesellschaftsformen gefödert hat, und sie verabschieden sich von jeglichen langfristigen überlegungen, die über diese und die direkt nachfolgende Generation hinausreichen; eine kurzsichtigkeit, die nichtmal unser Gencode an den Tag legt.
Sie zeigen das Verhalten, das ur einer sehr kleinen Gruppe nutzt, ihre Umgebung und damit auch Sie aber langfristig zerstört, und das ist ein Verhalten, das ansonsten nur in extrem primitiven Systemen und bei Schmarotzern funktioniert, und das heute sowohl bei Kleinkriminellen als auch bei Wirtschaftsbossen oft zu finden ist.
Und es zerstört die Gesellschaft.
Es gibt aber auch viele Andere, die anders denken, die unsere Gesellschaft erhalten wollen. Das ist zum Beispiel der Ursprung fast jeder Genossenschaft und auch der Gewerkschaften, vieler Bürgerinitiativen und kommunaler Einrichtungen. eigentlich lebt unser gesamter Staat davon, dass Leute weitergedacht haben, und dass sie nciht bling den primitivsten Teilen ihres Genprogrammes geflgt sind, sondern weitergedacht haben (wofür hätten wir sonst ein denkfähiges Gehirn, und wieso bringt uns wohl das Verstehen soviel Freude?), denn auch wenn unsere gene die Grundlage unserer Antriebe und damit unserer Handlungen bilden, und obwohl sie einiges an Motivations- und Belohnungssystemen enthalten, zum Beispiel das Kollektive Seufzen beim Anblick von Kinderaugen, haben wir die Wahl, welchen Antrieben wir folgen, auch wenn ein vollkommender Verzicht auf von unseren genetischen Muster geförderte Handlungen uns natürlich der genetischen (also vom Körper ausgeschütteten) Belohnungen beraubt und damit unsere Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann (weswegen sicherlich manche Drogen nehmen, um das zu kompensieren).
Wobei solche in Leben für mich auch noch schwer vorstellbar ist: Leben ohne etwas zu erschaffen (abgewandeltes Brunft-Verhalten: mögliche Partner beeindrucken), ohne für sich selbst immer mehr zu bekommen (Egoismus), ohne anderen zu helfen (Altruismus), ohne Familie, ohne denken, ohne ein höheres Ziel (das wieder indirekt auf genetisch gefördertes Verhalten zurückgeführt werden kann), Selbst Mönche, die sich zurückziehen, folgen ihrem genetischen Programm, denn sie glauben oft, der gesamten Menschheit zu helfen, und wer sich selbst kasteit, um seine Sünden zu sühnen, folgt dem Code noch viel stärker, denn für unsere Gene ist es gut, wenn alle, die der Gesellschaft geschadet haben, schon von selbst gehen, dann werden ihre Gene (von ihrer Familie) stärker weitergegeben, als wenn sie blieben, weil sie keinen weiteren Schaden verursachen.
Soviel auch zum Ehrenkodex.
Dass damit fast alles, das von Menschen als attraktiv angesehen wird, von unserem genetischen Programm abgedeckt wird, ist wenig verwunderlich, kann aber mit Staunen über die Komplexität selbst auf der Oberfläche so einfacher Systeme wie unserer gene betrachtet werden.
Allerdings folgt nicht jeder Mensch den gleichen Antrieben, und oft ändern sich während seinem Leben die Antriebe, denen er folgt, mehrfach, ohne dass sich vorher seine Lebenssituation merklich geändert hätte, so dass also seine Gene nicht (alleine) für diese Veränderungen verantwortlich sein können.
Und hier kommt jetzt ein zweites System dazu, das ich einfach mal als "Ideen" bezeichne.
Während unsere Gene unser ganzes Leben lang (größtenteils) gleich bleiben, und selbst Einflüsse sich wohl nur grob unserer Lebenssituation anpassen können (sind wir erwachsen? Haben wir eine/n PartnerIn? Haben wir schon Kinder? Sind die noch klein? Sind wir noch Zeugungsfähig? Sind wir größtenteils gesund?) können unsere Handlungen sich schon aufgrund eines einzigen Gesprächs verändern (beide Systeme verzahnt), in dem sich beispielsweise unsere Einstellung zum Leben, unsere pläne und Wünsche für die Zukunft oder unsere Ansichten zu unserer Gesellschaft geändert haben.
Obwohl wir wohl weiterhin in unserem genetischen Programm leben werden, weil es sich eifnach besser anfühlt nicht gegen, sondern mit dem eigenen Körper zu leben, kann sich der Antrieb, dem wir uns zu folgen entscheiden, wenn wir eine neue Idee kennenlernen, sehr schnell ändern,
Und je nachdem wieviel Nutzen diese Idee den Menschen kurz- mittel- und langfristig bringt, und wie stark sie verbreitet wird, wird sie sich weiter verbreiten und halten, oder von einer Anderen ersetzt werden.
Ein Beispiel für sehr langlebige Ideen sind unsere Religionen, die aber auch sehr schnell den freien Ideenfluss eingeschränkt haben, da sich Ideen nämlich wie Gene zur Wehr setzen müssen, um erhalten zu bleiben und verbreitet zu werden, die aber auch Ideen von allen möglichen Quellen integriert haben, so wie es für unsere Gene nützlich ist, immer mal wieder fremdes Genmaterial in das Programm zu übernehmen um Inzucht zu vermeiden und sehr effiziente Teile dazuzugewinnen.
Allerdings sind die Ideen nicht fest an einen Körper gebunden, was die Auslese und Evolution stark fördern kann, jedoch nicht muss, und was auch Rückschritte eher mal ermöglicht.
Denn eine Idee kann fast zerstört werden, ohne dass dafür ihre Träger vernichtet werden müssen, und zwar meistens von einer anderen Idee, die entweder effizienter für die Menschen und die Gesellschaft ist, effizienter scheint, oder sich einfach effizienter gegen andere ideen stellt.
und da wir uns weitgehend frei entscheiden können, welchen ideen wir folgen, sobald wir mal genügend viele von ihnen kennen, hängt die Frage, ob die Ideen wirklich effektiv für uns sind und ob sie fähig sind, eine Gesellschaft langfristig zu tragen, größtenteils davon ab, wieviel wir darüber nachdenken und was uns wichtig ist. Natürlich ist auch der Gedanke, dass jeder über Ideen und Vorstellung nachdenken sollte, eine Idee, die Menschen entweder annehmen oder verwerfen können (und die dieser Text mit ein klein bisschen Nachdruck zu fördern versucht).
Einige der Hauptträger für ideen sind wohl die Familie (sie gehen von den Eltern auf die Kinder über), die Medien (können Ideen sehr schnell verbreiten, aber nicht immer auch fest verankern) und der Freundeskreis (dort treffen Ideen aufeinander und entwickeln oft ihren eigenen Evolutionsprozess).
Vor allem grundlegende Ideen und Vorstellungen werden oft schon in der frühesten Kindheit geprägt, also durch die Familie. Dazu gehören auch Grundeinstellungen, wie zum Beispiel das grundlegende Vertrauen in die Welt als Ganzes (oder das Misstrauen dagegen).
Auch wenn diese Werte sich auch später noch ändern können, braucht das sehr einschneidende Erlebnisse, wie Schock oder Katastrophen oder eine sehr enge Gruppe von FreundInnen, die manchmal noch enger werden als die eigene Familie (was genetisch als Gründung eines eigenen Clans angesehen werden kann, um nochmal auf die Gene zurückzukommen).
Viele andere Ideen können sich leichter ändern, und wir können uns oft frei entscheiden, welche sich für uns richtig anfühlen.
Zum Beispiel habe ich mich entschieden zu glauben, dass es meine eigene Entscheidung war, dass ich dieses Leben lebe, und dass ich hier etwas leben will, ob es nun ist, diese Lebensumstände zu erleben oder zu erleben und zu lernen, wie ich sie ändern kann, muss ich sie selbst entscheiden, und ich habe mich auch entschieden zu glauben, dass ich mir nach diesem Leben wohl ein neues, ein Weiteres aussuchen und zwischendrin nachschauen werde, in wieweit ich meine eigenen Lern-Ziele erreicht habe. Dieser Gedanke hat nämlich den Vorteil, dass damit jegliche Erfahrung in meinem Leben erstmal positiv ist, weil ich daraus etwas lerne. Wie ich dann darauf reagiere, und ob ich sie nochmal machen will, ist aber meine eigene Entscheidung. Und inzwischen habe ich diese Idee soweit verinnerlicht, dass ich sie als glauben bezeichnen kann.
Und dadurch stellt sich für mich die Frage, wie ich mit der Vorstellung von Genen und Ideen mein Leben leben will.
Zum Beispiel bringt so die Frage nach dem Sinn des Lebens zwar eine einfache Antwort (Gene und Ideen weitergeben, und zwar so, dass sie auch in 10.000 Jahren noch bestehen können, also gesellschaftsfördernd sind) aber auch komplexere Fragen, sobald ich tiefer gehe.
Wie schaffe ich es zum Beispiel dafür zu sorgen, dass die erste einfache Antwort in die Realität umgesetzt werden kann? Ist es sinnvoll, viele Kinder zu haben, oder leidet deren Ausbildung so stark darunter, dass für die nächsten Generationen die Chancen meiner Gene sinken? Sollte ich meinen Partner nach genetischen Ansichten aussuchen oder eher nach Sympathie oder nach Vorstellungen und Ideen, oder sollte ich das einfach meinem Körper überlassen, der sich seit 10.000 Jahren (und viel länger) auf die Beantwortung dieser Frage optimiert, aber wenig Ahnung von heutigen Gesellschaften hat?
Und die Frage nach dem "richtigen Leben" wirft schonmal grundlegend in erster Linie Gegenfragen für jeden Einzelnen auf, ohne die keine individuelle und tragfähige Antwort möglich ist.
Doch die zu finden und zu beantworten überlasse ich jedem selbst.
Allerdings würde ich mich freuen, wenn Du, nachdem du nun diesen Text gelesen hast, mir schreibst, welche Fragen es für dich sind, damit ich vielleicht eine Fragenhilfe anhängen kann, wenn viele Fragen zusammengekommen sind. Denn Fragen sind oft weit wertvoller als Antworten, weil sie das eigene Denken anregen können, woraus wohl nochmal deutlich wird, dass dieser Text auch die Idee fördern soll, dass jeder über seine eigenen Ideen und Antriebe nachdenken sollte.
Ich hoffe, er hat Dich angeregt.
→ Eine Antwort auf die Frage von fon77 in gulli: Hat der Erschaffer eines kulturellen Guts (sei es Musik, Film, Spiel etc.) das Recht darüber zu bestimmen, was mit seiner Kreation passieren darf?
Genau das ist eine Frage. Ja.
Und jetzt denke sie bitte zuende.
Nehmen wir an, die Künstlerin hat das Recht, darüber zu bestimmen, was wir damit machen dürfen.
Fragen wir also: Hat sie das Recht zu bestimmen, ob ich zu ihrem Lied meine Frau küssen darf?
Hm, offensichtlich nicht, egal wie puritanisch sie ist. Suchen wir also weiter.
Nächste Frage: Hat sie das Recht zu bestimmen, dass ich ihr bei jedem Hören Geld geben muss?
Da wird es etwas schwerer, aber tiefer zu graben bringt eine Antwort:
Um das Recht durchzusetzen, muss sie dafür sorgen, dass ich das Werk nicht ohne ihre Zustimmung nutzen kann. Wenn sie ihr Werk im Internet anbietet heißt das, dass sie meinen Rechner vollständig kontrollieren können muss, sonst könnte ich es ja einfach aufnehmen. Der Rechner gehört aber mir. Hat sie also das Recht, über meinen Rechner zu bestimmen, nur weil ich ihr Lied gekauft habe?
Und genau hier scheiden sich die Geister zwischen Medienindustrie und den Nutzern freier Software. Ich gehöre zur letzteren Gruppe: Niemand hat das Recht, meinen Rechner zu kontrollieren. Selbst die Polizei darf mich nur im Nachhinein bestrafen, wenn ich das Recht breche, denn sonst würde ein Generalverdacht auf der ganzen Bevölkerung liegen (es sei denn, sie haben einen signifikanten Anfangsverdacht gegen mich persönlich).
Jetzt gehen wir einen Schritt weiter.
Hat die Schöpferin eines Kulturellen Werkes das Recht, mir zu verbieten, ihr Werk zu ändern und weiterzugeben?
Und das ist, wo die Antworten von Vertretern freier Kultur und sonstigen Künstlern auseinander gehen.
Vom Gesetz her: Ja, hat sie. Ethisch gesehen: Nein hat sie nicht. Sie schränkt dabei nämlich meine Freiheit ein (und jede Künstlerin hat von anderen gelernt und dabei genau diese Freiheit genutzt). Beispiel: Ich darf viele der Lieder, die ich vor über 20 Jahren während dem Ausflug mit dem Kindergarten gelernt habe, nicht aufnehmen und unentgeltlich ins Netz stellen, obwohl sie schon lange nicht mehr verfügbar sind. Die Lieder werden also künstlich aus dem kulturellen Gut der Gesellschaft herausgehalten.
Aber gleichzeitig will ich, dass eine Künstlerin mit ihren Werken Geld verdienen kann.
Und hier muss immer wieder die Frage gestellt werden: Welche Rechte sind wir bereit, aufzugeben, damit Künstlerinnen Geld verdienen können?
Die Antwort darauf hängt immer von den aktuellen Technischen Möglichkeiten ab. Monopolrechte zusammen mit Zwangsmaßnahmen sind heutzutage meiner Meinung nach die falsche Antwort.
Also ist die Frage „Hat eine Künstlerin das Recht darüber zu bestimmen, was mit ihrer Kreation passieren darf?“ zwar wichtig, aber sie verfehlt die wirklich wichtige Frage: „Wie können wir Kultur am besten fördern?“
Denn auch nichtkommerzielle Weitergabe fördert die Kultur. Unser Staat bezahlt viel Geld dafür, dass jeder über Bibliotheken Zugriff zu kulturellen Werken hat. Tauschbörsen erreichen das gleiche zu viel geringeren Kosten, aber statt sie gleichermaßen zu fördern werden Gesetze geschrieben, um sie zu bekämpfen.
Ein Versuch einer Antwort auf die Frage nach sinnvollen Strukturen ist „Geistiges Eigentum“ - Sinn des Urheberrechtes und staatlich garantierter Monopolrechte.
Eine einfachere Möglichkeit für jeden von uns ist, die Förderung von Autorinnen, die wir mögen, mit Flattr selbst in die Hand zu nehmen.
Diese Frage wollte ich im CSI auf der Podiumsdiskussion mit Sven Giegold über Chancen zivilgesellschaftlicher Einflussnahme im Finanzsektor stellen, aber ich habe sie nicht so klar formuliert bekommen, wie ich das wollte.
Prof Anheier hat auf der Podiumsdiskussion bereits angerissen, dass uns in der Wirtschaft positive Visionen fehlen, so dass Mobilisierung schwierig ist.
Die einfache Frage, die sich mir daraufhin gestellt hat ist: „Was für eine Wirtschaft wollen wir eigentlich?“
Das heißt, welche Strukturierung hätten wir für unsere Wirtschaft gerne, um für die Bürger in Deutschland und der EU (und darüber hinaus) möglichst nützlich zu sein?
Ich habe ein paar vereinfachte Möglichkeiten gesammelt, mit denen diese Frage beantwortet werden kann, absteigend sortiert nach dem Grad an Hierarchie in der Struktur:
Eine einzige Firma, für die jeder Bürger arbeitet (Konzernstaat, Beamtenstaat oder der „Kommunismus“, den wir in Russland hatten).
Ein paar wenige große Firmen und viele Angestellte.
Viele kleine Mittelständler, meist mit unter 20 Angestellten, die zeitweise kooperieren, um Großprojekte zu stemmen.
Fast nur Selbstständige, die sich ihre Projekte selbst suchen und in immer wieder wechselnden Konstellationen kooperieren, um Projekte zu verwirklichen (so funktioniert die Entwicklung freier Software teilweise (zusammen mit vielen Mittelständlern), denn niemand kann jemand anderen kontrollieren. Die Rolle des Staates wird dabei von der GPL übernommen (GNU General Public License), die festlegt, dass niemand Kontrolle über jemand anderen hat. Wer andere überzeugen kann, mitzumachen, kann viel erreichen).
Aktuell geht es in Richtung weniger großer Firmen (2.), da immer mehr kleine Mittelständler von großen Firmen verdrängt werden.
Die Frage ist nun: Welche Art Wirtschaft wollen wir? Oder genauer, um direkt Dich als Leser anzusprechen (denn um Dich geht es dabei auch): Welche Art Wirtschaft willst Du?
Von der Frage können wir dann ableiten, was die Aufgabe des Staates sein sollte.
Wenn er gar nicht reguliert, kommen wir irgendwann an Punkt 1. Denn dann wird irgendwann eine Firma alle anderen verdrängen, indem sie einfach ihre Resourcen nutzt, um eine kleinere Firma nach der anderen auszuhungern (d.h. Verluste in Kauf nimmt, dafür aber alle Waren billiger anbietet als die Konkurrenz, so dass lange genug weniger Leute bei der Konkurrenz kaufen, dass die Konkurrenz pleite geht – um danach die Preise anzuziehen, schließlich gibt es dann keine Alternative mehr).
Und glaub nicht, dass der Staat heute nicht in eine bestimmte Richtung reguliert. Dass ein Millionär hierzulande 36% Abgaben zahlt, ein Durchschnittzverdiener aber 52% und ein Geringverdiener 47,3%1 sagt schon einiges darüber aus, welche Wirtschaft die aktuell Herrschenden wollen, auch wenn sie es nicht sagen.
Daher müssen wir wissen, welche Wirtschaft wir eigentlich wollen. Wollen wir den Konzernstaat, wenige riesige Konzerne, viele Mittelständler oder hauptsächlich Selbstständige? Oder etwas ganz anderes, das ich hier vergessen habe?
Der Reiche als der ausgebeutete Gutmensch und der Arme als Schmarotzer und Deutsche Geringverdiener tragen höchste Last. Für Reiche gilt die Bemessungsgrenze… ↩
Sowohl die Wirtschaftskrise als auch die Ölpest sind Katastrophen, die viele Menschen ins Unglück stürzen. Es gibt aber einen zentralen Unterschied zwischen ihnen: Die Wirtschaftskrise würde verschwinden, wenn alle Menschen aufhören würden daran zu glauben, dass den Profiteuren der Krise ihr Geld wirklich gehört. Die Ölpest schert sich nicht darum, was wir glauben.
Etwas Erklarung: Jeglicher menschliche Besitz ist eine Schöpfung im Denken der Menschen. Ich darf das Grundstück meines Nachbarn nicht besetzen, weil unser Grundgesetz in den Grundrechten festlegt, dass Eigentum schützenswert ist (aber dem Allgemeinwohl dienen muss: Artikel 14, Absatz 2). Ich besetze sein Grundstück nicht, weil ich einerseits seinen Anspruch auf sein Grundstück und andererseits das Grundgesetz als sinnvolle Grundlage des Zusammenlebens respektiere.
Es gibt aber kein Naturgesetz, das sagt, dass jemand, der geplant Tausende um ihre Lebensgrundlage gebracht hat (oder davon profitiert hat, dass das andere tun), einen Anspruch auf seinen so erworbenen Besitz hat.
Noch verstärkt wird der Unterschied zwischen Wirtschaftskrise und Ölpest dadurch, dass heute der größte Teil des Besitzes nur noch darin besteht, dass ein Bankrechner glaubt, dass ein Teil des Guthabens der Bank einer bestimmten Person zusteht.
Wenn also plötzlich alle Menschen glauben würden, dass dieses Guthaben eigentlich den Opfern der Finanzkrise zusteht, dann wäre das die Wahrheit, denn auch der Bankrechner würde das schnell glauben und das Geld würde an die Opfer ausgezahlt.
Jegliche Vermögensverteilung ist also immer eine Sache des Glaubens1. Dieser Glaube ist zwar so stark in unsere Leben verflochten, dass er in der menschlichen Gesellschaft und dadurch indirekt auch in der Umwelt riesigen Schaden anrichten kann (und das auch tut), aber er ist trotzdem nur ein Glaube.
Die Ölkatastrophe dagegen wäre immernoch da, wenn kein Mensch an sie glauben würde, und sie würde die betroffenen Gebiete auch entgegen noch so starkem Unglauben verseuchen – und damit auch die Grundlagen der realen Wirtschaft2 in den Gebieten.
Daher ist die Wirtschaftskrise zwar wirklich bedrohlich für Menschen, aber sie kann gelöst werden, ohne jemals den Bereich des Glaubens zu verlassen.
Die Ölpest dagegen müssen wir mit realen Mitteln bekämpfen. Durch sie zerstören wir unseren Lebensraum und die Grundlage unserer Wirtschaft und unseres Lebens. Und kein Glaube ändert etwas daran.
Allerdings ist dabei nicht unbedingt wichtig, was die Opfer glauben. Das einzige was zählt ist, was die Machthaber glauben. Und obwohl das in der Demokratie effektiv die Bürger sein sollten, gibt es leider oft erhebliche Unterschiede zwischen dem Finanzglauben der Mehrheit und dem Finanzglauben der Regierenden (oft könnten wir es auch Gerechtigkeitsempfinden nennen). ↩
Mit realer Wirtschaft meine ich den Teil, in dem wirklich etwas produziert wird, statt nur Glaubenssätze zu tauschen (also Geld, Besitz oder Kontrollrechte hin und her zu schieben), mit denen die reale Wirtschaft flüssiger laufen kann – oder halt nicht, wenn die Finanzwirtschaft mal wieder in eine Krise stolpert. Reale Wirtschaft ist das in dem Dinge produziert werden, die andere Menschen haben wollen (Geld zählt nicht, denn das dient nur als Zwischenschritt um das Potenzial zu haben, Dinge zu bekommen). Alles andere (Finanzwirtschaft, Manager, …) ist Schmiermittel, das von Zeit zu Zeit zu Leim oder Säure wird. ↩
Korruption und Vorteilsnahme in der Politik sind in jeder Demokratie zu erwarten, in der es zu starke Geldkonzentrationen gibt. Auf die Art wird die Demokratie mit der Zeit zu einer Farce.
Denn wenn 10% der Bevölkerung 66% des Geldes haben1, werden die Medien schätzungsweise zu mindestens 66% von diesen 10% bezahlt2, so dass die Wahlentscheidung der Mehrheit im Interesse der 10% beeinflusst wird.
Das Ergebnis ist, dass Politiker gewählt werden, die die Interessen der 10% Reichen vertreten und diese Politiker wiederum ein Interesse daran haben, den Einfluss der Reichen auf die Politik und die Wahlentscheidungen zu vergrößern.
Effektiv steht und fällt daher eine Demokratie mit der Frage, ob die Medien im Interesse der Mehrheit handeln. Und da die 10% Reichen sich gute Lobbyisten leisten können, wird eine zu große Vermögensungleichheit langfristig jede Demokratie zu einer Farce machen.
Wenn die Demokratie erhalten bleiben soll, muss daher eine übermäßige Geldkonzentration vermieden werden.
Es ist kein Problem, wenn jemand der mehr oder effizienter arbeitet 10x so viel kriegt wie andere, und es ist auch kein Problem, wenn jemand, der sein Leben lang gespart hat, am Ende 100.000 € auf der hohen Kante hat, während jemand anders vielleicht nur 10.000 € in Einrichtungsgegenständen besitzt.
Ein Problem wird es, wenn ein Mensch 10.000 mal so viel verdient wie ein anderer (denn niemand ist 10.000 mal so viel wert wie andere Menschen), oder 10.000 mal so viel besitzt.
Und es wird noch verstärkt, wenn wir das Einkommen oder Vermögen in frei nutzbares und gebundenes umrechnen. Jemand, der 800 € im Monat verdient, kann es sich damit nicht leisten, die Politik zu beeinflussen, weil er fast alles fürs tägliche Leben braucht. Jemand der 10.000€ verdient hat dagegen recht wahrscheinlich 5.000 € zur freien Verfügung, und bei noch höheren Einkommen steigt das noch deutlich an.
Sobald ein großer Teil der Bevölkerung wirtschaftlich kein Gewicht mehr hat (aktuell haben 2/3 der Bevölkerung zusammen nur 10% des Vermögens3) bricht unsere Demokratie auseinander, weil die wirkliche Machtverteilung nicht mehr der Gleichberechtigung entspricht, die eine Demokratie ausmacht (Aus der Herrschaft des Volkes wird eine Herrschaft des Geldes). Und die Politik wird nach einer gewissen Zeit diese Ungleichverteilung widerspiegeln, weil Geld leider Macht über Medien gibt, und Macht über Medien bedeutet, dass ein kleiner Teil stark beeinflussen kann, was ein großer Teil denkt.
Die einzigen Wege, die ich sehe, um das zu verhindern sind, entweder
Gesetze zu schaffen, mit denen Einflussnahme auf Medien mit Geldmitteln verboten wird (was auch ein Totalverbot von Werbung in den Medien bedeuten würde), oder
Vermögens- und Einkommensungleichheit aktiv zu bekämpfen.
Die erste Möglichkeit ist kaum durchführbar, da mit genug Geld immer wieder Wege zur Einflussnahme geschaffen werden können (und ich auch keine nur vom Staat kontrollierten Medien will).
Die zweite Möglichkeit dagegen würde natürlich bedeuten, dass niemand mehr Superreich werden könnte. Aber dafür könnte auch niemand mehr bettelarm werden. Stattdessen würden die Extreme verhindert und jemand Reiches hätte z.B. höchstens das 100-fache Einkommen von jemand Armem. Wenn sein Einkommen wächst, könnte er entweder jemand weiteres einstellen oder von dem was drüber geht den Großteil dem Staat geben (nicht alles, sonst bringt es ihm nichts, mehr zu verdienen. Aber genug, dass jeder zusätzliche Euro Einkommen/Vermögen schwerer zu verdienen ist, als der vorherige).
Ein anderes Beispiel wäre, dass jemand, der mehr als den 20-fachen Median des Vermögens hat (aktuell wären das etwa 300.000€²) von allem, was über diesen Wert geht jedes Jahr einen Teil abgeben muss, der deutlich über der Rendite von Kapitalanlagen liegt (z.B. 10%), oder einen Teil seines Vermögens jemand anderem geben kann, so dass Vermögen breiter gestreut wird. Zum Beispiel wäre es so für einen Unternehmer wirtschaftlich sinnvoll, seinen Beschäftigten Besitzrechte an einem Teil der Firma zu geben.
Als Zahlenwert für Deutschland: Die oberen 10% haben aktuell im Durchschnitt jeder 540.000€ Nettovermögen². Die unteren 25% gar nichts.
Allerdings sollte uns das nicht verwundern: Unsere Gesellschaft hat den Fehler in ihrer Struktur integriert, denn die erste Million ist die schwerste.
PS: Entstanden als ein Kommentar zu Lobbykratie: Das Outsourcing der Politik.
PPS: Noch ein Artikel zum Thema: Of the 1%, by the 1%, for the 1%.
DIW Berlin: Erstellung und Analyse einer konsistenten Vermögensverteilungsrechnung für Personen und Haushalte 2002 und 2007 unter Berücksichtigung der personellen Einkommensverteilung ↩
Die Medien werden vermutlich zu noch viel mehr als diesen 66% von den reichsten 10% bezahlt, weil für Medien immer nur frei verfügbares Geld genutzt werden kann und bei Geringverdienern der Großteil des Geldes und Vermögens bereits verplant ist, während Vielverdiener nichts aufgeben müssen, um Medien zu beeinflussen (und durch die Beeinflussung möglicherweise mehr verdienen als sie ausgegeben haben). Wenn Werbegeld für die Beeinflussung genutzt wird, bekommen sie die Beeinflussung effektiv gratis dazu, denn Werbung machen sie sowieso. ↩
Unfug, der leider real ist…
Ein Mann wird auf der Straße mit einem Messer bedroht.
Zwei Polizisten sind sofort da und halten ein Transparent davor:
"Illegale Szene. Niemand darf das sehen."
Der Mann wird ausgeraubt, erstochen und verblutet,
denn die Polizisten haben beide Hände voll zu tun.
Willkommen in Deutschland. Zensur ist schön.
Wie das BILDBlog berichtet, verunglimpft die Bild-Zeitung Abgeordnete auf ihrer Webseite noch immer, obwohl sie in der Print-Ausgabe den verunglimpfenden Artikel berichtigt hat.
Was mich daran zum Schreiben bringt: Die Bild sagte: "Abgeordnete sind zu ihrer Diätenerhöhung da. Zu sonstigem aber nicht."
Dazu brachten sie zwei Bilder. Eins angeblich von der Diätenabstimmung, das zweite angeblich bei Debatten über "SED-Opfer, Altersarmut und Doping".
Das erste Bild zeigt einen vollen Saal, das Zweite einen leeren.
Dummerweise ist das Erste aber überhaupt nicht bei der Abstimmung über Diäten, sondern bei der Abstimmung über die Vorratsdatenspeicherung aufgenommen worden.
Das zweite stammte von einer Debatte "für verbesserten Schutz der SED Opfer".
Und solche Artikel zu schreiben, und es dann auch noch zu wagen, die eigenen Berichtigungen nicht in die Webseite einzupflegen, nenne ich "vorsätzliche Förderung von Politikverdrossenheit", und damit schädlich für unsere Gesellschaft.
Ich wünschte, wir könnten sie für massiven Gesellschaftsschaden verklagen.
In Mechanical Dream wären die Chefredakteure längst gerichtet worden - wegen vorsätzlicher Verletzung der Psyche von Millionen von Menschen und vorsätzlicher Schädigung für unser Überleben notwendiger gesellschaftlicher Strukturen:
http://www.odd1.net/steamlogic/main.php?action=rateup&documentid=27
PS: Ich verlinke nicht auf den Bildartikel selbst. Er ist schon im BILDblog verlinkt, und ich muss der Bild nicht noch zusätzliche Verlinkungen geben. Die beste Reaktion auf deren Lügen ist noch immer, die Bild und ihre Webseite zu meiden.
Zur Zeit zitieren alle möglichen Medien die Umfrage der Bild dazu, wie viele Leute angeblich wollen, dass Guttenberg im Amt bleibt. Wes dabei völlig ignoriert wird ist die Tatsache, dass die Umfrage der Bild keinerlei allgemeingültige Aussagekraft hat. Sie sagt nichts über Deutschland aus, sondern nur über diejenigen Bild-Leser, die der Bild 50ç dafür geben wollen, dass die Bild ihre Meinung verwendet. Wer sie nutzt, spielt dadurch nur der Meinungsmache der Bild in die Hände.
Damit sich das wenigstens für die paar Leute ändern kann, die meine Seite lesen, möchte ich kurz aus der einfachen Außensicht beschreiben, warum die Umfrage so stark von systematischen „Fehlern“ verzerrt ist, dass sie nur kritisiert oder ignoriert, aber niemals als Grundlage für eine Aussage über die Meinung der Deutschen zu Guttenberg genutzt werden sollte.
Nehmen wir an, ich würde bei der Bild arbeiten. Was ich mache, um eine Umfrage pro-Guttenberg zu entwerfen:
Ich richte mich an Bild-Leser, die ich seit Wochen und Monaten mit Pro-Guttenberg Propaganda überschütte. Das stellt sicher, dass die Auswahl der Antwortenden schonmal nicht repräsentativ, sondern pro-Guttenberg beeinflusst ist. Gut.
Ich mache sie kostenpflichtig. Damit halte ich all diejenigen draußen, die der Bild kein Geld geben wollen und daher wohl eher gegen die Bild und Guttenberg eingestellt sind oder die von Guttenberg inzwischen nichts mehr hören wollen. Sollten sich doch ein paar Kritische melden, bekommen wir von denen wenigstens Geld. Die Umfrage wird von Fans dominiert werden, denn die Feinde wissen, dass jeder Cent für die Bild ein Cent für Guttenberg ist. Gut.
Ich mache die Umfrage per Telefon, um diejenigen draußen zu halten, die sich lieber übers Internet Informieren. Von denen sind zu viele gegen Guttenberg.
Nachdem ich das gemacht habe, verbreite ich meine Umfrageergebnisse so massiv wie möglich, denn sie sind toll, um die Meinung der Leute zu beeinflussen. Schließlich glauben viele Menschen, dass die Mehrheit schon ihre Gründe haben wird, selbst wenn es nur eine von meinem Blatt daherphantasierte Mehrheit ist.
Alle danach vorgenommenen Umfragen enthalten dadurch bereits das Ergebnis der Meinungsmache der Bild („irgendwie sind ja alle für Guttenberg, wie könnte ich dagegen sein“).
Jetzt höre ich auf anzunehmen, ich würde bei der Bild arbeiten.
Dadurch hat der Bild jeder in die Hände gespielt, der über die Umfrage berichtet, sich über die Ergebnisse empört, oder die Umfrage sonstwie unkritisch übernommen hat.
Kritisiert werden muss hier nicht das Ergebnis. Der Betrug steckt in der Art, wie die Umfrage gemacht wurde. Wenn also etwas kritisiert werden sollte, dann die Art, wie die BILD die Ergebnisse der Umfrage durch gezielte Auswahl der Gefragten verzerrt hat, um mit diesen völlig nichtssagenden Ergebnissen dann hausieren zu gehen, um weitere Umfragen zu verzerren.
Das einzige, was die Umfrage aussagt, ist, wie viel Einfluss die Meinungsmache der Bild immernoch hat, und wie viele Reporter Aussagen der Bild immernoch unkritisch übernehmen. Wir könnten sogar eine zeitliche Auswertung dazu machen, wie sich die Umfrageergebnisse anderer Umfragen geändert haben, nachdem fast alle Mainstreammedien die Umfrageergebnisse der Bild als allgemeingültig übernommen haben.
PS: Nebenbei zitiert die Bild die Taz-Umfrage heute als „nur 34% für Rücktritt“, ignoriert aber gezielt, dass die Ergebnisse aktuell bei 47% für Rücktritt sind (2011-02-25 10:44) und dass es den weiteren Punkt „er hat Schaden genommen“ gab (10%). Anders als bei der Bild gab es 3 Entscheidungsmöglichkeiten (strategisch von der taz etwas ungeschickt, wie die Bild-Verzerrte Information zeigt…).
(geschrieben am 13.2.2008 von Arne Babenhauserheide - http://draketo.de )
"Hi Drak, schön dich mal wieder zu sehen."
"Ich bin auch froh, mal wieder hier zu sein. Mehr Zeit wäre schön!"
"Kenne ich. Hast du was mitgebracht?"
"Nichts Materielles, dafür aber eine wichtige Info: Du wirst bestohlen. Jedes Jahr sind es mehr als 1000 €."
"Ja, ich weiß. Die Arbeitslosen und so, die unser übersozialer Staat durchfüttert. Das wusste ich schon."
"Ich meine nicht die Arbeitslosen. Die kriegen nur, was unser Staat ihnen gibt, damit sie in Würde leben können, und selbst dafür meist zu wenig.
Ich meine eine Bande von echten Schmarotzern. Aber ich denke mal, du wirst selbst drauf kommen.
Wofür zahlst du denn jedes Jahr, ohne dass du direkt bestimmen könntest, wohin dein Geld fließt?"
"Naja, Versicherungen und Steuern."
"Genau, und wofür wird das Steuergeld gebraucht?"
"Ich denk' mal, du willst auf Polizei, Straßen, Schulen und so weiter raus, oder? Das heißt, Steuern meinst du nicht. Schießlich sagst du ja, dass die zu was ntze sind."
"Doch, ich meine Steuern, aber lass mir doch etwas Zeit, damit ich das schöner aufbauen kann. Es macht mir einfach mehr Spaß so."
"OK, den Spaß gönn' ich dir, wenn wir dann jetzt weitermachen."
"Gut, also Steuern. Wir zahlen damit Polizei, Schulen, Stadtverwaltung und vieles mehr. Was passiert, wenn zu wenig Geld da ist?"
"Dann werden die Steuern mal wieder erhöht. Kennen wir ja schon. Aber was ist daran neu?"
"Das ist noch nicht neu, aber wir kommen zum zentralen Punkt.
Was passiert, wenn einige Leute ihre Steuern nicht zahlen? Woher kommt dann das nötige Geld?"
"Na von mir, und von vielen anderen. Mit der nächsten Steuererhöhung."
"Und wie kann jemand die Steuern nicht zahlen?"
"Er zahlt einfach nicht?"
"Dann holt der Staat sie sich. Ganz so einfach ist es nicht."
"Dann sagen sie halt nicht, was sie verdienen. Das sind die ganzen Schwarzarbeiter!"
"Schwarzarbeiter sind hier kleine Fische. Wer leistet sich denn Steuerberater?"
"Der, der sie zahlen kann. Ich also nicht."
"Und was macht ein Steuerberater?"
"Dafür sorgen, dass man weniger Steuern zahlen muss."
"Genau. Und das nutzen hier in Deutschland bei weitem zu viele. Und was bedeutet es, wenn die weniger zahlen müssen?"
"Na ich muss mehr zahlen!"
"Und jetzt rate mal, wieviel davon im Jahr illegal ist."
"Hm... keine Ahnung."
"Etwa hundert Milliarden Euro."
"Und wie kommst du auf die tausend, die mir geklaut werden?"
"Die 100 Milliarden müssen alle nicht-Reichen zusammen mehr aufbringen. Bei 100 Millionen Deutschen sind das satte 1000€ pro Person, die du für irgendeinen reichen Sack zahlst, der sich zu fein ist, dafür zu zahlen, dass er auf unseren Straßen fährt und von der Gesellschaft profitiert."
"Diese Schweine! Ab jetzt zahl' ich auch nicht mehr!"
"Willst du wirklich andere zwingen, für dich zu zahlen, genau so, wie es viele Reiche Säcke zur Zeit mit dir machen?
Schau doch stattdessen, wie du bewirken kannst, dass auch alle Reichen ihren Teil zahlen müssen."
"Und wie?"
"Da fragst du am besten attac. Die brauchen noch Leute für genau diesen Kampf. Schau einfach mal auf http://www.attac.de vorbei."
Anmerkung: Am 14.2. wurde öffentlich, dass das Geld teilweise in Stiftungen in Lichtenstein liegt. Am 16.2. berichtete die taz auf der Titelseite, dass 1000 Millionäre erwischt wurden, und dass allgemein nur etwa 10% der Fälle von Steuerhinterziehung aufgedeckt werden.
Nachlesen: http://www.taz.de/nc/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?r...
Aktualisierung: Ich habe mich weiter informiert, und zumindest nach Aussage des Vorsitzenden der Deutschen Steuergewerkschaft Dieter Ondracek in der taz gehen jedes Jahr "nur" 30 Milliarden an Steuergeldern verloren, also werden wir pro Jahr auch "nur" um 300€ bestohlen. Umgerechnet auf 70 Jahre Lebenszeit sind das immernoch 21.000 Euro pro Deutschem.
Anschaulich sind das zwei komfortable neue Autos.
-> Das hier habe ich gerade unserem Bundespräsidenten Köhler ins Gästebuch geschrieben. Da ich vermute, dass es da nicht freigeschaltet wird, findet ihr es auch hier. Die Idee dazu habe ich von Rainer.
Sehr geehrter Herr Köhler,
Sie haben gerade den Zwang zum Aufbau einer Zensurinfrastruktur in Deutschland bestätigt und damit geholfen, die Demokratie in unserem Land zu untergraben.
Denn Demokratie ohne freie Meinungsäußerung ist nur eine Fremdgesteuerte Farce.
(Nebenbei, da ich nicht weiß, wieweit Ihre Zensoren bereit sind zu lesen: Liebe Zensorin, lieber Zensor: Natürlich ist mit klar, dass dieser Beitrag mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht an dieser Stelle – dem Gästebuch des Bundespräsidenten – veröffentlicht werden wird. Ich hoffe aber wenigstens, dass Sie sich beim Löschen schlecht fühlen – zumal der Beitrag an anderer Stelle nachzulesen ist, nämlich hier)
Mein Vertrauen in unsere aktuelle Regierung war nie allzu groß, aber Sie hatten mich positiv überrascht, indem sie sich geweigert haben, ein offensichtlich verfassungswidriges Gesetz zu unterschreiben.
Ihr Einknicken jetzt hat diesen kleinen Lichtblick effektiv und bleibend zunichte gemacht.
Ich weiß nicht, ob Ihnen selbst klar ist, was für ein Fass Sie damit selbst aufgemacht haben. Leider gibt es (um es mit Volker Pispers zu sagen) aber nur zwei Möglichkeiten:
Entweder sie wussten es wirklich nicht.
Dann haben Sie nicht die Kompetenz, um Entscheidungen dieser Tragweite verantwortungsbewusst zu treffen und sind falsch in ihrem Amt.
Sollte das der Fall sein, bitte ich Sie hiermit, Ihr Amt niederzulegen.
Oder Sie wussten, dass die durch das von Ihnen unterzeichnete Gesetz erzwungene (gegen Artikel 5, GG verstoßende) Zensurinfrastruktur genutzt werden wird, um die freie Kommunikation in unserem Land massiv einzuschränken und so unsere verfassungsgegebene Ordnung zu beschädigen und das Grundgesetz zu untergraben - wenn nicht von dieser Regierung, dann von einer späteren. Denn wenn die Infrastruktur schon mal da (und teuer) ist, dann muss man sie ja auch nutzen.
Was sie in dem Fall sind, darf ich Ihnen nicht schreiben, denn ich stehe leider nicht im Kabarett auf der Bühne.
Sollte das der Fall sein, wird mein Appell an Sie zurückzutreten, Sie wohl leider nicht zum Rücktritt bewegen.
Mit enttäuschten Grüßen,
Arne Babenhauserheide
Die Landesregierung von Baden Württemberg plant neue Versammlungsgesetze, die die Versammlungsfreiheit massiv einschränken.
Ausführliche Informationen dazu gibt es auf indymedia, darunter den Link zu den Aussagen des Innenministeriums zum Gesetz.
Darin wird z.B. gesagt, dass das Gesetz "das wichtige Bürgerrecht der Versammlungsfreiheit vor dem Missbrauch durch Extremisten" schützt. Dazu mehr unten bei Punkt 4...
Den Gesetzentwurf selbst zu finden hat mich eine halbe Stunde Suchen gekostet, und am Ende hat mich eine Anfrage der Grünen zum Gesetz zu http://service-bw.de gebracht und das Stichwortverzeichnis dort zum Bürgerforum, Punkt "Vorschriften". Dort habe ich dann das Gesetz zur Regelung von Versammlungen in Baden-Württemberg (PDF Version) gefunden.
Gleichzeitig wurde das Polizeigesetz geändert (PDF - Kommentar von Daten-Speicherung.de).
Grundlegendes
Einige Punkte mit Kommentaren zu den geplanten Änderungen:
Und hier noch ein direktes Zitat:
(2) Es ist insbesondere verboten,
[...]
3. öffentlich, in einer öffentlichen oder nichtöffentlichen Versammlung, im Internet oder durch Verbreiten von Schriften, Ton- oder Bildträgern, Datenspeichern, Abbildungen oder anderen Darstellungen zur Teilnahme an einer öffentlichen Versammlung aufzufordern, deren Durchführung durch ein vollziehbares Verbot untersagt oder deren vollziehbare Auflösung angeordnet worden ist.
EInzelne Anmerkungen
Nach so viel Kritik: Ein paar Punkte können wirklich gegen Versammlungen von Rechtsextremen helfen. Nur habe ich das Gefühl, dass der Schaden durch das Gesetz größer ist als sein Nutzen.
Und: "Einfach so" festgenommen werden kann nur, wer seinen Ausweis nicht dabei hat.
Allgemein: Wenn ihr ein Gesetz kritisiert, lest des Gesetzestext. Das braucht zwar etwas Zeit, aber solange ihr den Text nicht kennt, könnt ihr nicht wissen, ob eure Kritik berechtigt ist. Jetzt wisst ihr ja, wo und wie ihr die Landesgesetze finden könnt.
Zum Beispiel gilt Trommeln nur dann als paramilitärisch, wenn es einschüchternd wirken soll - Sambatruppen zählen da (hoffentlich) nicht darunter, und erst Recht nicht, wenn Leute dazu tanzen.
Aber lest auch die Begründungen! Zumindest zu den Punkten, die euch kritisch erscheinen.
Da findet sich dann z.B. Das Uniformierungs- und Militanzverbot gilt abweichend von § 2 Abs. 3 nicht nur für öffentliche, sondern auch für nichtöffentliche Versammlungen. Auch von militant auftretenden Teilnehmern einer nichtöffentlichen Versammlung kann eine einschüchternde Wirkung, etwa auf andere Versammlungsteilnehmer, ausgehen.
Also: Ich treffe mich mit einem Freund, um CDs von Omnia zu hören und dabei die Auswirkungen des Gesetzes zur Versammlungsfreiheit zu diskutieren ((1) Eine Versammlung im Sinne dieses Gesetzes ist eine ortsfeste oder sich fortbewegende Zusammenkunft von mindestens zwei Personen zur gemeinschaftlichen, überwiegend auf die Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung gerichteten Erörterung oder Kundgebung.).
Die Musik könnte (selbst wenn sie leise ist) das Sicherheitsgefühl anderer Personen beeinträchtigen (vielleicht passiert das ja schon, wenn die Leute uns gemeinsam in die Wohnung gehen sehen), und wir zwei sind der Definition nach eine Versammlung, also verletzen wir das Millitanzverbot und unsere "Versammlung" kann aufgelöst werden (obwohl keine Ruhestörung vorliegt - wir erscheinen einfach gefährlich).
Effektiv wird hier also eine Pflicht sich an Normen zu halten (was Leute als Bedrohung fühlen) durch das Versammlungsgesetz verankert.
Treffen gesellschaftskritischer Goths fallen damit übrigens auch unter das Gesetz.
Und für die unpolitischen: Hip-Hop wird auch von vielen als bedrohlich angesehen, v.a. wenn sie Englisch können.
Guttenberg hat eine Stimmausbildung, und er nutzt sie, um bei den Worten „ich habe gelogen, nehmt mir meinen Titel“ in Wirklichkeit zu sagen „vertraut mir“.
Im ZDF Heute-Journal Interview vom 21.2.2011 hört man das deutlich. Zeit: 11:29 – ein offen erkennbares Schauspiel: Seine Stimme klingt zu lange nach und wirkt fast wie Singsang.
Wenn er unter Druck ist, scheint seine Stimmkontrolle daher so schwach zu werden, dass seine Stimme sich als bewusst kontrolliert verrät. Falls er wieder Oberwasser bekommen sollte, hören das möglicherweise nur noch ausgebildete Stimmtrainer.
Erfahrung aus Körpersprache: Der Klang ist wichtiger als der Inhalt, wenn man die Wahrnehmung der Zuhörer formen will. Wer einem Blender zuhört, kann daher seinen eigenen Emotionen nicht vertrauen, sondern muss bei jeder Gefühlsregung prüfen, woher sie kommt. Wem das zu anstrengend ist, der sollte sich nicht mit Blendern einlassen.
Geschrieben als Kommentar bei der Taz.
Das ist allerdings nur ein kleiner Aspekt des größeren Bildes, das die Nachdenkseiten aufzeigen: „Man sollte die Fähigkeit der Guttenbergs und ihrer Hintermänner zum strategischen Denken und zur Mobilisierung von Manipulationspotenzial nicht unterschätzen“.
Da jeder, der etwas Ahnung hat, fast jeden Grad an Internetzensur umgehen kann (solange es noch Bereiche gibt, die nicht zensiert sind, egal wie klein die sind, kann damit wieder ein vollständig funktionierendes und daher unzensiertes Netz aufgebaut werden), trifft das Gesetz zur Internetzensur langfristig wirklich nur Unbeteiligte.
Es ist damit das erste Gesetz, das nur Kollateralschaden bewirkt.
Selbst die Vorratsdatenspeicherung könnte von Zeit zu Zeit doch nützlich sein (allerdings weit weniger als sie Schaden verursacht). Die Internetzensur dagegen wird nur diejenigen treffen, die dem Wortlaut des Gesetzes nach nicht getroffen werden sollen.
Wäre es ein "Gesetz zum Verstecken von Straftaten im Internet vor Unbeteiligten", dann würde es wirken, wie es soll. Aber als "Gesetz gegen die Verbreitung von Kinderpornografie" ist es völlig wertlos.
Daher wirkt es wie eine Streubombe, die das anvisierte Ziel immer verfehlt, dafür aber eine maximale Menge an Kollateralschaden in der Zivilbevölkerung verursacht. Und die Zivilbevölkerung sind dabei alle, die in Deutschland leben, zusammen mit der Informationsfreiheit, einem der Grundpfeiler unserer Demokratie.
Also einen Herzlichen Glückwunsch an unsere Frau von der Leyen, den Herrn Schäuble und die Deppen von CDU und SPD: Sie haben das Kunststück vollbracht, das misslungenste Gesetzeswerk zu schreiben, das ich in meinem bisherigen Leben gesehen habe.
Nicht nur verfehlt es völlig den Zweck, für den es geschrieben wurde, es treibt außerdem durch sein unglaubliches Medienecho wirkliche Verbrecher in gesicherte Netze, in denen die Polizei keine Chance hat, sie aufzuspüren, und schränkt dabei noch jeden einzelnen Deutschen in seinen Grundrechten ein. Zusätzlich versteckt es Diskrepanzen zwischen unseren Gesetzen und denen von anderen Ländern, so dass es die internationale Harmonisierung der Gesetzgebung im Internet behindert. Auf die Art behindert es den Internationalen Kampf gegen Kinderpornografie effektiv mehr als es ihm hilft.
Es fällt mir schwer, mir ein Gesetz vorzustellen, das sein erklärtes Ziel weiter und effektiver verfehlt.
Als hätten sie mit den Zensurversuchen in Deutschlang nicht schon genug technische Unkenntnis oder Demokratiefeindlichkeit gezeigt, versuchen die Befürworter der Zensur es jetzt in der EU. Wundert es irgendjemanden, dass schon wieder Kinder dafür herhalten müssen?
Netzpolitik hat daher gerade einen Aufruf veröffentlicht, uns gegen die Zensurpläne zu engagieren. Und wie wir den verlogenen Teil unserer Regierungen inzwischen kennen, haben wir nicht viel Zeit zu reagieren: Die Anhörung ist am 28. und 29. September im (Bürger-)Rechtsausschuss (LIBE) des Europaparlamentes: “Combating sexual abuse, sexual exploitation of children and child pornography” ⇒ Wir schützen Kinder durch organisiertes wegschauen.
Wie gefährlich das ganze ist: „Die überwältigende Mehrheit der eingeladenen Sachverständigen dürfte mehr oder weniger klar Pro Netzsperren sein.“ – Netzpolitik.
Und das heißt für uns: Wir müssen unsere Abgeordneten davor bewahren, auf die gezielt zur Desinformation ausgewählten „Sachverständigen“ hereinzufallen.
Wie schon hier in Deutschland geht es nicht um den Schutz der Kinder. Es geht um die Kontrolle des Kommunikationsraumes Internet.
Und sollten sie auf EU-Ebene Zensur beschließen, haben wir hier in Deutschland ja schon das passende Zensur-Gesetz, das unsere Regierung zwar nicht nutzen will, aber nicht abgeschafft hat, so dass die Provider die Infrastruktur schaffen mussten. Wenn die EU sie zwingen würde, es gegen den eigenen Wunsch doch zu nutzen, dann wäre das doch irgendwie sehr praktisch für die regierenden Zensurbefürworter. „Wir wollten das ja eigentlich nicht (mehr), aber wenn es die EU sagt…“
Nachdem sie mit dem offenen Angriff auf das freie Netz gescheitert sind, versuchen sie es über die Hintertür. Und so ein verlogenes Verhalten darf nicht zu Erfolg führen.
Wenn ihr ihren also ihre Hintertür zuschlagen wollt, kontaktiert eure Abgeordneten. Um dabei zu helfen, hat Netzpolitik neben dem Aufruf (lesenswert!) auch ein PDF mit den Adressen der betroffenen EU-Parlamentarier aus den jeweiligen Ausschüssen veröffentlicht. Das sind diejenigen, die schon vorher darüber reden und damit diejenigen, die in der Abstimmung vermutlich Wortführer werden.
Wenn wir sie früh genug darüber informieren können, wie sinnlos die Sperren sind, und sie überzeugen können, dass Netzsperren unserer Gesellschaft schaden, haben wir schon einen großen Schritt zum Schutz des freien Netzes geschafft.
Diese Mail habe ich heute Frau Franziska Katharina Brantner geschickt, einer EU-Abgeordneten der Grünen im Ausschuss für „Women’s Rights and Gender Equality“.
Sehr geehrte Frau Brantner,
Am 28. und 29. September sind Sie im Rechtsausschuss (LIBE) des Europaparlaments zu einer Anhörung zum Schutz von Kindern vor Missbrauch und Ausbeutung eingeladen.
Nach den Titeln und Sprechern der Vorträge zu urteilen1 werden Befürworter von Internetzensur versuchen, das Ziel des Schutzes von Kindern zu nutzen, um für Kinder unwirksame, teure und für die Demokratie gefährliche Internetsperren zu bewerben.
Ich könnte jetzt viele Seiten schreiben, warum Internetsperren Kindern eher schaden als ihnen zu nutzen, und der Gesellschaft sowieso, aber das haben bereits genug andere getan2 und ich weiß, dass Ihre Zeit wertvoll ist. Daher will ich mich auf zwei Punkte beschränken:
Wie (un-)wirksam Zensur ist:
Mein eigener Rechner nutzt seit langem alternative DNS-Server, so dass ich die Sperre zu Hause nichtmal bemerken würde. Das gleiche kann jeder normale Internetnutzer in 30s machen. Und selbst wirklich teure Zensur lässt sich im Internet auch ohne spezielle Kenntnisse schnell umgehen. Die Stichworte dazu sind tor, i2p und freenet.
Was Zensur bedeutet:
Ein Mann wird auf der Straße mit einem Messer bedroht. Zwei Polizisten sind sofort da und halten ein Transparent davor:
„Illegale Szene. Niemand darf das sehen.“
Der Mann wird ausgeraubt, erstochen und verblutet, denn die Polizisten haben beide Hände voll zu tun.3
Aus diesem Grund möchte ich Sie bitten, sich nicht in die Irre führen zu lassen. Internetsperren sind teuer (nicht nur einmal, sondern bleibend) und unwirksam. Das Geld, dass dafür ausgegeben werden müsste, wäre sehr viel besser in Maßnahmen investiert, die Kindern wirklich helfen. Zum Beispiel Kindergärten.
Und selbst wenn Internetsperren wirken würden, hätten unsere Kinder nichts davon, denn wir würden langfristig das freie Medium Internet verlieren. Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass die Zensur sehr schnell auf andere Bereiche ausgeweitet wird, teils sogar bis zur Zensur von Kritikern der Zensur4. Als werdender Vater will ich nicht, dass meine Kinder in einem Staat ohne das Recht auf freie Meinungsäußerung aufwachsen müssen.
Meine zukünftigen Kinder werden weder durch stattliche Bevormundung, noch durch das Verstecken von Straftaten an anderen Kindern geschützt. Beides hindert sie vielmehr daran, ihr Leben selbstbewusst und mit einem wachen Auge für reale Gefahren in die eigenen Hände zu nehmen.
Ich hoffe, ich konnte ihnen mit meiner Mail vermitteln, warum Zensur Kindern nichts bringt aber sowohl den Kindern als auch der gesamten Gesellschaft schadet.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
--
Unpolitisch sein
heißt politisch sein,
ohne es zu merken.
– Arne (http://draketo.de)
Die Vorträge zu “Combating sexual abuse, sexual exploitation of children and child pornography” ↩
Informationen zur Sinnlosigkeit und zum Missbrauch von Zensur gibt es z.B. vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) ↩
Wofür Zensur genutzt wird: Kinderporno-Sperren im internationalen Vergleich ↩
Ich möchte kurz eine Analogie erzählen, die den Wahnsinn von DRM (Digitaler Rechte-Minimierung) sehr deutlich zeigt. Ich nenne sie:
Kaffee mit DRM
Stell dir vor, du kaufst eine Kaffemaschine, die, solange du sie im Haus hast, verhindert, dass du anderen Kaffe ins Haus bringst als den, der mit ihr verwendet werden darf.
Hört sich sehr komisch an?
Du könntest durch ihren Kauf beispielsweise die Möglichkeit verloren haben, andere Kaffeesorten zu kaufen, so dass du anderen Kaffe einfach nicht mehr über deine Türschwelle tragen oder in deinen Schrank stellen kannst. Vielleicht hast du dann einen Kaffeesensor in der Tür, der das Aufschließen verhindert, wenn dadurch auch ein Kaffe einer anderen Marke in dein Haus kommen würde.
Und um den Kaffeesensor zu entfernen, musst du deine Kaffeemaschine und allen Kaffee, den du für sie gekauft hast, aus dem Haus entfernen.
Hört sich noch komischer an?
Leider ist das, wie DRM funktioniert.
Und es gibt zwar auch schwächere DRM Systeme, aber, wie ich in dem verlinkten Artikel geschrieben habe, glaube ich, dass alle diese schwächeren DRM-Systeme auf absolute DRM-Kontrolle hinauslaufen, es sei denn, sie werden gleich jetzt gebremst, gestoppt und irrelevant gemacht, zum Beispiel indem wir das Recht auf unkommerzielle Kopien festschreiben, so dass jedes DRM-System illegal ist, das unkommerzielle Kopien verhindert.
Und als weiteren Gedanken: Die einzigen, die das Recht haben, mich in meiner Wohnung zu etwas zu zwingen, sind Polizisten, schließlich liegt das Gewaltmonopol beim Staat. Alle Anderen dürfen nur die Polizei rufen, wenn sie mich an etwas hindern wollen (von einzelnen Ausnahmen abgesehen).
DRM ist aber eine Zwangsmaßnahme, die nicht vom Staat ausgeht.
Also greift DRM das Gewaltmonopol des Staates in der digitalen Welt an.
> Hobbybauer:
> Hallo Arnebab
> Dein Beispiel etwas abgewandelt ist es dann noch das, was Du meinst?
>
>Stell dir vor, du kaufst eine Kaffemaschine, die, solange du sie im Haus hast, verhindert, dass du anderen Kaffe damit kochen kannst als den, der mit ihr verwendet werden darf.
> Hört sich sehr komisch an?
Nö. Das ist, was ich jedem Softwarehersteller zugestehe.
Er darf gerne entscheiden, dass seine Kaffemaschine nur seinen Kaffee kochen kann/darf, nur wenn er versucht, diese Entscheidung mir aufzuzwingen geht es schief. Warum selbst das einfache, dass ich ihm moralisch noch erlauben würde, zu völliger Überwachung führt und darum verboten werden muss, beschreibe ich weiter unten.
DRM tut allerdings etwas anderes und schon beim ersten Blick Schlimmeres.
Selbst das schwächste DRM verhindert zum Beispiel, dass ich den Kaffee für die eine Kaffeemaschien auch für eine andere benutzen kann, selbst wenn die andere technologisch dazu in der Lage wäre, es sei denn, die andere ist von der gleichen Stelle kontrolliert.
Schlimmer noch: Da ich ja irgendein Gerät in's Haus bringen könnte, mit dem ich ihren Kaffe so verändern könnte, dass eine andere Kaffeemaschine ihn kochen kann, planen sie offen, dass sie nur noch von ihnen erlaubte Geräte in meine Wohnung lassen werden, sobald ich ihre Kaffeemaschine erstmal gekauft habe, und dass sie alle alten Geräte unbenutzbar machen werden.
Und an dem Punkt gehört mein Haus ihnen, und ich habe nur noch bestimmte Nutzungsrechte an meinem eigenen Haus.
Und viele werden das noch nichtmal merken, bis sie dann was tun wollen, das sie nicht dürfen.
Also nimmt sich die Industrie mit jeglichem DRM das Recht heraus, Monopole selbst zu schaffen, und dieses Recht steht wirklich nur dem Staat zu, weil der Staat von der Gemeinschaft eingesetzt wurde und sie vertritt (vertreten sollte). (danke, elcon!)
Effektiv spielt die Industrie sich als Polizei auf, die aber nicht von der Bevölkerung zum Wohl der Gemeinschaft eingesetzt wurde, sondern nur für das Wohl der beteiligten Firmen handelt.
Polizei dürfte nämlich ohne richterlichen Befehl gar nicht so weit in meine Privatsphäre eindringen.
Jetzt will ich nochmal auf dein Beispiel zurückkommen, um dir zu zeigen, dass sogar schon diese schwache Form von DRM gefährlich ist:
Was wenn die Kaffeemaschine mich mit ihr nur ihren eigenen Kaffee kochen lässt.
Das muss natürlich gesichert werden.
Also muss verhindert werden, dass ich der Kaffeemaschine vorspiele, mein anderer Kaffee wäre eigentlich ihr Kaffee.
In der analogen Welt wäre das sehr schwer, aber möglich. Es zu umgehen wäre aber sehr viel Arbeit, und jeder der es tut müsste diese Arbeit leisten oder sich die Werkzeuge kaufen. Und das wäre es wohl nicht wert.
In der Digitalen Welt muss allerdings nur eine einzelne Person ein passendes Gerät, d.h. ein passendes Programm bauen. Das Gerät kann dann kosten- und verlustfrei an alle anderen Besitzer der Kaffeemaschine weitergegeben werden, und das auch noch sehr anonym.
Jetzt haben die Hersteller natürlich zwei Möglichkeiten:
a) Sie sorgen dafür, dass der Gesetzgeber das Gerät verbietet, was aber nichts bringen wird, da sich niemand an ein so offensichtlich sinnloses Gesetz halten wird und ständig neue Geräte gebaut werden könnten.
b) Sie verhindern selbst, dass ich so ein Gerät nutzen kann.
Da a) nicht funktionieren wird (weil eine kostenfreie Weitergabe von Programmen so gut wie nicht überwacht werden kann. Ich sage nur: auf CD brennen und per Post verschicken), müssen sie den Weg b) gehen, und im Gegensatz zur analogen Welt ist der Weg b) im Computer möglich.
Wenn sie aber verhindern wollen, dass ich _meinen_ Kaffee mit so einem Gerät anrühren kann, müssen sie dafür sorgen, dass ich so ein Gerät gar nicht haben kann, oder dass ich meinen eigenen Kaffee nicht verändern kann.
Das heißt wiederum, dass sie die Kontrolle darüber haben müssen, welche Geräte ich in meinem Haus haben kann, und schon gehört das Haus wieder ihnen, und ich habe nur eingeschränkte Nutzungsrechte.
Also ist jedes DRM, das nicht vollständig vom Nutzer kontrolliert werden kann, die Vorbereitung auf eine Übernahme des gesamten Rechners.
Es sei denn, die Firmen geben sich freiwillig damit zufrieden, dass ihr DRM niemals funktionieren wird. Und überleg mal wie groß die Chancen dazu sind, soviel Geld wie sie schon in ihre DRM-Forschungen gesteckt haben.
PS: Wenn sie "nur" Kontrolle darüber haben wollen, was ich mit anderem Kaffe in meinem Haus machen kann, müssen sie trotzdem auch alle Geräte kontrollieren, da ich sonst ein Gerät haben könnte, das ihren Schutz aushebelt und meinen eigenen Kaffee verändert.
PPS: Ja, im Computer wird es möglich sein, genau das hier beschriebene zu tun. Sie arbeiten schon seit Jahren daran, und bisher hat noch niemand eine konzeptuelle Lücke in dem theoretischen System gefunden, obwohl die Hardware Stück für Stück in die verkauften Rechner integriert wird und du dir sicher sein kannst, dass sehr viele Leute nach Lücken suchen. Dass bisher noch jeder Schutz geknackt wurde heißt nicht, dass es unmöglich ist, jede Handlungsfreiheit auszuschalten. Du kannst aus anderen Quellen geladene Dateien nur abspielen, solange dein System das Abspielen von nicht kontrollierten Dateien erlaubt.
Ich habe gestern, 9:56 Uhr eine E-Mail von einem „Freundeskreis Sarrazin“ bekommen.
Sie ist eindeutiger Spam und verlogene Meinungsmache allerletzter Güte.
Und da man solche Volksverhetzung nicht verschweigen, sondern öffentlich machen sollte, damit jeder weiß, welche Methoden genutzt werden, um menschenfeindliche Ansichten Gesellschaftstauglich zu machen, zeige ich hier erst die Mail, danach dann eine kurze Analyse mit den Tricks, die genutzt werden, um uns zur Zustimmung zu verleiten.
Adressen habe ich geschwärzt: Ich will denen keine Backlinks geben.
¹²³ usw. sind von mir eingefügte Links mit Kommentaren zu dem jeweiligen Absatz/Satzteil.
Von: "Freundeskreis Sarrazin" < sarrazin.vil@■■■■■■■■■■■■■.de >
An: "Freunde" < arne_bab@■■■■■■■■■.de >
Moin arne_bab ! 1
Meinungsfreiheit muß man schützen !2
Man kann zu Thilo Sarrazin und seinem Buch stehen wie man will3, aber es geht hier nicht nur um die Person Thilo Sarrazin, sondern auch um den Schutz unserer Demokratie4 und insbesondere um den Schutz der Meinungsfreiheit in unserem Land.5
Deshalb sind alle Demokraten aufgefordert, sich bei dieser Unterstützungliste einzutragen6, und somit für den Schutz der Meinungsfreiheit einzustehen.7
■■■■■■■■■■■■■■■hatrecht■wordpress.com/
http://www.google.de/#sclient=psy■■■■■■■■■■■■
~~~
Macht mit! Bitte leitet diese eMail an alle Freunde & Bekannte weiter, informiert in Foren, Communities, Blogs und Chats über diese Unterstützerliste oder auch per Messenger (ICQ, MSN, usw.). Mach mit und
helfe die Meinungsfreiheit zu schüzen!8
Das ist verlogene Meinungsmache allerletzter Güte. Daher habe ich die Lügenstellen mal kommentiert (einfach die Zahlen (¹²³) anklicken).
Ich bin allerdings sicher, dass ich einige der subtileren Tricks übersehen habe. Wenn ihr was seht, das mir entkommen ist, schreibt bitte einen Kommentar!
Und weil es viel zu selten gesagt wird: Thilo Sarrazin hat Unrecht und tut Unrecht. Sein Buch benutzt gefälschte Statistiken. Seine Aussagen sind menschenfeindlich und rassistisch. Und das alles wie bei Bild-Populisten üblich unter einer Dreckschicht aus falscher, bürgerlicher Empörung versteckt.
Und wer die Bild-Kampagne „für Meinungsfreiheit“ unterstützt, fördert nur Rassisten und Menschenfeinde, und schadet dabei der Meinungsfreiheit, denn von Meinungsfreiheit hat die Bild noch nie viel gehalten, es sei denn es ging um ihr Recht zur Denunziation („Schwarzgekleidete sind Satanisten“…). Die „Meinungsfreiheit“ der Bild und dieser Kampagne ist nur die Freiheit, jeden anderen zu überschreien, was diese Spam-Kampagne deutlich zeigt. Denn was ist Spam anderes, als der Versuch alle anderen zu überschreien, zum Leidwesen der Zugespammten?
Ist es Meinungsfreiheit, wenn die Kritiker von Sarrazin als Feinde der Demokratie und der Meinungsfreiheit denunziiert werden? Und sogar Spam genutzt wird, um diese Anschuldigungen möglichst weit zu verbreiten und so Kritik an Sarrazin zu unterdrücken… Denn es mag Dinge geben, „die doch wohl gesagt werden dürfen“, aber diese Spam-Mail versucht vielmehr, dafür zu sorgen, dass Kritik an Sarrazin tabu wird, also eben nicht gesagt werden darf. Und man kann zwar aus der Sicht der PR den Hut ziehen vor dem strategischen Geschick der Kampagne, aber als nächstes sollte man den Machern der Kampagne dahin treten, wo es wirklich weh tut. Was ich mit diesem Text versuche. Denn auch das größte Genie ist einfach ein Arschloch, wenn seine Handlungen bewusst darauf ausgerichtet sind, unsere Gesellschaft in die Klauen von Nazis zu treiben um zu verschleiern, dass die Schuldigen der Finanzkrise riesige Gewinne eingefahren haben, die Kosten aber auf den Rest der Bevölkerung abwälzen.
Wenn ihr euch gegen solche Meinungsmache teilweise immunisieren wollt, empfehle ich aus eigener Erfahrung, euch über die Methoden der Meinungsmache zu informieren, z.B. mit dem Buch „Meinungsmache“ von Albrecht Müller, einem der Autoren der NachDenkSeiten und Ex-SPD-Bundestagsabgeordneten.
Mir hat es viele Einsichten gebracht, denn Meinungsmache ist heutzutage leider meistens deutlich geschickter als diese plumpe Mail, die ihre Tricks so einfach offenlegt.
Woher ich weiß, dass das ein Spammer ist, und noch dazu ein Unfähiger: Keiner meiner Freunde würde mich mit „arne_bab“ ansprechen. Und wer dann noch meinen Namen im Header (Von:) als „Freunde“ verballhornt9 ist definitiv ein Spammer. Und auch noch einer, der zu unfähig ist, um nach meiner Adresse zu googlen und so meinen echten Namen zu finden. ↩
Die Aussage „Meinungsfreiheit muss man schützen“ am Anfang der Mail ist der klare Versuch, unsere Meinung mit niedersten Tricks zu beeinflussen. Kaum jemand würde dar Aussage widersprechen, so dass gleich mal eine Minimalzustimmung geschaffen wird, die die Spammer dann versuchen auf den Rest der Spam-Mail zu übertragen. ↩
Als nächstes wird dann sicher gestellt, dass sich auch ja alle angesprochen fühlen können: „Auch wenn du findest, Sarrazin sei ein Depp, bist du doch auch für Meinungsfreiheit, oder? Also kannst du doch eigentlich weiterlesen und uns am Ende unterstützen“. .oO( Schlangenaugenhypnose glaube mir. Ich bin dein Freuuund)Oo. Daher, um das mal zu beantworten: Natürlich kann man zu Sarrazins Thesen stehen wie man will. Aber wenn man sie unterstützt, ist man weder ein Demokrat, noch ein Kämpfer für Meinungsfreiheit, sondern einfach ein dummes, rassistisches oder menschenfeindliches Arschloch, das sich von falschen Statistiken blenden lässt und deswegen gegen einen Sündenbock hetzt, statt zu sehen, dass Sarrazin und Konsorten diejenigen sind, die uns in die Wirtschaftskrise getrieben haben, und eben nicht die Migranten, auf die sie die Schuld nun abwälzen wollen. ↩
Und als wäre das nicht genug, wird danach die Demokratie vorgeschoben. Für all die, denen Meinungsfreiheit alleine nicht reicht: Es gehe um die ganze Demokratie, nicht nur darum, ob jemand sein Staatsamt verliert, weil er Volksverhetzung allererster Güte betreibt („Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen“ und Migranten würden ständig "neue, kleine Kopftuchmädchen" produzieren – als ob die Religionszugehörigkeit genetisch wäre und die Deutschen nicht noch vor 100 Jahren kein Frauenwahlrecht gekannt hätten (nachweis)). ↩
Und gleich nach der Demokratie kommt nochmal die Meinungsfreiheit, damit wir auch ja nicht vergessen: Wenn wir Sarrazins Thesen unterstützen, dann unterstützen wir nicht etwa die menschenfeindliche Aussage, dass Berliner Einwanderer nutzlos wären. Stattdessen unterstützen wir die Meinungsfreiheit, und die Demokratie! Denn wenn Sarrazin seinen Willen kriegt, dann haben wir alle an Meinungsfreiheit und Demokratie gewonnen! Ja, sogar diejenigen, die er überschreit, damit ihre bedachten und sinnvollen Aussagen nicht gehört werden. Und natürlich auch die Deutschen, deren Eltern hier zugezogen sind und die seit Jahren unsere Wirtschaft am Laufen halten. ↩
Und nach all diesen großen Worten, kommt am Ende dann die Enthüllung: Die Webseite, auf die uns diese Spammer schicken wollen, um unsere Unterstützung „für Meinungsfreiheit und Demokratie“ zu benennen, ist ein Weblog namens „Thilo Sarrazin hat Recht“. Um es mit anderen Worten zu sagen: „blah, blah, blah, Meinungsfreiheit! blah, blah, bla, Demokratie! blah blah blah, Demokratie und Meinungsfreiheit! blah blah blah darum unterstützt Rassismus und Volksverhetzung, denn nur wenn wir die Volksverhetzer, Menschenfeinde und Rassisten mit allen Mitteln unterstützen, haben wir echte Meinungsfreiheit und Demokratie!“ Nichtmal Penisverlängerungs-E-Mails sind so verlogen. ↩
Und nur um das nochmal ganz klar zu machen: Es geht nicht um Meinungsfreiheit, sondern darum, dass Sarrazin-Kritiker Mundtod gemacht werden sollen. ↩
Und nur als Abschluss noch: „Sollten wir die Mailadressen deiner Freunde noch nicht in unserem Spamverteiler haben, dann schick diese Mail doch an sie weiter. Wenn sie sie doppelt bekommen, macht das auch nichts, schließlich funktioniert Meinungsmache noch viel besser, wenn sie immer und immer wieder wiederholt wird. Ansonsten fangen die Leute noch an selber zu denken.“. ↩
Ich bin definitiv kein Freund solcher Menschenfeinde, und ich fühle mich zutiefst beleidigt, wenn die mir unterstellen, ich wäre einer ihrer Freunde. Selbst wenn das nur im E-Mail-Header passiert. ↩
Das Ludwig-Frank-Gymnasium in Mannheim verlangt von seinen Schülern per Nutzerordnung der Rechner Totalüberwachung bis hin zum Keylogger und willkürliche Strafen zu akzeptieren.
Update: Nachdem sich der Sohn als einziger in seiner Klasse (und seiner Schule!) beschwert hat und sein Vater ihm einen Brief mitgegeben hat, der sagte, was an der Benutzerordnung alles nicht stimmt und dass er ihm verboten hat, die Benutzerordnung zu unterschreiben, und nachdem der Sohn diesen Brief mit einem leer gelassenen Feld für den Namen verteilt hat, vom Informatiklehrer gelobt („eure Klasse ist die einzige, die überhaupt was gesagt hat“) und vom Konrektor blöd angemacht wurde („was fällt dir eigentlich ein, sowas zu sagen“), ihm dann verboten wurde die Briefe in der Schule zu verteilen, er die Zettel dann halt vor der Schule verteilt hat, schnell die ganze Klasse hinter ihm stand und sogar eine Informatik-AG gegründet hat und schlussendlich sein Vater zum Rektor bestellt wurde, wurde die Benutzerordnung mit seiner Mitwirkung und nach Diskussionen in der ganzen Klasse geändert!
Ein Schüler, der sich beschwert und nicht nachgegeben hat, genügte, um die Benutzerordnung zu ändern. Einer, der nicht einfach mitlief, und die ganze Schule veränderte sich. Ich bin sicher, dass die Schüler dabei gerade mehr über Demokratie gelernt haben als in einer ganzen Schullaufbahn Politik-Unterricht. Und ich bin verdammt froh, dass ich meinen kleinen Beitrag dazu leisten konnte, indem ich mit ihm und seinem Vater die Benutzerordnung durchgegangen bin und beide in der Ansicht bestärkt habe, dass das Ding in der Fassung schlicht und einfach illegal war und mich über die größten Schwächen aufgeregt habe. Und manchmal reicht einer, der die Augen aufmacht und den Mut hat, für das aufzustehen was er sieht.
Der Sohn eines Freundes von mir hat heute eine Benutzerordnung für das Schulnetz12 mit nach Hause bekommen, die sein Vater untesschreiben sollte. Unter anderem erlaubt die der Schule, ständig und ohne Verdachtsfall einen Keylogger zu nutzen (E-Mails über webmail zu verschicken ist aber erlaubt, d.h. die Passwörter werden immer ausgespäht3).
Gleichzeitig verbietet sie den Schülern z.B. Werbung oder „Bekanntmachungen aus … parteipolitischen Gründen“ „herunterzuladen, zu versenden bzw. zu empfangen oder anderweitig zu veröffentlichen bzw. im www zu suchen“, also dürfen z.B. keine Parteiprogramme gelesen werden, und Google ist eh tabu, da auch einfache Textwerbung neben Suchergebnissen heruntergeladen werden muss, bevor sie angezeigt wird. Und:
„Zuwiderhandlungen gegen diese Nutzungsordnung können neben dem Entzug der Nutzungsberechtigung für das Netz und die Arbeitsstationen schul- und dienstrechtliche Maßnahmen zur Folge haben“
Die Schule hat also eine Blankovollmacht, jeden Schüler und jede Schülerin vollständig zu überwachen und ihm/ihr zu jeder Zeit Strafen aufzubrummen, weil es im Netz fast nicht möglich ist, sich an diese Regeln zu halten.4
Mein Freund sagte dazu:
Ich habe nicht gegen die VDS (Vorratsdatenspeicherung) geklagt, um diese Totalüberwachung inklusive aller Passwörter hinzunehmen.
Und damit hat er verdammt Recht: Unsere Schulen sollen unsere Kinder Demokratische Grundprinzipien lehren. Stattdessen bereiten sie sie auf Totalüberwachung und ständige Angst im Stil von 1984 vor.
PS: Wie fast alle anderen Inhalte auf meiner Seite ist dieser Text frei lizensiert und darf geändert, weitergegeben und auch verkauft werden, solange alle Änderungen frei bleiben und dabeisteht dass der Text frei ist (GPL), dass der Ursprungstext von mir ist (Link auf Draketo.de und Name: Arne Babenhauserheide) und was geändert wurde. Die eingescannte Benutzerordnung ist allerdings leider nicht frei lizensiert (dazu hätte ich nicht die Rechte).
Nichts in der Benutzerordnung verbietet die Veröffentlichung. Anders als andere Inhalte hier steht sie aber NICHT unter der GPL (ist also nicht frei lizensiert). ↩
Der Name passt: Es geht offensichtlich nicht nur um die Ordnung der Benutzung, sondern der Benutzer, auch wenn sie es nicht nutzen. ↩
Und selbst wenn alle Lehrer und Admins sich zu jeder Zeit rechtmäßig verhalten würden, traue ich unseren Schulen nicht zu, Daten zu sichern die ähnlich sensitiv sind wie die privaten Passwörter den Schüler in Onlinediensten. Wie hätten sie sonst so ein Machwerk von Nutzungsordnung verfassen können? ↩
Dazu kommt noch so Irrsinn, wie zu reglementieren, was Schüler in E-Mails und Foren schreiben dürfen („Geschmacklosigkeiten haben in Mails und Foren nichts zu suchen“) und Benutzer für alle Aktivitäten, „die unter seiner ID stattfinden“ voll verantwortlich zu machen (aber dem Admin einen Keylogger zu geben…). ↩
Was haben Mario Draghi1, Mario Monti2 und Lucas Papadémos3 gemeinsam?
Sie alle sind von Goldmann Sachs!
Diese Frage hätten wir viel früher schon stellen sollen: Sie wirft ein ganz anderes Bild auf das, was wir als Wirtschaftskrise bezeichnet haben.
Wir hätten schon misstrauisch werden müssen, als letztes Jahr nach der Krise die Millionäre im Schnitt reicher waren als vorher (vorher hatten sie 19% des Gesamtvermögens, danach 21%). Jetzt verdichtet sich das Bild: Hier werden systematisch Steuerzahler ausgenommen: Das Geld, das normale Leute an Steuern zahlen, wird einigen wenigen Reichen zugeschanzt.
Das ist nicht nur eine Systemkrise: Es ist kriminell, und ich hoffe, dass die dafür Verantwortlichen sich in näherer Zukunft vor Gericht finden - und alle Nutznießer dieses Betrugs mit ihrem Vermögen für die Verbrechen haften.
Vielleicht erinnern sich dann ja zumindest die Deutschen Millionäre an Artikel 14, Absatz 2 des Grundgesetzes: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“. Absatz 3 regelt dann auch gleich, dass eine Enteignung zulässig ist, wenn ein Gesetz eine Entschädigung „unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten“ festlegt.
Wie heise.de berichtete, wurde die Asterix-Parodie "Falsches Spiel mit Alcolix" von Landgericht München, Oberlandgericht und Bundesgerichtshof "etwas" unterschiedlich beurteilt (sie waren sich in keinem einzigen Punkt alle einig), am Ende aber verboten. Ich fasse hier die Urteile so zusammen, wie ich sie aus dem Artikel entnehmen kann.
Bezeichungen:
| Abschnitt | Plagiat | Parodie |
|---|---|---|
| TimTim im Morgenland | LO | B |
| Bussi Bär | L | OB |
| Barbara Hömber | L | O |
| Isterix und das Atomkraftwerk | LB | O |
| Asterwix | O | LB(erneut prüfen) |
| Die große Mauer | OB | L |
| Obelix in Moskau | O | LB(erneut prüfen) |
| Asterix auf Abwegen | O | L |
| Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde | O | LB |
| Alea Jacta West | O | LB(erneut prüfen) |
| Das Rennen | O | LB(erneut prüfen) |
| Frankenstein-Zeichnung | O | L |
| Titelbild | OB | L |
| Heftname | O | L |
| Zwei Rocker in Bonn | O | LB |
| Sahnesteifus | OB(erneut prüfen) | L |
| Aus einem Aufsatzheft | O | LB |
| Rückkehr des Obelix | O | LB |
| Zeichen der Zeit | OB | L |
| Rest | O | LB |
Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31384/1.html
...
Fazit: Nach den Infos aus dem Artikel waren sie sich bei keiner einzigen Geschichte einig... (sollte ich etwas übersehen haben, dann schreib' es mir bitte!)
Sowas nenne ich nun wirklich nicht mehr Rechtsprechung. Eigentlich hätten die BGH-Richter beim Vergleich mit den früheren Urteilen sagen müssen: Wir sehen also, dass man das nicht entscheiden kann, und bei uns gilt immernoch "Im Zweifel für den Angeklagten". Zumindest gilt das nach meinem Rechtsverständnis...
„Tatort nur von 20:00 bis 6:00 Uhr verfügbar“ ja hackts?
Ich darf mir keinen Tatort anschauen, weil er FSK 12 ist? Abends essen wir zusammen!

Schon mal was von „Internet“ und „Zeitzonen“ gehört? Und von Benutzerfreundlichkeit? Ihr zwingt eure Fans in illegale Netze.
Ich verlinke jetzt nicht auf den Tatort.
Wie ich mir unsere Welt wünsche.
Freie Träume und praktische Schritte zu einer besseren Welt.
In Garmshausen stehen drei Gärtner vor Gericht, weil sie vor einer Schule einem NPDler seine Wahlkampfmaterialien weggenommen und zerstört haben: Bonbons und CDs mit rechten Liedern.
Sie sollen nun 2600€ für ihre Zivilcourage zahlen.
Damit sie nicht für ihren Mut bezahlen müssen, habe ich mich entschlossen, ihnen auf die einzige Art zu helfen, die ich gerade nutzen kann: Mit meinem Geldbeutel.
Ich habe ihnen via PayPal 10€ geschickt:, denn ich will nicht nur reden, sondern etwas tun, und sei es nur, ihnen auf diese Art Unterstützung geben.
"Es nützt nichts, wenn Politiker Courage fordern", hat Stefan Garmshausen, Ingenieur mit eigenen Gartenbetrieb, der Taz gesagt. Er hat mit zweien seiner Mitarbeiter den Nazi gestoppt, und er hat Recht mit seinen Worten.
Zivilcourage muss man nicht nur fordern, sondern auch fördern, und wenn Politiker das nicht tun, dann müssen wir es halt selbst in die Hand nehmen.
Meine kleinen 10€ sind im Vergleich zu 6000€ Strafe nicht viel, aber wenn auch nur 300 Leute mitmachen, das ist heute gerade mal die Bevölkerung eines Dorfes, dann haben sie das Geld für die Strafe zusammen, und dann machen diese 10€ einen Unterschied.
Andere Möglichkeiten langfristig zu unterstützen:
was ich konkret gemacht habe:
Ich bin in Paypal gegangen ( http://paypal.de ) und habe Stefan Garmshausen 10€ an die E-Mail Adresse seiner Firma geschickt: info@gartengestaltung-garmshausen.de
Dazu habe ich den folgenden Text hinzugefügt:
Betreff: Danke! Ihr seid Vorbilder!
Text:
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Hi,
Ich habe gerade in der Taz den Artikel darüber gelesen, dass ihr einen NPDler daran gehindert habt, Kinder zu ködern, und dass ihr dafür jetzt vor Gericht steht.
- http://www.taz.de/index.php?id=digi-artikel&ressort=sw&dig=2007/09/27/a0...
- http://www.taz.de/index.php?id=digi-artikel&ressort=sw&dig=2007/09/28/a0...
Ich finde euer Verhalten völlig richtig, denn wenn der Staat von Nazis für dumm verkauft wird, müssen wir unsere Gesellschaft schützen, bis er es wieder selbst kann.
Nazis gehen zum Äußersten. Wenn wir nur dasitzen, meckern und Däumchen drehen, werden wir am Ende die Dummen sein.
Ich finde es toll, was ihr gemacht habt, und auch wenn ich selbst nicht viel Geld habe, möchte ich euch damit unterstützen, damit ihr eure Zivilcourage nicht teuer bezahlen müsst.
Ich mag die NPD nicht alleine stoppen können, aber ich kann diejenigen unterstützen, die daran arbeiten, und auch wenn ich wegen Studium nicht viel Geld habe, möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass ihr und andere es auch das nächste Mal wieder wagen, das Richtige zu tun.
Ein Gerichtsverfahren kostet viel Geld, und da ihr keine Parteikasse hinter euch habt, müssen halt andere Leute einspringen.
Danke für euren Mut!
Für mich seid ihr Helden, und zwar ohne Vorbehalte.
Viele Grüße,
Arne Babenhauserheide
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Vielleicht gefällt euch die Idee ja, eine kleine Lawine in's Rollen zu bringen, um Zivilcourage zu fördern.
Wenn ja, dann macht mit. 10€ sind für den Einzelnen nicht so viel - einmal zu Hause essen, statt im Wirtshaus, aber wir brauchen nur 300, und das Geld genügt, damit Stefan Garmshausen für seinen Mut nicht mit seinem Gesparten bezahlen muss.
Die mit glücklichem Lächeln durch's Leben gehen.
Was ist er?
Der Club der Lächelnden ist ein loser Verbund der verschiedensten Leute in Deutschland und der ganzen Welt.
Er hat keine feste Agenda, und seine Mitglieder vereint nur ein gemeinsames Band: Die Freude am Lächeln.
Wo finde ich diesen Club?
Es gibt den Club der Lächelnden in jeder größeren und kleineren Stadt, und auch fast jedes Dorf beherbergt ein paar seiner Mitglieder.
Wer ist Teil des Clubs?
Teil des Clubs ist jedes Wesen, das mit einem glücklichen Lächeln durchs Leben geht.
Lächelnde stammen aus allen Klassen, Schichten und Ländern, denn ein erwidertes glückliches Lächeln überwindet alle Grenzen.
Wie erkennen sich Lächelnde?
Untereinander erkennen sich die Mitglieder des Clubs an ihrem glücklichen Lächeln, das aus ihrem Gesicht und ihren Augen strahlt.
Wie findet der Club neue Mitglieder?
Mitglieder des Clubs suchen keine neuen Mitglieder, die neuen Mitglieder finden den Club selbst.
Manchesmal sagt ein Mitglied der Clubs einem Nichtmitglied "versuch' es doch mal mit einem Lächeln", doch die meisten Mitglieder grüßen sich und andere einfach mit glücklichem Lächeln, und manch ein Gegrüßter lächelt glücklich zurück und wird so zu einem Mitglied der Clubs der Lächelnden, solange wie sein Lächeln sein Innerstes erfüllt.
Wie grüßen sich Mitglieder des Clubs?
Mitglieder des Clubs grüßen sich so wie jeden anderen Menschen: Mit einem glücklichen Lächeln.
Doch wenn dieses glückliche Lächeln erwidert wird, entsteht daraus etwas größeres, das für einen kurzen Moment die Seelen der Mitglieder in glücklichem Lächeln verbindet, so dass sie den tieferen Gruß des Clubs der Lächelnden austauschen.
Was ist, wenn Mitglieder des Clubs nicht glücklich sind?
Wenn ein Mitglied des Clubs der Lächelnden nicht glücklich ist, kann es auch nicht Lächeln und ist damit kein Mitglied des Clubs.
Doch meist kennt es andere Mitglieder des Clubs, und wenn diese es erkennen, grüßen sie es, so wie jedes andere Mitglied des Clubs. Und wenn das Mitglied nur kurzzeitig in seinem Glück schwankte, bringt dieser Gruß meist das Lächeln auf sein Gesicht zurück, so dass beide den Gruß des Clubs austauschen und das Mitglied in den Club zurückkehrt.
Wenn sie den Gruß aber nicht erwidern, finden sich oft Mitglieder des Clubs, die sich zu ihnen setzen und versuchen ihnen zu helfen, ihr Glück wieder zu finden.
Oft verlassen dafür auch diese Mitglieder den Club der Lächelnden für kurze Zeit, um dem nicht Glücklichen näher zu sein und mit ihm so leichter den Rückweg zum Glücklichsein gehen zu können, so dass beide bald wieder Mitglieder des Clubs der Lächelnden werden.
Falsches Lächeln
Manche Wesen spiegeln vor, im Club der Lächelnden zu sein, doch ihr Lächeln stammt nicht aus inneren Glück, sondern aus düsteren Quellen.
Meist tragen diese falsch Lächelnden tiefe Wunden in sich, die ihnen den Zugang zum glücklichen Lächeln die meiste Zeit verwehren, und manche tragen in ihrem Herzen Eifersucht gegenüber glücklich Lächelnden, ohne zu erkennen, dass es vor allem diese Eifersucht ist, die ihnen den Zugang zu ihrem eigenen glücklichen Lächeln verwehrt.
Wenn sie falsch Lächeln, strahlen ihre Augen nicht vor Glück, sondern spiegeln Häme, Böswilligkeit oder einfach Falschheit, und ein Gruß mit falschen Lächeln berührt die Seele nicht wie ein wahres, glückliches Lächeln.
Ein falsches Lächeln darf niemals mit dem glücklichen Lächeln verwechselt werden, das die Mitglieder des Clubs der Lächelnden verbindet.
Meist grüßen Mitglieder des Clubs auch falsch Lächelnde mit glücklichem Lächeln, in der Hoffnung, ihnen den Weg zu einem eigenen glücklichen Lächeln zu zeigen.
Manche Mitglieder des Clubs stellen sich jedoch auch aktiv den falsch Lächelnden entgegen und investieren viel Kraft, um deren Einfluss auf Andere zu stoppen und so ein bisschen mehr Glücklichsein zu verbreiten, denn jedes Mitglied des Clubs der Lächelnden kennt das schöne Gefühl, einem anderen Wesen einen kleinen Augenblick des Glücks gebracht zu haben, und viele wünschen sich eine Welt, in der sich Alle die meiste Zeit mit glücklichem Lächeln begegnen.
Gibt es diesen Club überhaupt?
Wenn du dich fragst, ob der Club der Lächelnden überhaupt existiert, dann schau dich doch einfach die nächsten 24 Stunden mal auf der Straße um und halte Ausschau nach jemandem, der glücklich lächelt.
Wenn du ihn siehst und er dich anlächelt, dann erlaube dir einen Moment der Freude und lächle einfach glücklich zurück und du wirst es selbst spüren.
Vielleicht wirst du nicht am ersten Tag schon jemanden sehen, der glücklich lächelt, und wenn du ihn siehst, wird er vielleicht gerade auf der anderen Straßenseite sein. Wenn das so ist, dann erzwing' es nicht, sondern halte einfach weiter die Augen offen, oder versuch' einfach selbst Leute anzulächeln und zu grüßen. Manche werden dich nicht verstehen, aber dann und wann wird jemand zurücklächeln, und je tiefer das Lächeln von euch beiden geht, desto stärker wirst du in dir spüren was die Mitglieder des Clubs der Lächelnden verbindet.
Mit der Zeit wirst du dann immer mehr Lächelnde sehen, vor allem wenn du selbst mit einem Lächeln durch die Welt gehst.
Und vielleicht wirst so auch du bald das glückliche Lächeln auf deinem Gesicht, in deinen Augen und in deinem Herzen tragen und damit ein Mitglied des Clubs der Lächelnden sein.
:-)
Unter Reichen Leuten geht der Spruch um „die erste Million ist die schwerste“. Dieser Spruch zeigt deutlich wie kein weiterer den zentralen strukturellen Fehler unseres aktuellen Wirtschaftssystems, führt aber auch zu möglichen Lösungen.
Wenn die erste Million die schwerste ist, bedeutet das, dass jemand, der eine Million hat, leichter einen weiteren Euro verdienen kann, als jemand, der keine Million hat.
Nennen wir sie mal Herrn M. und Herrn A..
Nun nehmen wir an, dass beide einen Euro ausgeben. Der Euro ist jetzt frei im Wirtschaftssystem. Da aber die erste Million die schwerste ist, ist es wahrscheinlicher, dass dieser Euro am Ende wieder bei Herrn M. landet, und unwahrscheinlicher, dass er bei Herrn A. landet.
Herr M. wird also reicher, Herr A. wird ärmer. Abstrakt gesehen: Reiche werden bei gleicher Leistung reicher und Arme werden ärmer.
Da die erste Million die schwerste ist, können wir vernachlässigen, dass M auch mehr ausgibt als Herr A. Herr M. kann sein Geld leichter vermehren als Herr A. Damit Herr M. reicher wird, muss irgendwer ärmer werden - in unserem Fall also Herr A..
Nun fangen wir mit Frau B. und Frau C. an, und wir nehmen an, dass nicht nur die erste Million die schwerste ist, sondern auch der erste Euro. Beide haben anfangs gleich viel Geld. Durch etwas Glück bekommt Frau B. mehr Geld als Frau C. und kann dadurch leichter Geld verdienen als Frau C.
Beide leisten das gleiche, aber da Frau B. mehr Geld hat als Frau C., kann sie leichter mehr verdienen. Dadurch wird Frau B. reich und Frau C. arm.
Ein System, in dem es mit zunehmendem Reichtum leichter wird, den Reichtum zu erhöhen, führt also automatisch zu wenigen Reichen und vielen Armen Leuten.
Wenn Reichtum vererbt werden kann, führt so ein System außerdem zu einer Klassengesellschaft, in der die Geburt darüber entscheidet, ob man immer ärmer oder immer reicher wird.
Da nun aber zu ungleiche Vermögensverteilung jede Demoktratie zerstört, steht das im Widerspruch dazu, dass unser Staatssystem eine Demokratie sein soll, da Vermögende mehr Einfluss auf die Medien haben als arme Leute und die Berichterstattung in den Medien die Wahlentscheidung aller beeinflusst.
Wenn wir also unsere Staatsform ernst nehmen und erhalten wollen, brauchet wir ein Wirstschaftssystem, das Vermögensungleichheit verringert.1
Konkrete Maßnahmen dazu vorzuschlagen, geht weit über die Zielsetzung dieses Beitrages hinaus. Ich möchte aber eine einfache Richtlinie aufzeigen, mit der bei jeglicher Maßnahme geprüft werden kann, ob sie in die richtige Richtung geht.
Jeder zusätzliche Euro Vermögen muss schwerer zu verdienen sein, als der vorherige. Gute Maßnahmen führen also dazu, dass jemand mit viel Geld sich mehr anstrengen muss, um es zu vermehren, als jemand mit wenig Geld.
Dadurch wird das oben beschrieben Verhältnis zwischen Herrn M. und Herrn A. umgekehrt: Wenn beide gleich viel Leisten, fließt jeder Euro, den sie ausgeben, eher zu Herrn A. als zu Herrn M., so dass Herr A. Stück für Stück mehr Vermögen erhält und Herr M. Stück für Stück an Vermögen verliert, bis beide gleich viel Besitzen.
Auf einen griffigen Satz gebracht heißt es: „Die erste Million muss die Leichteste sein“ oder exakter: „Jede weitere Million muss schwerer zu verdienen sein als die vorherige“.
Wenn unsere Wirtschaft diesem einfachen Leitsatz genügen würde, hätten wir das Problem der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich gelöst. Die Schere würde sich langsam wieder schließen, und gleichzeitig könnten Leute, die sehr viel leisten, auch leichter reich werden, denn sie kämen leichter an das Geld derjenigen, die viel mehr haben als sie selbst.
Nochmal als Erinnerung: Das ist eine Richtlinie, anhand der wir prüfen können, ob eine politische Maßnahme zu größerer Wirtschaftlicher Gleichheit oder zu größerer Ungleichheit führt. Wir können mit ihr konkrete Maßnahmen auf die Probe stellen.2
Wenn also das nächste Mal eine Wirtschaftsreform vorgeschlagen wird, können wir einfach fragen „Wird dadurch die zweite Million schwerer im Vergleich zur ersten oder wird sie leichter?“. Wenn die nächste Million schwerer wird als die vorherige, führt die Reform zu größerer Gleichheit und mehr echter Demokratie. Wenn die nächste Million leichter wird, führt die Reform zu größerer Ungleichheit und schadet unserer Demokratie.
Statt Million können wir natürlich auch einfach nach dem nächsten Euro fragen: Wenn der zweite Euro Vermögen schwerer zu verdienen ist als der erste und der dritte schwerer als der zweite (und so weiter, bis hoch zu Milliarden), dann führt das Wirtschaftssystem zu größerer Gleichheit.
Und nur dann ist es mit einer Demokratie langfristig verträglich (wie im bereits oben verlinkten Artikel beschrieben).
Gleichzeitig führt es dazu, dass Leute leichter reich werden können, wenn sie gute Ideen haben. Das Innovationspotential unserer Gesellschaft wird also gesteigert.
Die einzigen, für die eine in diesem Sinne demokratisch sinnvolle Wirtschaftsreform unangenehm ist, sind diejenigen, die schon jetzt reich sind, denn die Reichen bekommen dadurch mehr Konkurrenz. Sie können sich nicht mehr in der Reichtumshängematte ausruhen und darauf bauen, dass sich ihr Geld schon von selbst vermehren wird.
Harald Schumann hat bei den Grünen einen Vortrag dazu gehalten, wie sehr heutzutage wirtschaftliche Macht missbraucht wird (Video, Transscript). Er schloss mit der Aussage von Walther Eucken: „Es ist also nicht der Missbrauch wirtschaftlicher Macht zu bekämpfen. Zu bekämpfen ist die wirtschaftliche Macht selbst.“ ↩
Ein Bänker (Berater vermögender Privatkunden…) und enger Freund von mir hat mir dazu gesagt „es gibt eine Gravitation des Geldes. Wir können sie nicht aufheben, nur abschwächen, weil wer mehr Geld hat immer leichter mehr verdienen kann als der, der weniger hat.“ Ob er Recht hat, kann ich nicht vollständig beantworten. Er meinte, dass aber eine Mindestmaßnahme die Begrenzung von Erbschaften wäre, so dass wenigstens jeder mit in etwa den gleichen Chancen beginnt. Vielleicht hat er Recht, vielleicht aber auch nicht. Ich denke dagegen, wir können das Wirtschaftsystem so verändern, dass die „Gravitation des Geldes“ umgekehrt wird. Wer von uns Recht hat, kann nur die Zeit zeigen - und unser Kampf für ein besseres Wirtschaftssystem. Auch er sagt aber, dass wir diese „Gravitation“ verringern und so die Unfairness des Wirtschaftssystems abschwächen können. ↩
Aktuell verbrauchen wir die Resourcen der Erde, so wie Ranken den Saft eines Baumes trinken und Heuschrecken ein Feld leer fressen.
Wir vernichten Arten im Monatsrythmus, verpesten die Atmosphäre und destabilisieren so das Ökosystem, in dem wir leben.

Aber im Gegensatz zu Heuschrecken und Ranken gibt es für uns keine anderen Felder und keine nächsten Bäume, die wir oder unsere Kinder kahlfressen oder ersticken können. Wenn unser Planet stirbt, gehen wir mit ihm zugrunde.
Daher wird es Zeit, dass wir lernen in Symbiose mit unserer Erde zu leben.
Das heißt, wir sollten lernen so zu leben, dass das Ökosystem der Erde durch uns stabiler und reicher wird, als es ohne Menschen wäre.
So wie winzige Pilze an Baumwurzeln dem Baum helfen, mehr Wasser und Nährstoffe aufzunehmen, und Marienkäfer, Kolibris und Bienen den Pflanzen helfen, sich zu vermehren, und im Gegenzug von ihnen Schutz und Nahrung erhalten, so sollten wir Menschen zu Behütern und Förderern unserer Erde werden (zumindest in den Bereichen, in denen wir sie schon gut genug verstehen, um zu wissen, was ihr hilft), so dass unsere Erde durch unsere Anwesenheit reicher, viefältiger und sicherer gegen Katastrophen wird, die das ganze Ökosystem bedrohen, als sie es ohne uns wäre.
Wenn wir die Erde fragen könnten, ob sie Menschen auf ihrer Oberfläche haben will, sollte sie ohne Vorbehalte mit „Ja” antworten können.

Kurz: Wir sollten uns so weiterentwickeln, dass eine Erde ohne uns auch im Ökosystem ärmer wäre als mit uns.
Es ist unsere einzige Chance, langfristig zu überleben.
PS: Die Grafiken sind frei lizensiert (wie auch der Text und fast alles auf meiner Seite) und selbst gezeichnet mit MyPaint (freies Malprogramm).
Ich stoße im Netz immer wieder auf tote Seiten, und es gibt wohl niemanden mit etwas Erfahrung im Netz, der noch nie auf einen vielversprechenden Link geklickt hat, nur um zu merken, dass die Seite verschwunden ist – oder ihre Struktur geändert hat.
Wenn ihr eine eigene Seite habt, versucht bitte, euren Besuchern diesen Ärger zu ersparen.
Es geht dabei allerdings nicht nur um eure Nutzer. Ihr schadet auch euch selbst, wenn ihr eure Seite so umstrukturiert, dass existierende Links brechen. Das gilt umso mehr, wenn ihr die Domain wechselt und die alte nicht weiterleiten lasst.
Lasst mich dazu eine kleine Geschichte erzählen.
Ich schreibe seit der Schulzeit eigene Webseiten, und bis auf die erste sind sie alle noch im Netz. Dabei habe ich von Anfang an darauf geachtet, einen einmal geschaffenen Link zu erhalten, schließlich hatte ich schon allzu oft Links auf vielversprechende Rollenspielseiten gesehen und wurde von einem grinsenden „404 — Site not found“ empfangen.
Ich bin sicher, ihr kennt das Gefühl. Da ist dieser tolle Link, am besten noch mit einer Kurzbeschreibung daneben, und ihr spürt schon die freudige Erwartung auf ein paar Stunden Lesespaß in euch aufsteigen. Während sich also das sachte Lächeln der Vorfreude auf euer Gesicht schleicht, klickt ihr auf den Link und wartet darauf1, dass die Seite angezeigt wird. Ihr seht schon vor euch, wie sie wohl aussehen könnte. Ein Logo der Welt vielleicht, dazu das Lächeln eines Avatars, der euch durch die Seite begleitet.
Eine Sekunde lang könnt ihr die Vorfreude genießen, dann brennt sich euch eine grell weiße Seite mit einem wohlvertrauten und gehassten Schriftzug in die Netzhaut:
> 404 — Site not found2
Das Gefühl wollte ich den Besuchern meiner Seiten ersparen3. Wenn ich also gemerkt habe, dass ich eine Seite nur noch sporadisch weiterbearbeiten würde, habe ich auf die Seite Links zu meinen anderen Seiten gesetzt, und sie im Netz gelassen.
Das habe ich nicht nur einmal gemacht, so dass inzwischen eine ganze Reihe alter Seiten von mir im Netz existiert, an denen ich nur noch von Zeit zu Zeit kleine Änderungen vornehme. Beispiele sind Magie in Rollenspielen, Ern, eine Fantasywelt, Gurps und Gnutella für Benutzer.
Die Seiten sind teilweise noch recht gut besucht (Magie in Rollenspielen hatte inzwischen z.B. über 13.000 Besucher, trotz des sehr spezifischen Themas), und Leute, die auf diese Seiten kommen, finden über die Links auf meine neuen Seiten.
Außerdem mögen Suchmaschinen sinnvoll vernetzte Seiten :)
2007 habe ich dann das Lied Infinite Hands geschrieben, frei lizensiert und ins Netz gestellt. Es erzählt einen Teil der Geschichte freier Software, und angefangen mit Youtube (dank geht an darkaptitude!) haben es Fans des Liedes in die verschiedensten Videoportale eingestellt.
Jetzt erinnert euch nochmal daran, dass Suchmaschinen sinnvoll vernetzte Seiten mögen.
Der Effekt ist, dass auch die alten Inhalte in Suchmaschienen besser bewertet werden und Besucher aller meiner Seiten die anderen Seiten finden können. Denn jeder Link auf meine Seiten, den irgendjemand irgendwo anklickt, ist ein eingehender Link, selbst dann, wenn er vor 5 Jahren in einem Forum geposted wurde.
Ein typisches Beispiel für einen alten Artikel, der sich weiterverbreitet hat, ist mein Text Konstruktive Kritik. Er steht noch auf meiner alten Seite und ist von weit vor 2005. Ich habe zwar auch eine neue Version davon auf meiner aktuellen Seite, aber die alte Version ist die meist gefundene und auch meistverlinkte.
Stellt euch einfach vor, wie viele Besucher (und zukünftige Verlinker!) ich verloren hätte, wenn ich den Link gebrochen hätte, dann wisst ihr, warum Links es wert sind, erhalten zu bleiben4.
Ihr wisst nie, welche von euren Seiten noch in 5 Jahren in Foren kursiert.
Wartet eine ganze Weile lang, denn trotz Downloadgeschwindigkeiten von inzwischen oft einem Megabyte pro Sekunde hat das Internet immernoch Latenzen von gut 300ms, durch dynamische Seiten und DNS Kaskaden noch verlängert. Dazu kommen diese toll aussehenden aber für die Wartezeit grausigen Seiten, bei denen jedes Designelement ein eigenes Bild ist, das der Browser dann auch nochmal anfragen muss. Eine Sekunde Wartezeit ist im Netz daher normal, zerbricht aber jeden Arbeitsfluss. Eine Sekunde ist lang, sehr lang. Um nicht bemerkbar zu sein, müsste die Verzögerung auf unter 30ms absinken (denkt daran, dass wir im Fernsehen bei unter 25 Frames das Ruckeln bemerken). Ich sollte allerdings dabei nicht unbedingt auf zu hohem Ross sitzen, schließlich haben meine eigenen Drupal-Seiten auch durchschnittliche Generierungszeiten von etwa 300-400ms pro Seite. Von Firmen, die viel Geld in ihre Seiten pumpen, erwarte ich allerdings deutlich bessere Leistung. ↩
Ich will damit nicht sagen, dass jede 404 Seite grell weiß und unangenehm ist. Im Gegenteil habe ich bereits einige tolle und kreative Vertreter der 404-Fraktion gesehen. Einmal entschuldigte sich sogar Marvin depressiv mit „ein Gehirn von der Größe eines Planeten, und sie schicken mich auf die Suche nach Webseiten“. Solche kreativen Seiten durchbrechen den Frust zumindest für einen Augenblick mit einem amüsierten Schmunzeln. Aber trotz allem bleibt der Frust, die Zielseite nicht erreicht zu haben. ↩
Außerdem war ich noch nie sehr angetan davon, einmal erschaffene Dinge wegzuwerfen – und viel zu sehr auf Neues fokussiert, um mich der Illusion hinzugeben, dass ich alle meine alten Inhalte in sinnvoller Zeit migrieren würde :) ↩
Meiner Meinung nach gibt es nur einen einzigen sinnvollen Grund, einen Link zu brechen: Domäne oder Webspace werden zu teuer. Ich zahle aktuell etwa 400€ im Jahr für Domains und Webspace zusammen, etwa soviel wie für unsere Internetverbindung und knapp an der Schmerzgrenze. ↩
Kurz zur Schwierigkeit von Esperanto:
Ich habe meine 4 in Französisch bekommen und es in der 11. abgewählt und bin froh darum. Letztens habe ich versucht ein Buch auf Französisch zu lesen, keine Chance. Obwohl ich die Story von "Alien 3" kenne, habe ich nach 10 Seiten aufgegeben.
Esperanto dagegen habe ich gelernt, indem ich mir den Herrn der Ringe Band 1: "La Kunularo de'l Ringo" (beim Esperanto Buchversand) gekauft und gelesen habe.
Anfangs habe ich nur jedes 10. Wort erraten können (und nicht nach einem Wörterbuch gegriffen), habe das aber einfach ignoriert und es mir im Kopf vorgelesen. Jetzt, nach einem halben Jahr, kann ich Esperanto. Ich kann es nicht so gut, dass ich wirklich fließend darin sprechen könnte, aber ich schreibe es fließend.
Die einzige Hilfe, die ich mir geholt habe, war ein winziges "Esperanto Wort für Wort" (nicht mal einen halben Zentimeter dick), um die Fragewörter (Kio=Was, Kiu=Wer, Kie=Wo, Kia=Auf welche Art, Kiel=Wie, Kiom=Wieviel, Kial=Warum) und die dazugehörigen Wörter (Tio=Das, Tiu=Diese/r, Tie=Dort, Tia=auf diese Art, Tiel=So, Tiom=Soviel, Tial=Darum; Nenio=Nichts, ich denke, ihr seht wie es weiter geht), die Prä- und Suffixe (Bsp: -ar=Ansammlung von: arbo=Baum, Arbaro=Wald; il=Werkzeug: Komputo=Rechnung, Komputilo=Computer; -ul=Person, eta=klein, etulo=Halbling) und ein paar andere Kleinigkeiten zu lernen (Bsp: lerni=lernen, lernanto=Lernender), mit dem bei Esperanto gerne halbe Sätze ersetzt werden.
Dieser Teil (wenn ich noch die Zeiten hinzufüge (Suffixe: -is=vergangenheit, -as=Gegenwart, -os=Zukunft, -us=Möglichkeit, ändert sich nicht) ) ersetzt das bald 200 Paragraphen starke Grammatikbuch, das uns in Englisch für nur eine Klassenstufe in die Hand gedrückt wurde.
Englisch fällt mir noch etwas leichter, ich denke häufig darin, wenn ich Forenbeiträge verfassen will, etc., so dass es für mich fast zweite Muttersprache geworden ist.
Bei meinen Freunden sieht das anders aus. Von 10 können höchstens 4 Englisch gut genug, um einen längeren Text auf Englisch zu lesen, von irgendwelchen Disclaimern, Juristischen Spitzfindigkeiten und ähnlichem Quatsch, dem man am Computer täglich begegnet, mal ganz abgesehen. Da wird halt einfach "OK" geklickt. Soviel zu Sicherheit an Computern.
Von 60 Leuten, die im Gymnasium auf meiner Stufe waren, können höchstens 40 Englische Texte wirklich verstehen, vom täglichen lockeren Umgang auch hier mal völlig abgesehen. Texte in Englisch zu verfassen fällt vielen davon immernoch extrem schwer.
Englisch erfüllt also in keinster Weise den Anspruch, den ich an eine Weltsprache stelle, obwohl es hier in jeder Schule gelehrt wird.
Damit hake ich das Thema Englisch als bessere Weltsprache ab. Als faktische Weltsprache genauso.
Wenn kaum die Hälfte der Jugendlichen Englisch versteht, obwohl alle es in der Schule gelernt haben (von Französisch gar nicht zu reden, das nicht mal die Leistungskursler gut beherrschen), kann es nicht Weltsprache sein.
> Der Vergleich ist ein Mensch, der in Europa lebt und 2 jahre Japanisch gelernt hat. Er schreibt regelmäßig (taglich 1?) seine e-mails an japanische Freunde in Kanji oder Hiragana, aber er wird so NIE das Herz einer Sprache erschließen.
Ich schreibe Gedichte, Geschichten und Lieder in Englisch, und ziehe Originalversionen von Englischen Büchern den Deutschen Übersetzungen bei weitem vor, vor allem die von C.J. Cherryh, die die Englische Sprache mit einer Sprachmelodie gebraucht, die ich vorher nie gesehen hatte.
Ob ich damit das "Herz" der Sprache erschlossen habe, kann ich nicht sagen. Vielleicht verstehe ich sie auch nur intuitiv, habe aber keinen Bezug dazu und denke bei Forenbeiträgen doch noch irgendwo in den Tiefen meines Hirns auf Deutsch, aber so tief drin, dass ich es gar nicht mehr merke. Vielleicht fehlt trotzdem noch was.
Ja und?
Ich will schließlich Esperanto nicht lernen, um es als einzige Sprache zu nutzen. Deswegen heißt es Zweitsprache.
Wenn du einen Englischen Text von mir als Beweis sehen willst, schau auf http://draketo.de vorbei, es sei denn, du kannst Science Fiction nicht tolerieren.
Bei Esperanto werde ich weit schneller da sein, wo ich in Englisch nach sieben Jahren Schulenglisch bin. Ich kann schon jetzt fast problemlos auf E-O denken (dann und wann mit Wortschatzproblemen), was bei Englisch viel länger gedauert hat.
Einen der größten Vorteile sehe ich bei Esperanto da, dass ich sehe, wie der Sprecher denkt. Die Sprache ist flexibel genug im Satzbau (was Englisch überhaupt nicht ist), dass ich deutlich merke, wenn der Autor eines Textes nicht aus Deutschland kommt, und es trotzdem verstehe, und dazu auch noch einen Teil seiner Denkweise erkenne.
> Sich gegen die Wucht der Wirklichkeit zu stemmen verursacht nur Reibung, aber es bewegt nichts in diese Richtung.
Hat man Galileo auch gesagt. Und ich weiß nicht, wie vielen andern noch. Was war mit den Gewerkschaften? Mit Demokratie? Mit dem Auto? (Das sich nach damaliger Lehrmeinung 'nie durchsetzen würde') Mit der Eisenbahn? (Als Anekdote: Zur Zeit ihrer Einführung ging der Glaube um, dass Geschwindigkeiten über der eines Pferdes den Kopf zum Platzen bringen würden), mit Frauenrechten (namhafte Professoren schrieben zu der Zeit, dass die Gehirne von Frauen Wissen gar nicht verarbeiten könnten und heiß laufen würden).
Heute wird es wieder gesagt. Es heißt jetzt aber "Sachzwang", und wird nicht nur genutzt um Neues zu verhindern, sondern sogar um bereits Bestehendes zu zerstören. Klingt besser als "das ist halt so", hat aber nicht mehr Inhalt.
Nur wer sich gegen die jetzige Wirklichkeit stellt, kann für die Zukunft etwas bewirken. Ansonsten können wir uns ja gleich auf der Toilette einschließen und nur noch "Bild" lesen.
Das Ergebnis des Stellens gegen die "Wirklichkeit" sind beispielsweise das Automobil, die Deutsch-Französische Freundschaft/Nicht-Feindschaft, die EU, der Euro, fast jeder neue Musikstil, und überhaupt die meisten revolutionären Erfindungen. Prinzipiell hieß es: Machen wir es anders!
Die Wirklichkeit war mal:
Ich würde es vorziehen, nicht in der heutigen "Wirklichkeit" dahin zu vegetieren.
> Englisch wird Weltsprache
Wie viele Chinesen willst du dafür bombardieren? Denk daran, dass Amerika das Land mit der höchsten Staatsverschuldung auf der gesamten Welt ist.
Am Ende bleibt vor allem noch, was dagegen steht.
Ein Punkt sind auf jeden Fall die Amerikanischen und Englischen Firmen. Solange Englisch faktisch von allen gesprochen werden sollte, aber nicht wird, haben englischsprachige Staaten und Firmen aus diesen Staaten einen großen wirtschaftlichen Vorteil, weil alle anderen die Sprache erst mühsam lernen müssen, also investieren müssen, wo sie eine gratis Resource haben.
Was außer dem schon Gesagten noch dafür spricht, sollen andere sagen.
Mi skribas tro, precipe en forumoj.
Do mi nun finas.
> Und nur aus Pseudo-Gerechtigkeit/Schadenfreude den Englisch-Muttersprachlern eine neue Sprache aufzudrücken "Damit Ihr auch mal fühlt, was wir durchmachen!", oder damit sie genauso "Hilflos" wie die Zweitsprachler sind und keinen "Vorteil" genießen - Das ist zynisch und absurd!
Es ist viel einfacher:
Englisch ist im Vergleich zu Esperanto verdammt schwer zu lernen.
Wenn 500 Millionen zum ersten Mal eine Zweitsprache lernen müssen, dafür aber 6 Milliarden es leichter haben (mehrere Jahre weniger brauchen) ist das eine einfache Kosten-Nutzen Rechnung.
Ein Jahr mehr Sprachenlernen für 500 Millionen, drei Jahre weniger für 6 Milliarden; oder für etwa 500 Millionen, wenn wir die aussparen, die noch keine Fremdsprachen, bzw. kein Englisch lernen.
Da ist es leicht auszurechnen, was effizienter ist.
Arne Babenhauserheide
-- 09.05.2003 --
-> Kommentar zu Aus einer 7500 km (gen osten) entfernten Perspektive betrachtet, einen Kommentar auf einen Artikel der Zeit.
@mathen: Ihre Aussage, dass Esperanto nicht geeignet ist, lässt einen Beleg vermissen. Stattdessen steht sie da einfach als Nebenbemerkung in den Raum geworfen - und das, obwohl im Artikel selbst steht, dass Deutsche "sogar nach offiziellen Untersuchungen der englischen Sprache nicht mächtig seien", also die Eignung von Englisch als internationaler doch sehr in Frage gestellt wird.
dafür, dass Esperanto sehr wohl geeignet ist
Klare, einfache Grammatik ohne Ausnahmen ¹
Sehr viel leichter zu lernen als z.B. Englisch
Wird seit über hundert Jahren praktisch für internationale Kommunikation genutzt (ja: deutlich mehr als Klingonisch - auch wenn mir schon Leute das Gegenteil erzählen wollten, ohne je auf einem Esperantokongress gewesen zu sein). Erweiterungen und Anpassungen geschehen genauso natürlich, wie bei Landessprachen.
Es ist neutral. Keine Nation hat wirtschaftliche Vorteile dadurch, dass ihre Landessprache für internationale Kommunikation genutzt wird - und keine hat Nachteile, weil alle wissenschaftlich Arbeitenden zusätzlich zu ihrem Fach eine ganz klar nichttriviale Sprache lernen müssen - selbst wenn sie vielleicht keinerlei Begabung für Sprachen haben.
Antworten auf einige typische Aussagen gegen Esperanto.
Die Grammatik z.B. ist auch für nicht-Europäer einfacher als jede andere nicht-eigene verbreitete Sprache. z.B. verwendet Esperanto nur schwache (äußere) Flexion, d.h. es werden nur Suffixe angehängt.
Bei Verben nur zeitlich und imperativ ("mi skribas" = "ich schreibe", "mi skribos" = "ich werde schreiben", "skribu!" = "schreibe!"). Dabei ändert sich nur das Verb.
Bei Substantiven gibt es nur den Akkusativ (mi skribas la verkon" = "Ich schreibe das Werk" (wen: Das Werk -> -n); "la verko estas bona" = "das Werk ist gut" (wer: Das Werk -> kein -n)).
Und das ist das gleiche Prinzip, das auch bei der Unterscheidung zwischen Substantiv, Verb und Adjektiv verwendet wird ("rakonti" = "erzählen", "rakonta" = "erzählend", "rakonto" = "Erzählung").
Was daher ein Chinese lernen muss: "OK, ich sage nicht 'hierau mi iras', sondern 'hierau mir iris'". D.h. Wortzusammensetzungen ohne Änderung des Wortstammes (die Chinesen gut kennen) werden nicht nur für die Bedeutung, sondern auch für die Zeit genutzt.
Kurz: Ein Prinzip, das konsistent und ohne Ausnahmen genutzt wird. Und im Gegensatz zu natürlichen Sprachen kann die gesamte Grammatik schnell gelernt werden.
Vergleichen wir das mal kurz mit Verben im Englischen (mit Deutsch fange ich gar nicht erst an :) ):
"I read" = "ich lese", I read = "ich las", get, got, I was given, we were given, I eat, I ate, I had eaten, I was eating, I walk, I walked, ...
Im Vergleich zu Englisch (und auch Deutsch, Französisch, Spanisch und Chinesisch) ist Esperanto damit neutral. Ein nicht-Europäer braucht zwar etwas länger als ein Europäer, aber er ist immernoch sehr viel besser dran als mit jeder europäischen Sprache. Und Chinesisch mag zwar von der Grammatik leicht sein, aber die Schrift macht es für Europäer wieder schwer zu lernen.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich mag Englisch als Sprache, und ich lese Bücher aus England/Amerika meist lieber im englischen Original (seit ich in der 11. Klasse die amerikanische Bibliothek nahe unserer Schule entdeckt hatte erst recht). Aber für internationale Kommunikation finde ich sie im Vergleich mit Esperanto nicht gerade sinnvoll. Zu komplex, zu komplizierte Ausspracheregeln (read vs. read - lesen vs. las), uvm. Mag natürlich daran liegen, dass ich Esperanto kenne und daher weiß, wie einfach und konsistent eine Sprache sein kann.
Das Akkusativ-N hat in Esperanto einen sehr einfachen Grund: Es ermöglicht einen viel freieren Satzbau, so dass Sprecher den Satzbau nutzen können, den sie aus ihrer Muttersprache kennen (und in dem sie denken = leichter). Durch das Akkusativ-N sind auch unterschiedliche Arten des Satzbaus eindeutig, so dass "mi legas la bonan libron", "la bonan libron mi legas", "la libron bonan legas mi" und "mi la bonan libron legas" alle leicht zu verstehen sind und das gleiche bedeuten.
Es gab bereits einmal eine Amerikanische Lobby, die das Akkussativ-N entfernen wollte. Das Ergebnis war "ido", das im Gegensatz zu Esperanto kaum genutzt wird. Esperanto blieb bestehen. Eine Chinesische Lobby würde recht wahrscheinlich genauso wenig bewirken.
Nebenbei: Ein Suffix für den Akkusativ wird z.B. im Türkischen verwendet (für den bestimmten Akkussativ).
Dass sich (abgesehen von den 18 Grammatikartikeln) auch Esperanto immer etwas verändert und jede Gruppe von Nutzern es mitformt, ist allerdings etwas Gutes. Auf die Art wird Esperanto immer weiter auf internationale Kommunikation optimiert (denn dafür wird sie genutzt). Und das ist etwas, das keine Nationalsprache jemals leisten kann (weil die Nationalsprecher die Sprachentwicklung dominieren).
Zu "natürliche Sprache akzeptieren": Wissenschaftler nutzen oft nicht "Englisch", sondern "broken english" - teils unverständlich und mit kaputter und uneinheitlicher Grammatik.
Also läuft "aber Englisch ist natürlich und daher besser", wenn es zu Ende gedacht wird, nur darauf hinaus zu sagen "Gut, es ist schlecht für fast alle, aber ich glaube an natürliche Sprachen".
Dass das „starke Fundament“ einer Nationalsprache nichts bringt merkt man doch schon daran, dass das Wissenschaftsenglisch zurecht als „broken english“ bezeichnet wird und ein Chinese, der Englisch spricht, für Deutsche oft kaum verständlich ist, selbst bei gleichem Fachgebiet.
Esperantisten aus verschiedenen Ländern verstehen sich dagegen gut.
Das „starke Fundament der natürlichen Sprache“ ist daher auch nur ein Glaubenssatz und wird bereits von der Erfahrung widerlegt. Vielmehr lernt bei natürlichen (und sehr komplexen) Sprachen jeder Fremdsprachler einen anderen Bruchteil der Sprache und fügt eigenes an, so dass in der Praxis viele potenziell inkompatible, reduzierte Sprachen entstehen.
Ich nutze nun das Mikrobezahlsystem Flattr (video). In Flattr zahlt jeder Flattrer einen festen monatlichen Betrag (flatrate), der dann an die Schöpferinnen der Inhalte verteilt wird, bei denen er im jeweiligen Monat auf den Flattr-Knopf gedrückt hat.
Von PiHalbe und auf 1w6.org gibt es dazu bereits eine schöne Beschreibung und infos zu Flattr mit freien Lizenzen oder creativecommons-Lizenzen, so dass ich die Informationen über das System darauf beschränke, warum ich es unterstützen will und was seine großen Vorteile sind:
Ich finde Flattr unterstützenswert, weil ich für gute Inhalte im Netz der Autorin des Inhaltes etwas für seine Arbeit geben will. Flattr macht das sehr einfach. Und gerade für frei lizensierte Inhalte, die jede gratis weiternutzen kann (fast alles auf meiner Seite), ist das Konzept sehr sinnvoll; und sei es nur um die Kosten für den Server zu decken: „Wenn dir gefällt, was wir machen, dann flattr uns doch.“
Die großen Vorteile von Flattr sind dabei, dass durch den Zwischenschritt über die Flatrate PayPal-Gebühren gespart werden und gleichzeitig das Drücken eines Flattr-Knopfes die Nutzerin kein Geld kostet. Das Geld geht am Monats-Anfang ab und das flattrn von Inhalten legt nur fest, an welche Leute es verteilt werden soll. Die Hemmschwelle, einen Flattr-Knopf zu drücken, ist also minimal.
Flattr ist zur Zeit in Beta, so dass man eingeladen werden muss, um mitzumachen. Ich habe noch zwei weitere. Wenn eine davon wollt, schreibt einfach einen Kommentar :) (ihr könnt nach der Anmeldung selbst drei vergeben).
Sobald ihr eine Einladung habt, geht einfach auf flattr.com/register, gebt euren invite-code ein und ladet etwas Geld auf euren Flattr-Account. Ab da könnt ihr dann flattrn und auch auf euren Seiten Flattr nutzen.
Wie es mit Flattr weitergeht, kann ich noch nicht vorhersagen. Ich hoffe aber, dass es sich in der Netzgemeinde etabliert, weil so alternative Strukturen endlich wieder finanzierbar werden, so dass Leute in Vollzeit daran arbeiten können, unsere Gesellschaft im Sinne der Bevölkerung zu verbessern und nicht mehr nur Lobbyisten der Großunternehmen professionell arbeiten können.1
Und wer weiß, vielleicht schaust du ja dann und wann hier vorbei und flattrst einen Beitrag, der dir etwas gegeben hat :)
Wer mehr infos zur in Deutschland legendär schlechten Finanzierung der alternativen Szene will (und zu den Schäden, die dadurch verursacht werden), sollte das Interview von Chaosradio Express zu FoeBuD hören. Es ist lang, aber die Zeit wert, und es regt zum Denken an. ↩
Wie oft werden Anfänger in Foren fertiggemacht, weil ihre Idee nicht ganz neu ist? Wie oft hören sie wieder auf, weil ihnen gesagt wird, dass ihre Idee Blödsinn sei? Wie oft polieren alt Eingesessene ihr Ego damit, junge Gesichter zu schikanieren, um selbst nicht schlecht dazustehen? Was hätte H.P Lovecraft gemacht, wenn ihn seine Freunde nicht ständig gedrängt hätten, seine Geschichten zu schreiben?
Das hier ist eine Antwort, die ich in einem Forum geschrieben habe (Ich war nicht der Kritisierte).
Der beantwortete Beitrag:
willst du jetzt feedback oder nicht?
wenn du nur antworten möchtest die
DIR gefallen, dann solltest du angeben
wie diese antworten ausfallen sollten.
Meine Antwort:
Es gibt einen Unterschied zwischen KONSTRUKTIVER Kritik, die den Kritisierten weiterführt, und GEMECKER.
Konstruktive Kritik zeichnet sich dadurch aus, dass sie
Gemecker dagegen bedeutet, dass man nur auf Fehlern des anderen rumreitet, statt Fragen zu stellen, wie
"Wenn für Laser nicht genug Energie zur Verfügung steht, für Raumschiffe aber schon, haben die Raumschiffe dann vielleicht eine andere Energiequelle? Nutzen sie vielleicht schwarze Löcher im Miniaturformat (so groß wie drei Hochhäuser vielleicht), über die sie Gravitationsenergie zum Antrieb bündeln können, allerdings nur mit Hilfe von [Name eines Minerals einsetzen], mit dem die Hülle des Reaktors verkleidet werden muss und das das Schwarze Loch innen hält?"
Natürlich bringt das wieder auf den Gedanken, was für andere Wirkungen es hat, usw. Vielleicht gibt es ja auch Subraumenergie, die durch bestimmte Felder genutzt werden kann (winzige Subraumportale, die sich durch die Subenergie weiten), aber leider zu riskant ist für Kleinwaffen.
Konstruktive Kritik kann aber auch kürzer sein, wie:
"Kann man die Energiequellen für Raumschiffe nicht genügend verkleinern (vielleicht die Dämpfungsfelder), wenn ja, warum?"
Natürlich bin auch ich nicht der perfekte "Konstruktive Kritiker" und ich habe weder Bücher darüber geschrieben, noch Studiengänge darüber gehalten oder einen Lehrgang gemacht. Ich schaue nur, was passiert und habe dabei gemerkt, dass Kritik immer zu Antworten führen sollte, die davor noch nicht da waren. Vielleicht muss das Konzept überworfen werden, weil es unsinnig ist, aber dann sollten alternative Ideen oder Anregungen da sein. An der Grundidee rumzumeckern bringt so gut wie nie was.
Raumschiff Enterprise (nicht mein Favorit, aber erfolgreich) ist ja wohl auch nicht allzu realistisch, bzw. war es nicht, bevor die Fans mit konstruktiver Kritik begonnen haben, und "The Worm Ouroboros" schert sich um Realismus gerade mal so weit, dass es oben in der Luft kälter ist als unten und Schiffe meistens auf dem Wasser fahren, Mittelerde ist klimatisch gesehen Blödsinn und die Realität ist wirtschaftlich total ineffizient und wäre von intelligenten Menschen sicher nie so erschaffen worden, also Vorsicht mit kurzsichtigem Gemecker.
Diese Nachricht hier qualifiziert sich leider nicht wirklich als Konstruktive Kritik. Dafür mecker ich selbst zuviel.
PS: Für die Zeiten, wenn Moderation anstrengend wird, könnte auch der (englische) Beitrag on forums and trolls nützlich sein.
PPS: Das soll nicht heißen, dass jemand nichts sagen darf, wenn er ein Problem sieht, aber keine Lösung weiß. In dem Fall sollte er einfach etwas sagen wie „Ich weiß aber aktuell auch nicht, wie es besser gehen könnte“ und damit zeigen, dass er sich auf das Werk eingelassen hat.
Meine Wunschkoalition: Grüne-Linke-Piraten (roter Totenkopf auf grünem Grund? :) )
Das für ist aber nicht das das einzig wichtige. Genauso wichtig ist mir, was mit den Parteien NICHT geht:
Grüne: Das geht nicht: Mehr Atomkraft, stärkere Umweltzerstörung (halten Piraten und Linke davon ab) und fehlende Gleichberechtigung (da sind die Piraten gefährlich: Eine Männerpartei, die sagt, dass wir Gleichberechtigung bereits erreicht haben…).
Linke: Das geht nicht: Weniger Geld für Hartz-IV Empfänger und weiterer Sozialkahlschlag (halten die Grünen und die Piraten davon ab).
Piraten: Das geht nicht: Mehr Überwachung (da sind die Grünen wegen Rauchverboten und Angst vor Computerspielen nicht ganz ungefährlich – manche fallen auf EU-Gelaber rein, nach dem wir denunzieren müssen, um das Rauchverbot durchzusetzen), Verringerter Datenschutz (da habe ich Sorgen bei der Linken).
Effektiv wäre daher für mich eine Koalition der drei Kleinparteien ideal, bei der jede der Parteien ihr Kernthema verteidigt und den anderen bei dem Rest freie Hand lässt. Sie müssen nur sehen, wo sie Ahnung haben, und einsehen wo andere definitiv mehr Ahnung haben :)
Ich habe mich entscheiden Grün zu wählen (und es gerade getan*).
Es war keine ganz leichte Entscheidung zwischen Grün und der Piratenpartei, doch am Ende hat der Wikipedia-Artikel über die Grünen den Ausschlag gegeben (3 Stunden vor Wahlschluss war die Webseite der Grünen nicht erreichbar). Denn da steht, dass die Grünen sich gegen Vorratsdatenspeicherung und für Open Source/Freie Software einsetzen**.
In der Europawahl tritt außerdem mit Jan Philipp Albrecht ein Kandidat an, der sich klar für eine Kulturflatrate und gegen Zensur ausgesprochen hat.
Also stehen sie nicht nur für Ökologie, Geschlechtergleichheit und nachhaltiges Denken ein, sondern auch für Freiheit im Netz und freie Software. Und damit finde ich mich bei ihnen sehr gut wieder.
Das einzige war ich mir noch wünschen würde, ist ein Eintreten für Esperanto als europäischer Zweitsprache. Aber wenn ich mich entscheiden muss (und das muss ich, denn es ist Wahl), wähle ich eher freie Software, ein freies Netz und nachhaltiges Handeln als Esperanto, denn ein freies Netz und nachhaltiges Handeln sind eine Vorbedingung dafür, dass Esperanto gesellschaftlich etwas bewirken kann.
* Auch wenn ihr das dank geheimem Wahlrecht logischerweise nicht prüfen könnt..
** Und ich habe letzte Woche gesehen, dass Claudia Roth Managerin von Ton Steine Scherben war :) .
„Wenn es Menschen besser geht und sie ihre Motivation behalten, dann geht es auch der Wirtschaft besser, und der Gesellschaft sowieso.“
Grundthesen:
Engagierte Mitarbeiter entstehen nicht aus dem Nichts.
Ein engagierter Mitarbeitet ist wertvoller als zwei lethargische.
Persönliches Engagement ist empfindlich. Mobbing und uneinsichtige Chefs, sowie übermäßiger Stress und Angst um den Arbeitsplatz zerstören es leicht.
Engagement erzeugt oft Angst bei unengagierten Mitarbeitern. Solange die Angst besteht, kann sich das Engagement nicht richtig entfalten. Daher muss auch unengagierten Mitarbeitern die Angst genommen werden (Aber es muss verhindert werden, dass sie auf andere Art das Engagement der Anderen zerstören).
Engagement erzeugt auch oft Neid. Um den zu verhindern, müssen alle die Chance zum persönlichen Engagement haben und Belohnungen dürfen nicht überproportional ausfallen.
Hürden, die durch Engagement und persönliche Anstrengung nicht zu überwinden sind, schwächen das Engagement => Weniger Bürokratie für Arbeitnehmer.
Hürden, die durch Engagement zu überwinden sind, stärken es, solange sie nicht so hoch sind, dass sie nur frustrieren und nicht ständig auftreten, also nicht Routine werden (Es ist auch mal Zeit für die Ernte). => Weniger Bewerbungsadressen vom Arbeitsamt, dafür vorsortierte und ein paar Wunsch-/Traumjobs, die nicht sehr wahrscheinlich, aber möglich sind (sollten sie erreicht werden, steigt das Engagement enorm).
Frustration bremst das Engagement Jeder Mensch hat eine andere Frustrationsschwelle. Zu leichter Erfolg schwächt das Engagement => Angemessene, schwierige Aufgaben.
Das Konzept der psychosozialen Wirtschaftsförderung zielt darauf ab, persönliches Engagement in allen Bereichen zu fördern, und alle Menschen zu befähigen, über ihren eigenen Horizont zu blicken, sei es im Betrieb, in der Politik, in der Schule oder privat. Dazu wird in allen Ebenen gearbeitet, so dass keine Blockaden in einem Bereich alle anderen Bereiche hemmen.
Erfolg muss sich auszahlen, darf aber nie Routine werden.
Engagement darf nicht verlangt, sollte aber gefördert werden.
Persönliche Probleme schwächen das Engagement, daher müssen Betriebe auf ihre Mitarbeiter eingehen.
Fehlende Privatsphäre erzeugt Angst und Stress, daher darf das Engagement nicht übermäßig überwacht werden, und den Mitarbeitern muss der Freiraum gegeben werden, auf persönliche Unterstützung im Betrieb einzugehen (Mit Begründung, um den Unterstützenden nicht ständig zu frustrieren).
Zusatz: Eine Gesellschaft muss darauf abzielen, allen ihren Mitgliedern Herausforderungen dort zu bieten, wo sie der Gesellschaft förderlich sind und das persönliche Engagement stärken. Jedes Mitglied einer Gesellschaft muss das Gefühl haben, dass sein Wirken einen Sinn hat, und dass seine Arbeit sinnvoll ist. Außerdem muss jeder die Möglichkeit haben, Erfolge zu erleben.
– Arne Babenhauserheide ( http://draketo.de )
Es wird viel gesprochen von Zivilcourage, doch was sie wirklich bedeutet und wann sie wirklich funktioniert wird selten gesagt.
Da auch ich keine vollständige Antwort darauf liefern kann, will ich einfach eine Geschichte darüber erzählen, die mir sehr viel bedeutet:
Es war an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz, zwischen Annemasse und Genf, und wir waren gerade auf der zweiten Demonstration gegen den WTO-Kongress in Evian 2003. Nachdem bei der ersten Demo die Straßenzüge noch verbarrikadiert gewesen waren, statt Schaufenstern nur vorgenagelte Bretter unseren Weg begleiteten, während wir mit Samba Trommlern und viel guter Laune durch die Straßen liefen und in mehrtausendfachem Beispiel unser Motto zeigten: "Wir sind keine Barbaren, die Barbaren sind die Anderen", waren bereits bei unserer zweiten Demo die meisten Fenster offen, und Menschen warfen uns Getränke vom Balkon aus zu und feuerten uns an; beides Gaben, die wir mit Freude annahmen und für die wir uns mit Begeisterung bedankten.
In dieser zweiten Demo ging es nun über zweifach dreispurige Straßen, die von Demonstranten gefüllt waren, doch es kam auch hier, was so oft geschieht: Der schwarze Block formierte sich. Leute zogen sich schwarze Masken über den Kopf, hoben schwarze Banner, um sich dahinter verstecken zu können, und versuchten unsere friedliche Demo zu nutzen, um Gewaltexzesse zu feiern.
Wir waren anfangs hinter ihnen, ich war in einer Gruppe von fünf Freunden unterwegs und wir hatten schon zusammen im Intergalaktischen Dorf gecampt, also wollten wir zusammenbleiben.
Als der Block dann auf eine Tankstelle losging und sie besetzte um zu randalieren, wirde es uns zu nervig (schließlich hätten wir direkt an ihnen vorbei gemusst) und wir wechselten die Straßenseite, wie es auch viele vor uns schon getan hatten. Von der Seite aus kamen wir am Schwarzen Block vorbei, ich mit 5 Freunden und darum noch hunderte anderer Demonstranten, denen die Abneigung gegen den Schwarzen Block ins Gesicht geschrieben stand. Doch niemand sagte ein Wort, zumindest kein lautes.
Irgendwann hat uns der Schwarze Block dann zu sehr genervt, und wir dachten: "Irgendwer muss doch was dagegen unternehmen". Und da nun um uns herum alle nur französisch sprachen, entschlossen ein Anderer aus der Gruppe, Thomas, und ich uns, selbst etwas zu unternehmen.
Es gingen ein paar Minuten ins Land, bis wir aus unserem verstaubten Schulfranzösisch zusammengesucht hatten, dass "Nein zur Gewalt!" auf französisch in etwa "Non à la violence!" heißt.
Die Grenzen unseres Französischen hatten wir schon ein ganzes Stück früher beid em Versuch erkannt, den Leuten "Stop and Go" beizubringen. Das ist eine Methode um Demos etwas aufzulockern und Dynamik in die Menge zu bringen, wobei ein Teil der Demo stehen bleibt, wartet, bis sich eine breite Lücke gebildet hat (was am besten geht, wenn jemand den Weg mit breiten Transparenten blockiert), dann von 10 auf Null zählt und danach jubelnd und rufend die freie Strecke rennt. Den Namen hat es davon, dass während dem Warten zwei oder mehrere mehr oder weniger verrückte Spinner vor den Wartenden auf und ab hüpfen, dabei "Stop and Go!" rufen und hoffen, dass alle Anderen mitmachen. Und schon bei der Erklärung von "Stop and Go" hatten wir ohne Übersetzer keinerlei Chancen gehabt, etwas anderes zu vermitteln als: "Wir würden euch gerne was sagen, aber unser französisch ist viel zu grausig, um damit mehr als nur einfachste Floskeln rüberzubringen"; bei unserem "Non à la violence!" hofften wir aber doch, dass uns die Leute verstehen würden, egal wie kaputt die Grammatik vielleicht war.
Ich holte also da auf der Straßenseite, neben der Seite des Schwarzen Blocks, wo die Leute teilweise Baseballschläger, Flaschen und Steine in den Händen hielten, tief Luft, ich glaube ungefähr drei mal oder so, dann brüllte ich ein lautes "Non à la violence!" in die Landschaft.
Mein zweiter Ruf war schon ein gutes Stück leiser, und ich hatte schon nervös zum Schwarzen Block gelinst, aber zum Glück setzte Thomas mit ein und mein dritter Ruf erscholl wieder mit voller Kraft, und zugleich setzten auch die anderen Vier ein, mit denen wir hier waren.
Es dauerte keine zwei Minuten, da ließ jeder in Hörreichweite auf unserer Seite sein lautes "Non à la violence!" über die Straße schallen, nach kaum fünf Minuten kamen schon neue Sprechchöre zurück, die wir einen Tag darauf endlich als die französische Fassung von "Masken runter, Augen auf!" erkannten, und nach 15 Minuten gab es keinen schwarzen Block mehr.
Ein unbeschreibliches Gefühl.
Es hatte nur eines einzelnen Menschen bedurft, der anfing, einigen wenigen, die gleich mit einsetzten, und nach einer viertel Stunde war erreicht, was ansonsten oft erst nach stundenlangen Stressereien zwischen der Polizei und gewaltbereiten Leuten geschieht:
Der schwarze Block war aufgelöst, und bei uns geschah es gewaltfrei.
Ein großes Lob geht dabei im übrigen an die Polizei, die sich komplett herausgehalten hat, so dass wir Demointerne Sachen selbst regeln konnten, und zwar selbst dann noch, als Randalierer auf die Tankstelle losgingen, denn damit hat die Polizei schlimmere Ausschreitungen verhindern können, was ich von ihnen verdammt mutig fand.
Für mich ist das noch immer einer der großen Augenblicke meines Lebens, denn mit diesem ersten Ruf habe ich wirklich etwas bewegt, auch wenn ich ohne Freunde dabei wohl kaum den Mut dazu gefunden hätte, und so hat sich durch diese Erfahrung eines tief in mein Gedächtnis gegraben:
Es geht.
Zivilcourage funktioniert. Zumindest unter den richtigen Vorraussetzungen.
Ein großes Danke an Jacob, Thomas, Lia, Flora und Lina, und an alle, die bei der Demo und im Intergalaktischen Dorf in Annemasse dabei waren. Ein großer Dank dafür, dass ich das für mich lernen durfte!
Ihr seid klasse!
Arne Babenhauserheide ( http://draketo.de )
"Geistiges Eigentum" und die Frage nach dem Sinn des Urheberrechtes ist ein verdammt schwieriges Thema - ich will trotzdem versuchen, es hier in einfachen Begriffen und Beispielen konstruktiv zu beleuchten, und dabei (fälschlicherweise) einfach scheinende Schwarz-Weiß-Lösungen zu vermeiden.
Die Schwierigkeiten, denen wir uns stellen müssen, fangen schon damit an, dass der Begriff "Geistiges Eigentum" irreführend ist.
"Eigentum" enthält nämlich die Implikation, dass dir etwas weggenommen werden kann, das du danach nicht mehr hast, was bei kopierbaren Werken nicht der Fall ist.
Um das Risiko zu vermeiden, ist es sinnvoller, sie als das zu benennen, was sie sind, nämlich staatlich garantierte Monopolrechte: Ohne deine Erlaubnis, darf niemand anderes die von dir geschaffenen Werke besitzen - unabhängig davon, was mit deiner eigenen Version passiert.
Dann ist es nämlich auch leichter mit weniger emotionalem Ballast danach zu fragen, warum es geistige Monopolrechte gibt, und zwar mit Zielen und Wegen zum Ziel. Ein Versuch:
Ziele:
Das Ziel des einzelnen Kreativen alleine ließe sich erfüllen, indem alle Bürger ihm all ihr Geld geben müssen und dafür seine Werke nutzen dürfen.
Das Ziel eines Bürgers alleine ließe sich erfüllen, indem wir alle Kreativen versklaven und zwingen, bei Wasser und Brot immer neue Werke zu schaffen.
Wenn wir aber die Ziele vereinen wollen (gesellschaftlicher Kompromiss), müssen wir eine andere Möglichkeit wählen.
Die aktuell gewählte Möglichkeit ist, dass der Staat dem Kreativen mit dem Urheberrecht eine rechtliche Kontrolle über die Waren der Bürger erlaubt (ich darf ein Buch nicht kopieren, obwohl ich es als physikalisches Werk von dir gekauft habe => Monopolrecht).
Wie weit diese Rechte gehen sollen, muss aber immer wieder daran geprüft werden, was gesellschaftlich sinnvoll ist, denn es ist eben kein natürliches Recht, sondern ein vom Staat für einen bestimmten Zweck geschaffenes Gesetz.
Das Ziel, an dem ich selbst die Gesetze messe ist: Möglichst viele für Bürger zugängliche kreative Werke, die auf die Bürger zugeschnitten sind.
Dafür müssen die Kreativen Geld bekommen und die Bürger müssen die Werke nutzen können, und irgendwie müssen die Werke von Kreativen zu den anderen Bürgern kommen.
Ein paar Möglichkeiten dafür (mit Kommentaren):
Wie genau dabei das Gleichgewicht von Urheberrechten und Nutzerrechten ist, muss aber immer wieder an die gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst werden.
Früher z.B. waren die Kosten, um ein Werk an den Kunden zu bekommen, viel höher als heute. Wenn jemand ein Buch geklaut hat, hatte dadurch jemand anders weniger Geld, und alleine die Produktion der physischen Trägermedien hat so viel gekostet, dass vom normalen Budget eines Bürgers nur eine gewisse Menge an Werken finanzierbar war. Wenn dann einer ein Buch ausgeliehen hat, war gleich viel Geld weg, und die meisten Leute haben sich nur besorgt, was sie wirklich wollten.
D.h. deine Kunden waren meist auch deine Fans, denn für andere Leute hat es sich nicht gelohnt, den Bezugsweg zusätzlich zu bezahlen.
Heute dagegen sind diese Kosten massiv gesunken. Alles was sich digital verteilen lässt, kann fast kostenlos verbreitet werden, so dass die Anzahl der Werke, die sich pro Monat von einem normalen Einkommen genießen lassen, fast nur noch von der Aufnahmefähigkeit (=Lesegeschwindigkeit, Hörgeschwindigkeit, ...) abhängt. Daher besorgen sich Leute jetzt auch viel eher mal was, um es einfach mal anzutesten, und es ist technisch möglich, jedem Zugriff auf so viele kulturelle Güter zu geben, wie er verarbeiten kann.
Entsprechend ist das System "jeder Nutzer muss so viel zahlen, dass der Künstler davon leben könnte, wenn der Großteil seiner Fans das Werk kaufen würde" nicht mehr aktuell, denn der Kreis der Konsumenten ist viel größer geworden als der Kreis der Fans.
Das Zitat zeigt auch gleich, warum ich stark für den ersten Ansatz bin: Einzelnutzungsabrechungen sind ein massiver Eingriff in die Privatsphäre (niemand muss wissen, wann ich Subway to Sally höre). Und da Fans ein starkes Interesse daran haben, dass ihre Lieblingskünstler weiterhin neues schaffen, haben sie auch ein Interesse daran, dass die Künstler genug Geld verdienen, um davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, so dass die absolute Kontrolle, die für den zweiten Ansatz nötig ist (auch wenn es nicht unbedingt bis zur Messung der unterbewussten Körpersignale gehen muss :) ) keinen relevanten zusätzlichen Nutzen bringen, dafür aber viel Schaden anrichten würde.
Und durch die heutige Vernetzung und immer einfachere Möglichkeiten, kleine Beträge mit wenig Aufwand zu bezahlen, können wir von der technischen Seite her Kreative und Fans so stark vernetzen, dass die Kreativen davon leben können, dass ihre Fans wollen, dass sie weitermachen. Dafür ist es nötig, dass immer mehr Fans sich dieser Rolle bewusst werden. Das ist dann allerdings ein sozialer Aspekt, den am Besten die Künstler selbst angehen können.
Für viele Künstler wird wohl die Kontrolle über ihre Werke weiterhin ein wichtiger Teil ihres Einkommens sein - sie muss aber nicht der einzige sein, und sie muss nicht den gleichen Stellenwert behalten, den sie heute hat. Und gewisse Monopolrechte über die selbstgeschaffenen Werke zu haben ist ein Vorrecht, das hilft, allen Bürgern eine Höchstmenge an kulturellen Erfahrungen zu ermöglichen. Solange die Monopolrechte dieses Ziel erfüllen, sind sie sinnvoll.
Wie freie Software zeigt, können diese Vorrechte dabei auch genutzt werden, um bestimmte soziale Rechte abzusichern (das ist es, wofür ich sie aktuell hauptsächlich nutze) und so eine von den jeweiligen Kreativen geteilte Gesellschaftsvision zu fördern, z.B. eine Gesellschaft, in der die geschaffenen Werke jedem direkt zugänglich sind und von jedem verändert werden können (was ich als Kind gelernt habe, will ich meinen Kindern und ihren Freunden beibringen dürfen), und in der Künstler trotzdem von ihrem Schaffen (gut) leben können.
...
Ich hoffe, ich habe dich jetzt gerade nicht völlig verschreckt :)
Ich mache mir viele Gedanken über das Thema und die gesellschaftlichen Auswirkungen des Urheberrechts, und entsprechend gehört für mich zu dem Thema v.a. ein Blick auf die Hintergründe, warum und unter welchen Umständen das Urheberrecht gesellschaftlich sinnvoll ist.
Und jetzt siehst du auch nochmal, warum ich meine Kommentare ab einer bestimmten Länge auch auf meine eigene Webseite übernehme: Sie nehmen zu gerne mal Artikellänge an ;)
Diesen hier habe ich in einer Diskussion zur GEZ bei PiHalbe geschrieben.
Update: Durch Flattr ist heute eine extrem einfache Förderung von freien Künstlern möglich, ohne dass dafür die Plattenfirmen etwas dazulernen müssen. Es müssen sich nur Fans und Kunstschaffende entscheiden, Flattr zu nutzen. Und viele tun das bereits. Ein großes Beispiel ist die taz: Eine überregionale, unabhängige Tageszeitung.
Hier sammle ich meine Anfragen, Leserbriefe und Kommentare (damit die nicht einfach irgendwo verschwinden, sondern weiterhin zur Verfügung stehen und gefunden werden können).
Der Link zum Originalartikel steht prinzipiell darüber (solange ich es nicht vergesse).
Viel Spaß beim Lesen!
→ zu einem Kommentar zu Alice und die Mädels in der taz.
@Elisabeth: Wäre schön, wenn das Geschlecht heute wirklich so wenig Einfluss hätte.
~23% weniger Lohn für Frauen sind aber auch isoliert betrachtet ein nicht kleinzuredender Batzen.
Seit Schwarzer in Bild ist nur leider klar, dass sie nichts mehr zum Besseren bewegen kann, sonst hätte die Bild sie kaum reingenommen.
-> geschrieben in dem Blogbeitrag über eine unberechtigte Festnahme Freiheit statt Angst oder Angst statt Freiheit.
Bis ich deinen Bericht gelesen habe, hätte ich nicht gedacht, dass mir sowas passieren kann, obwohl es mir schon einmal passiert ist, dass ich auf dem nächtlichen Rückweg nach Hause von Polizisten angehalten und mein Rucksack durchsucht wurde (lange Haare und Gitarre...), und danach bei jedem Abendspaziergang meine Sorge unterdrücken musste, dass das nochmal passieren könnte (ich gehe seitdem deutlich seltener raus).
Nachdem ich bei dir gelesen habe, zu was sich so etwas auf einer Demo schnell entwickeln könnte, sehe ich das deutlich kritischer.
Jeder Übergriff durch Polizisten ist ein Gewaltakt (zu dem der Staat allerdings das Recht hat, solange er sich an die Gesetze hält). Jeder Übergriff trotz völlig richtigem Verhalten ist ein Vertrauensbruch, der eigentlich niemals vorkommen dürfte und deshalb meiner Meinung nach gravierende Folgen für die Verantwortlichen haben müsste.
Wenn ich deinen Bericht richtig lese, hast du völlig auf den heutigen Rechtsstaat vertraut, und die Polizei hat dein Vertrauen mit psychologischer Gewalt (Freiheitsentzug) gebrochen.
@Denis und alle, die Markus selbst oder andere als die Polizei für den Vorfall verantwortlich machen wollen oder den massiven Eingriff in seine Rechte kleinreden: Er hat Polizisten vertraut, was in einem Rechtsstaat kein Fehler sein darf, und er hat einem Polizisten sein Werkzeug gezeigt, obwohl es vermutlich nie gefunden worden wäre. Stärker nach dem Recht kann man in der Situation nicht handeln!
Und Freiheitsentzug zusammen mit Ungewissheit ist schrecklich! Dazu Alleinsein in einer Zelle mit all den Ängsten, was passieren könnte.
Natürlich ist das nichts im Vergleich zu einem Gefängnis in einem Dritte-Welt-Land, aber den Vergleich anzustellen ist das gleiche, als würdet ihr sagen, dass wir uns nicht über verschimmeltes Essen im Supermarktregal beschweren sollten, weil es ja Leute gibt, die gar kein Essen haben. Die Aussage ist der Weg zum niedrigsten Standard für alle und damit schlicht und einfach dumm.
Wir haben hier eine Polizei, die den Gesetzen verpflichtet ist - das ist es, was der Begriff Rechtsstaat bedeutet. Unser Rechtssystem funktioniert allerdings nur, weil ein Großteil der Menschen der Polizei vertraut. Solche unberechtigten Grundrechtseingriffe zerstören aber dieses Vertrauen und damit die Grundlage auf der unser Staat funktionieren kann (ohne ein Vielfaches an Polizei einstellen zu müssen und jeden Bürger als Verbrecher zu behandeln).
Und ja: Die beteiligten Polizisten haben einen ganz klaren Fehler gemacht. Der Polizist, der gesagt hat, dass das kein Problem würde, hätte Verantwortung für seine Aussage übernehmen und Markus zur Not bis in die Zelle begleiten müssen. Er hat ein Versprechen gegeben, und als er gemerkt hat, dass er das Versprechen nicht einhalten kann, hätte er für die Folgen seines nun gebrochenen Versprechens Verantwortung übernehmen müssen.
Hätte er das Versprechen nämlich nicht gegeben sondern gesagt: "Wenn du mit dem auf die Demo gehst, müssen wir dich festnehmen", dann wäre das Werkzeug vermutlich einfach in einem Bahnhofs-Schließfach oder bei Bekannten zu Hause gelandet.
zu Ein Polizist pro Demonstrant:
Auch wenn Attac nicht offiziell zur Demo aufgerufen hat, habe ich davon über den Verteiler von Attac-Karlsruhe erfahren, und es waren außer mir auch einige weitere anwesend, die sich am ehesten Attac zugehörig fühlen.
Ich weiß nicht, warum Attac nicht offiziell dazu aufgerufen hat, aber ich weiß dass Attac über die Ortgruppe Karlsruhe beteiligt war.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
Erweiterung zu identi.ca: Avatar Raubmordkopien laufen ab Tag eins, während Käufer in die schwarze Röhre schauen → Avatar: Kopierschutz sorgt für schwarze Bildschirme (gulli) → Defective By Design.
Spätestens nachdem bei dem Release von Avatar auf Blu-Ray der Abspielschutz Käufer daran hindert, den bezahlten Film zu schauen1, während Nutzer von Raubmordkopien2 ab Tag eins perfekte Qualität geliefert bekamen, frage ich mich ernsthaft, ob die Bosse der Medienverschiebeindustrie ihre Kunden absichtlich in Tauschbörsen treiben wollen, weil sie bei einer Klage mehr verdienen, als bei einem normalen Verkauf. Wer den Film gekauft hat, aber keinen Abspieler mit neuartigem Abspielschutz sein Eigen nennt, muss dadurch den Film illegal runterladen, wenn er ihn zu Hause schauen will, ohne gleich noch einen neuen Abspieler zu kaufen – der dann vielleicht mit der nächsten Neuerung im Abspielschutz wieder ersetzt werden muss…
Leute gehen massenhaft in die Kinos, direkt nachdem der Film auf DVD und Blu-Ray rauskommt, legal gratis herunterladbare Musik bringt riesige Gewinne und gleichzeitig bringen sie Avatar (den ich im Kino in 3D geliebt habe) mit „neuartigem Kopierschutz“ raus, der auf vielen Blu-Ray-Spielern nicht läuft. Das lässt für mich nur zwei plausible Schlüsse zu3:
Sie machen mit Klagen mehr Gewinne als mit Verkäufen und wollen deswegen mehr Leute haben, die sie verklagen können4, oder
Es geht gar nicht um ihre jetzigen Gewinne, sondern um Kontrolle. Sie wollen sicherstellen, dass sie, nachdem die Verbreitung von Medien ohne sie effizienter geht als mit ihnen, von Politikern entgegen dem Gemeinwohl die Versicherung erhalten, dass sie weiterhin Geld scheffeln können, indem sie grundlegende Freiheiten zu einer knappen Resource machen.
Um immer weiter wachsen zu können, muss in der Marktwirtschaft immer neues gefunden werden, für das man Geld verlangen kann. Und wenn man keine Ideen hat, was man Neues schaffen könnte, für das die Leute einem ihr Geld geben wollen, liegt es doch nahe den Leuten das zu verkaufen, was die bereits haben: Ihre persönliche Handlungsfreiheit5. Natürlich muss man sie ihnen vorher wegnehmen…
PS: Ihr findet in unvorhersehbaren Abständen was von mir auf identi.ca und twitter (identi.ca ist wie Twitter, aber mit Freier Software → Infos und Tipps zum Kombinieren.
Dafür haben sie ja auch kein Geld ausgegeben. Das Geld ist nicht für das Schauen des Films und erst recht nicht für den Besitz, sondern alleine für die Spannende Erwartung, wie der Spieler auf die Platte reagieren wird. ↩
Wenn schon gewalttätiger Überfall mit Entwendung des Eigentums, dann richtig. Denn genauso wie wir den Besitzern des „Intellektuellen Eigentums“ mit unserem bösartigen Kopieren ihr Eigentum entwenden6, nimmt ihnen bei unseren Schrecklichen Taten jeder einzelne von uns mit jeder einzelnen Kopie ihr Leben. Also denkt daran, wenn ihr das nächste Mal zusammen mit den hunderten von Millionen Piraten etwas kopiert: Jeder von euch hat mit jeder Kopie einen der paar hundert Plattenbosse auf dem Gewissen! Das meine ich, wie ich es sage: Jeder einzelne von euch tötet einen von ihnen! Mit jeder einzelnen Kopie! … … … Klon-Execs! Warnt die Jedi! ↩
Eine dritte Alternative wäre, dass sie einfach nur dumm sind, aber das bezweifle ich. Sie können zu viele Berater zu gut bezahlen, um wirklich gar keine Ahnung zu haben, was sie tun. ↩
Das Gegenmittel dazu heißt Freenet. Damit können sie euch nicht dazu zwingen, euch verklagen zu lassen, um euren legal gekauften Film zu schauen (wenn auch vielleicht nicht die selbe Kopie, für die ihr Geld ausgegeben habt7). ↩
Aber wie das so ist in der Marktwirtschaft, muss das Produkt natürlich gestaffelt werden. Daher werden sich viele wohl nur die Handlungsfreiheit zweiter Klasse leisten können. Ansonsten wäre es ja nicht möglich mit dem Verkauf von Handlungsfreiheit erster Klasse Zusatzgewinne zu erwirtschaften… ↩
Was auch immer sie euch dazu erzählen, wie böse euer Kopieren ist: Wenn ihr die Werke, die ihr runterladet, gar nicht hättet kaufen können (oder eh nicht gekauft hättet), dann könnt ihr auch keinen Schaden verursachen. Ihr habt mehr, aber niemand hat weniger, denn sonst müsstet ihr annehmen, dass euer Geld, bevor ihr es überhaupt verdient habt, schon den Plattenbossen gehört und ihr es ihnen bösartig „raubt“, wenn ihr es ihnen nicht gebt. Um es mit Volker Pispers zu sagen: Die Bosse der Medienverschiebeindustrie „verteidigen nicht, was ihnen gehört, sondern was sie gerne hätten“ (deswegen wird auch „unser Öl am Hindukusch verteidigt“…). Daher erhöhen Tauschbörsen ohne reale Kosten den allgemeinen Wohlstand und sind so um Größenordnungen effizienter als jedes staatliche Kulturförderprogramm. ↩
Sind deren Kopien eigentlich auch mit gewalttätiger Entwendung von Eigentum verbunden? Die Aussagen einiger Künstler zu ihren Knebelverträgen weisen darauf hin, dass die Medienverschiebeindustrie statt den bösen Piraten eigentlich nur ihr eigenes Spiegelbild sieht, wenn sie von Raubkopien redet. Wie das Sprichwort sagt: „Das worüber man sich am meisten aufregt ist oft das eigene Spiegelbild, das man in anderen zu sehen glaubt“ (wenn du das noch nicht kennst, hast du noch nicht allzu oft die Nacht mit mir durchphilosophiert :)). ↩
→ Kommentar zum Artikel Doch Vertrauen in "lästige Übel" in der Taz.
Betriebsräte sind keine Freunde der Unternehmen. Sie sind Vertreter der Arbeitnehmer, die deren Rechte gegen das Interesse der Arbeitgeber durchsetzen.
Dass sie bei uns gesetzlich verankert sind macht sie genausowenig zu Freunden der Unternehmen wie das Kartellamt.
Betriebsräte sind für die Arbeitnehmer da und das Kartellamt für Verbraucher. Beide hindern Unternehmen daran völlig frei schalten und walten zu können. Sie reduzieren die Macht der Eigentümer, um die Interessen der Allgemeinheit zu wahren.
Wenn ein Unternehmen einsieht, dass die Rechte der Arbeitnehmer legitim sind, können die Betriebsräte durch ihren tieferen Einblick in das Unternehmen helfen, es zu optimieren. Das ist aber nur ein positiver Nebeneffekt eines fairen Verhaltens des Unternehmens.
Denn die einzige Aufgabe von Betriebsräten ist die Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer.
zu Streit um Wikipedia-Bilder in Heise.de (Diskussion):
Ich habe mir Unterschiede zwischen den freien Lizenzen immer wieder angesehen, und v.a. zwei Dinge unterscheiden CC Lizenzen von anderen:
1: Sie haben schöne Bilder und Kurztexte (was klasse ist).
2: Sie sorgen nicht dafür, dass die Quelldateien weitergegeben werden (was wirklich Mist ist).
Aus dem Grund nutze ich CC nur für Projekte, bei denen ich keine kommerzielle Nutzung erlauben will.
Die GFDL ist v.a. für Dokumentation von Software vorgesehen, so dass sie nicht perfekt auf die Wikipedia optimiert ist.
Die CC Lizenzen dagegen schaffen das Risiko, dass jemand sich die Wikipedia runterlädt, sie reformatiert und überarbeitet und dann in einem Format veröffentlicht, in dem die Verbesserungen nicht einfach in die Wikipedia eingebunden werden können - z.B. als nur flashbasiert lesbaren Text.
Da die GPL in Version 3 allerdings auch für allgemeine Dokumente sinnvoll genutzt werden kann, solange das Quellformat der Dokumente kleiner ist als das Darstellungsformat (z.B. Text als Quellcode, SVG Bilder, oder Wikipedia Einträge) oder einfach direkt betrachtet wird (jegliche Office Datei), und die GPlv3 die Quellen schützt, wäre sie als Lizenz deutlich sinnvoller.
Dafür ist es nur notwendig, die Creativecommons-Lizenzseite zur GPL auf die GPLv3 zu aktualisieren: http://creativecommons.org/licenses/GPL/2.0/deed.de
Weitere Infos:
-> Leserbrief zu Scheinfreiheit: Bollwerk der eigenen Blogosphäre in der Stuttgarter Zeitung.
Ihre Aussage, dass die traditionellen Medien uns vor Rüpeleien bewahren, das Internet aber nicht, ist so nicht ganz korrekt. Zumindest in größeren Neuigkeitenseiten wie z.B:. den Neuigkeiten zu KDE gibt es oft Methoden, mit denen Kommentare demokratisch bewertet werden, so dass die Normen nicht mehr vom Redakteur vorgegeben werden (müssen), sondern durch (interessens-)demokratische Bewertungen bei jedem Beitrag neu entstehen. Wer zu schlecht bewertet wird, dessen Beitrag wird eingeklappt (Nutzer können die Beiträge allerdings ausklappen, um sie trotzdem zu sehen - die Information bleibt also erhalten, wird nur als irrelevant gekennzeichnet).
Was sich geändert hat ist auch nicht unbedingt der Umgangston, sondern nur, dass jetzt auch die Meinungen öffentlich sind, die früher nur am Stammtisch geäußert wurden.
Auf die Art bildet das Internet ein authentischeres Stimmungsbild des Teils der Bevölkerung, der seine Meinung kundtun will, als die traditionellen Medien.
Wer im Internet "gute" Diskussionen will, muss allerdings selber Regeln schaffen, was "gut" eigentlich bedeutet. Wenn z.B. eine Gruppe konstruktive Diskussionen führen will, dann kann sie sich die Regel auferlegen, dass jeder rausfliegt, der nur beleidigt. Ein Beispiel dafür sind die Regeln, die viele E-Mail-Listen verwenden:
Einer der komplexeren Leitfäden ist How To Ask Questions The Smart Way.
Effektiv beschreibt der Text auch Mechanismen, mit denen Diskussionen von vielen Programmieren in der Freie Software Gemeinde auf der positiven Ebene gehalten werden, auf der sie diskutieren wollen.
-> Antwort auf eine Belegung der Arbeitslosen- und Stellenzahlen in den heise.de-Foren:
Carsten001 schrieb am 17. November 2009 00:43
> Woher die Zahlen? Na die offiziellen Zahlen. ...
> Also für sie nochmal zusammengerechnet 3,7+5,2+2,1+1,2=12,2 Mio. ...
> Offene Stellen gemeldet,je nach Monat zwischen 700.000-800.000
> Quellen sind Agentur für Arbeit und diverse Medien(offziell). ...
> Aber ich mach wohl die Mühe für umsonst
Nö - schließlich lesen das auch andere, und für mich ist die Belegung der Zahlen verdammt interessant! Danke!
Die Lösung weniger (bin anderer Meinung :) ), aber die Zahlen sagen klar: Es gibt nur für jeden 15. Arbeitnehmer eine Stelle.
Wenn also jetzt 90% der Arbeitslosen aufhören würden, sich zu bewerben, dann würde das in den Unternehmen Geld sparen, weil die Personalabteilung nicht mehr 90% der Bewerbungen wegwerfen müsste.
Nehmen wir (um das noch schlimmer zu machen) einfach den gewünschten Idealfall an: Jeder Arbeitnehmer schreibt 10 Bewerbungen im Monat. Das sind dann 120 Millionen Bewerbungen im Monat, bzw. 150 Bewerbungen pro Stelle.
Wie soll irgendeine Personalabteilung 150 Bewerbungen pro Stelle wirklich prüfen?
Schon alleine das ist ein grundlegender Systemfehler. Mehr als 10 Bewerbungen pro Stelle sind im allgemeinen für die Unternehmen schlichtweg Geld- und Zeitverschwendung.
Wenn wir noch die Motivationsverluste der Arbeitslosen einrechnen, die nie eine Antwort auf ihre Bewerbungen kriegen, fällt die Rechnung noch viel schlechter aus.
Aber da ist auch eine klare Nische für die Arbeitsagentur: Sie könnte selbst prüfen, welche Arbeitnehmer für welche Stelle passen und dann nur Stellen anbieten, bei denen wirklich eine Chance besteht, dass der Arbeitslose sie wirklich bekommt. Die Daten sind schon alle da, und das Personal auch (zumindest von der Anzahl her).
Allerdings kommen wir da natürlich in ein weiteres Datenschutzproblem: Wenn die ArGe weiß, welche Mitarbeiter in welches Unternehmen passen, dann hat sie definitiv interne Infos, und die dürfen nicht rauskommen (da wären dann nicht nur "unproduktive Arbeitslose" betroffen, sondern "wertvolle Firmengeheimnisse").
Das wäre nicht schwer zu lösen (ich weiß spontan zwei Lösungen), aber dafür müsste man in hohen Stellen wirklich wollen, dass die Arbeitslosen motiviert bleiben und gute Jobs finden.
-> auch interessant dafür: Psychosoziale Wirtschaftsförderung
Sie beraubt unsere Kinder einer unserer zentralen Zivilisationsfähigkeiten. Der Grundschulverband baut unnötige Widersprüche auf.
→ Kommentar zu dem Artikel Keine pädagogischen Interessen aus der Taz.
Nach etwas setzen lassen: Gedanken zur Grundschrift. → Schreibschrift aus Grundschrift entwickeln klingt sinnvoll, aber es wird meiner Meinung nach allzuviel außenrum aufgeblasen, während die Frage fehlt, wie die Schrift am Ende schön wird.
(Möglicherweise etwas zu emotional1)
Ich habe seit der 3. Klasse eine grausige Handschrift, seit ein Lehrer mir schlechte Noten gegeben hat, obwohl ich so sauber wie möglich geschrieben habe: Meine Schrift war ihm zu breit, alles andere war ihm egal. Ich habe das nie ganz verwunden, und heute sieht meine Normalschrift so aus:
(weitere Infos zu der Schriftprobe)
Meine Briefe an meine Freundin sahen allerdings ganz anders aus: Für sie habe ich alles reaktiviert, das ich in der Grundschule gelernt hatte, um wirklich schön zu schreiben, und sie haben ihr gefallen.
Ich habe sie später (nachdem wir geheiratet haben) gefragt „hättest du es lieber, wenn ich in meiner Normalschrift schreiben würde“, und sie hat mir gesagt, dass sie viel lieber Briefe liest, die ich für sie wirklich schön geschrieben habe.
Diese Möglichkeit wollen die Schulbuchverlage den heutigen Kindern vorenthalten - aus welchen Gründen auch immer.
Schreiben ist die zentrale Zivilisationsfähigkeit. Aus ihm ergeben sich alle weiteren Errungenschaften der Wissenschaft und des Rechtsstaates, denn ohne Schreiben zu können, lässt sich nichts festhalten und auch nichts an wirklich viele Leute weitergeben. Den heutigen Kindern die Fähigkeit vorzuenthalten, Texte so zu schreiben, dass sie wirklich schön sind, halte ich für einen Diebstahl an den Errungenschaften unserer Zivilisation.
Ich halte es zwar auch heute noch für sinnlos, wenn Leute bei Mitschrieben in der Schule in Höheren Klassen auf Schönschrift achten statt auf Geschwindigkeit, schließlich schreiben sie nur für sich selbst.
Ich halte es aber für wichtig, dass sie in der Lage sind, wirklich schön zu schreiben, wenn sie es wollen. Daher ist es meiner Meinung nach schädlich für Schulkinder, ihnen die Schreibschrift nicht beizubringen. Vor allem, wenn einer der Gründe ist, dass dann Schulbücher angeblich billiger zu drucken sind (heutige Drucker können auch Bilder drucken und jeder Einzelne kann von zu Hause aus an seinem Privatrechner ein Druckreifes PDF mit Bildern erstellen2, das dann via Internet billig in den Druck gegeben werden kann).
(sonst heißt es doch immer „für die armen Kinder“ - wird halt nur dann genutzt, wenn es den Kindern eigentlich nicht hilft. Sonst würde es ja heißen „für glückliche Kinder“)
PS: Für manche Leute ist die Druckschrift besser geeignet als die Schreibschrift (zumindest fällt sie ihnen später leichter). Ich verstehe nicht, warum Lehrer in dem Fall nicht einfach auf die einzelnen Schüler eingehen sollen und warum stattdessen das ganze System umgebrochen werden sollte.
Es kann sein, dass ich hier etwas zu heftig reagiere. Die Schrift ist ähnlich Grundlegend wie die Sprache, und auch da sind bei jeder noch so kleinen Änderung starke Reaktionen zu beobachten - beispielsweise bei Esperanto als Zweitsprache. Ich merke auf jeden Fall, dass ich emotional reagiere und eben nicht völlig rational. Wer noch andere Meinungen dazu lesen will, sollte die Kommentare zu dem Taz-Artikel lesen. Der Grundschulverband hat übrigens geantwortet: „Erprobung, kein durchdrücken“, „individuelle Unterstützung“ (was muss dafür weichen und warum haben wir das bei Schreibschrift nicht?) und „Pflege der Handschrift als beständige Aufgabe in der gesamten (Grund-)Schulzeit“ (verdammt, hätte ich das gehasst) (leider in M$-Word geschrieben - Stück für Stück sollten alle progressiven Gruppen zu freier Software übergehen - mindestens zu LibreOffice u.ä., die für Normalnutzung kein Stück hinter ihren unfreien Gegenstücken zurückstehen). ↩
→ zu Jugendmedienschutz-Novellierung endgültig gescheitert in heise.
Die Information im Artikel, dass die Grünen vor der Entscheidung der CDU dem JMStV zustimmen wollten ist schlicht falsch.
(der einzige Weg, als Land nicht zuzustimmen, ist die Ablehnung)
Dass CDU und FDP sich entschieden haben, dagegen zu stimmen, ist dagegen schlicht Wahltaktik, um zu verhindern, dass offensichtlich wird, dass Grünen das Netz vor dem neuen JMStV gerettet haben. Was, wie der Artikel zeigt, ja auf fruchtbaren Boden fällt.
Im Gegensatz zu CDU und FDP hören die Grünen nämlich zu, wenn die Netzöffentlichkeit (laut) spricht. Auch wenn sie manchmal noch etwas brauchen :)
Hätten die Grünen und die SPD zugestimmt, dann wäre der Staatsvertrag übrigens durchgegangen, wie heise selbst berichtet (im update).
2 CDUler wollten abwesend sein. Da nur eine Mehrheit der Anwesenden benötigt wird, hätten die 90 Stimmen von Grünen und SPD genügt, um dem JMStV zuzustimmen (die Opposition hatte zusammen 91, von denen 2 fehlen wollten… böseste Wahltaktik).
→ In Wer am Lautesten schreit, kriegt Recht im Filterblog schreibt Jan, dass die Polizei die Aufgabe hat, den Willen der Regierung durchzusetzen, zur Not auch gegen die Mehrheit der Bürger. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass in einer Demokratie die Legitimation politischen Handelns nur von den Bürgern kommt.
Die Polizeigewalt war in Stuttgart 21 nicht das letzte Mittel, sondern sie wurde genutzt, statt erneut demokratisch/politisch zu prüfen, ob die Planungen wirklich noch legitim sind. Also ob die Mehrheit sie wirklich noch will.
Und in dem Sinn kann die Aussage
“Fehlende politische Überzeugungskraft kann nicht durch polizeiliches Handeln kompensiert werden.”
auch verstanden werden als
„Die Polizei sollte nicht vorgeschickt werden, um Meinungen durchzuprügeln, die ein Großteil der Leute nicht will.“
Am Ende ist nämlich der Staat von den Bürgern eingesetzt, um Aufgaben zu übernehmen, die ohne größere Organisationsform nicht im Sinne der Bürger zu bewältigen sind. Und damit sollte er dem Willen der Bürger entsprechen, nicht umgekehrt.
Die Polizei setzt indirekt den Willen der Bürger durch. Wenn die Politiker diesem Willen nicht mehr entsprechen (weil der Großteil der Bürger nicht will, was die Politiker machen), dann verliert die Aktion der Polizei ihre Demokratische Legitimation.
Den Willen des Staates gegen die Mehrheit durchzusetzen ist nur in Diktaturen die Aufgabe der Polizei. In einer Demokratie („Herrschaft des Volkes“ – in unserem System: „Herrschaft der Mehrheit“) eben nicht.
Daher heißt es nicht, „wer am lautesten schreit hat Recht“, sondern „wenn der Großteil der Bürger seine Meinung zu einem Vorhaben ändert, sollte die Regierung das Vorhaben erneut prüfen und es nicht mit Polizeigewalt durchprügeln“.
Und demonstrieren ist dabei ein legitimes Mittel, um die Meinung der Mehrheit zu beeinflussen.
Gut, am Ende kann herauskommen, das trotzdem die Mehrheit für das Projekt ist (und dafür, es mit Gewalt durchzusetzen – erinnere dich daran, dass auch die notwendigen Mittel Teil der Entscheidung sind!), und dann muss die Polizei auch Gewalt anwenden. Aber ich sehe in unserer Bevölkerung keine Mehrheit dafür, für Stuttgart 21 Rentner und Kinder von der Polizei verprügeln zu lassen.1
Was auch legitim ist, denn wann wurde beschlossen, dass man seine Meinung nicht ändern darf, wenn der für eine bestimmte Handlung zu zahlende Preis sich als viel höher herausstellt als man dachte (dass man Kinder verprügeln muss ist ein höherer Preis, als dass man nur ein paar Milliarden Euro verschleudern muss)?
Und wenn für das Durchprügeln keine Mehrheit gibt, es aber notwendig wäre, dann sollte das Projekt abgeblasen werden.
Die notwendigen Mittel müssen Teil der Entscheidung sein.
Im Gegensatz übrigens zur Bekämpfung von schweren Verbrechen. Natürlich ist die Mehrheit dafür, dass die Polizei Gewalt gegen einen Mörder anwenden darf (und soll!), um ihn aufzuhalten. Aber es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Gewaltanwendung der Polizei gegen Mörder und Gewaltanwendung der Polizei gegen friedlich demonstrierende Bürger. ↩
Zu dem Indymedia-Artikel Rostock: Wer war Schuld?:
Abgesehen von "Knochenbrüche heilen" hat mir der Artikel richtig gut gefallen.
Und als kleine Ergänzung:
Der Wasserwerfer rückte, nachdem auf böse Gewalttäter gehalten (und jede brennende Mülltonne ignoriert) wurde, plötzlich in Richtung der Demo vor und hielt ein paar mal in die Menge rein.
So schaffen die sich ihre nächsten Gewalttäter.
Ich frage mich, ob da einfach ein Bulle die Beherrschung verloren hat, oder ob das geplant war. (Im Stil von "Eine Demo beruhigt sich sicher schneller, wenn wir mal reinhalten" oder "Wir brauchen endlich was, das verhindert, dass die Medien die Inhalte der Demonstranten bringen"?)
Danke für den Artikel!
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Ein Artikel zu Fehlern der Polizei ist übrigens: Campinski: Polizei eskaliert weiter.
Dazu auch:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,486816,00.html
"Aus der Kavala-Pressestelle war am späten Nachmittag zu erfahren, dass die Flüssigkeit zurzeit in einem Berliner Labor analysiert werde. Nach ersten Erkenntnissen handle es sich nicht um eine Säure, sondern ein alkalische Lösung, sagte ein Sprecher SPIEGEL ONLINE. Ist die Lauge, mit der die Clowns während der Demo Seifenblasen in die aufgeheizte Luft pusten, Schuld an den Sorgen der Polizei?"
→ Zu „Deutschland hätte zustimmen müssen“ in der Taz.
Hat unser neues „starkes Deutschland“ eigentlich noch was besseres mit seiner Stärke vor, als wieder Angriffskriege zu führen?
Wenn wir eingreifen wollen, dann sollten vorher die Rebellengebiete als souveräner Staat anerkannt werden, der dann einen offiziellen Hilfsantrag stellen kann.
Aber in einen Konflikt innerhalb eines anderen Staates militärisch eingreifen geht nicht. Wir haben immernoch eine Verteidigungsarmee. Wer das nicht glaubt, soll mal das Grundgesetz lesen:
„Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“ – Artikel 26 Abs. 1 GG
Und wer bei einem Eingriff in einen Bürgerkrieg einen Verteidigungsfall konstruiert, hat einen an der Klatsche.
(Ich zitiere das GG, weil selbst das noch schwammig ist. Das müsste eigentlich heißen „Von Deutschland darf nie wieder ein Krieg ausgehen“. Juristen können sich also sicher rausreden: „oh, eigentlich dürfen wir ja schon Kriege führen, wir müssen dafür nur erst Öl finden – ich beantrage Streichung des letzten Halbsatzes aus dem Protokoll – wir müssen dafür nur einen Verstoß gegen das Völkerrecht finden. Sowas wie steigende Studiengebühren oder so“)
Alternative: Der UNO offiziell mehr Rechte geben und eine Weltpolizei gründen, die bei jeglichen Menschenrechtsverletzungen eingreifen muss. Auch bei denen in Deutschland oder Amerika. Entweder wir haben eine Weltregierung und auch souveräne (westliche) Staaten dürfen nicht mehr alles, oder wir haben sie nicht, und wir müssen unsere Griffel aus den Konflikten in anderen Ländern lassen.
Und wenn wir unbedingt eingreifen wollen, dann können wir ja die Bedingungen angleichen und den Rebellen einfach so viele Waffen schenken, wie wir Gaddafi über die letzten Jahre verkauft haben.
Oh, klar, das geht nicht. Schenken. Da werfen wir die Bomben doch lieber selbst.
Oder wie wäre es, den Rebellen Truppen zur Verfügung zu stellen, unter deren Kommando?
Klar, geht auch nicht. Sind ja unsere Truppen nicht deren. Aber es ist deren Land, das wir hier angreifen, egal ob uns ein Teil der Leute ruft oder nicht!
Oder würden die USA auch Hessen bombardieren, wenn Bayern den bewaffneten Widerstand ausrufen würde? … … … Wenn Bayern nun Öl hätte …
Zu Warum leben wir nicht schon in der Zeit von Jean-Luc Picard?!?:
> Oder was hätten viele zum Tauschen anzubieten? Startrek funktioniert doch ideell nur, weil jeder was zu bieten hat, eine Begabung, etc. und sich in die Gesellschaft einbringt. Solange es aber noch Mode ist den Staat abzuzocken und sich so "einzubringen", solange klappt das nicht. - CasiJustin
Frage: Wieviele machen das wirklich?
Und wie oft kommen die in den Medien, verglichen mit denen, die ehrlich bleiben?
-> Wie stark wird unsere Wahrnehmung unserer eigenen Gesellschaft von den Medien verzerrt?
Als Gegenbeispiel beschreibt die Psychologie "Anerkennung", "Erfolg" und "Kreativität" als Grundbedürfnis.
Sobald die körperlichen Grundbedürfnisse erfüllt sind, treten die psychologischen in den Vordergrund, und damit ist Geld unnötig, da es nur einen schwachen Ersatz für echte Anerkennung bietet.
Jeder hat etwas, mit dem er Anerkennung gewinnen kann (und sei es nur, dass er für jemand anderen da ist), aber unser Gesellschaftssystem ist notorisch schlecht darin, diesen einfachen Wunsch nach Anerkennung zu erfüllen.
Nach anderen psychologischen Studien ist übrigens innere Motivation deutlich effizienter und stabiler als durch Belohnung erzielte:
-> http://www.gnu.org/philosophy/motivation.html
und zu Re: Weil...
> weil wir noch keine maschinen haben, welche die ganze drecksarbeit
erledigen, die nun mal erledigt werden muss.
- Frischer_Wind_macht_Fische_blind
Aber unsere Produktivität pro Arbeitsstunde steigt um durchschnittlich 2% pro Jahr.
Solange nicht jeder von uns immer mehr Zeug will, bedeutet das, dass alle 20 Jahre 1/3 weniger Leute gebraucht werden, um die Drecksarbeit zu machen (weil die Produktivität um 50% gestiegen ist: 1.02²⁰).
Und wir haben schon jetzt 10% Arbeitslose, die auf dem normalen Arbeitsmarkt einfach nicht gebraucht werden.
Entweder wir erfinden neue unnötige Bedürfnisse, für die Leute wieder Geld ausgeben (Stichwort Werbung), oder die Drecksarbeit wird uns Stück für Stück weglaufen, und bis dahin sollten wir besser unsere Gesellschaftsordnung so umgestellt haben, dass sie damit klar kommt.
Denn wenn es nicht mehr genug Drecksarbeit gibt, bei der Leute Geld dafür ausgeben, dass sie jemand anders macht, müssen Leute in der Lage sein, sich selbst eine für sie sinnvolle Beschäftigung zu suchen.
An dem Unsinn von Hartz 4 siehst du schon einen Anklang dessen, was sonst passiert: "Niemand braucht dich für bezahlte Arbeit, aber wir kürzen dir dein Geld trotzdem" - und das ist mit der Menschenwürde unvereinbar.
Überleg' einfach mal, was die andere, die positive Seite, der fehlenden Erwerbsarbeit ist: Leute, die für das arbeiten, was ihnen wichtig ist.
In der freien Softwaregemeinde siehst du schon einen Anklang davon.
Ein weiterer interessanter Artikel dazu: „Langfristig wird die Arbeit verschwinden“
Kommentar zum Artikel Die digitale Befreiung aus der taz.
Erstmal finde ich es toll, dass die Taz darüber berichtet!
Nach den Erfahrungen mit dem iPod ("Wie, ich darf nicht an die Lieder, um nach dem Plattencrash meine Musik wiederzubekommen?") und jetzt dem Kindle ("Die haben einfach mein gekauftes Buch gelöscht?!") sehe ich als einzige sichere Lösung nur Geräte, die komplett auf freier Software aufbauen, zusammen mit offenen Datenformaten ohne jegliche Art von DRM.
Nur auf die Art kann sichergestellt werden, dass das was wir kaufen auch wirklich uns gehört.
Und die Erfahrung mit Tauschbörsen zeigt deutlich, dass die Leute selbst dann kaufen, wenn sie das gleiche auch auf anderen Wegen erhalten können. Es sei denn derjenige, dem sie gerne Geld geben würden, bezeichnet sie als Verbrecher und versucht sie zu aufzuspüren und zu verklagen.
Sobald es eine einfache Möglichkeit gibt, Kontrolle über andere zu gewinnen, wird sie genutzt werden. Das gilt für den nächsten Ebook-Reader genauso wie für Internetzensur und 1€ Jobs.
Daher ist die einzig sinnvolle Lösung, niemand anderem diese Kontrolle zu geben, weder durch unfreie Software, noch durch irgendeine Art von DRM (indirekte Fernsteuerung des Computers).
→ Hörerbrief an den MDR zum Beitrag Kann man mit der neuen Tastaturbelegung "Neo" wirklich schneller tippen?
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe gerade ihren Beitrag zu dem Neo-Layout gelesen und möchte einen Fakt korrigieren: Es gibt zwar noch keine Tastatur mit Neo-Layout im regulären Handel, aber sie lässt sich Online bestellen:
Meine sieht zum Beispiel so aus: Neo-Tastatur - Mit GNU, Plussy und Infinite Hands
Außerdem würde ich gerne die Eingangsfrage beantworten: Wir haben in der Neo-Liste herausgefunden, dass die Geschwindigkeit meist eher durch das Gehirn begrenzt wird als durch die Hände. Daher ist es möglich, dass man mit Neo schneller tippen kann, allerdings nicht, wegen den besseren Positionen, sondern wegen der logischen Anordnung der Tasten, so dass sie leichter gelernt werden können und der Tipper schneller zu hohen Geschwindigkeiten kommt. Außerdem bewirken die häufigen Handwechsel, dass die Sequenzen von Tasten, die jede Hand lernen muss (Tippmuster), deutlich kürzer sind als bei Qwertz, was erneut den Lernaufwand verringert.
Um herauszufinden, ob mit Neo schnelleres Tippen möglich ist, brauchen wir mehr Neolinge - und sie müssen sich regelmäßig in Tippwettbewerbe stürzen.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
-> geschrieben in heise.de.
> Extrem verdünnte homöopathische Medikamente sind UNMÖGLICH!
Und der Physiker wird dir sagen "Solange du es nicht gemessen hast, gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass etwas drin ist".
Zustandfunktionen können sich überlagern und interagieren, obwohl sie nur die Wahrscheinlichkeit beschreiben, dass an einem bestimmten Ort ein Teilchen gemessen werden könnte (genauer: Ihr Betragsquadrat ergibt die Wahrscheinlichkeit; noch genauer: < Zustand|Operator|Zustand > ergibt die Wahrscheinlichkeit. Wenn der Operator der Ortsoperator ist, ergibt es die Wahrscheinlichkeit, das Teilchen an bestimmten Orten zu finden).
Allerdings ist die einzige physikalisch messbare Wirkung eben dieses Betragsquadrat der Zustandsfunktion. Bei einem einzelnen existierenden Teilchen ist das Integral über das Betragsquadrat dieses Teilchens über den gesamten Raum gleich eins (d.h. das Teilchen ist auf jeden Fall irgendwo - solange wir keine Vernichtung oder Erzeugung miteinbeziehen).
Wenn du aber vor der Gabe des Homöopathischen Medikaments misst, wieviele Teilchen wirklich drin sind, dann ist eine Interaktion zwischen Zustandsfunktionen nicht mehr möglich, denn dann wechselt die Zustandsfunktion in eine Eigenfunktion der Observablen (das Teilchen ist da):
-> Messprozess
Wenn also geprüft werden soll, ob es "Feinstoffliche Wirkungen" gibt (wenn du sie als quantenmechanische Effekte annimmst), dann darf vor der Gabe der Homöopathika nicht gemessen werden, ob wirklich Moleküle drin sind.
Ob es quantenmechanische Wirkungen in der Homöopathie gibt kann ich nicht sagen. Darüber maße ich mir keine Aussage an, denn ich habe keine Experimente dazu gemacht.
Wenn aber Experimente gemacht werden, um solche Wirkungen zu widerlegen, dann müssen sie physikalisch sauber gemacht werden.
Und eine Argumentation damit, "dass gar nichts drin sein kann", muss miteinbeziehen, dass unsere Realität nicht auf unserer klassischen Mechanik aufbaut, sondern auf Quantenmechanik - die klassische Mechanik ist nur der Grenzfall für sehr viele Teilchen.
Wenn ein einzelnes Teilchen eine Auswirkung haben kann, dann könnte das auch für ein Präparat gelten, in dem nur mit 20% Wahrscheinlichkeit ein Teilchen ist.
Hier ist ein schönes Experiment, um zu prüfen, ob Homöopathische Medikamente durch Überlagerung von Zustandsfunktionen wirken.
Mach zwei Versuche:
Wenn homöopathische Wirkungen auf Überlagerung der Zustandsfunktionen beruhen, dann sollte Versuch 1 deutlich geringere Wirkungen haben als Versuch 2.
Solange den Versuch niemand gemacht hat, können Homöopathen über die Wirkungen frei spekulieren. Sie sollten allerdings nicht behaupten, Wirkungen dieser Art wären belegt.
Deine Aussage, dass extrem verdünnte Präparate unmöglich sind, ist allerdings in jedem Fall falsch. Nur wenn Versuch 1 und Versuch 2 das gleiche Ergebnis bringen, ist die messbare Anzahl von Teilchen im Präparat relevant für die Möglichkeit einer Wirkung.
PS: Jupp, ich verlinkte hier zur Wikipedia und nicht in meine Physikbücher. Der Grund ist einfach, dass die Wikipedia im Netz frei verfügbar und den meisten Internetnutzern vertraut ist. Meine Aussagen beruhen allerdings nicht auf der Wikipedia, sondern auf dem Sakurai und Konsorten.
PPS: Und wenn du jetzt sagst, dass Homöopathie mit seltsamen Begriffen arbeitet: In der Physik wird eine Zustandsfunktion als teilweise imaginär betrachtet. Sie wird rein real (und damit messbar), wenn wir sie mit ihrem konjugiert komplexen multiplizieren (=Betragsquadrat von komplexen Zahlen). Anders gesagt: "Es gibt rein imaginäre Zustände, die mit anderen Zuständen interagieren können. Unter bestimmten Umständen können wir die Auswirkungen dieser imaginären Zustände messen."
Viel seltsamer klingt "feinstoffliche Wirkung" nun auch nicht.
Also lassen wir doch anderen Forschern ihre seltsamen Begriffe, solange sie nicht behaupten, dass diese Begriffe mit denen aus anderen Wissenschaften übereinstimmen müssen, ohne das wirklich getestet zu haben.
PPPS: Der hier beschriebene Versuch klammert die Schwierigkeit aus, die Wirkungen von Homöopathika genau zu bestimmen, denn das ist eine Herausforderung für sich.
PPPPS: Nur damit es nicht überlesen wird, wiederhole ich das hier nochmal:
Ob es quantenmechanische Wirkungen in der Homöopathie gibt kann ich nicht sagen. Darüber maße ich mir keine Aussage an, denn ich habe keine Experimente dazu gemacht.
Wenn aber Experimente gemacht werden, um solche Wirkungen zu widerlegen, dann müssen sie physikalisch sauber gemacht werden.
-> Geschrieben zu einem Artikel der Computerwoche.
Sehr geehrter Herr Hülsbömer,
Ihre Information zum GNU Hurd ist leider falsch, daher möchte ich sie bitten, sie zu berichtigen.
Der GNU Hurd funktioniert (wenn auch nicht perfekt) und ein GNU/Hurd System kann auf etwa 60% der in Debian vertretenen Pakete zurückgreifen, inklusive Xorg und GNUstep.
Das Hurd Projekt war die letzten 4 Jahre beim Google Summer of Code vertreten, 2008 mit 5 Slots, und es gab auf der diesjährigen FOSDEM zwei Vorträge dazu.
Liebe Grüße,
Arne Babenhauserheide
Diese Frage habe ich Dr. Gerhard Schick auf Abgeordnetenwatch.de gestellt. Danke an die FSFE für den Aufruf dazu!
Sehr geehrter Herr Schick,
Nach den Erfolgsversuchen von München (und eigenen Erfahrungen) würde ich gerne Ihre Meinung zu freier Software und freier Lizensierung erfahren.
Wie beurteilen Sie die Bedeutung von freier Software für Gesellschaft und Politik? Und wie schätzen Sie Ihre Möglichkeiten ein, auf die Wahl der Software in Bundesämtern (und dem Bundestag) und auf Lizenzen von Auftragsarbeiten Einfluss zu nehmen?
Haben Sie eigene Erfahrungen mit freier Software, und was ist Ihre Vorstellung dazu, wie der Bund mit freier Software umgehen sollte? Wie gliedert sich diese Vorstellung in das Grüne Gesamtkonzept ein?
Als einen kleinen Blick auf größere Zusammenhänge wüsste ich gerne noch, wie sie allgemein zur Lizensierung von öffentlich bezahlten oder geförderten Werken stehen. Wäre für Sie die Verpflichtung zur freien Lizensierung solcher Werke (nicht nur Software) eine Option?
Für mich sind Sie der geeignete Ansprechpartner, weil ich dieses Jahr in Mannheim wähle und ich gerne weiß, wie diejenigen, die ich wählen will, zu den Themen stehen, die mir wichtig sind.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
-> geschrieben auf yigg: http://www.yigg.de/937546
Erinnert ihr euch noch, wie hart die Leute hier in Deutschland kämpfen mussten, damit so was bei uns nicht mehr passiert?
Denkt mal an die Hexenverbrennungen zurück. Nach Wikipedia ist das nichtmal 250 Jahre her, Das war noch 150 Jahre nach der Entdeckung Amerikas und grade mal ein Jahr vor deren Unabhängigkeitserklärung.
Nur weil in Deutschland der Kampf um sexuelle Selbstbestimmung schon weiter ist als im Iran, sind wir nicht besser.
Auch wenn es nicht mehr der Staat macht, verlieren auch bei uns noch Frauen wegen "zu freizügigem Verhalten" ihre Zukunft, und manchmal ihr Leben - auch Selbstmorde haben Ursachen.
Damit will ich übrigens nicht sagen, dass dieser Mord durch Erhängen in irgendeiner Art gerechtfertigt wäre.
Es wurde aus niederen Motiven (einem Land die eigenen Moralvorstellungen aufzwingen) ein Mädchen ermordet, und das ist absolut inakzeptabel.
Ich will nur vor moralischen Höhenflügen warnen.
zu "SPD denkt über Internetsperren auch für Jugendpornos nach"
Alleine schon mit dem Verbot von Jugendpornographie (übrigens auch in Schriftform und als gezeichnetes Bild) haben sie mich damals verloren, aber da hätte ich vielleicht noch taktisch gegen die CDU gewählt.
Mit der Idee, jugendpornographische Seiten zu zensieren, sind sie mich endgültig los.
Bei der letzten Wahl hatte die SPD meine Zweitstimme. Die werden sie auf absehbare Zeit nicht mehr bekommen.
Ich hoffe nur, die Grünen lassen sich nicht zu so einem Unsinn herab, dann bliebe nur noch die Piratenpartei.
Beispiele dafür, was zensiert werden könnte:
Und die Seiten sind Teil der Jugendkultur!
Genauso wie "jugendpornographie" schon immer Teil der Jugendkultur war. Sollen Jugendliche nur erotische Geschichten mit Erwachsenen lesen? Und ist es verwerflich, wenn Jugendliche über sich selbst schreiben und das ihren Freunden geben? Das dann vielleicht unter Pseudonym ins Netz stellen? Das künstlerisch verfälscht zeichnen?
Was wird eine 15 jährige Schülerin wohl eher zeichnen: Ein erwachsenes Paar oder ihren Schwarm und sich? Und wenn sie von Sex träumt, warum soll sie nicht davon schreiben dürfen?
Weil wir sie davor schützen wollen, dass Erwachsene ihre Texte erregend finden? Nach der Logik sollte sie auch keine Musik mehr machen dürfen - und erst recht nicht ohne Burka auf die Straße.
Das gleiche gilt natürlich für jeden Schüler, denn auch Männer können erotisch sein.
Wir verbieten damit einer ganzen Generation ihre Stimme.
Ist leider nicht schön zu sehen, dass meine Sorgen zum neuen Jugendschutzgesetz voll und ganz berechtigt waren :(
Aber wenn es hier anfängt, wo hört es auf?
Wenn wir die Zensur nicht hier stoppen, was wird ihr dann als nächstes zum Opfer fallen?
Der Preis, den du selbst dafür zahlen könntest, ist deine Online-Identität, und die wird in der heutigen Welt für immer mehr Leute zu einem Teil ihrer Lebensgrundlage.
Damit ist genau jetzt der Zeitpunkt, etwas dagegen zu tun!
Wenn du mitmachen willst, unterschreib' auch bei der ePetition gegen die Internet-Zensur
Ich habe schon unterschrieben.
Es geht um die Stimme aller deutschen Jugendlichen - und um die Stimme jedes Erwachsenen, denn du weißt nicht, was als nächstes Missfallen erregen könnte.
Eine weitere lange Antwort meiner selbst in einem Forum, die ich für Wert befinde, archiviert zu werden.
Ich finde die Angriffe auf Gegner des Impressums hier etwas heftig.
Wenn ich eine Seite betreibe, auf der ich meinen echten Namen habe, muss ich damit rechnen, dass Arbeitskollegen von mir die Seite im Handumdrehen finden, weil es meinen echten Namen nämlich nicht allzu oft gibt. Wenn du jetzt Klaus Meier heißt, musst du dir keine Sorgen darum machen, aber so heißen eben nicht alle (allerdings viele). Such mal nach Arne Babenhauserheide und sag mir, was du findest.
Rechtlich darf mein Arbeitgeber mich nicht diskriminieren, nur weil ich in meiner Freizeit seltsamen Hobbies nachgehe (in meinem Fall Rollenspielen, aber was wäre, wenn es Sadomaso wäre?), ob er sich daran hält, und ob ich ihm das nachweisen könnte, ist eine ganz andere Frage.
Ich halte es so, dass mein Arbeitgeber damit zurechtzukommen hat, was ich auf meiner persönlichen Homepage schreibe, ansonsten würde die Arbeit da eh' nicht gut laufen, aber was ist mit meinen Kollegen?
Diejenigen, die sich die Impressumspflicht überlegt haben, waren wohl nie Opfer systematischen Mobbings, sonst würden sie das ganz anders sehen.
Was mache ich, wenn meine Kollegen herausfinden, dass ich ein regelmäßiger Rollenspieler bin, und Geschichten schreibe, in denen Gott nicht allzugut da steht?
Für mich ist meine Seite ähnlich, als würde ich jemandem das Lied, das ich gerade geschrieben habe, vorspielen. Da verlangt auch niemand, dass ich meine Telefonnummer in die letzte Strophe packe (es sei denn, das Lied ist so gut, dass es plötzlich alle haben wollen).
Das Internet ist keine regelmäßig rausgegebene Zeitung, die ich an Leute ausliefere. Ich schicke die Seite nicht ungefragt an irgendwen. Wer auf meine Seite geht, hat sie gesucht, oder hat sich zumindest die Mühe gemacht, auf einen Link zu klicken. Ich habe ihm diese Seite nicht angeboten (mit Ausnahme derjenigen Leute, denen ich Zettel mit der Homepageadresse gegeben habe, aber die wissen eh', wer ich bin).
Ein fehlendes Impressum mag zwar illegal sein, es kann deswegen aber sehr wohl legitim sein, keins zu haben. Wenn diese Unterscheidung nötig wird, bedeutet das, dass an unseren Gesetzen etwas nicht stimmt. Wer sich nur sklavisch an alle Gesetze hält, weil es eben Gesetze sind, übersieht IMO, dass Gesetze zwar Recht sind, aber deswegen noch lange nicht richtig sein müssen.
Da ich mich in verschiedenen Foren, mit Leuten unterhalte, die so weit von mir weg wohnen, dass ich mich nicht einfach mit ihnen treffen und ihnen meine Geschichtensammlung zeigen kann, habe ich eine Homepage dafür.
Würde ich ihnen die Geschichten zu hause zeigen, würden meine Kollegen nichts davon mitkriegen, wenn ich aber eine Webseite ins Internet stelle, und irgendwer sie verlinkt, ist die Chance groß, dass meine Kollegen sie über Google finden, allerdings nur, wenn mein echter Name im Impressum steht.
Damit wäre eindeutig meine Privatsphäre verletzt, die im Internet, wo privates meistens offen zugänglich ist, und nur durch Spitznamen geschützt wird, noch mehr geschützt werden muss, als in der physischen Welt, weil die Barriere "Entfernung" und die Barriere "Türschloss" nicht gegeben sind (und auch nicht gegeben sein sollen, weil ich ja will, dass Leute, die mich im Netz oder persönlich kennen auf meine Seite können, ohne erst umständlich ein Passwort eingeben zu müssen).
Also bleibt nur die letzte Barriere: Unwissen.
Solange meine Kollegen (die ich jetzt schon oft genug herangezogen habe, also kommt als nächstes meine Konkurrenzfirma dran, und danach, falls ich noch mehr Argumente finden sollte, unter der Annahme ich wäre der Amerikanische Präsident (brr) der Staatschef von China, der besser nicht wissen sollte, dass ich im Online Club der Anonymen Alkoholiker bin, und auf meiner privaten Seite Links zu den Seiten meiner Freunde in dem Club schreibe), also solange meine Kollegen nicht wissen, wo meine Seite ist, weil sie nicht einfach in Google nach meinem Namen suchen können, kann auch die Konkurrenzfirma meine Privaten Aussagen auf meiner Homepage nicht nutzen, um den Auftrag zu bekommen, weil der Auftraggeber keine Mitglieder von Myrias will, weil die vielleicht seltsame Ansichten haben, und der Chinesische Staatschef kann mich auf dem nächsten Treffen nicht damit unter Druck setzen, dass er Schnapsflaschen "ausversehen" auf den Boden wirft, um mich in den Verhandlungen um die Auslieferung des Sacks Reis, der meinem Vize auf den Fuß gefallen ist, und damit die Sicherheit meiner Staatsbürger bedroht, abzulenken, was nämlich die Nationale Sicherheit beeinträchtigen würde.
Wer nicht mehr weiß, wie der obige Satz angefangen hat, sollte ihn aufgliedern, wie wir es im Deutschunterricht gelernt haben (sollten). Ich musste nach der Hälfte nachlesen, wie ich eigentlich angefangen hatte.
Ich weiß, dass ich hier drastische Beispiele verwende, aber auf alle diese Beispiele trifft das Recht zu. Mal davon abgesehen, dass es nur um Deutsches Recht geht. Außer GWB könnte Deutsch und wäre im Deutschen Anonymen Club der Besoffenen Autobahnliebhaber (DAChBAr).
Aber mal kurz wieder zurück. Bei einer Seite, die darauf ausgelegt ist, Geld zu bewegen (mal neutral ausgedrückt) ist ein Impressum IMO nötig, weil die Betreiber damit Geld machen, und ich wissen will, wohin das Geld geht. Sonst kauft da nämlich niemand mehr (hoffe ich).
Bei einer Seite dagegen, die meinem privaten Bedürfnis nach Information der anderen Mitglieder von Travar/meiner Starcraft Community (wenn ich denn eine hätte)/anderer MacUser/sonstiger mir privat übers Internet bekannter Personen dient, bedeutet ein Impressum mit meinem echten Namen, meinem Wohnort und vielleicht sogar meiner Telefonnummer, dass diese Seite nicht länger privat, sondern öffentlich ist. Damit wird durch das Gesetz jede Private Seite zu einer Öffentlichen gemacht, indem jede private Seite als öffentlich definiert wird.
Solche Zirkelschlüsse erzeugen in der Logik einige der härtesten Rätsel. In der Gesetzgebung bewirken sie allerdings nur Wirrwar, und ich bin dagegen (ein meiner Meinung nach nicht zu unterschätzender Punkt).
Eine Impressumspflicht ist also ein Angriff auf meine Privatsphäre, denn eine Webseite ist keine Zeitung, und die Informationen, die ich dort habe, sind oft nicht für alle Personen bestimmt, die meinen Namen kennen und mal sehen wollen, was ich denn noch so mache, um sich zu überlegen, ob sie mich einstellen wollen. Ich muss ja auch nicht angeben, ob ich täglich in die Kirche gehe, was aber sehr wohl auf meiner Webseite unter dem Nick Messmisser stehen mag.
Der Gesetzgeber gibt mir sogar extra das Recht, auf entsprechende Fragen nicht zu antworten.
Daher mag es (und ich weiß, dass ich mich wiederhole) illegal sein, kein Impressum zu haben, aber es ist voll und ganz legitim. Also muss dieses Gesetz geändert werden. Auch die Rassentrennung in Amerika war übrigens legal. andere Beispiel bringe ich jetzt nicht. Illegitime Gesetze existieren, und die Aufgabe jedes politisch aktiven Menschen sollte es sein, ihre Anzahl so gering wie möglich zu halten.
PS: Auf meiner Webseite steht mein Name mehrfach, Ich bin Zivi, aber ich habe Kollegen, von denen ich nicht weiß, was sie über meine Geschichten denken würden, ich leite kein Unternehmen, und genausowenig bin ich Präsident der Vereinigten Staaten (Puh! Glück gehabt!). Außerdem spiele ich (leider) selten StarCraft (und habe es auch noch legal gekauft). Ich bin auch kein SadMaso-Fan und nicht Mitglied im DAChBAr, den ich nebenbei erfunden habe, und hoffe, dass er nicht existiert.
PPS: Teile dieser Forumsnachricht sind Ironisch gemeint. Andere Teile nicht. Im Impressum finden sie eine genaue Auflistung dieser Teile. Falls sie Anstoß an diesem Text nehmen sollten, schauen sie bitte ins Impressum, dort stehen meine Adresse, mein Name und meine Telefonnummer, unter der sie sich beschweren können. Falls sie das Impressum nicht finden sollten, finden sie die benötigten Informationen im Impressum. Sollten sie der Präsident der Vereinigten Staaten, sein Vize, oder der Chinesische Staatschef sein, bitte sehen sie davon ab, mir ihren Geheimdienst auf den Hals zu hetzen, es sei denn, er bringt eine Pizza mit.
PPPS: Das Schreiben dieses Textes hat mir Spaß gemacht. Ihr findet ihn bald auch unter meinem echten Namen auf meiner Webseite: http://draketo.de
PPPPS: Nur für Freunde zugängliche Seiten sind auch keine Lösung, denn sie zerstören eine der größten Stärken des Internet, nämlich dass Informationen gefunden werden können, wenn sie jemand sucht. Und wenn jemand etwas Strafbares macht, kann er von der Polizei über seine IP gefunden werden, für die Einhaltung der Gesetze brauchen wir also kein Impressum. Wer meint, überall ein Impressum zu brauchen, ist in der analogen Welt gefangen, in der ein Flugblatt von der Polizei nicht zurückverfolgt werden kann und deswegen einen Verantwortlichen "braucht".
Meine Seite ist öffentlich. Ich achte darauf, was dort steht.
Kennt ihr übrigens http://freenetproject.org ?
→ Hörerbrief zu Campus und Karriere zum Wissenschaftlichen Schreiben vom 12.07.2011 · 14:35 im Deutschlandfunk.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe Ihren Beitrag in Campus und Karriere zum Wissenschaftlichen Schreiben vom 12.07.2011 · 14:35 mit großem Interesse verfolgt.
Leider musste ich dabei mit Schrecken feststellen, dass sie an zwei Stellen offensichtliche (und unwahre) Propaganda unreflektiert gesendet haben:
(1) „Was oft nicht gesehen wird, ist, dass geistiges Eigentum auch Eigentum ist. Wenn ich ein Auto klaue, ist das Diebstahl, und wenn ich Gedanken klaue, an denen jemand sehr lange gearbeitet hat, dann ist das kriminell.“
Hier wird der Diebstahl eines Autos mit dem Kopieren einer Idee gleichgesetzt und ausgeblendet, dass (a) der Schöpfer die Idee danach immernoch hat, und (b) sich das Urheberrecht nur auf die Ausführung der Idee erstreckt, nicht auf den Inhalt. Die Aussage ist also gleich zweifach falsch.
Alleine schon der Ausdruck „Eigentum“ ist irreführend, denn es geht nicht darum, dass die Idee nicht weggenommen werden kann (Eigentum kann gestohlen werden), sondern, dass niemand anders die Idee auch nutzen darf. Was sie beschreiben ist daher ein Monopolrecht - rechtlich gesehen ein Patent. Mit dem Diebstahl eines Autos hat das keine relevante Gemeinsamkeit. Nach den Plagiaten des Herrn von Guttenberg sind die kopierten Worte schließlich nicht auf magische Weise aus den kopierten Werken verschwunden sondern waren weiterhin in ihnen enthalten.
Sie schließen sich hiermit leider der inhaltlich falschen Argumentation großer Medienfirmen an, die versuchen den Unterschied zwischen Ideen, Informationen und physischem Besitz zu verschleiern, um so auf dem Umweg über Gesetzesänderungen größere Kontrolle über ihre Konsumenten zu erhalten.
Aus diesem Grund möchte ich Sie bitten, den Begriff „Geistiges Eigentum“ vollständig zu vermeiden. Er ist stark irreführend und emotionalisierend. Passendere Begriffe sind Urheberrechte oder Geistige Monopolrechte; ersterer, weil er den Ursprung der Rechte beschreibt, letzterer, weil er deren Auswirkung zeigt.
(2) Als zweites ist mir aufgefallen, dass Sie den Wegfall der Schreibkurse an die Studiengebühren koppeln, obwohl der eigentliche Hintergründ die systematische Unterfinanzierung der Universitäten und die Prioritätensetzung der Unis sind.
Bitte achten Sie darauf, dass Sie in Ihren Beiträgen nicht der Propaganda großer Medienfirmen auf den Leim gehen. Wir haben in Deutschland das große Glück, einen unabhängigen, öffentlich finanzierten Rundfunk zu haben. Diesen Rundfunk unabhängig von Finanzinteressen und nur der Wahrheit verpflichtet (soweit sie gefunden werden kann) zu halten braucht allerdings ständige Aufmerksamkeit.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
Zu Das große Löschen von DRadio Wissen.
Sehr geehrte DRadio Wissen Redaktion,
Ich bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht, dass sie den Gema-Vertretern ermöglichen, in ihrer Sendung eine direkte Realitätsverzerrung als das letzte Wort zu bringen.
Mit ihrer Mitarbeit konnte die Gema sehr wirkmächtig die schlichte Lüge verbreiten, dass sie bei einem Youtube-Stream Geld verlieren. Sie gehen dabei davon aus, dass die Nutzer ohne Youtube Geld für die Musik ausgeben würden, das sie wegen Youtube nicht ausgeben (oder sich werbegespickte Radioprogramme antun würden – statt ihre eigene Musik vom USB-Stick zu hören).
Gleichzeitig verbirgt die Aussage, dass die Youtube-Fans sich schlicht anderen Musikern zuwenden können. Beispielweise die Musik auf Jamendo.com von jedem gratis heruntergeladen und weitergegeben werden, und was Jamendo dabei wirklich im Weg steht ist, dass über Youtube auch die Lieder von Gema-registrierten Gruppen gratis verfügbar sind.
Das heißt, die Gema sollte froh sein, dass ihre Künstler gratis Werbung bekommen und dafür nichtmal etwas tun müssen.
Statt nun aber zu sagen „Youtube ist klasse, unsere Fans lieben es, und sie geben uns sogar Geld!“ wird gelogen, dass beim Stream eines Liedes der Gema Geld gestohlen wird – natürlich ohne zu hinterfragen, warum der Gema das Geld eigentlich zustehen soll und ob sich mit neuen Wegen der Kommunikation zwischen Musikfans nicht vielleicht die Regeln ändern.
Und diese Realitätsverzerrung lassen sie traurigerweise unhinterfragt als letzten Satz in ihrer Sendung.
Mit freundlichen Grüßen, Arne Babenhauserheide
PS: Wer noch Argumente dazu braucht, dass die Gema den Mund wirklich nicht so voll nehmen und erst Recht nicht im Namen der Künstler sprechen sollte, muss nur die ePetition zur Gema mit über 100.000 Unterschriften lesen. Zitat aus der Petition: »Die GEMA wird zunehmend vom „Kultur-Schützer“ zum „Kultur-Vernichter“.«
→ Kommentar zu Aus der Gewerkschaft austreten? Kann mir jemand einen Grund sagen, warum ich das nicht tun sollte?
Wer mit Preissteigerung kommt, um Lohnsteigerungen zu verteufeln, ist entweder kurzsichtig¹ oder verlogen. Genau wegen solchen Leuten brauchen wir die Gewerkschaft.
¹: Der Anteil des Lohnes an den Produktkosten steigt. Das ist der Anteil, von dem sich die Arbeitnehmer etwas kaufen können. Wenn der auf 0 fallen sollte, würde das Bedeuten, dass nur der Arbeitgeber Geld hat, sich etwas zu kaufen. Würde der bei 100% liegen, könnten die Arbeitnehmer sich Produkte kaufen, die genau soviel Wert sind wie die, die sie herstellen.
Wenn der Lohnanteil bei einem 10€ Produkt von 10% (1€) auf 20% steigt (2€), wird das Produkt nur 10% teurer, der Arbeitnehmer hat aber 100% mehr Geld. Wenn das bei allen Produkten passieren würde, könnten sich alle Arbeitnehmer 81% mehr Waren kaufen.
Jede Steigerung des Lohnanteils führt also dazu, dass Arbeitnehmer sich mehr kaufen können - selbst dann, wenn sich der Lohnanteil bei allen Produkten erhöht.
→ Kommentar zu Das gescheiterte Linux-Projekt.
Mal mit Zahlen: Das ist wohl die Quelle: OS market share.
Erweitern wir mal die Statistik auf die Zeit seit August 2008:
Absolut 0.1% mehr als 2008. Anders gesagt: Eine Zunahme um 12% in zwei Jahren.
Und wenn wir uns mal nicht July anschauen (in dem viele Deutsche Urlaub haben – und hier gibt es viele GNU/Linux Nutzer), sondern Mai, dann sind es dieses Jahr schon 1,13%.
Allerdings ist in den gleichen Zahlen auch ein Java ME mit 0,7% im August 2010 und ein iPhone mit 1,2%, was darauf hindeutet, dass die Gesamtzahl der Geräte, die genutzt werden, deutlich steigt.
Vergleichen wir also doch einfach mal Windows vs. Linux.1
Anders als der Artikel es darstellt, hat Linux also gegenüber Windows kräftig gewonnen. In Zahlen:
Und das ist eine Zunahme um 19,2%!
Und dann schauen wir noch einen Schritt weiter: Woher kommen diese Daten?
NetMarketShare beschreibt das so:
We collect data from the browsers of site visitors to our exclusive on-demand network of live stats customers. The data is compiled from approximately 160 million visitors per month. The information published is an aggregate of the data from this network of hosted website statistics.
Das heißt, es geht hier um eine Stichprobe, die dadurch verzerrt wird, wie oft Leute mit diesem System auf Live Stats Seiten zugreifen.
Der einzige Punkt, mit dem der Artikel Recht hat, ist, dass viele Leute aus der Freie Software Bewegung als Ziel haben, unfreie Betriebssysteme zu verdrängen. Das beinhaltet Windows, aber eben auch MacOSX, das iPhone OS und jegliches andere Betriebssystem, das nicht frei lizensiert ist.
Also machen wir noch eine letzte Auswertung, diesmal zum prüfen, ob wir diesem Ziel näher kommen: GNU/Linux vs. Windows + MacOSX.
2008 hatten wir 8,31 GNU/Linux Nutzer auf 1000 Windows oder MacOSX Nutzer. 2010 sind es bereits 9,65.
Das ist 1% Wachstum in einem Jahr. Im Vergleich zu dem Wachstum von 2008 bis 2009 (15%) ist das relativ wenig, aber wenn wir bedenken, wie das iPhone immernoch gehyped wird (und damit die MacOSX-Verkäufe anheizt) ist es beachtlich.
Zusammen sind es 16% Zuwachs gegenüber MacOSX und Windows in zwei Jahren.
Und sauberer Journalismus, der erstmal nach der Herkunft der Daten fragt, hätte das auch gezeigt.
PS: Nochmal zum grundlegenden Fehler des Artikels, damit das in Erinnerung bleibt: Der Autor hat nur auf den Gesamtanteil von GNU/Linux gegenüber allen Geräten geachtet und dabei außer Acht gelassen, dass die Menge der Geräte massiv zugenommen hat. Die Steigerung von JavaME (Java Platform, Micro Edition) von 0% auf 0,7% hätte eine deutliche Warnung sein können – genau wie das Aufführen des iPhone. Hier werden Handies und Desktop-Rechner zusammen gerechnet.
Wird hier Android als Linux gewertet? Das würde die Desktop-Statistik zu Gunsten von Linux verzerren. Da sie auch einen iPod,iPad,Android,Linux Vergleich haben und Linux sowohl 2009 als auch 2010 einen Mai-Abfall hat, während Android im Mai 2010 gleichmäßig steigt, ist das allerdings vermutlich nicht der Fall. ↩
→ Kommentar zu „Die GRÜNEN“ von Pantoffelpunk über die Enthaltung der Grünen zur Volksabstimmung über Stuttgart 21.
Die Grünen hatten einen Änderungsantrag gestellt. Anscheinend waren sie also mit dem Volksentscheid, wie die SPD ihn wollte, nicht zufrieden – was auch sehr sinnvoll sein kann. Wenn der Volksentscheid dafür da war, um „die dringend notwendige breite Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger zur Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart und zur Neubaustrecke Wendlingen/Ulm zurückgewinnen“ (Titel des Antrags der SPD!), sollte kein Gegner von Stuttgart-21 dafür stimmen.
In Karlsruhe gab es einen Volksentscheid zur U-Strab: „Wollt ihr Verkehrschaos in der Fußgängerzone oder U-Strab UND Kriegstraßentrasse?“.
Das war allerdings schon der zweite zum Thema. Der erste hieß ein paar Jahre vorher „Wollt ihr eine U-Strab?“. Die Antwort war: „NEIN!“
Als Alternative wurde die Kriegstraßentrasse genannt: Legt für weniger als ⅕ der Kosten die Autos unter die Erde und baut eine Parallelstrecke – und belebt damit zusätzlich die Kriegstraße (in der zur Zeit wegen Verkehrslärm kaum jemand wohnen will und fast alle Geschäfte nur in Hinterhöfen sind).
Das hat die Stadtverwaltung dann einfach an die U-Strab drangehängt und gesagt „wir fanger aber mit dem an, das zuerst fertig geplant ist“, was natürlich die U-Strab war. Ich kann schon vorhersagen, dass danach dann das Geld für die Kriegstraßentrasse fehlen wird („die U-Strab wurde unerwartet teurer als geplant“…).
Aber was haben die Bürger in der zweiten Volksabstimmung gesagt? Natürlich „Ja“ (knapp) – dank (meines Wissens nach) einem Werbebudget von einer Million Euro und Hochglanzprospekten an jeden Haushalt.
Dass die Grünen nicht wollen, dass sich sowas wiederholt, sollte ja wohl klar sein.
Ihr Änderungsantrag sagte zum Beispiel:
Der Landtag wolle beschließen, den Antrag der Fraktion der SPD – Drucksache 14/6896 zu ändern:
I. Die Überschrift des Antrags der Fraktion der SPD neu zu fassen: „Mit einer Volksabstimmung zur Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart (Stuttgart 21) und zur Neubaustrecke Wendlingen/Ulm weiteren Schaden für die politische Kultur in Baden-Württemberg und in der Landeshauptstadt Stuttgart abwenden!“
(Die Überschrift der SPD hieß: „Mit einer Volksabstimmung die dringend notwendige breite Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger zur Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart (Stuttgart 21) und zur Neubaustrecke Wendlingen/Ulm zurückgewinnen“ – und zu sowas kann man als Gegner von Stuttgart 21 ja wohl kaum zustimmen)
PS: Die Nachdenkseiten dazu: Stuttgart 21 PLUS – ein raffinierter Zug, die Gegner schachmatt zu setzen.
-> geschrieben als Antwort auf heise.de.
> Beantwortete Aussage: "Ich frage mich wie doof sind derartige Gläubige?"
Offensichtlich sind sie überzeugt davon, dass C100 Präparate eine deutliche Wirkung haben.
Die Frage ist, warum sie davon überzeugt sind.
Meine eigene Erfahrung ist: Ich war mehrmals bei einer Homöopathin, und bei einigen Mitteln in der C100-Kategorie habe ich ein deutliches Ziehen von der Handfläche durch den Arm bis in die Schulter gespürt - bei manchen mit Kühle- oder "Bewegungs"-Empfindungen im ganzen Körper.
Und ich wusste nicht, was das war, denn die Gläschen waren nicht beschriftet.
Dass die Homöopathin mir danach gesagt hat, was drin war, und mir auch noch begründen konnte, warum es wirkt, ist für mich mit der heutigen Schulmedizin und -physik nicht erklärbar.
Kannst du mir begründen, warum ich, ohne zu wissen, was in den Mitteln war (und auch noch so verdünnt, dass ich wohl einen Spektographen gebraucht hätte, um es mit konventionellen Mitteln herauszufinden), deutliche Unterschiede gespürt habe - und zwar nicht nur ein Kribbeln in den Händen o.ä. sondern teils massive Veränderungen der gesamten Körperwahrnehmung?
Einzelerfahrungen sind der Anfang der Forschung, aber nicht ihr Ergebnis.
PS: Hier eine Mögliche Erklärung: Die Homöopathin wusste, was darin ist, also hat sie vielleicht diese Wirkungen in mir hervorgerufen und damit langfristig dafür gesorgt, dass ich gesund wurde.
Falls das so sein sollte (und die Homöopathika eigentlich keine Wirkung haben sollten) plädiere ich hiermit ausdrücklich dafür, mehr Homöopathen auszubilden. Wenn die in der Lage sind, diese Wirkungen effektiv ohne Medikamente zu erzielen, dann sind sie weitaus kosteneffizienter als die meisten normalen Ärzte.
Mir ist bei einem Arzt erstmal egal, ob es stimmt was er denkt, wie seine Medikamente wirken - die meisten Ärzte haben auch nicht genug Wissen über Biologie um wirklich zu wissen, was konventionelle Medikamente bewirken (ganz zu schweigen von Molekülphysik). Wichtig bei einem Arzt ist, dass er mich mit minimalen Nebenwirkungen und möglichst geringen gesellschaftlichen Kosten heilen kann.
PPS: Möglicherweise verwandt: Ein sehr sachlicher Erfahrungsbericht zu Handauflegen ohne Berührung - inklusive unsachlicher Antworten von Pseudo-Skeptikern.
Auf indymedia gibt es einen Film, der möglicherweise einen der Ausgangspunkte für die Gewalt in Rostock zeigt:
Rostock: Polizei inszeniert Festnahme.
Viel Spaß beim schauen...
-> Zu dem Kommentar Mehr Geld gegen Linksextremismus auf den Taz-Artikel Operation "Koukoulofori" - Bundesanwältin ermittelt gegen Linke.
Sehr geehrter Herr Gauss,
Ich möchte ihnen dazu ein wichtiges Zitat aus dem Artikel wiederholen: "Verletzt wurde niemand".
Daher die Frage: Was ist wichtiger: Mehr Mittel gegen Linksextremismus (Sachschäden) oder mehr Mittel gegen Rechtsextremismus (Tote, Verletzte und traumatisierte Menschen, oft völlig wahllos getroffen)?
Statt mehr Geld gegen Linksradikale würde ich mir mehr Geld für Jugendarbeit (wer für ihn selbst sinnvoll erscheinende Aufgaben hat, greift seltener zu Gewalt (mMn)) und mehr Geld für den Kampf gegen Rechtsextremismus wünschen. Da wären 2 Millionen sehr sinnvoll genutzt.
Gleichzeitig könnten die Vorratsdatenspeicherung gestoppt und Pläne für unnötige Jugend-Verdummungskampagnen (Internetzensur) fallengelassen werden. Das Geld, das dafür auf den Kopf gehauen wird, könnte besser in unsere Schulen investiert werden, damit die Lehrer den Schülern Medienkometenz vermitteln können.
→ Antwort auf „Gibt es Wunder?“, den Streit der Woche in der Taz.
Um die Frage zu beantworten, ob es Wunder gibt, müssen wir erst beantworten, was der normale Gang der Welt ist, denn ein Wunder muss immer mindestens eine starke Abweichung vom realistisch zu erwartenden Ablauf von Ereignissen sein.
Solange die Kirche Wunder zur Legitimation des Glaubens nutzt, ist es damit für sie von Interesse, dass unser Wissen darüber, was alles möglich ist, möglichst begrenzt bleibt. Denn nur wenn es Ereignisse gibt, die wir als unmöglich betrachten, können sie „durch ein Wunder“ geschehen.
Die Kirche braucht also möglichst viele Ereignisse, die eigentlich möglich sind (wie auch immer), die aber allgemein als unmöglich betrachtet werden.
Wer etwas Schönes wahrnimmt, das er für unmöglich gehalten hat, kann das als Gott interpretieren. Wenn er aber weiß, dass die Wahrnehmung völlig normal ist, wird er sie kaum als Wunder interpretieren, sondern einfach nur als wunderschön.
Das heißt, für jedes Wunder braucht es Unwissen. Solange es großes Unwissen gibt, wird es Wunder geben. Einer auf Wunder bauenden Kirche ist es damit ein zentrales Interesse, die wissenschaftliche Untersuchung von „Wundern“ zu verhindern.
Denn ein Wunder, das wir als Naturgesetz verstehen, ist kein Wunder im Sinne der Kirche mehr und kann nicht missbraucht werden, um eine Machstruktur zu rechtfertigen.
Und ein Wissenschaftler, der bei einem Bericht eines „Wunders“ antwortet „das ist völlig unmöglich“, spielt diesem Missbrauch des Unwissens in die Hände.
→ zu Spiele mit der Psyche oder ... Schach mit Worten.
Ich würde eher sagen, du hast bei ihr den Samen zum selbstbestimmten Leben gelegt (auch wenn das etwas platt klingt).
Nur wer sich selbst hinterfragt, kann sein Weltbild konsistent mit seinen grundlegenden Überzeugungen halten.
Es gibt genug Christen, die erzählen, dass ihnen Nächstenliebe am wichtigsten ist, dann aber einen Verbrecher gleich aufknüpfen wollen → inkonsistent.
Für mich ist das schönste, was in einer Diskussion herauskommen kann, dass beide für sich herausfinden, auf welchen Grundüberzeugungen ihre Meinungen fußen. Ob man danach der gleichen Meinung ist, ist irrelevant. Und wenn ich realisiere, dass ich selbst inkonsistent war, ändere ich gerne meine Meinung.
Daher sind die Fragen „warum willst du gläubig sein?“ und „hilft dir dabei eine Kirche?“ meiner Meinung nach sehr wichtig (für gläubige Menschen).
Drei meiner Grundüberzeugungen sind z.B.
Dazu kommt noch „was falsch ist bleibt auch dann falsch, wenn andere es auch tun“.
Für Diskussionen im gleichen Stil (konsistente Logik, auf Grundüberzeugungen aufbauend, siehe Ursprungsartikel), die aber sinnvoll sind, probier’ doch mal anstatt irgendwelche Grundüberzeugungen deines Charakters zu nehmen, die Grundüberzeugungen deiner Gegenüber zu finden und dann die Aussagen auf Konsistenz zu prüfen.
Das ist dann kein Manipulieren, sondern eine Hilfe dazu, die eigenen Vorstellungen konsistent zu bekommen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Und nur so können Menschen wirklich selbstbestimmt leben. Denn wenn wir unsere Überzeugungen nicht selbst prüfen, übernehmen wir sie von anderen und wundern uns am Ende, warum wir etwas tun, das wir eigentlich falsch finden.
Und sei es, weil uns unsere Kinder irgendwann fragen „du bist doch für Freiheit, also warum hast du eigentlich damals nichts gemacht?“ und wir nur antworten können „irgendwie war das schon falsch, aber wir alle haben geglaubt, es wäre richtig, obwohl offensichtlich hätte sein können, dass…“ (was auch schon einiges an Selbsterkenntnis braucht. Die schlimmste Antwort für das Kind ist ein „frag nicht so blöd“, denn das erzieht unsere Kinder zum hirnlosen Nachlaufen und zerstört ihnen so ihre Zukunft).
Grundfragen:
Ein Weg dahin:
Deine Gedanken werden deine Worte, werden deine Taten, werden deine Gewohnheiten, werden dein Charakter, werden dein selbstgewähltes Schicksal (im Rahmen deiner Handlungsmöglichkeiten).
Wenn du dabei irgendwann realisierst, dass du für das Leben, das du leben willst, deine Grundüberzeugungen ändern musst, dann kannst du auch das tun.
Nur ganz tief liegende Prägungen (z.B. „die Welt ist freundlich“ vs. „die Welt ist feindlich“) und Traumata lassen sich wirklich schwer lösen.
→ Kommentar zu einem Kommentar in der Taz.
@Gieriger Leecher sind nicht nur die Banker: Und warum sollte nicht jeder Mensch die Werke der Künstler genießen können? Für den Künstler ist wichtig, dass er Geld bekommt, aber nicht, dass er für jede Nutzung Geld bekommt.
Tauschbörsen sind immernoch die effizienteste Kulturförderung, die wir je hatten, und wer sie verbieten will, sollte gleich weitergehen und öffentliche Bibliotheken verbieten.
Für den Künstler ist nur wichtig, dass ein paar tausend seiner Hörer/Leser/… zu Fans werden, denen es wichtig ist, dass er weitermacht, und die ihm dafür Geld geben wollen.
Das nennt sich „1000 echte Fans“. Wenn jeder Fan 5€ im Monat zahlt, kann ein Künstler davon echt gut leben. Und mehr braucht ein Künstler auch nicht, wenn es ihm v.a. um seine Kunst geht (und er nicht gerade extrem kostspielige Techniken nutzt - in dem Fall müssten die halt so toll sein, dass er noch mehr Fans hat).
Und bevor Sie rufen „das kann ja gar nicht gehen“: Howard Taylor verdient genau damit genug Geld für sich und seine Familie - und zwar indem er das tut, was er liebt: Comics zeichnen → Schlock Mercenary.
→ Zum Artikel Computerspielkritiker über den Gamer Breivik in der Taz.
Bei Computerspielen funktioniert man genausowenig als eine Maschine wie beim Sport. Man baut Reflexe auf, die man nutzen kann, um… naja, um… die Maus schneller zu nutzen.
Sogar wenn man eine Plastikwaffe hat lernt man… naja… eine Plastikwaffe auf den Monitor zu richten.
Die körperlichen Reflexe sind also bestenfalls wertlos.
Die taktischen Elemente werden auf das Spiel abgestimmt, haben also nichts mit der Realität zu tun, in der die eigene Hand zittert und man die Szene real erlebt. Um die Grundlegende Taktik zu lernen ist ein Grundwehrdienst sicher weitaus nützlicher. Solange Leute zur Armee können, brauchen wir uns also um Computerspiele keinerlei Gedanken zu machen.
Bleibt das Argument der emotionalen Abstumpfung. Aber da halte ich es lieber mit den Kommentatoren @AlucartDante und @cyctologie. Also auch Humbug (zwei Metastudien - mit gegensätzlichen Ergebnissen).
Wenn ihr das nächste mal einen Spielekritiker zur Sprache kommen lasst, fragt bitte auch Fangruppen des kritisierten Spiels - und macht ein Pro/Kontra o.ä., das sind nämlich meist eure interessantesten und tollsten Artikel!
Fangruppen der Spiele sind schließlich meist nur eine Suchanfrage entfernt, und es gibt fast sicher schon viele unter Ihnen, die über genau die Problemstellungen bereits viel diskutiert haben und dadurch sehr informierte Meinungen liefern können.
-> zu http://www.winfuture.de/news,38837.html
Ich habe an dem Artikel zwei Hauptkritikpunkte:
1) Er verschweigt seine Quelle (es sei denn, ich hätte die Quellenangabe übersehen): http://www.computerworld.com/action/article.do?command=viewArticleBasic&...
Die Informationen sind fast die gleichen, aber computerworld war weit früher dran.
2) Seine Informationen über Gnutella sind genauso falsch wie die im englischen Artikel.
Die Geschwindigkeiten bei verbreiteten Dateien sind oft deutlich höher als bei vergleichbar verbreiteten Torrents (eigene Erfahrung). Es besitzt seit Jahren einen swarming Mechanismus, der BitTorrent ähnelt, aber komplett dezentral realisiert ist.
Informationen dafür gibt es (auf Deutsch und Englisch) auf
- http://gnufu.net
Gleichzeitig skaliert das Netzwerk gut. Es könnte ohne große Probleme die zehnfache Anzahl von Nutzern aufnehmen:
- http://gnufu.net/Warum_Gnutella_gut_skaliert
Sicher ist man dabei weder mit BitTorrent Downloads, noch mit Gnutella oder edonkey. Man tauscht sich in offenen, unverschlüsselten Netzen aus, und damit kann jeder _Teilnehmer_ nachschauen, was man runterlädt. Polizisten dürfen nun zwar nicht hochladen, aber die Medienindustrie hindert nichts daran, ihre eigenen Dateien über Gnutella, BitTorrent, edonkey, oder irgendwas sonstiges runterzuladen und die Sharer dann zu verklagen.
Nebenbei: Veraltete Clients machen in Gnutella nur einen winzigen Bruchteil aus, und entsprechend ist auch ihr Einfluss vernachlässigbar.
Ich nutze übrigens nicht LimeWire, sondern Phex (auch ein Gnutella Programm):
- http://phex.org
-> geschrieben vor ein paar Wochen, um Danke zu sagen - aber ich finde seine Mailadresse nicht mehr, daher jetzt hier...
Ich habe gestern Nacht meine Tasche zusammen mit Ausweis, Führerschein und allem anderen in der Bahn vergessen. Nach viel Panik in der Nacht (und telefonieren mit allen Fundbüros in der Gegend) habe ich heute morgen auf dem Rückweg vom Bürgerbüro Bernd getroffen, der mich (in etwa) gefragt hat "Haben sie ihre Tasche vergessen? Ich habe sie gerade bei ihrer Nachbarin abgegeben."
Ich bin ihm spontan um den Hals gefallen.
Dann sind wir noch zusammen zu seiner Bahn gegangen und haben uns eine halbe Stunde unterhalten. Er hat mir erzählt, dass er auch schon Sachen in der Bahn vergessen hat und dass die Sachen bei der Bahn nur verloren gehen oder es ewig dauert, bis man sie hat. Da er jeden Tag durch Friedrichsfeld fährt (er pendelt von Mannheim nach Karlsruhe) hat er sich entschlossen, sie mir einfach selbst zu bringen.
Und ich strahle jetzt regelrecht vor Glück. Meine größte Hoffnung war, dass meine tasche bei einem Fundbüro landet, aber dass sie mir jemand direkt bringt über trifft alles!
Menschen sind toll!
Daher nochmal hier:
Danke Bernd!
Du bist toll!
geschrieben auf: WDR - Monitor - Kontaktform:
Sehr geehrte Monitor-Redaktion,
Ich habe gerade versucht, ihren WebTV Dienst zu nutzen, musste aber feststellen, dass dieser Dienst sowohl Flash als auch Javascript benötigt und damit unter meinem GNU/Linux nicht läuft.
Können sie die Sendungen auch auf andere Art zur Verfügung stellen? Ein Beispiel dafür ist die der Standardmethode des VodCasts, der auch auf der FAQ-Seite des WDR genannt wird:
http://www.wdr.de/themen/global/hilfe/media.jhtml?rubrikenstyle=hilfe#po...
Der WebTV-Dienst schließt viele Nutzer aus, da er proprietäre Flash Software benötigt, die unter anderen als den Standardsystemen (Windows, MacOSX, Linux auf x86) nicht gut oder gar nicht nutzbar ist.
VodCast dagegen nutzt einfache Standardtechnologien, die unter so gut wie allen Plattformen genutzt werden können, da eine ganze Reihe freie PodCast-Programme existieren, die auch mit VodCasts problemlos klar kommen (und der videolan client und der mplayer sind zwei freie Videoabspielprogramme, die fast alle Filmformate anzeigen können und ebenso auf fast allen Plattformen nutzbar sind:
- http://www.videolan.org/
- http://www.mplayerhq.hu/ ) .
Deswegen möchte ich sie darum bitten, einen VodCast von Monitor in's Netz zu stellen, vorzugsweise in Standardformaten wie mpeg4 oder freien Formaten wie ogg theora: http://www.theora.org/ .
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
Zum Artikel Scharfe Kritik an Rostocker G8-Ausschreitungen:
Sehr geehrte Reporter vom NDR,
Ich lese gerade ihre Nachrichten über die Auftaktdemo gegen den G8-Gpfel, und ich möchte etwas ergänzen:
Ich war auf der Demonstation und bin vor zwei Stunden wieder nach Hause gekommen, und obwohl ich die "bisher nicht gekannte Brutalität" nicht direkt kommentieren kann (ich bin schon um 20:00 wieder zum Bahnhof um meinen Zug zurück zu erwischen), verfehlt ihre Beschreibung der Beteiligten deutlich die Realität.
Sie sprechen von einem Gewaltausbruch tausender Autonomer.
Dabei übersehen sie jedoch, dass in Schwerin ein großer Naziaufmarsch verboten wurde, und dass Schwerin leider Rostock sehr nahe ist, so dass wir vermuten, dass einige Neonazis versucht haben, sich bei der Demo einzuschleichen, um Gewalt zu provozieren, und es spricht leider einiges dafür.
Eine Demonstrantin, mit der ich im Zug zurück gefahren bin, hat mir zum Beispiel erzählt, dass sie etwa zwanzig exakt gleich Angezogene aus dem schwarzen Block gesehen hat, die aus der Sicht der Polizei gingen und plötzlich wie einstudiert gleichzeitig die schwarzen Pullis verschwinden ließen und bunt gekleidet wieder rauskamen.
Ihre Meinung war, dass sie bei echten Autonomen zumindest einen bestimmten Grad an Individualität kennt, so dass jeder doch etwas anders angezogen ist (und nur die Schals wohl alle gleich waren, wahrscheinlich die billigsten).
Daher liegt es nahe, dass zumindest diese eine Gruppe keine Autonomen waren, sondern vielmehr Neonazis, die den Gipfel in Gealt ausarten sehen wollten. Denn Angst hilft den Neonazis in ihrer verqueren Argumentation.
Deswegen möchte ich sie bitten, nochmal etwas tiefer zu schauen und zu prüfen, wieviele der angeblichen Autonomen in Wirklichkeit Faschisten waren, die den Gipfel für sich missbrauchen wollten.
Die Demoleitung hat sich übrigens deutlich von jeglichen Faschisten abgegrenzt. O-Ton: "Hier ist kein Platz für Nazis!" Wir demonstrieren für Frieden und Solidarität, und diese Ziele sind mit Nazis und braunem Gedankengut unvereinbar.
Was natürlich die Nazis nicht davon abhält trotzdem zu versuchen sich einzuschleichen oder friedliche Demonstationen zu diskteditieren.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
→ Antwort auf den Kommentar Denkt bitte an diesen Unsinn hier, wenn ihr nächstes Mal von Sony was kauft zum Artikel Klage gegen Sony wegen Linux-Aussperrung von der PS3 weitgehend abgewiesen auf Heise.
Ich habe aufgehört von Sony zu kaufen, als ich Ersatz für Wattepads meiner 70 Mark Kopfhörer brauchte, und Sony dafür 50 Mark pro Pad wollte.
Langfristig hat sich das als richtig erwiesen, auch wenn ich die Spiele der Playstation vermisse…
Die konsequente Reaktion ist übrigens, keine unfreie Hardware oder Software zu kaufen. Alles, das ich nicht vollständig selbst kontrollieren kann, gehört mir nicht wirklich.
→ Wo immer möglich nur freie Software nutzen, also auch kein Windows oder MacOSX, sondern nur GNU/Linux, BSD, GNU Hurd oder ähnliche.
Nur unfreies nutzen, wo es egal wäre, wenn es morgen schon nicht mehr existieren würde.
→ zu Retten wir die Futurezone in der Taz.
Das heißt, ich kann wegen einem §ℓ$€ Gesetz WDR2 Kabarett in meinem Podcast nur 7 Tage zurück abrufen und verpasse tolle Inhalte, wenn ich vergesse vor dem Urlaub das PodCast-Programm zu starten und auf auto-download zu stellen?1
Das ist eine verdammte Unverschämtheit!
Und die Taz zeigt, dass eine gute Zeitung die öffentlich rechtlichen nicht fürchten muss.
Wenn sich ein linkes Blatt mit klar begrenzter Zielgruppe „trotz“ der öffentlich rechtlichen halten kann, dann kann die Situation der „Massenzeitungen“ nicht so schlecht sein, sondern höchstens der Mehrwert für deren Leser so gering, dass niemand dafür Geld ausgeben will.
Wie mit dem Kampf gegen Tauschbörsen wird mal wieder versucht, mit Gesetzen eine Industrie zu retten, die die Zeit verschlafen hat und jetzt allen anderen Schlafmittel verordnen will.
…und sowas macht mich verdammt wütend.
Info dazu auf nachdenkseiten.de2 ↩
Irgendwie hatte ich das verpasst, obwohl es mich heftig betrifft :( ↩
→ zu Warum Sie nicht mehr finden, was Sie suchen in der Tagesschau.
Die Beiträge zu löschen, für die ich die letzten Jahre jeden Monat GEZ gezahlt habe, ist für mich schlicht und einfach Diebstahl.
Das gleiche gilt für die PodCasts im WDR. Ich habe seit Monaten mein PodCast-Programm mindestens einmal die Woche an, damit ich keine Kabarett-Sendung verpasse. Letztes Jahr habe ich vor dem Urlaub vergessen, es anzuschalten, und prompt zwei Folgen vollständig verloren. Die Beiträge von Volker Pispers höre ich auch Jahre später noch sehr gerne. Sie sind für mich ein Rückblick in die Realität der letzten Jahre, und die beiden vepassten Folgen tun weh.
Ich zahle gerne GEZ, weil ich die Inhalte der öffentlich rechtlichen denen in den privaten Sendern vorziehe (und Deutschlandfunk immernoch der beste Musiksender ist – trotz 80% Wortanteil!). Außerdem will ich eine von Finanzinteressen unabhängige Presse. Woher sollen sonst halbwegs unparteiische Informationen zum Fehlverhalten von finanzstarken Gruppen kommen? Von den von ihnen finanzierten Sendern?
Und die Politiker, die mir die bereits gezahlten Inhalte wegnehmen und so die Monopolinteressen der Privaten über den Bildungsauftrag der öffentlich rechtlichen stellen, sind für mich schlicht und einfach Diebe.
Tauschbörsennutzer werden als Raubkopierer bezeichnet, obwohl sie niemandem etwas wegnehmen.
Was sind dann Politiker, die uns ganz direkt unsere bereits bezahlten Inhalte stehlen?
Für Mikroblogger: Filesharer sind Raubkopierer, obwohl sie nichts entfernen. Was sind Politiker, die bezahlte Inhalte stehlen? → http://draketo.de/node/333
PS: Die Kommentare auf der Seite der Tagesschau wurden bereits depubliziert. Ich bin froh, dass ich meinen hier bewahre.
→ zu Depublizieren aus dem Tagesschau Blog. Sollte der Beitrag nicht mehr existieren, dann wurde er bereits depubliziert.
Ich möchte mich der Anfrage anschließen, alle Inhalte, für die Sie ausreichend Rechte haben, unter freie Lizenzen zu stellen.
Lizenzen, die sich eignen:
GPLv3: Jeder kann es nutzen und muss seine Änderungen wieder freigeben. Die verbreitetste Lizenz von Freier Software → http://gnu.org/licenses/gpl.html
cc-by-sa: Wie GPL, nur mit etwas schwächerem Schutz und mehr schönen Bildern :) → http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/
cc-by-nd: Darf nicht geändert werden → http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/
(Sie können auch mehr als eine Lizenz nutzen, wenn sie möglichst breite Weiternutzung ermöglichen wollen)
Damit könnten Sie einfach arbeiten wie bisher und nach der Produktion prüfen, ob Sie ausreichend Rechte für freie Lizensierung haben.
Wenn ja, einfach frei lizensieren (die stärkste Lizenz, die sie nutzen können: GPL > cc-by-sa > cc-by-nd), aber für spätere Nutzung auch unfreie Nutzung möglich halten (wenn die Nachricht später mit unfreien Bildern bereichert werden soll). Durch saubere Quellenangaben könnte das sogar automatisiert werden.
Unfreie Nutzung möglich halten heißt einfach, vom Macher der Sendung vorlangen, dass er auch unfreie Nutzung erlaubt. Wenn die Lizenz erst nachträglich hinzugefügt wird, dürfte das automatisch so sein, da die Macher dann alle verschiedenen Nutzungen erlauben sollten (um keine inkompatibilitäten mit Archivmaterial zu erzeugen, also alle Materialien zu nutzen).
Nebenbei finde ich es klasse, dass Sie die Informationen dazu in der 20:00 Uhr Tagesschau gebracht haben. So ein tiefgreifender Eingriff in die Pressefreiheit und Ihren Bildungsauftrag ist definitiv wichtig genug dafür!
Und so habe ich ihn im Video-Podcast gesehen.
PS: Nur nichtkommerziell nutzbare cc-lizenzen sind dafür sinnlos. Damit könnten Sie nämlich die Werke nicht nutzen, die andere mit Ihren Beiträgen erstellen.
PPS: Zusätzliche Infos zu Problemen von Creative-Commons Lizenzen für freie Werke.
-> Kommentar zu Tausch-Netzwerke: Schnüffeln und Schnüffeln lassen im Beobachter.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Nutzer auf den Pausenhof zurückgehen ist minimal.
Was stattdessen passiert ist, dass sie immer mehr Dienste wie Rapidshare nutzen, die zentralisiert arbeiten (d.h. ein Unternehmen nimmt Geld damit ein) und so die Gefahr von mafiösen Strukturen bieten - was in echt dezentralen p2p-Netzen nicht der Fall ist, da sich dort alle Nutzer auf Augenhöhe begegnen und die Programmierer eher eine Nebenrolle spielen.
Die Unterhaltungsindustrie hat sich damit also selbst ins Bein geschossen, weil sie jetzt nicht mehr einer Vielzahl nur lose organisierter Individuen gegenübersteht, sondern einigen wenigen Firmen, die ihre Einkommensquelle verteidigen.
Teilweise auf der Strecke geblieben ist der soziale Gedanke des Tauschens. Und das ist auch der einzige Erfolg der Unterhaltungsindustrie, denn Musik, Filme und Spiele werden weiterhin illegal über das Netz verbreitet, nur jetzt nicht mehr von Freund zu Freund, sondern über einige wenige, große, pseudo-vertrauenswürdige Mittelsleute.
Wer wirklich sicher sein will, geht übrigens einfach ins Freenet. Das ist vollständig dezentral und anonymisiert - und ein p2p-Netz, wenn auch kein traditionelles. Es bietet einen anonymen, dezentralen Datenspeicher, in dem Nutzer ihre eigenen anonymen Webseiten (freesites) veröffentlichen können.
Sein Ziel ist die absolute Resistenz gegen Zensur, und es hat in den letzten 8 Jahren bereits einen großen Teil des Weges zu diesem Ziel geschafft.
Und unter den meisten Systemen ist die Installation inzwischen trivial: Einfach hier klicken.
Der Psychologe Georg Sieber, der eine eigene Methode zur echten Deeskalation für Polizeieinsätze entwickelt hat, beurteilt im Deutschlandradio den Polizeieinsatz in Rostock.
"Es ist eigentlich in Rostock alles lehrbuchgerecht so gemacht worden, wie es nicht sein soll."
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/631797/
Da fragt man sich doch, wer den Einsatz so geplant hat, und ob das einfach nur ein Fehler oder Absicht war.
Denn unsere Meinungen sind gefährlicher als jegliche Molotov-Cocktails, Steine und Verletzungen unter Polizisten und Demonstranten.
-> geschrieben zu D&D und Amokläufe von cyric.
Ich sehe das als die Realitätsflucht des Mainstreams: „Nein, unsere Welt ist gut, und die Schuld kann gar nicht in irgendwas liegen, mit dem ich selbst auch zu tun hatte/habe!”
Und natürlich auch nicht mit der immer unmenschlicher werdenden Gesellschaft, die uns das wundervoll billige Essen und die tollen Sonderangebote bringt, die sich eigentlich realistisch gesehen weder für den Hersteller, noch für den Verkäufer rechnen können.
Allerdings bin ich nicht sicher, ob das unserem Hobby geschadet hat. Was die Alten verteufeln, wird für den rebellischen Teil der Jugend interessant. Ich denke, es ist kein Wunder, dass sich DnD gerade in den Unis in Amerika so verbreitet hat - oft sind die Intelligenten auch die, die ihre Welt kritisch hinterfragen und rebellieren.
→ zu Musiker sind im Netz arm dran in dradio Wissen.
Ich fand ihren Beitrag sehr interessant zu hören, bin dann aber leider über einen gravierenden Schönheitsfehler gestolpert:
Sie haben gezeigt, wie online Geld sammeln funktioniert, und dass viele Künstler wenig darüber wissen, wieviel sie eigentlich online verdienen. Dann erzählen lassen, dass das Leben ohne Label schnell profitabler sein kann, wenn man seine CDs selbst verkauft.
Und dann kam plötzlich der völlig unbelegte (und faktisch falsche) Satz „das Hauptproblem sind aber die illegalen Downloads“.
Faktisch falsch, weil inzwischen viele unabhängige Studien belegt haben, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen illegalen Downloads und schwindenden Umsätzen gibt (die übrigens selbst unbelegt sind). Abgesehen davon, dass es logisch ist, dass jemand Umsatz verliert, der routinemäßig seine eigenen Kunden verklagt, bedroht und beschimpft („Musikpiraten“ sind auch die stärksten Musikkäufer), wurde in der neusten Studie, die ich gelesen habe, deutlich gezeigt, dass der von Ihnen im Bericht sogar erwähnte Effekt, dass im Netz mehr Singles gekauft werden, die weniger bringen als ganze CDs, für die Umsatzrückgänge verantwortlich ist. Die Methode war der Vergleich USA (sehr viele Singles) und Deutschland (immernoch hauptsächlich CDs verkauft).
Wer sagt, die Downloads seien das Problem, setzt fälschlicherweise „gratis herunterladen“ mit „nicht kaufen, was man sonst gekauft hätte“ gleich. Und das ist einfach Unsinn. Ich kenne keine einzige Person, die weniger Musik kauft, seit sie Tauschbörsen nutzt. Im Gegenteil kaufen die meisten mehr, aber eher von Nischenkünstlern. Teils weil der Musikgeschmack durch sehr viel mehr Musikerfahrung spezifischer wurde. Teils aber auch, weil es viele so wie ich nicht einsehen, von einer Firma zu kaufen, die sagt, wir wären ein Problem, obwohl wir ihr Geld geben.
Statt aber an ihrem Geschäftsmodell zu arbeiten, greifen die Plattenfirmen weiterhin ihre eigenen Kunden an.
Dagegen halte ich: „Gebt uns einen einfachen Weg, dem Künstler ein paar Euro zu geben und dafür was in erster Linie symbolisches Extra zu kriegen, und ihr werdet deutlich besser Geld verdienen. Solange ihr nicht behauptet, 60% eurer Kunden währen Verbrecher.“
Ich würde mir für den nächsten Beitrag wünschen, dass sie die Aussagen derer, die ein starkes finanzielles Interesse daran haben, die Vertriebskanäle von Künstlern zu kontrollieren, besser gegenprüfen statt sie einfach zu übernehmen. Allgemein: Wenn jemand sehr stark davon profitiert, wenn eine behauptete „Tatsache“ geglaubt wird, sollte die „Tatsache“ lieber doppelt geprüft werden.
Was illegale Downloads nämlich bringen ist, dass Künstler immer unabhängiger von Plattenfirmen Verbreitung erlangen können. Um hier mal die Wise Guys bei einem Konzert aus dem Gedächtnis zu zitieren:
„Und wie viele sind hergekommen, weil sie von einem Freund eine Platte gebrannt bekommen haben? Also: Bitte empfehlt uns weiter!“
Ein Kommentar mit ein paar Ideen im Forum der Petition zur Reformierung der Gema.
Wenn die Gema euch aktuell so kontraproduktiv erscheint wie mir, unterzeichnet die Petition doch auch - ihr habt noch bis zum 17.7. Zeit dafür.
Ich persönlich hatte bisher erst einmal direkt mit der Gema zu tun: Ich wollte ein selbsteingespieltes (aber nicht selbst geschriebenes) Lied auf meine Webseite stellen. Ich habe es dann aufgegeben, weil ich nicht abschätzen kann, wie oft es heruntergeladen worden wäre, so dass ich potenziell vor einem riesigen Kostenberg hätte stehen können - bei einer privaten (und nichtkommerziellen) Webseite. Ich fand das Lied toll und wollte es anderen zeigen, aber die Gebühren haben mich sehr schnell davon abgebracht.
Was ich an der Gema gut finde ist, dass sie es ermöglicht, dass Künstler Musik von anderen Künstlern spielen können, ohne sich mit jedem einzelnen Künstler direkt absprechen zu müssen (was teilweise einfach nicht geht - wenn die Adresse nirgendwo steht, kann ich den Künstler nicht erreichen).
Was ich an ihr kritisch finde, ist dass sie Musikern meiner Meinung nach unnötige Hürden in den Weg legt. Und nachdem ich mich jetzt noch etwas mehr schlau gemacht habe kommt dazu, dass sie undemokratisch, elitär und bevormundend ist, ihre normalen Mitglieder zu Gunsten bekannter und klassischer Künstler schröpft und für sich in Anspruch nimmt, jedes Lied kennen zu müssen, das irgendwo in Deutschland gespielt wird, selbst wenn die Künstler nicht in der Gema sind. Vor allem, was ich hier schreibe muss also stehen, die grundlegenden Strukturen der Gema zu demokratisieren.
Ich kann dabei eigentlich nur von dem sprechen, was ich für sinnvoll halte, ohne die gesamten Hintergründe zu kennen (hoffentlich gesunder Menschenverstand :) ). Ich hoffe, dass die Ideen denen nutzen, die die Hintergründe kennen. Falls hier irgendwas völlig sinnlos klingt, dann schreib mir das bitte! (unten ist ein Kommentarlink)
Erstmal: Eine Anerkennung von creative-commons-Lizenzen und eine Zusammenarbeit mit Künstlern, die sagen, dass ihre Werke für nichtkommerzielle Zwecke jederzeit gratis gespielt und auch geändert werden dürfen: http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/
Wer zusätzliche Rechte will, kann sie dann über die GEMA bekommen. Auch dafür gibt es bei creativecommons bereits eine Lösung: CC+: http://wiki.creativecommons.org/Ccplus
Damit wäre bereits der gesamte Bereich des ehrenamtlichen Engagements und der nichtkommerziellen Nutzung von Musik abgedeckt. Ein Künstler könnte sich entscheiden, ob er nichtkommerzielle Nutzung gratis erlauben will, selbst wenn er in der Gema ist. er könnte damit sogar sagen "Gema, vertrete mich bitte, wenn jemand meine Musik kommerziell nutzen will".
Zweitens: Fallenlassen der Gema-Vermutung (wenn das neue rechtliche Regelungen braucht, dann sei das so - dafür ist diese Petition da).
Wenn ein Musiker kein gemapflichtiges Stück angibt, dann sollte sein Repertoire schlicht als Gemafrei angesehen werden, ohne dass er all seine gemafreien Lieder angeben muss. Meiner Ansicht nach, gibt es keinen sinnvollen Grund, warum die Gema ein Recht darauf hat zu wissen, was über die bei ihnen registrierten Werke hinaus auf Veranstaltungen an Musik gespielt wird. Das gilt schon alleine aus datenschutztechnischer Sicht.
Wenn ich als Künstler der Gema nicht beitrete, will ich auch nicht, dass die Gema weiß, wann und wo meine Lieder gespielt werden.
Wenn ein Künstler gemapflichtige Lieder nicht meldet, macht er sich dann schlicht und einfach ein Urheberrechtsverstoß, weil eine Nutzung der Lieder nur bei Gemabgabe erlaubt ist. Sollte ein Künstler sich entscheiden unkommerzielle Nutzung gratis zu erlauben (nach Punkt 1), sollte auch hier jegliche Nachweispflicht wegfallen. Sollte ein Flatrate-Tarif existieren, sollten sich die Nachweispflichten auf das beschränken, was notwendig ist, um das Geld zu verteilen.
Drittens: Die Tarifstruktur sollte so einfach sein, dass keine vierstufige Navigation auf der Webseite plus PDF mit Tabellen nötig ist, um den Tarif zu finden (Abspielen -> Veranstaltung -> Tarife -> einzelner Tarif). Erstmal für Aufführen/Abspielen: Warum genügt es nicht zu unterscheiden zwischen den Punkten:
Viertens: In einem Tarif sollte nicht stehen "bei Nutzung von mp3s, ... sind zusätzliche Vervielfältigungsrechte einzuholen" (Veranstaltungen mit Tonträgerwiedergaben). Das ist nämlich die völlig unzeitgemäßge Verpflichtung, CDs von Hand zu wechseln (das mal als konkreten Vorschlag: Wenn jemand die Musik besitzt - in welcher Form auch immer - und der Gema Geld gibt, damit er sie öffentlich abspielen darf, sollte er sie in jedem Format abspielen dürfen, ohne zusätzlich zahlen zu müssen, nur weil er das Format gewechselt hat). Ich habe meine CDs im Schrank und höre die Musik vom Computer oder mp3-player. Das gleiche würde ich machen, wenn ich eine Veranstaltung organisieren würde.
Fünftens: Eine Schrankenregelung: Die Gemagebühren sollten einen bestimmten Prozentsatz der Einnahmen nicht übersteigen, denn die Musik zu spielen ist Werbung für den Urheber und damit in dessen Interesse. Als Einnahmen sollten dabei auch indirekte zählen wie Werbung, Sponsoren, o.ä. - Werbung für Produktverkäufe eingeschlossen - Werbung für Produkte bewirkt eine Einnahmensteigerung, kann also als indirekte Einnahme gewertet werden).
zu "Digitale Piraten" in der Wochenzeitung "Dar Parlament", die vom Bundestag und der Zentrale für politische Bildung herausgegeben wird:
-> http://www.bundestag.de/dasparlament/2008/14-15/Innenpolitik/19999681.ht...
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe gerade ihren Artikel über die Gesetzesnovelle zu Tauschbörsen gelesen.
Sie schreiben darin, dass "nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer" jährlich "30 Milliarden Euro Schaden" durch Prduktpiraterie entsteht und 75.000 Arbeitsplätze verschwanden.
Dabei haben sie jedoch zwei wichtige Informationen vergessen:
1) Was ist mit "Produktpiraterie" im Einzelnen gemeint?
Ist es der widerrechtliche Verkauf von Produkten (z.B. kopierten DVDs), oder ist es das kostenlose Kopieren in Tauschbörsen?
2) Wie sicher sind diese Informationen der Industrie- und Handelskammer, und welche Interessen stehen hinter diesen Zahlen?
Das heißt: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Industrie- und Handelskammer Zahlen zu ihren Gunsten rechnet und dabei Schäden aus sehr schlechter PR ("Ich kauf' nicht von denen, die meine Freunde verklagen") und Veränderungen der Marktsituation (immer mehr Künstler verkaufen ihre Alben im Internet selbst, statt zu einer Plattenfirma zu gehen) in angenommene Schäden durch (unklar definierte) Produktpiraterie hineinrechnet?
Eine Studie der Universität von Chicago belegt z.B., dass die Auswirkungen von Tauschbörsen auf Musikverkäufe nicht von Null unterscheidbar sind:
http://draketo.de/deutsch/p2p/licht/studie-p2p-auswirkungen-von-tauschbo...
Ich würde mich über Antworten von Ihnen und Klärungen dieser Fragen im Artikel (oder einer Berichtigung) freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
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Unpolitisch sein
Heißt politisch sein
Ohne es zu merken.
→ Ein offener Brief an Herrn Reinhard Bütikofer von den Grünen, der gegen seine Wähler und gegen seine Fraktion für Gallo gestimmt hat. Ich habe ihn ihm über das Kontaktformular auf seiner Seite geschrieben.
Sehr geehrter Herr Bütikofer,
Mit Ihrer Zustimmung zu Gallo setzen Sie ein verheerendes Signal für alle netzaffinen Wähler der Grünen: Die Basis ist gegen Gallo, die Fraktion ist gegen Gallo, aber gerade Sie als Leiter der Europagruppe der Grünen und Ihre Stellvertreterin Helga Trüpel stimmen für Gallo.
Warum Gallo gefährlich und sowohl für die meisten Ihrer Wähler als auch für Kreative schädlich ist, haben andere bereits ausführlich geschrieben1, deswegen will ich mich kurz fassen:
Tauschbörsen verursachen keinen Schaden. Die Argumentation, dass Leute kaufen würden, was sie herunterladen, ist eine bewusste Irreführung, die schon alleine dadurch offensichtlich wird, dass der Preis der heruntergeladenen Werke auf CD oder DVD oft ein Vielfaches des Einkommens der Nutzer wäre. Gleichzeitig geben aber Tauschbörsennutzer überdurchschnittlich viel Geld für Medien aus. Die stärkere Verbreitung von Medien durch Tauschbörsen hat daher keine signifikant negative Auswirkung auf die Verkäufe, denn nur weil jemand ein Lied nicht herunterladen kann, hat er nicht plötzlich mehr Geld, um sich Musik oder Filme zu kaufen. Im Gegenteil ist es wahrscheinlich, dass die Medienunternehmen von dem gesteigerten Interesse an ihren Werken profitieren. Wie sonst erklären Sie es sich, dass die Unternehmen überleben, obwohl sie ihre eigenen Kunden als Kriminelle bezeichnen?
Tauschbörsen ermöglichen jedem und jeder Deutschen, der/die einen Computer hat, in den Genuss von kulturellen Werken zu kommen, unabhängig von Einkommen und Vermögen. Auf die Art sind sie eine weitaus erfolgreichere Kulturförderung als öffentliche Bibliotheken, und für den Staat dazu noch kostenlos.
Tauschbörsen ermöglichen es Künstlern, außerhalb der etablierten Vertriebskanäle bekannt zu werden und machen die Kreativen unabhängiger von großen Medienunternehmen. Auf die Art fördern sie selbstständige Künstler. Ein Beispiel dafür aus Amerika sind Tom Smith2 und Howard Taylor3, die beide ihre Werke frei im Internet anbieten und damit ihren Lebensunterhalt verdienen.
Gallo will stärkere Repressionen gegen die etwa 30% Tauschbörsen-Nutzer in unserem Land. Da die Grünen viele junge Wähler haben, sind Ihre Wähler davon überdurchschnittlich stark betroffen.
Gallo fordert „nichtlegislative Maßnahmen“, um Tauschbörsen zu bekämpfen. Das bedeutet, Firmen sollen am Staat vorbei Sanktionen gegen Nutzer anderer Firmen verhängen können. Dass hierbei die Beweislast kaum mehr bei den Firmen liegen kann wird schon dadurch deutlich, dass kaum ein Computer im Internet sicher ist (zumindest fast keiner auf dem Windows läuft). Wollen Sie wirklich, dass tausende von Internetnutzern ihre Internetverbindung verlieren, weil ihr Computer einmal von einem Virus befallen war? Oder weil jemand in Ihr lokales Netz eingebrochen ist? Und wollen Sie wirklich, dass private Firmen ohne staatliche Kontrolle Strafmaßnahmen verhängen dürfen?
Aus diesen Gründen, und weil es ein verheerendes Signal sendet, wenn die beiden Leiter der Europagruppe gegen ihre eigene Fraktion stimmen, möchte ich sie bitten, in Zukunft die Folgen Ihres Abstimmungsverhalten für Ihre Wähler und Ihre Fraktion gründlicher zu überdenken oder einfach ihren internetaffineren Fraktionskollegen zu vertrauen.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
PS: Wenn auch du ihm schreiben willst, was du von seiner Abstimmung hältst, kannst du das Kontaktformular auf seiner Seite nutzen. Wenn du stattdessen Helga Trüpel schreiben willst (die beiden sind die einzigen Grünen, die für Gallo gestimmt haben), findest du ihre E-Mail-Adresse auf ihrer Kontaktseite. Sie müssen hören, was wir von ihrer Abstimmung halten, wenn sie realisieren sollen, dass sie sich mit ihrer Abstimmung nicht nur gegen ihre Fraktion, sondern gegen ihre eigenen Wähler gewandt haben. Manchmal braucht das freie Gewissen etwas Nachhilfe um zu realisieren, was falsch und was richtig ist, v.a. in Bereichen von denen die Betreffenden wenig Ahnung haben.
PPS: Ich habe auch einen offenen Brief an Frau Trüpel geschrieben.
Tom Smith: Selbstständiger Musiker, der das Internet als Vertriebskanal nutzt. ↩
Howard Taylor: Webcomic-Autor, der sein Geld damit verdient, seinen Comic gratis ins Netz zu stellen und ihn nachträglich als Buch an seine Fans zu verkaufen – während die Comics im Netz sind. ↩
Reinhard Bütikofer hat mir auf Abgeordnetenwatch eine Begründung für seine Entscheidung geschrieben, und die Antwort hat meinen Respekt.
UPDATE: Maha (Martin Haase), Professor für Sprachen, hat auf dem 27c3 in seinem Vortrag Ich sehe nicht, dass wir nicht zustimmen werden – Die Sprache des politischen Verrats und seiner Rechtfertigung die Antwort analysiert. Mein Respekt war offensichtlich fehlgeleitet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so leicht auf rhetorische Tricks reinfalle. Nächstes Mal bin ich vorsichtiger.
Er hat dabei wiederum Fragen gestellt, und es gibt ein paar Punkte bei meinem Text, die wohl unklar waren. Ich fange erstmal mit dem Unklaren an:
Mit „gegen ihre Wähler“, meine ich nicht, dass jeder Wähler und jedes Mitglied der Grünen zwangsläufig gegen Gallo ist und die Entscheidung für Gallo verdammen würde, sondern dass Gallo jedem Wähler und jedem Mitglied der Grünen schadet, indem es Bürgerrechte aushebelt und den Ruf der Grünen bei der Netzgemeinde beschädigt – obwohl die Grünen und die Netzgemeinde sehr gut zusammenpassen. Auch wenn 1000 Leute per E-Mail schreiben, dass sie gegen Gallo sind, könnten immernoch die anderen einfach stumm bleiben. Selbst wenn aber Wähler für Gallo sind, schadet es ihnen, auch wenn sie es wegen ungenügend Überblick über den Einfluss des Internet auf ihr Leben noch nicht sehen. Nach Jahren in Tauschbörsen und vielen Diskussionen über sie – mit Nutzern und Entwicklern – denke ich, dass ich die Probleme halbwegs überblicke und eben sehe, was die Folgen des Versuches sind, Tauschbörsen zu verbieten.
Gegen ihre Fraktion schreibe ich, weil meines Verständnisses nach die Grünen grundlegend gegen Verschärfungen des Urheberrechts sind. Sauberer wäre gewesen: „Gegen Ihre Fraktion und zum Schaden Ihrer Wähler“.
Dass es keine Grundsatzdebatte zu dem Thema gab finde ich schade, ich hoffe aber, dass es sie spätestens jetzt geben wird. Das Thema ist zu invasiv, um nicht diskutiert zu werden. Dafür dürfte es ein großer Vorteil sein, dass Sie Leiter der Europagruppe sind. Und ich finde es klasse, dass Sie eben nicht der Herde nachlaufen, sondern sich eine eigene Meinung bilden wollen (selbst wenn sie mal anderer Meinung sind als ich)! Das gehört für mich mit zu den Gründen, die Grünen zu wählen. Ich hoffe natürlich, dass ich ihnen nahebringen kann, warum Gallo und ähnliche Versuche der Aushöhlung der Bürgerrechte in der digitalen Welt schädlich sind und warum dem Großteil der Künstler mit einem aggressiveren nicht geholfen ist. Den internetaffinieren in der Fraktion zu vertrauen heißt hier, sie zu fragen, warum sie ihrer Meinung sind, und ihrer Einschätzung der Bereiche zu vertrauen, in denen Sie selbst nicht so firm sind. Es heißt nicht, ohne Rückfragen hinterherzulaufen (bzw. sollte das nicht heißen). Die haben nihct nur Recht (meiner Ansicht nach), sondern vermutlich auch Erfahrung (im Internet) und Argumente.
Ich bin der Meinung, dass es legale digitale Kulturangebote geben muss. Stärkere Repressionsmaßnahmen halte ich aber für den falschen Weg, weil sie erstens nichts bringen (sie werden seit Jahren verstärkt und Tauschbörsen wurden immer größer) und zweitens vor allem denen Schaden, die den Künstlern Geld geben wollen. Die Rahmenbedingungen von Kultur im digitalen sind völlig andere als in der physischen Welt, denn es gibt kaum mehr natürliche Kosten der Weitergabe von Werken und es braucht viel weniger Mittelsleute, um den Künstlern Geld zu geben. Die Haltung gegen die großen Medienunternehmen ist keine Antikapitalistische, sondern eine Haltung gegen Gesetze, die unsere Bürgerrechte beschneiden, um eine Industrie zu retten, die die Zeichen der Zeit verschlafen hat (im Gegensatz übrigens zu vielen innovativen Künstlern, die das Internet als Medium nutzen und damit Geld verdienen oder zumindest über das Internet so bekannt werden, dass sie auf andere Art Geld verdienen können).
Es geht nicht um ein Eigentum, dass den Künstlern natürlich gehört, sondern um ein Vorrecht, das der Staat Künstlern gibt und das es ihnen erlaubt, die Handlungsfreiheit Anderer einzuschränken, wenn diese mit Werken arbeiten, die von dem Künstler geschaffen wurden. Sie haben also nicht das „Eigentum“ an den kopierten Werken (schließlich wird ihnen beim Kopieren nichts weggenommen), sondern ein vom Staat gegebenes Monopol zur Kontrolle der Nutzung der Werke. Dieses Monopol hat ein einfaches Ziel: Das Gleichgewicht zwischen Rechten der Künstler und Rechten der Nutzer finden, bei dem gleichzeitig die Künstler möglichst viel Geld verdienen und die Bürger möglichst viel Zugriff auf Kultur haben, die ihnen gefällt. Diese Monopolrechte als „Geistiges Eigentum“ zu bezeichnen assoziiert die Frage des Urheberrechtes fälschlicherweise mit der Angst, etwas weggenommen zu bekommen und lenkt so von der Frage ab, was wirklich gut für die Kulturförderung ist. Deswegen nenne ich diese Rechte lieber „geistige Monopolrechte“. Dazu, wann welche Rechte sinnvoll sind, habe ich schon vor einiger Zeit einen längeren Artikel geschrieben: „Geistiges Eigentum“ – Sinn des Urheberrechtes und staatlich garantierter Monopolrechte → http://draketo.de/licht/politik/geistiges-eigentum-sinn-des-urheberrecht...
Ich meine nicht nur deutsche Bürger, sondern jeden Europäer (und eigentlich jeden Menschen, aber für Nicht-Europäer kann das EU-Parlament halt wenig tun…). Ich hätte das sauberer formulieren sollen.
Da meine restliche Antwort etwas länger werden dürfte, versuche ich, sie über die nächsten Tage in einzelnen Abschnitten zu schreiben:
„Dank“ Stuttgart 21 könnte es aber etwas dauern, bis ich sie alle geschrieben habe.
Die Medienunternehmen waren früher sinnvoll, weil sie
Das erste kann das Internet heute besser.
Für das Zweite degegen können sie immernoch sinnvoll sein: Sie filtern das riesige Angebot für mich, so dass ich nicht von der schieren Masse erschlagen werde.
Und auch das Dritte kann noch funktionieren. Allerdings macht die Digitalisierung es immer leichter, mit niedrigem Budget Qualitativ hochwertiges zu produzieren. 3D-Kino ist hier ein Schritt in die richtige Richtung: Immer merklich qualitativ besser sein als das, was Leute ohne die Unternehmen produzieren können.
Sie versuchen immernoch mit der ersten Aufgabe Geld zu verdienen (DRM bedeutet nur, den Kunden Autos zu verkaufen, die sich weigern, über den Schotter neben der Brücke zu fahren, so dass die Kunden wieder Geld bezahlen müssen, um auf die andere Seite zu kommen) und ignorieren dafür die zweite (die auch mit dem Internet sinnvoll sein kann). Die Funktion als Filter und Tippgeber wird sogar immer wichtiger, weil es dank massiv vergrößertem Angebot immer schwerer wird, unter den ganzen Medien diejenigen Medien zu finden, die einem wirklich gefallen.
Wer versucht, mit Brückenzoll Geld zu verdienen, nachdem die Schlucht längst zugeschüttet ist, kann nur Pleite gehen. Stattdessen sollten die Medienunternehmen Wegbegleiter auf der Suche nach den für ihre Kunden tollen Werken sein und dafür Geld nehmen. Denn auch nachdem die Schlucht weg ist, bleibt das Land der Kunst dahinter immernoch unübersichtlich groß.
Oder den Künstlern helfen, Werke zu schaffen, die den Besuchern des Landes besser gefallen als andere, und dafür von den Künstlern Geld nehmen (was ist GarageBand von Apple anderes?). Das können die Unternehmen auch vorstrecken, wenn sie ihre alten Geschäftsmodelle behalten wollen…
Kurz: Es gibt weiterhin sinnvolle Wege, mit denen die großen Medienunternehmen Geld verdienen können. Brückenzoll gehört aber nicht länger dazu. Ihre Optionen sind, Geld damit zu verdienen
Das hier ist keine Geschichtstheoretische Abhandlung, sondern ein unvollständiger Erfahrungsbericht1, wie sich Tauschbörsen entwickelt haben, und was die Versuche, sie zu zerstören, bewirkt haben.
Sie ist Teil meiner Antwort auf die Begründung von Herrn Bütikofer zu seiner Abstimmung bei Gallo.
Um es sehr kurz zu machen: Tauschbörsen könnten nur um den Preis einer schlimmeren Zensur als der chinesischen gestoppt werden, denn jeder Datenaustausch müsste vollständig kontrolliert werden. Das ist möglich, aber nur auf Kosten der Privatsphäre und der Rede- und Pressefreiheit.
Schon ganz am Anfang des Internet gab es Tauschbörsen, auch wenn die noch nicht so genannt wurden und vor meiner Zeit waren. Damals wurden Dateien über Kanäle im Usenet (eine Art verteiltes Forum) und FTP-Server ausgetauscht, die gegen den Willen der Betreiber für diesen Zweck umfunktioniert wurden. (Geheime) FTP-Server sind immernoch das hauptsächliche Austauschmedium von verschiedenen Releasegruppen.
Tauschbörsen heißt es erst, seit Leute die Dateien nicht mehr hochladen und andere sie runterladen, sondern direkt von einem Rechner zum nächsten übertragen (p2p: peer-to-peer = Kumpel-zu-Kumpel).
Napster machte den Dateiaustausch für normale Nutzer zugänglich. Es gab einen einzelnen Server, der verbreitete, wer welche Dateien hat, und wie auch die späteren Tauschbörsen wuchs es exponentiell, denn es erfüllte ein Bedürfnis der Menschen. Es war werbefinanziert, hat nur den Tausch von Musik ermöglicht und man hat jede Datei nur von einem anderen einzelnen Nutzer heruntergeladen, wenn der offline ging, war die Datei weg und man musste eine andere Quelle finden (oder warten, bis er wieder online kam).
Als die Musikindustrie begann, auf Napster Druck zu machen, hat Napster ihnen angeboten, einen Teil der Werbeeinnahmen abzugeben, aber das wurde ausgeschlagen. Napster wurde verklagt, geschlossen und als wenig erfolgreiche Bezahlplattform wieder aufgemacht.
Die Chance, die dabei ausgeschlagen wurde ist, dass hier eine Kulturflatrate o.ä. extrem einfach gewesen wäre, dann bei Napster wusste der Betreiber noch genau, wer welche Lieder hatte. Diese Daten waren damit frei zugänglich, und es wäre trivial gewesen, eine ganze Reihe alternative Bezahlsysteme zu testen. Sogar Filter wären einfach gewesen.
Stattdessen wurde Napster verklagt und geschlossen, und es passierte das, was immer passiert, wenn man etwas zerstört, das ein Grundbedürfnis von Menschen erfüllt: Es gab Nachfolger, und die waren nicht so einfach zu verklagen, denn sie hatten keinen zentralen Server mehr und waren damit nicht mehr für das verantwortlich zu machen, was die Nutzer mit ihrem neutralen Werkzeug taten. Und die Nachfolger waren besser (also effizienter).
Gleichzeitig waren die Nutzer gelinde gesagt nicht allzu glücklich, dass ihre Quelle für Musik zerstört wurde, und die Band Metallica, die an der Klage gegen Napster beteiligt war, hatte teilweise einen so schlechten Ruf, dass im Internet das Gerücht weite Kreise zog, dass Metallica eine bestimmte Akkordfolge auf der Gitarre patentiert hätte (was recht deutlich zeigt, wie unglaublich schlecht ihr Ruf in der Netzwelt war).
Eins der Nachfolger-Systeme war Gnutella, ein vollständig dezentrales Netzwerk, auf das Nutzer mit einer ganzen Reihe oft freier Programme zugreifen konnten. Es baut darauf auf, dass sich jeder Nutzer mit ein paar anderen verbindet und dass sie Suchanfragen weitergeben, wie es bei einer Telefonlawine passiert: Einer fragt 5 andere, die fragen wieder 5 andere, usw. bis jemand eine Antwort hat. Trotz ein paar Erweiterungen ist das immernoch der grundlegende Suchmechanismus, wie Gnutella funktioniert. Zum herunterladen nutzt es das Standard-Protokoll HTTP, das auch bei fast jedem Download aus dem normalen Internet verwendet wird. Eine etwas ausührlichere Beschreibung der Grundprinzipien, die für normale Nutzer lesbar ist (und nicht nur für Entwickler), gibt es unter Gnutella für Benutzer (das ist mein eigener Hauptbeitrag zu Gnutella).
Das zweite System war edonkey, ein unfreies Programm, das viele kleinere Server genutzt hat, aber nicht vollständig dezentral war. Es hat es zum ersten Mal einfach gemacht, riesige Dateien weiterzugeben, indem eine Datei in viele kleine Stücke zerhackt und dann von vielen Leuten gleichzeitig heruntergeladen wurde. Dieses System (swarming) wurde von Gnutella dezentralisiert (so dass es keinen Server mehr braucht: download mesh) und später von BitTorrent zentral gehalten und vereinfacht. Als die Musikindustrie anfing, edonkey-Server zu verklagen, wurde eine dezentrale Suchfunktion integriert. Edonkey hat damit gearbeitet, dass Links zu Dateien ausgetauscht oder auf den Servern gesucht wurden.
Die Firma hinter edonkey wurde verklagt und musste schließen. Da das Programm unfrei war, starb damit ein großer Teil des Netzes (wenn auch nicht alles, denn es gab bereits freie Programme, die das gleiche konnten). Die dezentrale Suche von edonkey lebt heute als VHT in BitTorrent fort – und als alternatives Suchsystem in Gnutella (das System heißt Kademlia und ist sehr effizient darin, exakt definierte Resourcen zu finden, während die normale Suche in Gnutella auf die Suche nach Wörtern optimiert ist).
Eine der Firmen hinter Gnutella musste schließen (Bearshare) und wurde von der Musikindustrie zu einem wenig erfolgreichen Bezahlsystem umfunktioniert (wird der gemeinsame Nenner zwischen Napster und Bearshare sichtbar?).
Eine weitere wird zur Zeit verklagt, hat aber ihr Programm seit langem unter freien Lizenzen (Limewire ist unter der GPL), so dass andere es weiterentwickeln können, wenn die Firma untergehen sollte. Limewire betreibt gleichzeitig einen Musikstore, über den die Nutzer legale Inhalte kaufen und dann via Gnutella zu vernachlässigbaren Bandbreitenkosten herunterladen können. Die Musikindustrie weigert sich, mit ihnen zusammenzuartbeiten (noch ein gemeinsamer Nenner), aber sie konnten viele unabhängige Künstler gewinnen.
LimeWire ist übrigens zusätzlich ein Beispiel dafür, wie Leute im Netz Geld verdienen können, ohne die Nutzer zu etwas zu zwingen, denn es gibt eine normale Version (gratis) und eine Pro-Version, die nur ein paar andere Einstellungen hat, die jeder etwas fortgeschrittene Nutzer auch mit der normalen Version machen kann (weil dank freier Lizensierung der gesamte Quellcode verfügbar ist).
Während Gnutella und edonkey noch verklagt wurden, tauchte ein weiterer Mitspieler auf: BitTorrent. BitTorrent ist wie edonkey teilzentralisiert, aber es ist sehr einfach, einen Server dafür aufzumachen.
Doch die großen Medienfirmen beschränkten sich nicht darauf, die Firmen zu verklagen. Stattdessen zielten sie auf normale Nutzer von Tauschbörsen ab, also genau auf die Leute, die auch ihre Medien kauften, und begründeten so ihren Ruf als Blutsauger. Wer seine eigenen Kunden verklagt und dann noch erwartet, dass die noch von ihm kaufen, ist entweder sehr naiv oder hält seine Kunden für dumm…
Dank der Sorge vieler Tauschbörsennutzer wurden nun verschlüsselte und anonymisierende Netze immer beliebter, bei denen es unmöglich oder zumindest sehr schwer ist, herauszufinden, von wem bestimmte Dateien kommen oder wer Dateien herunterlädt.
Die nächste Generation der Tauschbörsen lieferte zwei weitere Stärken: Gemeinschaft und Anonymität.
In BitTorrent braucht es nicht mehr viele Resourcen, einen Server aufzumachen, und da ein Torrentserver selbst keine Daten austauscht, sondern nur die Downloader koordiniert, ist ihm rechtlich schwer beizukommen. Zusätzlich gibt es viele Torrentserver mit Anmeldung, bei denen es ohne Anmeldung nicht möglich ist zu sehen, was die anderen haben. Da sich um die Server oft Gleichgesinnte sammeln und die Torrent-Server oft Bewertungsmöglichkeiten und Kommentare ermöglichen, bildete sich um BitTorrent eine deutlich stärkere Gemeinschaft als um die vorherigen Netze. Eine Gemeinschaft, die heute mit der Piratenpartei eine politische Ausprägung findet. Einen größeren Fehlschlag als eine neue, international organisierte Partei, die für die Rechte der Tauschbörsennutzer kämpft, hätte sich die Musikindustrie vermutlich kaum vorstellen können.
In BitTorrent gibt es keine global Sicht mehr darauf, welche Dateien heruntergeladen werden, so dass viele alternative Vergütungsmethoden nur noch über Gesetze oder Verträge mit einzelnen Servern möglich wären. Die großen Medienkonzerne waren also plötzlich darauf angewiesen, dass der Staat ihnen hilft, während sie vorher noch mit einzelnen Firmen oder Gruppen hätten zusammenarbeiten können. Allerdings können sie auch in BitTorrent einzelne Nutzer verklagen. Sie haben beides gemacht: Sie haben Lobbyismus betrieben, damit auch herunterladen illegal wurde (Novelle des Urheberrechtes) und sie haben im großes Stil Nutzer verklagt.
Und durch die Klagen werden mehr und mehr Nutzer überzeugt, in anonyme Netze zu wechseln, die zwar langsamer sind, aber dafür einen fast absoluten Schutz vor Klagen bieten. Beispiele dafür sind i2p und tor, die allgemeine Anonymisierungsebenen bieten, mit denen jede Art von Datenverkehr anonymisiert werden kann. Ein anderes Beispiel ist das Freenet Projekt, das ein allgemeines, nicht zensierbares, anonymes Neuigkeitenportal bietet und auch für den Austausch von Dateien genutzt werden kann, gleichzeitig vollständig dezentral ist und Foren und anonyme Webseiten bietet, durch die sich eine Gemeinschaft entwickelt hat.
Allen drei anonymisierenden Systemen ist gemeinsam, dass sie nicht mehr nur für das Tauschen von Dateien genutzt werden (und dadurch rechtlich kaum zu fassen sind), und dass sie die Nutzer vor Entdeckung durch konventionelle Mittel schützen (also durch das, was die großen Medienkonzerne legal machen dürfen).
Nebenbei: Natürlich sind i2p, tor und Freenet nicht die einzigen. Es sind nur die aktuell größten, die ich kenne.
Kurz gefasst: Nach den massiven Angriffen gegen Gnutella und edonkey bieten BitTorrent, i2p, tor und Freenet Nutzern nun zusätzlich eine Gemeinschaft und Anonymität. Und die Nutzer haben begonnen, sich politisch zu organisieren.
Aber da diese vollständig anonymen Netze deutlich langsamer sind als nicht-anonyme, suchten Leute nach Alternativen. Einige halb-legale Unternehmen sahen die Lücke, die sich dort auftat und begannen, für ein Entgeld ungeprüftes Hosting anzubieten, bei dem aus der Adresse nicht geschlossen werden kann, welche Dateien angeboten werden und bei dem der Betreiber zusichert, keine Daten zu speichern. Hier wurde zum ersten Mal richtig Geld mit dem Austausch von Dateien verdient2, und die Weitergabe von Dateien wanderte zurück auf normale Webseiten, wie früher auf FTP-Servern.
Ebenso kam das Usenet zurück (Sie errinnern sich an den Teil unter „Vorzeit“?). Hier werben nun Anbieter offen mit viel höheren Geschwindigkeiten über halb-legale Usenet-Server (die Werbung dazu findet sich auf vielen kostenlosen BitTorrent-Servern).
Youtube ist ein anderes Beispiel für ein Unternehmen, das die Lücke gesehen hat. Hier sehen sich die Nutzer durch die schiere Größe von Google vor Klagen der großen Medienunternehmen geschützt und Künstler wissen eh seit langem, dass Musikvideos auf Youtube ein Muss sind. Die Kosten für den Betrieb von Youtube sind allerdings erheblich, so dass auch Google deutlich mehr Geld umsetzen muss als beispielsweise Limewire mit Gnutella, denn die Bandbreite wird nicht mehr von den Nutzern, sondern vom Provider bezahlt.
Für ein einfaches Antesten von Medien zu zahlen, sehen Nutzer immernoch nicht ein. Seit nunmehr über 10 Jahren nicht.
Der „Erfolg“ der großen Medienkonzerne ist nun also, dass es inzwischen viele Seiten gibt, die oft illegales Hosting gegen Entgeld anbieten (z.B. rapidshare und kino.*) und mit Youtube eine Videoseite, die heute zur Jugendkultur gehört, aber einen großen Betreiber braucht – und hat. Gleichzeitig gibt es weiterhin Gnutella und anonyme Netze (und Gnutella über anonyme Netze), und auch BitTorrent hat inzwischen eine dezentrale Suchfunktion.
Und immernoch ist jeder Kinofilm bei Veröffentlichung bereits in den Netzen verfügbar – was sich wohl kaum ändern wird.
Früher hat die Musikindustrie versucht, den Kassettenrekorder zu verbieten, weil Leute damit Radiosendungen mitgeschnitten haben – und die Aufnahmen weitergaben. Heute haben sie es geschafft, dass kaum mehr ein Radiosender vor dem Lied sagt, was kommen wird, und dass meist über die Lieder gesprochen wird (die Gema will dann weniger Geld). Und, dass Leute ihr Bedürfnis nach Kultur auf andere Art befriedigen. Bei Youtube auf die ineffizienteste Art: Jedes Mal, wenn man ein Video schaut, wird es erneut heruntergeladen. In Tauschbörsen wird ein Video dagegen einmal heruntergeladen und kann dann ohne weitere Bandbreitenkosten immer wieder gesehen werden, und da fast jeder eine Flatrate hat, treffen die Kosten nur den Anbieter und Internetprovider, aber nicht die Kunden).
BitTorrent ermöglicht es Künstlern wie der Leuten von Blender, ihre Medien zu minimalen Kosten an Millionen Leute zu verteilen (und gleichzeitig mit DVD-Verkäufen Geld zu verdienen. Ein Beispiel ist Sintel), und es gibt sehr viele Leute, die aus Prinzip nicht mehr von den großen Medienunternehmen kaufen.
Die großen Medienkonzerne hatten also den Erfolg, dass Systeme, mit denen die einfach hätten kooperieren können (Napster), durch Systeme ersetzt wurden, die nicht mehr kontrollierbar sind, und dass für Filme nicht die technisch effizienteste Möglichkeit genutzt wird, sondern eine gegen Klagen geschützte, mit der bei halb-legalen Hostern teilweise kriminelle Gruppen Geld verdienen, die die Resourcen haben, Geldströme so zu verschleiern, dass sie nicht gefunden werden, obwohl die Nutzer ihnen Geld geben (und viel Werbung für Angebote schalten, die andere Seiten nicht haben wollen).
Und von anderen Nutzern werden nun zum Tauschen Systeme genutzt, die selbst den chinesischen Zensurmaßnahmen widerstehen können (dafür wurde und wird Freenet entwickelt).
Und die großen Medienunternehmen haben hunderttausenden von Nutzern durch Klagen das Leben zur Hölle gemacht und eine Schmutzkampagne sondergleichen losgetreten, obwohl viele Studien bestätigen, dass Tauschbörsen den Medienunternehmen eben keinen Schaden zufügen (ich habe hier noch eine, die die Verkäufe in den USA mit den Ferien hier korrelliert haben, in denen viel mehr Dateien verfügbar sind, und herausgefunden haben, dass die Auswirkung nicht von null unterscheidbar sind. D.h. die Verfügbarkeit in Tauschbörsen hat keinen Einfluss auf das Kaufverhalten. Wenn Sie wollen, können Sie mich über die Kontaktseite erreichen, dann kann ich Ihnen das PDF schicken).
Kurz gesagt: Die Maßnahmen der großen Medienunternehmen haben einige Nutzer in die Arme von Kriminellen getrieben, andere in komplett anonyme Netze, wieder andere in den Schatten von Google und anderen als Rechtsschutz und eine weitere Gruppe in die Politik, um sich den Medienunternehmen direkt entgegenzustellen. Alle diese Nutzer haben aber eins gemeinsam: Sie gehen weg von den großen Medienunternehmen. Ich kenne keine andere (legale) Branche, die so aggressiv gegen ihre eigenen Kunden vorgeht, und erwartet, dass die dann noch von ihnen kaufen.
Die Künstler haben so teilweise ein Werkzeug verloren, ihre Werke zu minimalen Kosten an möglichst viele Leute zu verbreiten (und so bekannt zu werden). BitTorrent ist weniger leicht zu nutzen als Gnutella (gerade für kleine Dateien), weil nicht einfach mit ein- oder zwei Klicks gesucht werden kann.
Mit jeder neuen Tauschbörse wurden die Programme besser und boten den Nutzern mehr Möglichkeiten:
Aus dieser Erfahrung bin ich sicher, dass Tauschbörsen nicht aufgehalten werden können, ohne ein System zu schaffen, dass nochmal deutlich restriktiver ist als die Internetzensur in China, denn jedes Mittel, das gegen Tauschbörsen genutzt werden kann, wird irgendwann auch für andere Zwecke genutzt werden. Also muss der Punkt als Ziel gar nicht erst bedacht werden. Es diskutiert ja auch niemand, ob wir eine Meldepflicht vor jedem Spaziergang einführen wollen (das wäre in etwa die gleiche Größenordnung an Kontrolle, eher sogar noch weniger restriktiv als das, was nötig wäre, um Tauschbörsen zu stoppen).
Tauschbörsen erfüllen das tiefsitzende Bedürfnis von Menschen nach kultureller Teilhabe und danach das weiterzugeben, was sie toll finden. Der einzige Weg, ihren Einfluss zu begrenzen ist es, ein legales Konkurrenzsystem aufzubauen, das den Nutzern die gleichen Möglichkeiten gibt (also auch die unbegrenzte Weitergabe) und es sehr einfach macht, für Inhalte zu bezahlen.
Ein Beispiel dafür ist die einzige wirkliche Innovation, die Apple mit dem iPhone geleistet hat: Bezahlen mit einem einzigen Klick. Wenn es einfacher ist, Musik zu kaufen, als sie herunterzuladen, dann werden all die Leute Musik kaufen, die keine Zeit damit verbringen wollen, ihre Lieblingsmusik erst zusammenzusuchen. Und das sind im allgemeinen diejenigen, die dank einem Vollzeitjob genug Geld haben, um für ihren Medienkonsum zu zahlen.
Der einfachste Weg, Tauschbörsen zu Geld zu machen: Ein einfaches Bezahlsystem schaffen und es jeder Nutzerin erlauben, über das System Medien zu verkaufen, solange sie 10%/20%/30% des Gewinns an die Rechteinhaberin abgibt. Tauschbörsenprogramme werden dann sehr schnell eine Bezahlfunktion integrieren. Es würde für die Betreiber schließlich genügen, eine einfache Serverquelle einzubinden, die nur freigeschaltet wird, wenn die Nutzerin bezahlt und die garantiert, dass man das gekaufte schnell findet.
Die Bezahlinformationen einfach als Metadaten in den Dateien: „Die Datei ist von der Künstlerin X und so kannst du ihr Geld geben“. Das Programm übernimmt dann die Bezahlung.
Aber das bedeutet, die Kontrolle über die Dateien aufzugeben und zu sagen „es ist uns egal, ob unsere Dateien auch kostenlos weitergegeben werden. Wir wollen mit ihnen Geld verdienen; kostenlose Weitergabe stört uns nicht.“
Und das zeigt eine der großen Krisen der großen Medienfirmen: Sie schaffen es immer weniger, dass Leute ihre Medien kaufen wollen. Inzwischen gibt es viele Nutzer, die offen sagen, dass sie den großen Medienunternehmen den Untergang wünschen. Und ein Künstler, der die Leute zwingen muss, ihm Geld zu geben, hat von vorneherein verloren, schließlich ist es gerade eine Eigenschaft von Kunst, dass sie Leute fasziniert und dazu bringt, dem Künstler etwas für diese Gabe zurückgeben zu wollen.
Durch die weitreichende Kontrolle der etablierten Medienkanäle (Fernsehen, Radio, Kino) haben die großen Medienunternehmen die Möglichkeit zu definieren, was die Mainstreamkultur ist, und sie versuchen alle Leute damit zu erpressen, dass sie nur dann an dieser Gemeinschaftskultur teilnehmen können, wenn sie ihnen Geld geben. Hätten sie dieses Machtmittel nicht, wären sie vermutlich längst Pleite gegangen – oder würden ihren Kunden einfach sagen „wenn ihr die Künstler unterstützen wollt, dann kauft ihre Platten“.
Zum Glück bildet sich aber im Internet Stück für Stück eine alternative Kultur, in der Künstler Geld verdienen, ohne ihre Kunden und Fans unter Druck zu setzen. Dazu aber später mehr…
Meine Erfahrung kommt von Jahren der Nutzung. Ich habe mit Napster angefangen, bin dann zu Gnutella gewechselt und habe nebenbei von Zeit zu Zeit edonkey verwendet und ein paar andere getestet. Seit einigen Jahren bin ich Moderator im GDF, der Mailingliste der Gnutella Entwickler, über die bis Mitte 2008 die Entwicklung koordiniert wurde und irgendwann 2004 habe ich Gnutella für Benutzer geschrieben, das die Funktionsweise von Gnutella in allgemeinverständlichen Worten erklärt (Deutsch und Englisch). Zwischendrin habe ich verschiedene anonyme Netze getestet, z.B. ants und i2p, und BitTorrent als normaler Nutzer verwendet. Heute verwende ich das Freenet Projekt, weil ich darin die beste Versicherung dafür sehe, dass wir einen Ort haben werden, an dem wir den Kampf für die Rede- Meinungs- und Pressefreiheit koordinieren können, wenn die sich aktuell abzeichnenden Zensurgesetze beschlossen werden sollten (und ihre Anwendung sich ausweitet – wie leider zu erwarten ist). Kurz: Ich habe mehr oder weniger direkt all das erlebt, von dem ich hier schreibe. ↩
Geld verdienen vs. Anonymität: Prinzipiell gilt, dass die anonymen Tauschbörsen nur solange wirklich anonym sind, wie die Nutzer kein Geld damit verdienen. Ansonsten kann nämlich der Spur des Geldes gefolgt werden. Und diejenigen, die in der Lage sind, einen Geldfluss zu verschleiern, brauchen auch keine anonymen Tauschbörsen: Die können auch normale Webseiten so anmieten, dass ihre Identität nicht gefunden werden kann. ↩
11k2 hat in seinem Blog gefragt, was wir davon halten, dass Helga Trüpel und Reinhard Bütikofer gegen ihre Fraktion für Gallo gestimmt haben.
Was ich davon halte ist einfach: 8 haben dagegen gestimmt, 2 dafür. Die zwei haben sich zu erklären, und zwar ihren Wählern und ihrer Fraktion.
Helga Trüpel hat das getan und dabei gezeigt, dass sie wenig Ahnung davon hat, wie die sozialen Strukturen im Internet funktionieren und was Urheberrechte dort anrichten, ohne den Urhebern wirklich einen Nutzen zu bringen. Ich habe ihr das öffentlich geschrieben1.
Reinhard Bütikofer hat es nichtmal für nötig befunden, sich zu erklären. Daher habe ich ihm einerseits geschrieben, dass er seinen Fraktion und seinen Wählern geschadet hat und dass er mehr über die Folgen seiner Entscheidungen nachdenken und im Zweifelsfall seinen internetaffineren Fraktionskollegen vertrauen soll2 und ihn andererseits auf Abgeordnetenwatch aufgefordert, sich zu erklären3.
Das interessante für mich: Mein tweet zu dem offenen Brief wurde viel weitergeben, auch von Grünen4, und eine Antwort auf den Brief war:
„@ArneBab Hi Arne, dein Brief an @bueti ist angemessen in Ton und Inhalt […] – Wolfgang G. Wettach, Vorstand Grüne Tübingen“
Was die Abstimmung für mich deutlich zeigt:
Ein Abdriften nach Rechts sehe ich da also nicht, sondern eher, dass das Drittel der Grünen-Politiker, das keine Ahnung vom Internet hat, leider immernoch nichts dazugelernt hat (ich lasse mich da gerne eines besseren belehren). Bei der Zensur haben sie sich enthalten (und argumentiert, dass nur die Zustimmungszahlen zählen, was soweit ich es mitbekommen habe, sogar richtig war, so dass in dem Fall Enthaltung=Ablehnung war). In der jetzigen Abstimmung haben zwei dafür gestimmt. Und wenn wir uns die Begründung von Helga Trüpel ansehen, klingt es schwer danach, als wären Lobbyisten an sie herangetreten (was bei Gallo anscheinend sehr aggressiv geschehen ist5) und hätten sie davon überzeugt so zu stimmen, denn es ist doch seltsam, wenn nur der Leiter und die stellvertretende Leiterin der Fraktion gegen ihre Fraktion stimmen und die stellvertretende Leiterin danach Verbände von Kreativen als Unterstützer nennt. Zitat: „hat die Unterstützung von zahlreichen Künstlerverbänden (u.a. FERA, EWC, FSE, FIM, ECA, SSA) und namhaften Künstlern wie den Regisseuren…“.
Um mal beispielhaft den EWC zu zitieren (weil die anderen alle nicht in den ersten Suchergebnissen von Google waren): Die Ziele des EWC sind „promoting awareness of issues such as copyright protection, licensing agreements, fair remuneration for authors, and the importance of individual creativity“. Anders gesagt: Der von Frau Trüpel genannte EWC ist eine europäische Lobbyorganisation für ein aggressiveres Urheberrecht.
Frau Trüpel hat daher vermutlich Lobbyisten mehr vertraut als ihrer eigenen Fraktion. Die Grünen haben zu dem Thema also offensichtlich einigen internen Diskussionsbedarf.
Die Statistiken auf votewatch zeigen, dass sowohl Bütikofer als auch Trüpel meist mit ihrer Fraktion stimmen67, d.h. ich vermute, dass sie Lobbyisten richtig auf den Leim gegangen sind und deswegen bei dem Thema wirklich glauben, dass ihre Fraktion unrecht hat. Ich hoffe entsprechend, dass die anderen Grünen die beiden entweder überzeugen können, dass sie sich einen Bären haben aufbinden lassen, oder sie aus der Leitung der EU-Gruppe nehmen. Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen verpflichtet, nicht ihrer Partei, und manchmal braucht das Gewissen etwas Nachhilfe, bevor es erkennt, was richtig und was falsch ist – und wo Leute versuchen, es hinters Licht zu führen.
Was ich als Konsequenz ziehe: Ich habe mir gerade Informationen zu einem Parteieintritt bei den Grünen schicken lassen8. Die Grünen vertreten mich fast überall sehr gut. Was Internet angeht brauchen aber offensichtlich einige von ihnen noch Nachhilfe, und ich denke, dass sie von innen sehr viel leichter zu erreichen sind als von außen. Und falls nicht, dann gehört das auf die Liste der Nachhilfethemen, denn die Grünen haben mit einem ähnlichen Fokus auf parteiinterner Demokratie angefangen wie die Piraten, und wenn dieses Ziel in der Realpolitik verwässert wurde, muss sich das wieder ändern, denn Parteien bleiben dann stark, wenn sie ihren Visionen treu bleiben, auch wenn das manchmal schwer ist. Sie können, was das Miteinander im Internet angeht, von den Piraten einiges lernen, und bei den Grünen ein System aufzusetzen, das dieses Miteinander ermöglicht, hat gesellschaftlich nochmal viel mehr Sprengkraft als bei den Piraten, weil es wegen der 30% nicht-internetaffinen bei den Grünen auch für Normalleute direkt nutzbar sein muss – und wenn es klappen sollte, auch genutzt werden wird.
Eine andere Frage, die sich dadurch aufdrängt ist, welche weiteren Wege es gibt, um zu verhindern, dass so etwas nochmal passiert. Es darf nicht sein, dass Lobbyisten unsere Politiker gezielt anlügen und damit auch noch durchkommen. Wenn ihr Ideen dazu habt, schreibt bitte einen Kommentar. (wegen viel Spam schalte ich die Kommentare von Hand frei, es kann daher leider etwas dauern, bis der Kommentar hier auftaucht)
Bitte um Stellungnahme an Herrn Bütikofer auf Abgeordnetenwatch ↩
Musikdieb hat dazu eine Analyse von Torrentfreak zu Lobbyismus bei Gallo übersetzt und kommentiert: Lobby at its best: Toter und 7-Jährige unterzeichnen für Urheberrechts-Verschärfung. ↩
Parteieintritt bei den Grünen: Informationen oder Eintrittsunterlagen schicken lassen ↩
→ Ein offener Brief an Frau Helga Trüpel von den Grünen, die gegen ihre Wähler und gegen ihre Fraktion für Gallo gestimmt hat. Ich habe ihn ihr per E-Mail geschickt ⇒ ihre Kontaktseite.
Sehr geehrte Frau Trüpel,
Ich habe gerade ihre Begründung dafür gelesen, dass sie für Gallo gestimmt haben, das eine private Internetpolizei gegen Urheberrechtsverletzungen schaffen will und unentgeltliche Weitergabe im Internet mit kommerzieller Produktpiraterie gleichsetzt, und ihre Argumentation spricht leider von Unkenntnis der Lage.
Die Kreativen werden durch härtere Gesetze nicht im Mindesten unterstützt, denn sie verdienen ihr Geld durch Konzerte und treue Fans, die Dinge kaufen, um sich mit den Kreativen zu identifizieren und sie zu unterstützen (damit sie mehr tolle Werke schaffen). Und diejenigen Künstler, die im Internet Geld verdienen sind interessanterweise eben die, die ihren Fans sagen „gebt es weiter! Und wenn ihr es mögt, kauft doch unsere Sonderausgabe oder gebt uns eine Spende.“
Durch das Verklagen seiner/ihrer Fans hat noch kein Künstler und keine Künstlerin mehr Fans gewonnen.
Gleichzeitig ist die nichtkommerzielle Weitergabe im Internet die effizienteste Kulturförderung, die es in unserem Land je gab. Nie zuvor hatten so viele Leute so einfachen Zugriff auf so viele kulturelle Werke. Diesen riesigen Fortschritt greift Gallo an.
Erkennen sie die Hybris darin, dass der deutsche Staat viel Geld für öffentliche Bibliotheken ausgibt, in denen ich mir die Werke der Kreativen gratis holen kann, gleichzeitig aber eine Technologie angreift, die genau das gleiche ermöglicht, allerdings ohne jegliche Kosten für den Staat?
Die Medienindustrie erzählt dabei, dass sie durch Tauschbörsen Verluste macht, schreibt gleichzeitig aber Rekordumsätze. Woher deren Verluste kommen? Das ist leicht erklärt:
„Nehmen wir an, jeder, der in der Bücherei ein Buch ausleiht, würde es auch kaufen. Dann machen wir pro ausgeliehenem Buch 15€ Verlust! Was meinen sie, was wir für Umsätze machen würden, wenn es keine Büchereien gäbe!“
Genau das ist die Argumentation der großen Medienkonzerne (wenn sie „Büchereien“ mit „Tauschbörsen“ ersetzen). Und das unterstützen sie mit ihrer Stimme für Gallo.
Daher möchte ich sie bitten, das nächste Mal die Konsequenzen ihrer Abstimmung noch etwas weiter zu bedenken, und im Zweifelsfall ihren interneterfahreneren Fraktionskollegen zu vertrauen.
Es gibt im Internet weniger eine Umsonst-Kultur, sondern eher eine „Ich zahle erst, wenn ich weiß, dass es mir gefällt“-Kultur. Denn es gibt keinen Grund mehr, die Katze im Sack zu kaufen.
Den erhofften Effekt, Tauschbörsen zu bekämpfen wird ihre Stimme übrigens auch nicht haben. Es wird genauso kommen, wie die letzten Male, wenn eine Tauschbörse geschlossen wurde: Die Nutzer wandern in besser geschützte Tauschbörsen ab. In diesen besser geschützten Tauschbörsen kann nun aber niemand mehr nachvollziehen, wie oft ein Musikstück heruntergeladen wurde, so dass alternative Vergütungswege für Kreative wie eine Kulturflatrate viel schwerer zu realisieren sind. Und glauben sie nicht, dass sich die anonymen Tauschbörsen ohne massive Grundrechtseingriffe verhindern lassen. Sie wurden teilweise gegen die Internetzensur in China entwickelt. Um sie zu stoppen müsste unser Staat daher deutlich restriktiver werden als China es heute ist, und ich hoffe, dass das nicht in ihrem Interesse liegt.
Mit freundlichen, wenn auch etwas grumpfigen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
--
unpolitisch sein
heißt politisch sein,
ohne es zu merken.
- Arne (http://draketo.de)
PS: Wenn auch du ihr schreiben willst, was du von ihrer Abstimmung hältst, findest du ihre E-Mail-Adresse auf ihrer Kontaktseite. Wenn du stattdessen Reinhard Bütikofer schreiben willst (die beiden sind die einzigen Grünen, die für Gallo gestimmt haben), kannst du das Kontaktformular auf seiner Seite nutzen. Sie müssen hören, was wir von ihrer Abstimmung halten, wenn sie realisieren sollen, dass sie sich mit ihrer Abstimmung nicht nur gegen ihre Fraktion, sondern gegen ihre eigenen Wähler gewandt haben. Manchmal braucht das freie Gewissen etwas Nachhilfe um zu realisieren, was falsch und was richtig ist, v.a. in Bereichen von denen die Betroffenen wenig Ahnung haben.
PPS: Ich habe auch einen offenen Brief an Herrn Bütikofer geschrieben.
Helga Trüpel hat eine zweite Argumentation zu ihrer Abstimmung für Gallo geschrieben. Ich habe mir die Zeit genommen, die Fehlinformationen der Lobbyisten aufzuzeigen. Den Text habe ich ihr auch als Kommentar auf ihrer Seite geschrieben. Sollte er irgendwann verschwinden, wird er hoffentlich hier weiterleben.
Sehr geehrte Frau Trüpel,
Da sie die Unterstützerlisten als Argument nutzen: Haben sie die Listen geprüft? Eine Analyse dazu1 von laquadrature.net, gibt es inzwischen zusammengefasst auch auf Deutsch2. Kurz: Die „Unterstützer“ wurden oft nicht gefragt, existieren teils nichtmal oder sind seit Jahren tot.
Allgemein werfen Sie hier viele Probleme zusammen und schreiben Tauschbörsen die Schuld zu.
Beispielsweise den Rückgang der Albenverkäufe. Gerade in den USA ist das ein riesiges Problem für die Musikindustrie. Allerdings nicht wegen Tauschbörsen, sondern wegen Singleverkäufen im Internet. Nachdem die Musikindustrie seit Jahren einzelne Lieder hyped statt konsequent starke Künstler aufzubauen, haben nun Musikfans die Möglichkeit, nur noch diese Lieder zu kaufen statt immer die ganze CD kaufen zu müssen. Was dabei auffällt ist, dass das in Deutschland noch sehr viel weniger passiert als in anderen Ländern. Unsere Tauschbörsennutzung ist allerdings mindestens genauso hoch wie in anderen Ländern. Die zurückgehenden Albenverkäufe sind also schlicht ein Hausgemachtes Problem und nicht auf Tauschbörsen zurückzuführen. Und wenn Leute nicht mehr 10 Lieder kaufen müssen, obwohl sie nur eins wollen, sinkt logischerweise auch der Umsatz, weil eben nur noch eis verkauft wird.
Dann stützen sie sich auf den Tera-Report3. Ich lese ihn gerade, und er liest sich wie eine Zusammenfassung all der Fehlinformationen, die in den letzten Jahren gestreut wurden. Fangen wir ganz einfach an:
„Im Szenario 1 wird davon ausgegangen, dass die digitale Piraterie parallel zum Filesharing-Traffic weiter zunehmen wird, was zu einer konservativen Schätzung der erwarteten Verluste führt.“
Grundfehler: Die Medienindustrie verliert kein Geld, wenn Leute mehr Medien tauschen. Sie verliert nur dann Geld, wenn Leute weniger Medien kaufen. Und nachdem bereits heute alle Medien im Netz verfügbar sind, und zwar schneller als man zur Videothek kommt, ist die Aussage einfach Unsinn: Der erhöhte Traffic geht auf größere Dateien zurück, nicht auf weniger Verkäufe.
Wie schafft man es nun aber am schnellsten, dass Leute einem kein Geld mehr geben wollen? Ein sehr effizienter Weg ist, sie alle als Kriminelle zu bezeichnen.
Und als ob das nicht verlogen genug wäre, fügen sie in der Methodik an:
„Wir setzten dann auf das Gesamtvolumen der jährlichen Copyrightverletzungen eine Ersatzrate an. Diese Ersatzrate entspricht der Anzahl von Einheiten, die aller Wahrscheinlichkeit hätten verkauft werden können, wenn es keine Piraterie (mehr) gäbe.“
Ersatzrate: 10%. Das heißt, für je 10 Lieder, die jemand runterlädt, hätte er eins gekauft. Denn weil jemand mehr Lieder runterladen kann, hat er automatisch mehr Geld für Medien… Bei TV wird es ganz verrückt: Da rechnen sie mit 30% Ersatzrate…
Ich wünschte, wir wären damit bereits fertig und Tera hätte so einen Unsinn gar nicht erst verzapft. Sind wir aber leider nicht. Die rechnen nämlich gerade mit diesen Methoden. Und sie rechnen mit seltsamer Mathematik (Seite 37):
Verluste in Deutschland 2008: 121 mio€ (Musik) + 251 mio€ (Filme) + 74 mio€ (TV) = 740 mio€.
Das ganze nochmal mit Taschenrechner: 121+251+74 = … 446. Genau.
Bei 420 Millionen genanntem Umsatzrückgang seit 2004. Ob die falsche Rechnung nun Absicht war, möchte ich nicht beurteilen.
Aber das ist noch nicht so krass, immerhin liegen genannter umsatzrückgang und behaupteter Verlust in der gleichen Größenordnung. Also schauen wir uns Italien an. Die Umsätze gingen von 2004 bis 2008 nach den Zahlen von Tera um 300 Millionen € zurück, auf etwa 1800 mio€. Durch Tauschbörsen verloren die Medienkonzerne aber angeblich 637 mio€. Anders gesagt: Die Medienindustrie rechnet uns vor, dass sie ohne Tauschbörsen nicht 15% kleiner sondern 15% größer wäre. Erklärt aber nicht, woher Leute dieses zusätzliche Geld haben sollten.
Ganz krass wird es, wenn wir uns Spanien anschauen. Da rechnen sie mit 1,3 Milliarden Verlusten durch Tauschbörsen, während sie 2004 insgesamt nur knapp 2,17 Milliarden Gesamtumsatz hatten, 2008 noch 1,65 Milliarden, ein Rückgang von gerade mal 0,52 Milliarden. Wenn also die Kunden keine Medien kopieren würden, dann wären die Umsätze der Medienindustrie auf 2,95 Milliarden € gestiegen? Das wäre ein Zuwachs um etwa 36%! Also nochmal die Frage: Von welchem Geld?
Die ganze Zahlenspielerei greift aber immernoch zu kurz. Sie rechnet nämlich immer wieder mit den Gesamtverlusten und nennt danach Tauschbörsen als Ursache. Leider haben wir keine Daten dazu, wie viele Leute keine CDs mehr kaufen, weil ihre Freunde verklagt wurden (die Industrie vor den Auswirkungen ihres Klagenwahns zu schützen ist nicht Sache der Politik, eher sollte die Politik die Kriminalisierung von 30% des Gesellschaft verhindern), und auch keine Daten dazu, wie viel Geld die Medienindustrie verliert, weil Leute jetzt Singles kaufen können, statt die ganze CD kaufen zu müssen. Aber wir können legale Downloads vs. CDs prüfen.
Um einen kleinen Anklang davon zu erhalten, nehmen wir einfach nochmal die Zahlen für Deutschland. Digitale Musikverkäufe stiegen um knapp 100 Millionen. Physikalische fielen um knapp 300 Millionen. Ein einzelnes Lied kostet im Netz etwa 1€. Eine CD kostet 15€. Wenn also nun die legalen Downloader statt einer ganzen CD einfach nur ihre 5 Lieblingslieder gekauft haben, erklärt sich bereits der gesamte Verlust des Musikgeschäftes: Die Firmen machen sich selbst Konkurrenz, indem sie das, was die Leute haben wollen, für geringere Kosten anbieten.
Alles in allem lässt sich mein Kommentar zum Tera-Report zusammenfassen als: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Vor allem nicht, wenn sie von Lobbyisten einer großen Industrie gemacht wird, die sich in den letzten Jahren einen einwandfreien Leumund erworben hat: Durch ständige Klagen gegen die eigenen Kunden, Kriminalisierungskampagnen und verlogenen Lobbyismus für Gesetze, mit denen sie ihre eigenen Kunden noch besser verklagen können.
Nun aber wieder zu ihrer Begründung.
Sie sprechen von Zwangsenteignung: Die Künstler würden enteignet, wenn sie nicht mehr jeden Vertriebsweg ihres Werkes kontrollieren können. In Wirklichkeit reden wir aber von einem Monopolrecht. Der Staat gibt den Künstlern ein Monopolrecht auf bestimmte Verwertungsarten. Und dieses Monopol ist nur sinnvoll, wenn es den Kulturellen Wohlstand in Deutschland steigert. Ich habe dazu vor einiger Zeit einen Text geschrieben, der analysiert, wie das Urheberrecht dieses Ziel am Besten erreichen kann: Sinn des Urheberrechtes und staatlich garantierter Monopolrechte, der sie hier vielleicht interessieren könnte4. Kurzform: Das Urheberrecht sollte einen Ausgleich zwischen drei Zielen erreichen:
Das ideale Gleichgewicht zwischen diesen Zielen zu finden ist die einzige legitime Begründung für ein staatliches Monopolrecht. Es gibt kein „natürliches geistiges Eigentum“, denn „geistiges Eigentum“ bedeutet immer, dass einem Menschen das Recht eingeräumt wird zu beschränken, was andere Menschen tun dürfen. Daher sind es Monopolrechte: Wer das geistige Monopolrecht auf ein Fahrrad hat (Patent), kann anderen verbieten, sich selbst ein Fahrrad zu bauen. Wer das geistige Monopolrecht auf ein Lied hat, kann anderen verbieten, dieses Lied zu singen oder weiterzugeben, und beides ist ein staatlich geregelter Eingriff in die individuelle Handlungsfreiheit.
Durch die geringeren Prouktions- und Verbreitungskosten von Medien im Internet, brauchen die Künstler deutlich geringere Monopolrechte, um die Kosten für den Vertrieb der Werke zu zahlen, so dass der Kompromiss in Richtung individueller Handlungsfreiheit verschoben werden sollte. Dass die Industrie, die sich auf die reine Verbreitung von Werken gründet, anderer Meinung ist, ist zu erwarten.
Haben Sie sich die Webseite des European writers Council angesehen? Da steht fast wortwörtlich „wir sind für ein aggressiveres Urheberrecht“. Dass die Gallo unterstützen ist klar. Die anderen haben gesagt „wir wollen nicht, dass für sie finanziell spürbare Änderungen gemacht werden, ohne dass sie klar definiert sind“. Da steht nirgendwo, dass sie gegen Änderungen sind, sondern nur, dass sie wissen wollen, worum es genau geht.
Zusätzlich sind die Unterstützerunterschriften teilweise schlicht und einfach gefälscht. Ein Toter kann keine Petition für Gallo unterschreiben und wer nicht gefragt wurde kann das ebensowenig (siehe 5: das wurde gemacht).
Zum Abschluss werfen sie „wir können Werke herunterladen“ zusammen mit „wir wollen nicht bezahlen“. Das ist aber eine falsche Schlussfolgerung.
Die funktionierende Schlussfolgerung wäre: „Wir müssen nicht mehr bezahlen“.
Wie aber z.B. Magnatune6 zeigt, ein Online-Label bei dem niemand bezahlen muss, aber so viel zahlen kann, wie er will, wollen viele Musikfans für ihre Musik bezahlen, teils sogar deutlich mehr als das, was eine einzelne CD kostet. Wir können alle Musik gratis hören, und Leute bezahlen dafür – nicht trotzdem, sondern gerade deshalb. Wer einen Künstler mag, gibt ihm Geld, damit der Künstler mehr gute Musik produzieren kann. Dass die Fans wissen, dass die meisten Künstler von jeder CD nur ein paar Cent erhalten, hilft den CD-Verkäufen logischerweise nicht, aber das ist kein Fehler der Fans sondern der Medienfirmen.
Als Abschluss will ich noch eine letzte Frage stellen: Wie passt es zusammen, dass Avatar der finanziell erfolgreichste Film aller Zeiten ist, und gleichzeitig die Medienfirmen erklären, sie würden Umsätze verlieren? Offensichtlich bezahlen ihre Kunden gerne für wirklich gute Werke. Und das, während in den letzten 4 Jahren so gut wie jeder neue Kinofilm in tauschbörsen verfügbar war, bevor er im Kino kam, Avatar genauso.
Die Medienindustrie versucht, ihre abgrundtief schlechte PR („Gib mir Geld, denn ich verklage deine Freunde!“) und ihr völliges verschlafen des Onlinemarktes dadurch wettzumachen, dass sie alternative Vertriebswege blockiert.
Tauschbörsen erhöhen nicht nur den Zugriff auf Kultur (kulturelle Diversität ist nur etwas wert, wenn sie die Leute auch erreicht), sondern bieten Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke zu vernachlässigbaren Kosten selbst zu veröffentlichen, so dass sie von großen Firmen unabhängig werden. Und neue Bezahlmöglichkeiten im Internet ermöglichen es ihnen, von ihrer Kunst zu leben, ohne Zwischenhändler zu brauchen. Indem die Künstler so unabhängig von den wenigen großen Kontrollinstanzen (große Medienfirmen) werden, steigt die kulturelle Diversität deutlich.
Und ein persönliches Beispiel: Ich habe bis 2001 etwa eine CD pro Jahr geschenkt bekommen, und das war alles an Musik, was ich gehört habe. Dann habe ich in Tauschbörsen die Musik gefunden, die mich noch heute fesselt (Filk: Science-Fiction- und Fantasy-Folkmusik). Inzwischen kaufe ich 4-6 CDs im Jahr; direkt von den Künstlern. Ohne Tauschbörsen hätte ich diese Musik nie gefunden, was ein sehr schönes Beispiel dafür ist, wie die Kulturelle Diversität und die Umsätze der Künstler gerade durch nichtkommerzielles Tauschen im Netz gesteigert werden. Und ich bin kein Einzelfall.
Die Wise Guys7 haben auf ihren Konzerten eine persönliche Erhebung gemacht: „Wie viele von euch sind hergekommen, weil sie von einem Freund eine Platte gebrannt bekommen haben? … Also empfehlt uns weiter!“
Die ihnen vorgelegten Statistiken sind zurechtgefälscht, und auch noch dreist und ungeschickt, Gallo wird, falls es umgesetzt wird, der Kreativwirtschaft mehr schaden als nutzen und gleichzeitig die Bürgerrechte in unserem Land massiv aushöhlen, zusammen mit einer noch stärkeren Kriminalisierung von etwa 30% der Bürger.
Sie haben mit ihrer Zustimmung weder sich selbst, noch den Grünen, noch der Gesellschaft einen Gefallen getan.
Bitte überdenken sie das nächste Mal, mit wem sie reden, wenn ihnen ein Lobbyist eine Statistik in die Hand drückt. Ihre Fraktionkollegen wissen vermutlich deutlich besser, was wirklich sinnvoll für unser Land ist, als ein Lobbyist, der nur an seine eigenen Pfründe denkt und dafür auch mal Statistiken fälscht8.
Mit freundlichen Grüßen, Arne Babenhauserheide
Anti-Pirates List Dead and Pre-Teen Artists as Petition Signatories ↩
Lobby at its best: Toter und 7-Jährige unterzeichnen für Urheberrechts-Verschärfung ↩
[Der Tera-Report (PDF)](http://www.iccwbo.org/uploadedFiles/BASCAP/Pages/Aufbau einer digitalen Wirtschaft.pdf) ↩
„Geistiges Eigentum“ - Sinn des Urheberrechtes und staatlich garantierter Monopolrechte ↩
Anti-Pirates List Dead and Pre-Teen Artists as Petition Signatories ↩
Anti-Pirates List Dead and Pre-Teen Artists as Petition Signatories ↩
→ Kommentar zu Alice Schwarzer zur WM „Ohne Feminismus kein Frauenfußball!“
Seit Schwarzer für die Bild schreibt ist für mich klar, dass es ihr nicht um den Kampf gegen Unterdrückungen geht.
Dass sie in der Bild über Feminismus schreiben kann heißt doch nur, dass sie es geschafft hat, ihre Sicht auf Feminismus von Gerechtigkeitsfragen komplett abzukoppeln.
Ist ja egal, wenn die Mehrheit der Frauen arm ist und kaum Freiheiten hat. Hauptsache ein paar Priviligierte können behaupten, das wär jetzt alles gerecht.
Der Feminismus hat viel erreicht, und Alice Schwarzer arbeitet inzwischen in der Bild daran, dass es damit nun auch gut zu sein hat (und enden soll). „Sie hat die Fronten gewechselt, alle finden sie wunderbar…“ — Bye bye Alex, Tote Hosen
→ Kommentar zu dem Artikel Der Internet Ausweis in der Ct
Dass der CCC Selbstverständlichkeiten erzählt, wenn er sagt, dass Schadsoftware auf dem Rechner Tastatureingaben abfangen kann, ist klar.
Aber wenn das eine Selbstverständlichkeit ist, dann sollte es auch selbstverständlich sein, dass ein System, das den Nutzern viel mehr Verantwortung am Rechner gibt (amtlicher Identitätsnachweis) auf keinen Fall von der Sicherheit der Tastatureingaben abhängen darf.
Es darf auch nicht davon abhängen, dass dem Nutzer auf dem Bildschirm wirklich die Anfrage gezeigt wird, die an das Lesegerät gesendet wird.
Ob die Karte noch andere Sichenheitslücken hat ist völlig irrelevant: Wenn sie so eine Einladung für Hacker enthält (die mit bereits existierenden Trojanern ausgenutzt werden kann), sollte sie nicht verwendet werden – und erst recht nicht vom Staat ausgegeben.
Frage von Purpur-Tentakel: Die Authentifizierung über den elektronischen Personalausweis ist auf jeden Fall sicherer als die Authentifizierung mittels PGP. Möchtest du jetzt davon abraten PGP zu verwenden?
Ich würde davon abraten, über den Computer einen amtlich bestätigten Identitätsnachweis zu führen. Das mag zwar praktisch klingen, aber effektiv bedeutet es nur, dass ab jetzt digital gestohlene Identitäten amtlich bestätigt und den analogen Identitäten gleichwertig sein werden. Dafür aber viel einfacher zu klauen.
Bevor wir das machen können, müssen Computer deutlich sicherer werden. Und das heißt z.B. kein Windows.
Einzige Möglichkeit, das wirklich sicher zu machen: Ein amtlich gesiegeltes Frontend-Gerät mit Monitor. Du kannst es an den Computer anschließen, aber alle Darstellung von Datenrelevantem geht nur über den Monitor des Gerätes. Damit wird sicher gestellt, dass der Nutzer nicht durch Fehler in seinem Computer Daten preisgibt, die er nicht preisgeben wollte.
Beispiel:
Was dein Computer sieht: Eine verschlüsselte Anfrage vom Spielehändler an das Gerät. Wartezeit (bis du alles geprüft und bestätigt hast). Dann eine verschlüsselte Antwort.
Der Spielehändler erhält genau die Daten, die du freigegeben hast, so verschlüsselt, dass nur er sie lesen kann (seine Anfrage hat er mit einer amtlich bestätigten ID signiert und für deinen öffentlichen Schlüssel verschlüsselt, den das Amt signiert hat).
Eine Antwort auf Nicht Softwarepatente sondern Trivialpatente regen mich auf:
Auch wenn ein Entwickler Jahre in einen Algorithmus steckt, baut er trotzdem auf alten Algorithmen auf und nutzt andere Mechanismen.
Außerdem ist ein Algorithmus nur Mathematik, und wer anfangen will, Mathematik zu Patentieren, kann gleich wieder Ideen patentieren - denn etwas anderes ist Mathematik nicht.
Das einzige, was möglich wäre, ist die Anwendung eines Algorithmus für eine bestimmte Aufgabe zu patentieren, aber damit wird dann das patentiert, was am wenigsten Aufwand ist, so dass das Patent zu einem reinen Blockadepatent wird.
Ein weiteres Problem hier ist, dass Software sich viel schneller weiterentwickelt als andere Gebiete der Technik, und das Patente für Software schlicht zu lange halten.
Die meisten Programme sind nach 3 Jahren überholt, das Patent würde aber ein Monopol auf Jahrzehnte zugestehen.
Nehmen wir mal folgende Situation: Ich schreibe ein Programm, das die Privatsphäre wirklich innovativ schützt und lasse es patentieren.
Dann verkaufe ich mein Patent an Microsoft/Google/... und stelle die Entwicklung des Programmes ein. Als nächstes verklage ich jeden, der ein ähnliches Programm schreibt.
Voilà: Die Entwicklung von Programmen, die die Privatsphäre schützen ist komplett aufgehalten, obwohl die Entwicklungszeit für ein ähnliches Programm jetzt vielleicht nur noch bei einem Jahr liegt.
Wenn die Entwicklungszeit von Programmen auf über 10 Jahre anwachsen sollte... wird es bereits bessere Programmierumgebungen geben, mit denen auch diese Programme schnell geschrieben werden können (sollte das nicht der Fall sein, ist da eine Marktlücke, die sehr schnell geschlossen werden wird - es sei den es hält jemand ein Patent darauf).
Gleichzeitig würden Softwarepatente die freie Softwareentwicklung komplett zerstören, da dort Programmierer als Hobby arbeiten und definitiv kein Geld haben, um eine Patentrecherche durchzuführen.
Patente sind ein Werkzeug, um der Gesellschaft stark nutzende Entwicklungen zu fördern. Dafür gibt die Gesellschaft dem Patenthalter das Privileg, ein zeitlich begrenztes Monopol auf seine Entwicklung zu haben. Im Gegenzug muiss der seine Entwicklung offenlegen und Geld bezahlen (um zu zeigen, dass seine Entwicklung entsprechend viel Geld abwirft -> krude Art um den Nutzen der Entwicklung für die Gesellschaft zu beziffern).
Softwarepatente würden der Gesellschaft aber weniger nutzen als sie schaden, zumindest solange der Nutzen von Patenten nicht den Gesamtnutzen freier Software übersteigt; auch den zukünftig zu erwartenden - und dieser Gesamtnutzen ist enorm (siehe Google, Webserver, ... der Großteil nutzt freie Software).
Wie oben geschrieben widersprechen Softwarepatente auch dem grundlegenden Programmierkonzept, da beim Programmieren die Nutzung von früheren Werken direkt zum Handwerkszeug gehört (wer anderer Meinung ist: Compiler sind auch frühere Werke, genau wie Skriptumgebungen. Viel Spaß beim Tippen von Nullen und Einsen... ).
Kommentar zu Vorwärts Marsch zum Deutschnetz.
Im Artikel wird eine wichtige Möglichkeit übersehen:
Wenn ein Staat Kinderpornographie nicht unter Strafe stellt und Deutschland die Seiten aus diesem Staat trotzdem offline haben will, dann muss es diesen Staat diplomatisch angehen, die Gesetze zu ändern.
Dafür brauchen wir kein Militär. Eine einfache totale Wirtschaftsblockade (und z.B. das Verbot jeglichen Geldtransfers zwischen dem Land und Deutschland), idealerweise in Kooperation mit anderen Ländern, würde völlig genügen.
Und sollte das nicht ausreichen gibt es immernoch die Möglichkeit, den Sender abzuschalten: Alle umliegenden Länder anhalten, die Telekommunikationsleitungen in das betreffende Land physisch zu trennen.
Ich bin mir sicher, dass alleine schon die konkrete Drohung dieser Maßnahmen ausreichen würde, um Länder dazu zu bringen, wirklich schreckliche Verbrechen unter Strafe zu stellen. Schließlich könnten sie dann ja auch keine Einnahmen durch kinderpornographische Seiten machen (totale Netzabschaltung).
Andere Rechtsstreitigkeiten im digitalen Raum können wir ja auch klären. Selbst das Urheberrecht, in dem es nicht um Verbrechen an Kindern geht, sondern nur um die Ansicht zum Monopolrecht an virtuellen Informationen, wird mit reinem diplomatischen und wirtschaftlichen Druck auf der ganzen Welt gleichgeschaltet.
Wenn wir das beim Kopieren friedlicher Aufnahmen von Musik schaffen (gegen den Großteil der eigenen Bevölkerung), sollten wir es doch auch bei der Verbreitung von Aufnahmen schrecklicher Verbrechen an Kindern schaffen (wo fast die gesamte Bevölkerung hinter den Maßnahmen stehen würde).
Eine Zensur bedeutet als immer nur, die Augen zu verschließen (sich selbst und der eigenen Bevölkerung).
Zur Antwort "wir leben eh in keiner Demokratie":
Ich gehe davon aus, dass in der Politik Menschen sitzen.
Klar geht viel um Wirtschaft, und klar werden wir teils angelogen, aber trotz allem sitzen da oben Menschen - Menschen, die wir gewählt haben.
Ich traue bestimmten Politikern einiges zu, aber ich denke auch, dass viele von ihnen trotzdem versuchen das Richtige zu tun.
Und zu sagen "die oben sind eh' böse" bringt niemanden weiter. Vor allem hilft es nicht dabei, die Lügen zu enttarnen und aktiv zu werden.
Im Gegensatz zu dem wie es oft wirkt, leben wir nämlich in einer Demokratie. Politiker können nur dann wirklich viel Unsinn anstellen, wenn ausreichend viele Leute ihren Lügen glauben und sie wählen.
Zumindest gilt das noch.
Massive Einschnitte in die persönliche Freiheit von Hartz 4 Empfängern und Zensur deuten darauf hin, dass ein Teil unserer Politiker sich darauf vorbereitet, offen gegen die Bevölkerung zu regieren.
Es liegt an jedem von uns, diese Politiker aufzuhalten.
Und wer SPD, CDU oder FDP wählt, spielt ihnen in die Hände. Dass die NPD noch schlimmer wäre, müsste ich eigentlich nicht erwähnen, aber ich halte es trotzdem für relevant. Was die mit den neuen Maßnahmen anstellen würden sollte nämlich seit gut 60 Jahren bekannt sein.
Also sollten wir dazu beitragen, dass viele Menschen vor der nächsten Wahl gründlich über ihre Entscheidung nachdenken und sich besser informieren als sonst.
Antwort zu "Das Thema ist nicht Kinderpornographie...":
Doch. Nur mit diesem Argument wurde die Zensurinfrastruktur legalisiert, daher muss sie auch immer an diesem Maßstab gemessen werden.
Und mit diesem Maßstab gemessen ist sie völlig hirnrissig.
und zu "...sondern Inhalte, die gegen deutsches oder Europäisches Recht verstoßen":
Das wird jetzt vorgebracht, aber es ist nicht der Grund, der in dem Gesetz genannt wird.
Es ist explizit das "Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen (Zugangserschwerungsgesetz – ZugErschwG)".
http://www.abgeordnetenwatch.de/internet_sperren-636-180.html http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz
→ zu „Bio überzeugt immer weniger…Grund: kritische Studien“ in der Taz.
Ich erinnere mich an diese Studien.
Eine sagte „Pestizide haben wir nicht untersucht, sondern nur Vitamingehalt“. Anders gesagt „Vielleicht vergiften sie sich mit konventionellen Lebensmitteln oder züchten Antibiotikaresistente Erreger, das haben wir nicht aber geprüft.“ bzw. „Bio enthält viel weniger Gift, hat aber nicht mehr Nährstoffe, deswegen ist es nicht gesünder“.
Ein Artikel über die gezielte Meinungsmache durch Studien, die sich nur mit Teilbereichen beschäftigen, dann aber allgemeingültige Aussagen ableiten, wäre sicher interessant.
Um den Unfug der Studien nochmal ganz deutlich zu machen eine Analogie aus der Physik:
„Wenn wir die Schwerkraft ignorieren, fällt ein Stein mit einem Kilo Masse nicht nach unten. Ein 10 kg schwerer Stein fällt dann auch nicht. Darum fallen schwerere Objekte nicht schneller als leichtere.“
Und eine aus der Biologie:
„Ein schlafender Gepard ist nicht schneller als ein schlafendes Faultier, daher sind Geparden nicht schneller als Faultiere.“
→ zu Popkomm versucht Comeback.
Sehr geehrte Redakteure der Tagesschau,
Leider plappern sie in ihrem Bericht nur nach, was die Musikindustrie an Angaben macht, warum sie Verluste mache und unterstützen damit deren Kampagne zur Verschärfung der Kontrolle ihrer eigenen Kunden.
Eine Industrie, die massenhaft ihre eigenen Kunden verklagt, behauptet, dass sie Umsatzrückgänge hätte, weil Leute Musik kopieren. Die einfache Frage „wer will Musik von jemandem kaufen, die seine Freunde verklagt“ zeigt den Hintergrund sehr viel einfacher.
Gleichzeitig können sie ihre Kunden dadurch nicht mehr zwingen 12 mittelmäßige Titel zu bezahlen, um einen Guten zu bekommen. Das ist, als müsste ich beim Bäcker, wenn ich ein Laugenbrötchen will, immer noch 12 Kaiserbrötchen dazukaufen. Da backt man seine Brötchen doch lieber selbst. Und durch Tauschbörsen wurde das möglich. Die starken Umsätze von Singles in Musikportalen bestätigen das Kaufverhalten, das die Musikindustrie auch noch selbst fördert, weil sie einzelne Lieder bewirbt, statt Künstler aufzubauen.
Hier wird eine hausgemachte Krise auf den Sündenbock „Leute geben ihre Lieblinglieder online weiter“ abgeschoben.
Und die Aussage, dass Leute nicht kaufen, wenn sie die Lieder gratis kriegen können (die immer wieder wiederholt wird), ist falsch: Gerade die, die viel herunterladen sind meist die, die auch viel kaufen, und die Verfügbarkeit von Liedern in Tauschbörsen ändert das Kaufverhalten zumindest in den USA nicht signifikant. Nur seit ihre Freunde verklagt wird halt nicht mehr von den großen Konzernen gekauft, sondern von den Künstlern selbst. Mit dem Internet ist nämlich genau das möglich, und mehr und mehr Künstler entscheiden sich dafür.
In großen Teilen der Bevölkerung werden die großen Musikkonzerne schlicht als die Definition von uncoolen, profitgierigen Parasiten angesehen, die den meisten Künstlern mehr schaden als sie ihnen nutzen. Und so wie sie weiter versuchen, die Rechte ihrer eigenen Kunden zu beschneiden (der Leute, die ihnen mal gerne Geld gegeben haben), wird sich dieser Ruf nicht allzu bald ändern.
Zum Glück gibt es aber kleine Portale und freie Musiker, die ihre eigene Wege gehen, statt weiterhin ihre Kunden erst zu verklagen und dann zu erwarten, dass die ihnen noch Geld geben. Tauschbörsen sind kein Minderheiten-Phänomen: Die Kunden sind diejenigen, die verklagt und mit schärferen Gesetzen eingeengt werden sollen. Da geben Fans ihr Geld doch lieber direkt den Künstlern.
Mit freundlichen Grüßen,
Arne Babenhauserheide
PS: Auch auf der Artikelseite der Tagesschau geschrieben, ist aber noch nicht freigeschaltet.
Zu: Schutz für Künstler wird modernisiert
und: Neue Regeln für die digitale Welt,
und: Ein Urheberrecht auf der Höhe der Zeit.
Sehr geehrte Taz-Redakteure,
Ich habe heute mit Grausen ihren Artikel im Brennpunkt vom 6.7.07 gelesen, in dem sie das neue Urheberrecht als "modernisiert" und "die Nutzung neuer Technologien erleichternd" bezeichnen und ich war schlicht geschockt in der Taz einen Artikel lesen zu müssen, der die Änderungen nicht nur beschreibt, sondern willkommen zu heißen scheint.
Ich sehe die Taz normalerweise als wichtige Gegenöffentlichkeit, die sich nicht von großen Firmen kaufen oder zu unüberlegten Artikeln hinreißen lässt. In dem Artikel zum Urheberrecht haben sie sich meiner Ansicht nach allerdings völlig verrannt.
"Auf der Höhe der Zeit" wäre ein Urheberrecht, das die Nutzung neuer Technologien fördert und das Gleichgewicht zwischen Urhebern und Käufern herstellt. Was bleibt davon?
- Bibliotheken dürfen die Möglichkeiten der digitalen Welt so gut wie nicht nutzen.
--> Ich kann schon jetzt effektiv online an einem Rechner in der Uni oder bei sf.net in Amerika arbeiten und habe damit Zugriff auf alle Resourcen. Und ich mache das Routinemäßig. Das Urheberrecht verbietet den Bibliotheken diese Nutzung, die für einen Teil der Gesellschaft bereits völlig normal wurde und noch nicht einmal mehr neu, nur noch nicht mainstream ist. Wir haben das sogar in der WG als Standard-Methode Daten auszutauschen. Wer sich auf einem Rechner online anmeldet, ist effektiv an dem Rechner. Das Urheberrecht dagegen zementiert eine Weltsicht, die längst veraltet ist, und die jeden nur dort sieht, wo er mit seinen eigenen Händen Steine aufheben kann.
- Downloads aus Tauschbörsen sind jetzt automatisch illegal, wenn urheberrechtlich geschützte Titel ausgetauscht werden. Damit sind Tauschbörsen vollständig illegal, denn ich kann erst nach dem Download wirklich feststellen, ob ich wirklich das Gesuchte heruntergeladen habe.
--> Tauschbörsen sind eine neue Art, wie Datenaustausch im Internet funktioniert: Von Mensch zu Mensch wird getauscht, was immer Menschen anzubieten haben. Damit sind sie eine Revolution in der Art, wie wir Daten wahrnehmen. Wir brauchen nur noch den (wahren) Namen des Gesuchten zu kennen und haben es dann fast sofort. Und genau das ist die Essenz dessen, was sich Informationszeitalter nennt. Nicht hemmungslose Informationssucht, sondern die Unabhängigkeit der Daten von physischen Beschränkungen, so dass die Informationen über die Daten ausreichen um die Daten zu bekommen. Diese Revolution soll das neue veraltete Urheberrecht aus der Steinzeit durch juristische Gewalt Ungeschehen machen. Dabei sind Tauschbörsen für die Gesellschaft extrem nützlich, da sie den Zugang zu Daten für Alle ermöglichen, die sich eine DSL-Leitung und einen Computer leisten, was heute keine großen Anschaffungen mehr sind, und da sie nach Unabhängigen Studien keinen Schaden für die Musikindustrie bedeuten, also direkt und ohne Kosten die Verbreitung von Kultur fördern.
-->-> Ausführlicher: http://draketo.de/deutsch/p2p/licht/studie-p2p-auswirkungen-von-tauschbo...
- Jegliche neuen Technologien werden teurer.
--> Geräteabgaben werden erhöht. Wieviel wir mehr zahlen _müssen_ überlassen wir denjenigen, die das Geld kassieren und den Großen unter denen, die uns die Geräte verkaufen.
- Die Rechte der Urheber werden geschwächt.
--> Verwertung von alten Werken auf neuen Medien wird für die Verlage leichter. Nur der Druck des Bundestages sorgte dafür, dass die Urheber überhaupt informiert werden müssen, wenn es um neue Nutzungen geht, auch wenn "die letzte bekannte Adresse" gerade bei Künstlern oft eben nicht mehr existieren wird, sie aber mit etwas Recherche auffindbar wären. In Zukunft wird wohl einfach ein Brief an die bekanntermaßen falsche Adresse gehen und drei Monate später das Werk neu veröffentlicht. "Außerdem können bereits existierende Werke künftig auch ohne Zustimmung des Urhebers in neuen Medien genutzt werden", wenn die Urheber nicht explizit widersprechen. Und da ein Urheber inzwischen nicht wissen kann, ob die Rechte nicht schon an das nächste Unternehmen weitergegeben wurden, werden viele im Regen stehen.
Alles in allem hat das Gesetz damit die Rechte der Nutzer geschwächt (Bibliotheken, Tauschbörsen) und die Rechte der Künstler beschnitten (Verwertung alter Werke) und dabei den Verwertern zusätzliche Einnahmen beschert (Geräteabgaben).
Bei all dem wurde der Einsatz neuer Technologien für die Nutzer der Werke erschwert.
Und daher ist es ein Urheberrecht aus der Steinzeit: Es versucht das Verhalten aus der Welt der Steine in die Welt der Informationen zu zwingen, wo längst andere Regeln gelten und Leute auch von diesen Regeln leben (Beispiel: http://schlockmercenary.com/ - ein frei verfügbarer Webcomic, dessen Autor von ihm lebt, http://trolltech.com - eine Firma, die eine Programmierumgebung freigibt und nur für unfreie Nutzung Geld verlangt und davon sehr gut lebt), und selbst dabei schafft es keine Fairness zwischen Nutzern, Produzenten und Zwischenleuten, sondern fördert hauptsächlich die Zwischenleute, die in der Welt der Informationen immer nutzloser werden, da ihre Aufgabe nun nur mehr in der Sortierung von Informationen, aber nicht mehr im Transport von Steinen, bzw. Daten-Trägern bestehen kann.
Und das Ergebnis haben sie "auf der Höhe der Zeit" genannt und behauptet, dass damit der "Schutz für Künstler ... modernisiert" würde.
Mit der Folge, dass ich nun nichtmal von meinem Rechner aus auf die Uni-Bibliothek zugreifen darf, obwohl die Bibliothek für die Werke bezahlt hat.
Und damit haben sie denen, die das Gesetz gemacht haben, einfach vom Munde geredet, statt selbst über die Auswirkungen des Gesetzes nachzudenken und das Ergebnis davon in den Blickpunkt des Artikels zu rücken.
Ich habe mir von der Taz einen besser recherchierten und vor allem kritischeren Artikel erwartet.
Sie sagen "Kultur und Wissenschaft können sich besser entwickeln, wenn auch Urheber und Verwerter auf ihre kosten kommen", doch sie erzählen im Artikel dann, wie enttäuscht Wissenschaftler von dem Gesetz sind, und dass es die Entwicklung der digitalen Welt hemmt, während die Rechte der Urheber beschnitten werden. Also haben sie "auf ihre Kosten kommen" offensichtlich nicht lange genug geprüft, sondern einfach angenommen, dass das nur mit dem Steinzeit-Modell geht.
Bitte Informieren sie sich auch aus anderen als den offiziellen Quellen der Gesetzemacher und Verwerter (und denen, die ihnen nachplappern).
Ein guter Ausgangspunkt dafür ist das Netzwerk Freies Wissen: http://www.wissensallmende.de/blog/
Mit freundlichen und einen Tag nach dem Schreiben jetzt ein bisschen weniger geschockten Grüßen,
Arne Babenhauserheide
- http://draketo.de
PS: Wenn sie daran Interesse haben, schreibe ich den Leserbrief gerne auch noch einmal in kürzerer Form. Diese Version ist für Sie. Falls sie ihn veröffentlichen wollen, stimme ich der Kürzung zu.
Leserbrief zu Warum wir verzichten in der Taz.
Nachdem unser Staat Hartz-IV-Empfänger immer mehr gängelt, sind meiner Ansicht nach Internetzensur und Überprüfung von Journalisten durch den Verfassungsschutz ein Versuch, unerwünschte Elementen von der Teilnahme am öffentlichen Diskurs abzuhalten.
Erst wurde ein System aufgebaut, mit dem die Leute getreten werden, und dann brauchten wir ein zweites, um ihnen ihre Stimme zu nehmen, denn wer getreten wird schreit auf.
Für mich klingt das nach dem Versuch der Etablierung eines totalitären Staates unter den Augen der Öffentlichkeit. Zumindest werden die dafür notwendigen Grundlagen geschaffen und gesellschaftlich verankert.
Daher finde ich es klasse, dass ihr euch weigert dabei mitzumachen und zumindest einen Teil der Öffentlichkeit darauf aufmerksam macht, dass da etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
Danke!
Die Taz ist toll, und ihr seid es auch!
Zu Von Amerika lernen aus der taz von 17.10.2007:
Wieso bezeichnen sie es eigentlich als positiv, dass Vodafon Geld dafür gibt, dass Leute an Privatunis geschickt werden?
Brauchen wir Privatunis?
Und warum?
Während Angela Merkel sich darin ergeht, dass das US System so gut sei, drängt sie die Frage zur Seite, warum es in den USA eigentlich Stifter so dringend braucht, nämlich weil das öffentliche Schulsystem noch maroder ist als das Deutsche, und weil Privatunis eben nicht Jedem offenstehen, sondern nur denen, die sich ein Studium leisten können.
In Deutschland dagegen steht das Studium jedem Einzelnen offen, der unser Schulsystem überlebt.
Wir brauchen nicht mehr Studenten = Geld für Privatunis, sondern mehr Studenten und mehr Förderung für öffentliche Universitäten.
Und die Lehre braucht an unseren Universitäten einen höheren Stellenwert.
Warum dürfen Professoren Drittmittel einwerben, die nur der Forschung zugute kommen? Warum wir nicht gesetzlich geregelt, dass jegliche Drittmittel der Uni zumindest zum Teil der Lehre zufließen müssen?
Oder besser noch: Die Unis und Professoren den Leistungen ihrer Studenten entsprechend Geld erhalten. Besser noch: Geld entsprechend der Leistungen der Studenten, relativ zu deren früheren Leistungen in der Schule. Auf die Art würde ein Missbrauch des Systems durch Selektion deutlich erschwert, und wer einen schwachen Schüler zu einem Elitestudenten macht hat definitiv mehr geleistet als jemand, der das selbe bei einem Einser-Schüler schafft.
Es gibt unter Professoren einen großen Wettbewerb, wer die beste Forschung macht.
Warum gibt es keinen mindestens ebenso großen Wettbewerb, wer die beste Lehre macht?
Das sind die Fragen, die für Unser Bildungssystem relevant sind, und nicht "Wie bekommen wir mehr Stifter".
Diese Fragen und: "Wie schaffen wir es, Menschen wie den Hausmeister, der dem Migrantenjungen bei den Hausaufgaben hilft, mehr zu würdigen.
Die Taz geht da meiner Meinung nach in einem zweiten Artikel den richtigen Weg.
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/vom-asylheim-in-die-privatu...
→ Kommentar zu dem Artikel Innenminister sagen Massenpartys Kampf an Verbot von Facebook-Partys gefordert aus der taz.
Jetzt wollen sie also verbieten, dass sich irgendwelche Leute spontan irgendwo treffen.
Das neue ist, dass sich inzwischen 1000 Leute ohne großen Aufwand verabreden können.
Und vor dieser Organisationsmacht haben die Politiker natürlich Angst, denn bisher konnten sowas halt nur die Boulevard-Schwätzer (wieviele Leute tauchen auf, wenn ein Promi zu Besuch kommt und die Hetz-Zeitung darüber schreibt?).
Ich denke, wovor die Scharfmacher wirklich Angst haben, ist dass die Parties politisch werden. Dann würden sie sich nämlich plötzlich einer politisierten Gruppe von Leuten gegenübersehen, die genug Freizeit haben, um einfach zu irgendjemand fremden auf den Geburtstag zu fahren. Nicht abzusehen, was passieren würde, wenn die ihre Zeit für Politisches nutzen würden…
Also besser gleich im Keim ersticken. Denn nichts fürchten undemokratische Politiker mehr, als dass sich viele Leute einfach so treffen. Im 19. Jahrhundert ist daraus die Arbeiterbewegung mit dem Ideal des gebildeten Arbeiters hervorgegangen, und sowas muss unbedingt verhindert werden, wenn sie nicht riskieren wollen, dass die Perversionen enttarnt werden, die sie in unser Staatssystem hineingemogelt haben.
Diese komischen Leute aus dem Internet haben schon die Lügen von Guttenberg und Koch-Merin enttarnt und so öffentlich gemacht, dass sie sich nicht mehr ignorieren ließen. Nicht abzusehen, was passieren würde, wenn so viele Leute realisieren würden, dass einige Politiker sehr aktiv dabei sind das Grundgesetz zu durchlöchern und merken würden, dass sie was dagegen tun können.
Also besser gleich verbieten, dass sich Leute treffen, ohne dass Politiker oder irgendwelche Firmen (also wichtige Personen und nicht so ein Unterklassen-Kroppzeuch) dazu aufgerufen haben. Am besten gleich jeden, der seine Wohnung verlässt, zwingen sich zu registrieren und sich eine Erlaubnis für seinen Zielort ausstellen zu lassen, dann kann sowas gar nicht passieren…
Ich hoffe, dass auch zukünftige Generationen das noch als Sarkasmus erkennen und es nicht für den Normalfall halten.
Die Angst der Politiker vor der Bevölkerung ist umso größer, je weiter sich ihre Politik davon entfernt, die Interessen der Bevölkerung zu vertreten.
→ zu „Guttenberg soll Text der US-Botschaft kopiert haben“ in der Welt.
Verklagt Guttenberg wegen kommerziellem Urheberrechtsverstoß.
Belasst es aber nicht dabei. Er hat nicht für eine Zeitung kopiert, und auch nicht für ein Blog oder für Freunde, sondern für eine wissenschaftliche Arbeit. Und in der Wissenschaft, gerade in sozialwissenschaften, gelten strengere Regeln als wenn man einfach eine Geschichte oder seine Meinung schreibt. Diese Regeln sind eine der Grundlagen auf denen die Dynamik der wissenschaftlichen Forschung beruht. Sie so eklatant zu brechen ist schlicht eine Beleidigung.
Die Einleitung ist das Aushängeschild der Arbeit. Hier eins-zu-eins zu kopieren zeigt, dass seine Arbeit im großen und ganzen höchstens den kopierten Text bekräftigt hat, aber keine neuen Erkenntnisse brachte. Oder, dass er seine Leser so gering achtet, dass er ihnen seine Ergebnisse noch nicht einmal selbst vorstellen will.
Die Nachdenkseiten bezeichnen das treffend als „Flüchtigkeit des Anstands der Konservativen“.
Wenn von und zu Guttenberg schon in einer wissenschaftlichen Arbeit so lügt oder schlampt, wie trifft er dann erst Politische Entscheidungen?
PS: Es ist interessant zu lesen, dass die Suche nach Verstößen in dem Artikel der Welt als „Jagd“ bezeichnet wird, wenn sie von Normalbürgern gemacht wird, und nicht als „lückenlose Aufklärung“, wie sie Politiker gerne versprechen.
PPS: Die Morgenpost spricht Guttenberg gleich mal vorauseilend heilig: „Rücktritt würde #Guttenberg zum Heiligen machen“ – Nein: Funken Anstand ≠ heilig → Offensichtliche Meinungsmache der Morgenpost. Rücktritt wäre heilig (an den Maßstäben der CDU gemessen?), also ist es ja schon ausreichend, wenn er überhaupt irgendwas tut.
-> Kommentar zu Urheberrecht - Kein Denkmalschutz im Börsenblatt.
Ich habe ein Online Taz-Abo, obwohl ich alle Inhalte auch Gratis kriegen könnte (auf taz.de ). Warum? Weil ich die Taz toll finde und unterstützen will.
Ich bezahle Dinge, wenn ich sie mag - nachdem ich sie "konsumiert" habe.
Was mir bei ihnen fehlt ist ein Grundvertrauen in die Qualität der eigenen Werke. Ein Vertrauen darein, dass ihre Kunden ihre Werke so unterstützenswert finden, dass sie ihnen Geld geben wollen, damit sie weitermachen.
Solange sie ihre potentiellen Kunden erstmal als potentielle Feinde behandeln ("wir brauchen DRM" = "Wir müssen unsere Kunden ihrer digitalen Freiheit berauben"), können sie kaum erwarten, dass die sie unterstützen wollen.
Statt "ihr müsst uns bezahlen" würde ich mir wünschen, dass sie sagen "so könnt ihr uns mit nur einem Klick geben, was euch das Werk wert war".
Es gibt sogar Restaurants, die genau damit gut verdienen.
Ein Gesetz, das dafür einen sinnvollen Rahmen schafft (leichtes, sicheres Bezahlen, wann der Kunde will), könnte wirklich was bewegen.
Und nein: DRM ist nicht notwendig. Es ist gesellschaftsschädigend, weil es uns unsere Handlungsfreiheit nimmt und so das Gewaltmonopol des Staates verletzt.
Und "Kosten für das Hosting" werden durch neue Techniken immer vernachlässigbarer. In p2p Netzen zahlen z.B. die Nutzer selbst für die Bandbreite, weil alle Inhalte von Privatleuten hochgeladen werden. Die Urheber haben keinerlei kosten, erreichen aber Menschen, die ihre Werke anders nie kennengelernt hätten, so aber vielleicht zum gerne zahlenden Fan werden.
PS: Ich habe entschieden, das jetzt auch für mich umzusetzen. -> Spenden.
Zum Spiegel-Artikel Statt Kopierschutz: iTunes-Songs wissen, wer sie gekauft hat
Sie verlinken den BitKom Leitfaden zur Privatkopie, daher möchte ich sie auf ein kleines Problem damit hinweisen: "Privatkopien werden offiziell nur geduldet – ein Recht darauf gibt es nicht."
Dazu aus dem UrhG: "§ 53 Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch (1) Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen, soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird." - http://bundesrecht.juris.de/urhg/__53.html
Darin wird ganz direkt das Recht auf Privatkopien beschrieben, zumindest solange "Ich will einem Freund ein Geschenk machen" eine private Nutzung ist.
Das bedeutet, dass der BitKom Artikel mit einer grundlegenden Falschaussage beginnt, was seine Glaubwürdigkeit deutlich untergräbt.
Wer diesen Leitfaden nutzt, könnte in die Gefahr kommen, Rechte nicht wahrzunehmen, die er hat.
Wenn natürlich alle denken, dass sie diese Rechte nicht haben, wird es nicht mehr lange dauern, bis uns diese Rechte genommen werden - schließlich braucht sie ja niemand.
BitKom hat Interessen, und der Leitfaden ist offensichtlich ein PR Werkzeug - er ist keine unabhängige Informationsquelle und sollte auch nicht so behandelt werden.
Die Anweisungen klingen zwar schlüssig, aber ich traue mir nicht zu, alle versteckten Tricks gefunden zu haben, mit denen die Ansichten des Lesers verdreht werden sollen. Zumindest ein Beispiel habe ich, um zu zeigen, wie verdreht das Zeug ist, auf das man dabei achten sollte:
Die Inhaber von Urheberrechten können seit einigen Monaten direkt von Internet-Providern verlangen, Adressen mutmaßlicher Raubkopierer herauszugeben. Dazu brauchen sie eine richterliche Anordnung.
Sie können also direkt verlangen ... anders gesagt: "sie können direkt zum Provider gehen und die Daten verlangen". Was schlicht falsch ist und erst im nächsten Satz korrigiert wird: Sie brauchen richterliche Anordnung, das heißt, der Richter kann direkt verlangen.
Und das heißt wieder, dass die Urheber eben nicht direkt verlangen können.
Und es geht noch einen Schritt weiter: Sie sprechen von den Inhabern von Urheberrechten, was impliziert, dass das nicht der Urheber selbst sein muss. Aber in Deutschland kann das Urheberrecht nicht abgegeben werden, sondern nur Nutzungsrechte. Da mag ein Verdacht auf Tatsachenverzerrung aufkommen, der sich seltsamerweise sehr schön damit deckt, dass Künstler sehr oft keine eigenen Nutzungsrechte mehr an ihren Werken haben.
Und das alles findet sich in gerade mal zwei Sätzen.
Denkt immer daran, dass BitKom mit dem Leitfaden eigene Interessen vertritt, und vertraut eure Rechte nicht denjenigen an, die kein Interesse daran haben, dass ihr sie wahrnehmt.
Ich habe gerade den Artikel von Günter Wallraff in der Zeit gelesen und konnte die letzten Absätze nur noch unter Tränen fertig lesen.
"Ein neuer Arbeiter steht in der Halle, allein, verzweifelt, er schreit, weil er sich verbrannt hat. Er hat keine Ahnung, was er tun kann, niemand hilft ihm, auch keiner der Kollegen. Genauso stand ich am ersten Tag in der Halle. Nur dass für mich der Albtraum immer ein absehbares Ende hatte, für ihn nicht. Für ihn währt dieser Albtraum wahrscheinlich noch heute."
Alleine stehend klingt der Absatz für mich schon schlimm, aber im Kontext des gesamten Artikels, der die grausamen Arbeitsbedingungen dort beschreibt, war es für mich reiner Schrecken.
Lest es lieber selbst und lasst ihn für sich selbst sprechen:
- http://www.zeit.de/2008/19/Wallraff-19?page=all
Ich weiß, das klingt zahnlos, aber das darf es nicht geben. Nie und nirgendwo.
→ Kommentar zu dem genussvollen aber kurzsichtigen Grünenbashing „Krankheit ins Weltkulturerbe?“ Danke an Benjamin für das Aufzeigen des eigentlichen Problems in dem Artikel.
Ich finde es schade, dass du deinen gesamten Artikel auf einer Spitzfindigkeit aufziehst. Du sagst „Krankheiten sind etwas, das wir bekämpfen können“ (was ich positiv finde), lässt aber die Frage weg, was eigentlich eine Krankheit ist, und warum wir sie als negativ sehen.
Der Artikel von Kurth ist etwas missverständlich, und du wählst genussvoll die schlechtest mögliche Interpretation - und greifst dabei noch zu kurz.
Er sagt „wer eine Behinderung als schlecht bezeichnet, bezeichnet damit automatisch behinderte Leute als schlecht“, dass die Wertung sich also nicht von den Betroffenen Personen isolieren lässt. Wer sagt „nicht gehen zu können ist schlecht“ sagt automatisch „Leute, die nicht gehen können, sind schlecht“.
Der Artikel lässt sich zwar verstehen als „wir sollten Leute verkrüppeln und mit Krankheiten infizieren“, aber das greift zu kurz. Kurth sagt in seinem Artikel, dass Krankheit und Erkrankte nicht voneinander getrennt werden können. Der Argumentation folgend kann der letzte Satz sich nur auf Krankheit und Erkrankten zugleich beziehen und heißt schlicht und einfach: „Wir sollten eine Krankheit oder eine Behinderung nicht zum Stigma werden lassen, sondern positiv damit umgehen“ - was dadurch nochmal offensichtlicher wird, dass er den Text als Abgrenzung von Singers Philosophie schreibt.
Die eigentlichen Fragen, die eure beiden Artikel aufwerfen, lässt du leider außen vor: „Welche Mittel sind zur Bekämpfung von Krankheiten legitim?“ Und „Was ist eigentlich Krankheit, und wodurch wird sie zum Problem?“.
Wäre eine Krankheit, die Leute zu sozialem Verhalten ermutigt, etwas das man bekämpfen sollte?
Und ab wann entsteht aus dem Kampf gegen Behinderungen ein sozialer Druck gegen jede Art des Anders-Sein?
Für mich ist eine Krankheit oder Behinderung dann etwas negatives, wenn sie sowohl dem Individuum als auch der Gesellschaft große Kosten verursacht ohne etwas entsprechendes zurückzugeben, wenn also sowohl das Individuum als auch die Gesellschaft die Krankheit nicht haben wollen1 - betrachtet über das gesamte Leben, was leider nur im Nachhinein möglich ist. D.h. wir müssen normative Entscheidungen treffen. Da die Antwort, ob etwas negativ ist, nur im Nachhinein sicher möglich ist, sollten wir mit dem Begriff „Behinderung“ vorsichtig umgehen und lieber mehr Anders-Sein akzeptieren.
Als provokative Frage: Ist der kurzsichtige Egoismus der Manager, die die Finanzkrise verursacht haben, eine Behinderung, die wir ausmerzen sollten?
Zur Frage von tichodrama: Wenn die Gesellschaft nicht der Meinung ist, dass etwas bestimmtes eine Krankheit ist, dann sehe ich es erstmal als Eigenart. Ich kann sie trotzdem loswerden wollen, aber ich kann mich dabei nicht auf die Unterstützung der Gesellschaft verlassen (also z.B. auf die Krankenkasse), sondern muss es selbst in die Hand nehmen. Ich selbst kann dann zwar sagen „das ist eine Krankheit“, aber für die Gesellschaft mag es völlig normal sein. Wie viele Leute die Gesellschaft dabei umfasst hängt davon ab, wer von der Eigenart betroffen ist und von wem die Resourcen zur Bekämpfung kommen könnten. Eine wichtige Frage habe ich hier allerdings vergessen: Was ist normal, und wollen wir, dass es normal ist? Wieso? ↩
→ Kommentar zu Schreddern wir Europa? in der Taz.
Ich dachte gerade „endlich mal wieder ein richtig guter Artikel zu Europa in der Taz“ - bis zum letzten Absatz.
„Wir müssen Zeit gewinnen, brauchen soziale Bewegungen,damit Europa bei allen ankommt“, usw. Ja, ja und ja!
„Deswegen müssen wir den Euro abschaffen“, der als einziges wirklich bei allen ankommt, weil jetzt Jede in jedem Land ohne umtauschen kaufen kann - zur Not übers Netz.
Hä? Hallo? Wir brauchen soziale Bewegungen, deswegen brauchen wir endlich wieder eine Taz, die weiter denkt als bis zur nächsten Stammtischthese. Die Visionen entwickelt und wirklich durchdenkt. Die die Ursachen von Krisen gründlich hinterfragt und Alternativen aufzeigt.
Wir brauchen keine weiteren „Politiker macht das so“ Artikel, sondern „wir haben keine Chance, also ergreifen wir sie!“
Wir brauchen eine Tatze mit Krallen, und wenn wir sie nicht bei der Taz bekommen, dann schreiben wir die Krallen selbst.
Wir brauchen Nachdenkseiten, die leicht zu verstehen sind.
Ihr habt gerade jetzt alle Möglichkeiten. taz.de ist eine der größten Nachrichtenseiten im Netz. Zeigt uns, dass ihr Chancen auch dann nutzen könnt, wenn ihr sie euch erarbeitet habt.
Damit ihr diese Chancen habt, gebe ich euch jeden Monat 20€ für ein Online-Abo, und damit bin ich nicht alleine. Eure Tatzen stehen nicht alleine. Ihr werdet von vielen getragen, die nicht die Chance haben, Hauptberuflich die Gesellschaft direkt über Nachrichten zu verändern, die euch aber diese Chancen geben wollen.
Ihr habt diese Chancen. Nutzt eure Tatzen, um gegen den Strom zu klettern, euch durch alle Verschleierungen in das Zentrum der Fragen vorzukämpfen und wirklich etwas zu bewegen!
-> Antwort aus den heise foren.
Midoge schrieb am 30. März 2009 21:27
> Ich bin kein Zyniker sondern Realist.
gg weißt du, dass du gerade ein inzwischen völlig stereotypes Zitat genutzt hast? ;)
> Nenn mir eine Zielgruppe - abgesehen von Bild-Lesern und Rentnern -
> dessen Meinung prägenden Einfluss auf ein Wahlergebniss hat.
Die anderen 2/3 der Bevölkerung.
Oh, warte, wir brauchen ja nur 50%, um die Wahl zu gewinnen :)
Zynismus wird am besten mit guter Laune und fröhlicher Ironie beantwortet :)
Lächel mal, und dann lies den Konterstereotyp:
"Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie!"
Unter dem Motto wurden viele Initiativen gegründet. Drei ihrer Ergebnisse (in der Reihenfolge, wie sie mir einfallen):
Klingt doch recht effektiv :)
Schon wenige Menschen können in unserer Welt viel bewegen, und die größte Gefahr für unsere Ziele ist nicht, dass der Widerstand zu groß ist, sondern dass wir sie aufgeben, bevor wir auch nur anfangen.
"Wer nie anfängt hat schon verloren."
-> Lest auch den ersten Beitrag in der Diskussion. Es geht darum wie Kinderpornographie vorgeschoben wird, um Internetzensur einzuführen - obwohl der effektivste Schritt für die Bekämpfung von Kinderpornographie die Festnahme der Leute wäre, die die Webseiten betreiben, z.B. diejenigen, die in anderen Ländern schon bekannt sind und in Deutschland sitzen. Weiterführende Links gibt es in der Wikipedia. Vor allem interessant ist die Aufschlüsselung der Angebote auf Länder (PDF, von scusiblog.org), da sie zeigt, dass fast alle Seiten in den Sperrlisten in (westlichen) Ländern liegen, in denen es die Gesetze erlauben (und verlangen), sie sofort offline zu nehmen - aber die Angebote existieren trotzdem weiter.
Geschrieben zu "Nackter Stahl geht gegen Prometheus Games vor!" von Würfelheld.
Wirtschaft ist immer Krieg - und zwar genau so intensiv, wie es die "Kunden" erlauben.
Solange nämlich jemand mit noch härteren Bandagen kämpfen kann, ohne dass die Kunden abspringen, wird das jemand tun, weil es ihm einen Vorteil bringt. Und damit hat er einen Vorteil.
Lidl (Schwartz Gruppe), Aldi Süd, etc. sind dafür gute Beispiele: Die Angestellten werden immer mehr getreten, weil die Kunden sich nicht drum scheren (trotzdem kommen).
Basic (Bio-Kette) ist ein gutes Gegenbeispiel. Die wollten Lidl als Finanzier (weil sie in der Konkurrenz gegen Alnatura schlecht dastanden), und als es rausgekommen ist, haben sowohl Kunden als auch Zulieferer Basic auf breiter Front boykottiert, bis der Deal rückgängig gemacht wurde (und danach Basic gesagt hat "Lidl wollte es" - sowas steht uns vermutlich auch noch bevor).
Anders gesagt: Es ist unsere Aufgabe als Fans und Kunden, dafür zu sorgen, dass der Wettbewerb freundschaftlich bleibt - dummerweise müssen wir uns dafür aber informieren und z.B. selbst mal in die Akten schauen. Ich hoffe, das machen genug.
Ich habe meine Eindrücke nach dem Lesen von Anklageschrift und Verteidigung z.B. in meinem Blog (auf http://1w6.org ) veröffentlicht (wollte erst vor meiner eigenen Tür kehren, bevor ich anderen sage, dass sie es auch tun sollen :-) ).
Kommentar zu einem Interview über die Pläne von 1&1 zur dezentralen Zensur im Router.
Die Diskussion über unsere Ziele geht bisher zum Glück davon aus, dass der Router nicht nur im Besitz des Haushaltes ist, sondern auch von seinem Besitzer kontrolliert wird.
Aber das darf natürlich nicht sein, wenn man wirklich das zufällige Finden von Kinderpornographie im Netz verhindern will.
Da wir aber den Grundsatz "alle Router werden vom Provider kontrolliert" nicht sofort umsetzen können, verlegen wir erst offene Sperrlisten darauf.
Als nächsten Schritt planen wir logischerweise, die Kontrolle des Nutzers über seinen Router aufzuheben (schließlich kann er dort auf die Sperrlisten zugreifen! Wir können ihm doch keine Liste geben, wo er Kinderpornographie findet!).
Dafür werden wir ein zusätzliches "Gesetz für den Schutz der Kinder vor dem Bruch der Routersicherheit" benötigen, aber das sollte kein Problem darstellen.
Es stellt an sich auch kein Problem dar, die Liste zu verschlüsseln und sicherzustellen, dass der Router nur die von uns ausgelieferte Software akzeptiert, so dass Nutzer die Sperrlisten nicht mehr deaktivieren können (zumindest solange wir keine Software unter der Dritten Version der GPL verwenden, aber die wird noch eine Weile brauchen, bis sie sich vollständig durchsetzt, und auch dann können wir noch alte Versionen der Programme nutzen).
Wir sollten uns allerdings in Acht nehmen, dass diese langfristigen Pläne nicht an die Öffentlichkeit kommen, denn die Vertreter freier Software, allen voran die "Free Software Foundation", haben diese Kontrollmöglichkeit bereits entdeckt und in einer Aktualisierung ihrer Lizenzen für viele der neuen Programme unmöglich gemacht, so dass sich internationale Aktionen gegen unsere Kontrollmaßnahmen entwickeln könnte.
Für Frau von der Leyen und andere, die nicht so technisch versiert sind: Erst werden die Nutzer entscheiden, welche Sperrlisten sie verwenden. Dann werden wir die Kontrolle über jeden neu ausgelieferten Router übernehmen, so dass jeder die Sperrlisten nutzen muss. Dadurch haben wir im Handstreich gleich die Kontrolle über die Router dazu.
Herr Schäuble wird sich über unseren Vorschlag sicher auch erfreut zeigen, denn auf diese Art können wir eine notwendige staatliche Kontrolle über die Router verankern, und die Router können den Internet-Verkehr der einzelnen Haushalte sehr viel besser überwachen als es irgendeine rein zentrale Stelle könnte. Zusätzlich zahlen die Nutzer die Strom- und Anschaffungskosten für die notwendige erhöhte Leistungsfähigkeit der Router.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr 1&1 Planungsbüro
PS: Schach.
PPS: Natürlich stammt das nicht von denen. Die würden diesen Text niemals an die Öffentlichkeit kommen lassen.
PPPS: Stichwort Tivoisierung
-> Antwort auf einen Kommentar im Handelsblatt von Oliver Fink (der 27. Kommentar auf der Seite).
Thema: knapp 30% der Grünen haben sich bei der Abstimmung zur Internetzensur enthalten - der Rest hat dagegen gestimmt.
"Bleiben nur FDP, Linke (jeweils alle Anwesenden dagegen) und Piraten"
Die Linke scheidet erstmal aus. Von denen waren mehr nicht da, als sich von den Grünen enthalten haben. Ich wähle doch lieber jemanden, der sich wenigstens die Argumente anhört, als jemanden der gleich von Anfang an nicht kommt.
Die FDP zeichnet sich sonst meistens dadurch aus, dass in ihren Äußerungen kaum Aussagen zu finden sind, und ihre Fragen bei der öffentlichen Anhörung beschränkten sich hauptsächlich darauf zu fragen, ob der Bund zuständig ist. Im Zweifelsfall stehen sie leider für Umverteilung nach Oben und Zerstörung unseres bereits arg geschädigten sozialen Netzes. Sie sind für mich seit Jahren unwählbar, und einige vereinzelte Geistesblitze ändern nichts an allgemeiner Hirnrissigkeit.
Die Piraten dagegen sind für mich eine echte Alternative. Um zwischen ihnen und den Grünen zu entscheiden, muss ich allerdings noch warten, bis sie ihr Wahlprogramm auf andere Bereiche als ihre Kernkompetenz ausweiten. Was hilft mir eine freie Informationsgesellschaft in 20 Jahren, wenn unsere Welt den Bach runter geht und wir nur noch in abgeschotteten Arkologien sitzen, weil unsere Natur unbewohnbar geworden ist?
Da sich die Grünen mehrheitlich auch für eine freie Informationsgesellschaft einsetzen (wenn auch nicht ganz so stark wie die Piratenpartei, die sich direkt dafür gegründet hat), zusätzlich aber auch Ökologie, Gleichberechtigung und vieles weitere nicht nur fordern, sondern seit Jahren aktiv vertreten, sind sie für mich die bessere Alternative.
Mein Wunschtraum wäre dabei immernoch ein Zusammenschluss von Piraten und Grünen - "Hisst die Grüne Flagge!" :)
Ich sehe schon die grüne Piratenflagge am Mast wehen (oder auf Traktoren, die Gentechfelder der Saatgutpatentierer plattwalzen und Saatgut tauschen) und Greenpeace mit Segelschiffen gegen Wahlfänger in See stechen ;)
(wobei Schlauchboote wohl doch effizienter sind - weil billiger)
Grüner Totenkopf auf schwarzem Grund gegen Patente auf Saatgut und Software und für eine freie und gleichberechtigte Welt, sowohl online wie auch offline. . Muss das ein Traum bleiben?
Disclaimer: Ich bezweifle nicht, dass die Grünen auch Unsinn machen, aber immerhin haben sie in ihren Parteistrukturen viel stärkere Möglichkeiten der Basis festgeschrieben, die Parteioberen zu kontrollieren. Wenn also genug sinnvoll denkende Leute Parteimitglieder der Grünen sind, ist die Gefahr viel geringer, dass die Parteileitung über längere Zeit hinweg Mist baut.
→ Die Taz fragt, ob Wulff das Amt des Bundespräsidenten beschädigt hat, als er die Bildzeitung anrief, damit die nicht über ihn berichten.
Ich frage mich vielmehr, was das Interesse der Bildzeitung ist.
Warum lassen sie Wulff jetzt fallen? Was ist die Kampagne dahinter, die nun auch noch von fast allen anderen Medien gestützt wird?
Welches Ziel steht dahinter? Ist sich in der Taz jeder Redakteur darüber im Klaren, dass es ein Ziel geben muss, wenn die Bild veröffentlicht, dass Wulff direkt angerufen hat - und damit offenbahrt, dass vorher bereits starke Bindungen bestanden?
Lassen sie Wulff ins Messer rennen, damit ihre eigenen Manipulationen der öffentlichen Meinung im Kreuzfeuer untergehen? Oder gibt es noch tiefere Ziele, die nur durch wirklichen Journalismus aufgedeckt werden können?
Und in diesem Fall erkennt die Taz das Problem sogar, leider aber in einem anderen Artikel: „Ein gewisses Unbehagen bleibt deshalb. Denn im Zweifel rennen wir, die anderen Journalisten, hinterher.“
Nachdem sie doch bereits Anfang des Jahres festgestellt hatten, dass die Bildzeitung nur Meinungsmache betreibt und gegen alle Regeln des Journalismus verstößt, sollten sie deren Aussagen vielleicht einfach mal ignorieren. So kriegt man Trolle nämlich ruhiggestellt.
-> Geschrieben zu Google-Blues: Wo bleibt der Long-Tail-Effekt?
Danke für die Information.
Die Erfahrung, dass zu viel Eigenwerbung schreiben die Lust am Produzieren nimmt, habe ich leider auch gemacht (Mögliche Ursache: http://www.gnu.org/philosophy/motivation.html ). Deswegen schreibe ich inzwischen nur noch eine Info auf yigg.de und einen identi.ca Beitrag, der automatisch auch an twitter weitergereicht wird (Infos: http://1w6.org/blog/drak/2009-12-29-1w6-infos-identica-und-twitter ). Dadurch kommen zu einem neuen Artikel etwa 20 bis 40 Besucher.
Gleichzeitig werden meine Beiträge zu Rollenspielen automatisch in http://rsp-blogs.de gesammelt, wo andere sie lesen (ich lese da auch). Darüber sind es etwa 100.
Ich denke im Endeffekt geht es um die Frage, wie deine Artikel am effizientesten (=wenig Aufwand) zu den Leuten kommen kann, die sich dafür interessieren. Und dafür scheint Google in deinem Bereich nicht mehr so sinnvoll zu sein.
-> Geschrieben zu Tokio Hotel & Co.: Offener Brief an Angela Merkel:
Vor allem ist der Brief unverschämt, wenn man im Hinterkopf hat, dass bereits mehrere Studien gezeigt haben, dass p2p Tauschbörsen die Musikverkäufe nicht schädigen, aber den allgemeinen Wohlstand in der Gesellschaft erhöhen, weil die Leute Zugang zu mehr Musik haben:
- http://draketo.de/deutsch/p2p/licht/studie-p2p-auswirkungen-von-tauschbo...
Reinhard Mey nutzt übrigens Abspielschutz auf seinen CDs. Entsprechend habe ich das letzte Mal, als ich eine CD von ihm kaufen wollte, stattdessen eine Mail geschrieben, die schlicht sagte: "Solange ich Ihre CDs nicht auf meinem Computer (meinem einzigen Musikgerät) abspielen kann, werde ich sie auch nicht kaufen."
Ich vermute, das haben genügend andere auch gemacht, und entsprechend sind die Verkaufszahlen von Reinhard Mey in den Keller gegangen.
Und schon die Formulierung "geistige Eigentumsrechte" in dem Brief ist falsch. Es muss nämlich "geistige Monopolrechte" heißen, denn es geht nicht darum, dass man ihnen etwas wegnehmen könnte, sondern darum, dass sie das Monopol auf die Verbreitung bestimmter Inhalte bekommen.
Was mir an dem Artikel über den offenen Brief gefällt ist, dass er etwas auf Hintergründe eingeht: Nämlich darauf, dass er in Wirklichkeit vom BDI (Bundesverband der deutschen Industrie) kommt, und es nicht um die Musiker, sondern um die Profite der großen Medienmonopolisten geht.
Lieben Gruß,
Arne Babenhauserheide
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Unpolitisch sein
heißt politisch sein
ohne es zu merken.
Zu Der große Gebührenschwindel:
Auf diesen Leserbrief habe ich Antworten vom Autor bekommen und einen regen Mailaustausch gehabt. Das spricht meiner Meinung nach sehr für den Autor (ändert nur nichts am Artikel).
Ihr Artikel zum Missbrauch von Studiengebühren sieht gut aus, und er liest sich gut, aber eigentlich ist er vollkommen kontraproduktiv.
Da steht jetzt nicht "Studiengebühren sind der falsche Weg", sondern nur "Ist das scheiße, dass wir, die bezahlende Elite beschissen werden".
Eigentlich müsste es aber heißen: "Ist das scheiße, dass Bildung nun noch weniger den ärmeren Schichten zu Gute kommen wird", oder "Jetzt wird die Auslese nach Einkommen noch härter, und das obwohl Deutschland darin eh schon traurige Spitze ist.".
Und damit geht er völlig an der Kritik von uns Studenten vorbei. Auch wenn unsere Bilder gezeigt werden, wird unsere Meinung im Artikel größtenteils nicht vertreten, sondern eher unterminiert.
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Nach einem Mailaustausch kann ich diese Kritik an dem Artikel verfeinern:
Sie haben Recht, ich hätte das exakter formulieren sollen.
Der Satz muss heißen:
Und damit geht er völlig an der Kritik von uns Studenten, die wir demonstriert
und unsere Meinung gesagt haben, und deren Bilder sie gezeigt haben, vorbei.
Auch wenn unsere Bilder gezeigt werden, wird unsere Meinung im Artikel
größtenteils nicht vertreten, sondern eher unterminiert.
Denn die Bilder, die sie gezeigt haben, waren von den Boykott-Aktionen.
...
weitere Antwort.
...
Ich hätte mich sicher nicht beschwert, wenn der Artikel auch auf die Frage
eingegangen wäre, ob Gebühren überhaupt Sinn machen, und sei es nur in einer Randnotiz. So spielt er aber denen in die Hände, die sagen, die Gebühren seien richtig und legitim.
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Und da kommt wieder die wichtige Frage in's Spiel, ob die Gebühren überhaupt legitim sind.
Denn wenn du akzeptierst, dass die Gebühren legitim sind, können sie in
kleinen Schritten erhöht werden (und das werden sie, wenn wir nichts tun).
Und zwar immer dann, wenn das Land wieder kürzt.
Und dann kommt wieder die Frage, wie wichtig Ausgaben vom Staat in die Bildung sind.
Und Gebühren zu akzeptieren und nur noch zu sagen "sie werden falsch
verwendet" bringt dafür nichts, denn nur "falsch verwendet" zu sagen heißt
implizit "wenn sie richtig verwendet würden, wären sie gut".
Ich will nicht sagen, dass dein Artikel völliger Unsinn ist, und dass du nicht
darüber schreiben sollst, dass Studiengebühren missbraucht werden, sondern einfach nur sagen, dass das Ausblenden der Legitimationsfrage denen in die Hände spielt, die höhere Gebühren wollen.
Es ist gut, dass du informierst, dass Studiengebühren missbraucht werden. Es würde langfristig mehr nutzen, wenn du die Frage der Legitimation von
Studiengebühren zumindest erwähnen würdest.
Nachdem eine Studie zur verstärkten Rückenschmerzneigung nach emotionalem Stress belegt hat, dass die Wahrscheinlichkeit, im nächsten Jahr an Rückenleiden zu erkranken zum großen Teil davon abhängt, wie es den Betroffenen emotional geht, fordere ich hiermit höhere Krankenkassenbeiträge für chronisch Griesgrämige und Meckernde!
Es kann und darf nicht sein, dass diese Sozialschmarotzer unsere Solidargemeinschaft weiterhin durch ihre ständige Unzufriedenheit belasten!
Wie man sie erkennt? Ganz einfach: Es sind all die Leute, die lautstark fordern, dass Dicke und Raucher höhere Krankenkassenbeiträge zahlen sollen.
PS: Glücklichsein ist Pflicht! Ironie Ende.
Kurz und verständlich.
Es gibt bei Patentrecht, Urheberrecht und Eigentum zwei Grundpfeiler: Schutz und Kontrolle.
¹: Andere können Urheberrechte und Eigentumsrechte daran haben, sie aber nur mit meiner Erlaubnis ausüben.
Ich finde zur Zeit mehr und mehr Blogs und Seiten, auf denen sich Informationen zum G8-Gipfel finden.
Da ich selbst die meisten anfangs nicht kannte, will ich euch die Suche erleichtern und die wichtigsten hier schreiben.
Wenn ihr Quellen findet, die ich noch nicht habe, schreibt sie bitte mit Beschreibung in den Kommentar.
Quellen für Informationen zum G8-Gipfel in Rostock
Ich habe mich zur Wahl dieses Jahr mit einigen Freunden zusammengetan, um Informationen zur Wahl aus Zeitungen zusammenzutragen. Ich übernehme dabei die Taz.
Wann immer ich einen Artikel finde, der meiner Meinung nach relevant für die Wahlentscheidung ist, poste ich hier einen Kommentar.
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Ich unterscheide übrigens nicht zwischen CDU und CSU. Wo nicht explizit "CSU" oder "nicht CSU" steht, bedeutet "CDU" immer "CDU+CSU".